Dobermann & Saluki – Freunde werden(!)

Diskutiere Dobermann & Saluki – Freunde werden(!) im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Moin! Ich lebe seit 5,5 Jahren meinen Dobermann "Caine" zusammen. Er wurde nie wirklich mit anderen Hunden sozialisiert. Wir leben im Norden der...
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wuestenhund

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Moin!

Ich lebe seit 5,5 Jahren meinen Dobermann "Caine" zusammen. Er wurde nie wirklich mit anderen Hunden sozialisiert. Wir leben im Norden der Vereinigten Arabischen Emirate und hier gibt es nicht viele Menschen mit Hunden. Trifft man jedoch ab und zu mal andere Leute mit Hunden, und wir lassen sie zusammen laufen, ist Caine sehr verspielt und zeigt keine Anzeichen von Aggression gegenüber seinen Spielgefährten. Das einzige Problem mit kleineren Hund ist, dass er sie überläuft. Er ist 45KG und denkt er sei ein Chiwawa – Das gleiche Verhalten zeigt er auch gegenüber Menschen, z.B. setzt er sich neben einen auf die Couch und lässt sich mit seinem ganzen Körper auf einen rauffallen um gestreichelt zu werden oder einfach nur um nah dabei zu liegen. Kein Problem, wenn man weiss, dass er das macht – gewöhnungsbedürftig für Leute die das nicht kennen. :)

Seit 2 Wochen hat sich uns der 2,5 Jahre alte Saluki "Azom" angeschlossen. Er hat sein ganzes Leben im Tierheim verbracht und die ersten 1,5 Jahre wohl in einem sehr schlimmen Tierheim in Abu Dhabi… Er ist sehr scheu Menschen gegenüber. Mittlerweile hat er vertrauen zu mir gefunden und lässt sich überall streicheln. Er zeigt kein aggressives Verhalten – er flüchtet bei Angst vor Menschen und das kann schon eine schnelle Bewegung sein.

Caine und Azom haben wir einige male zusammengebracht bevor wir Azom zu uns nach Hause gebracht haben. Die ersten Tage hat Azom im Garten geschlafen, da er zu scheu war um ins Haus zu gehen. Die Hunde können selber raus in den Garten gehen. Azom kam einige mal mit mir rein, aber er lief nach einiger Zeit wieder raus. Nach 2 Wochen ist sein Platz jetzt neben der Couch und er fühlt sich dort Wohl.

Beide Rüden sind kastriert. Caine probiert seit Anfang an durch besteigen zu dominieren – Azom lässt sich jedoch nichts gefallen. Nach ein paar anfänglichen Dominierungsversuchen und ein paar mal zuschnappen von Azom, hat Caine erst mal davon abgelassen. Nach 5 Tagen gab den ersten richtigen Streit um Futter (was wir jetzt im Griff haben). Caine hat sich dabei eine blutige Schnauze, Lippe und Ohr eingefangen. Danach war erst mal ein Tag ein bisschen Abstand angesagt, aber danach lagen sie wieder nebeneinander auf dem Teppich. Caine probiert seit dem wieder die Dominierungsversuche – ich denke er hat realisiert, dass es sein zu Hause und Revier ist und er sich nicht von Azom gefallen lassen will.

Nach 10 Tagen gab es dann um 2 Uhr Nachts einen grossen Streit. Bis ich aus dem Bett und nach unten ins Wohnzimmer bin, waren sie immer noch am kämpfen. Und Caine hat erst nach dazwischen gehen von mir von Azom abgelassen. Caine war sehr sehr aufgebracht (geschäumt) und Azom war total verängstigt – er hat tröpfchenweise das Wohnzimmer vollgepinkelt während des Kampfes. Hierbei hat sich Azom eine blutige Nase zugezogen .

Dieser Streit liegt jetzt ca 5-6 Tage zurück und beide Hunde sind seit dem auf Abstand. Wen einer dem anderen zu nahe kommt, wird ein bisschen geknurrt und wieder Abstand gehalten. Wenn ich dabei bin und beide gleichzeitig Streichle oder daneben stehe knurren sie sich nicht an. Beim Gassi gehen toben und laufen sie neben einander und freuen sich. Wenn es wieder in den Garten geht und die Leinen gelöst werden, geht's wieder auf Abstand.

Ich sollte noch dazu sagen, was von mir hier als blutig beschrieben wird, sind Kratzer der grossen Zähne. Keiner der Hunde hat wirklich fest zugebissen oder sich verbissen.

Ich möchte Azom nicht wieder abgeben(!) – wir befinden uns noch in einer Testphase mit dem Tierheim, da sie wissen, dass es nicht einfach mit Azom ist. Wenn sich Caine und Azom verstehen und sich die beiden binden, werde ich Azom adoptieren. Wenn nicht, sieht es danach aus, dass sie ihn bald einschläfern werden, da er seit 2,5 Jahren nicht vermittelt wird.

Ich bin kein Hundezüchter und habe mässige Erfahrung mit Hunden. Ich habe mir bereits Literatur bestellt, da ich mit diesem Verhalten nicht gerechnet habe. Es dauert allerdings noch bis die Bücher eintreffen.

In der Zwischenzeit würde ich gerne eure Meinung dazu hören; wo liegen die Probleme, wie kann man die Probleme beseitigen, wie kann man die Hunde enger binden, braucht das einfach Zeit, ist es kritisch was passiert?

Ich hoffe, dass ich genügend Informationen geliefert habe. Wenn nicht, einfach nachfragen! Ich bin über jedes Feedback froh! :)

Beste Grüsse aus der Wüste,
Kim

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Caine_Azom2.jpg
 
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Vorneweg einmal: Das Problem bei Windhundrassen ist, dass sie einen rund gezüchteten Rücken haben und die Rute meistens unten ist. Für andere Hunde sind das alles Körpersignale, die auf einen ängstlichen Hund hindeuten. Gepaart mit der nicht ausreichenden Sozialisation deines Caines kann es demnach dazu führen, dass Caine die ganze Zeit denkt, Azom wäre unterwürfig. In Gruppen werden Windhunde oder auch kupierte Hunde oft gemobbt.

Natürlich gefällt es keinem Hund bestiegen zu werden (kastrierte Hunde werden oft bestiegen, da sie keinen geschlechtlichen Geruch mehr haben, also weder Rüde noch Hündin sind).
Deine Idee, dass Caine nun denkt, er müsse sein Revier und Zuhause verteidigen stimmt so vermutlich nicht ;) Hunde arrangieren sich recht schnell mit der neuen Situation.
Zuerst einmal solltest du feststellen wer der Ranghöhere in dieser Hundebeziehung ist. Diesem Hund solltest du grundsätzlich Vorrang lassen.

Viele Menschen wollen dem alten Hund mehr Aufmerksamkeit schenken, damit er nicht zurücksticht. Das wäre aber fatal, wenn der alte Hund die neue Rangordnung vollkommen akzeptiert hat und den neu dazukommenden Hund akzeptiert hat als ranghöher. Der alte Hund würde also die Rangordnung immer wieder anzweifeln in Augen des neuen Hundes. Das führt dann zu Streitigkeiten. Bei deinem Fall ist das wohl aber gerade andersherum, nämlich, dass Caine der ranghöhere ist und mehr Rechte besitzt.

Natürlich bedeutet das jetzt nicht, dass du nur noch Caine streicheln darfst. Dein Azom darf hierbei auch nicht zu kurz ankommen. Allerdings solltest du akzeptieren, dass, sollte Caine nun seinen Platz neben dir beanspruchen, du nicht erwarten solltest, dass Azom dabeibleibt. Der Ranghöhere hat seinen Anspruch geltend gemacht, nämlich das hohe Recht seiner Aufmerksamkeit. Es gibt auch freche (rangniedrigere) Hunde, die in so einer Situation ebenfalls Anspruch erheben und sich dazwischendrängen. Natürlich bleibt es dir auch immer überlassen, den frechen Hund wegzuschicken, das erfolgt mittels wegschieben oder einem kurzen knappen Stüber.

Versuche Ordnung in die ganze Situation zu bringen. Z.B. vor jedem Rausgehen beide Hunde sitzen lassen, beide Hunde gleichzeitig belohnen und beiden Hunde im selben Mmoment das Loslauf-Signal geben.
Versuche auch Dinge wie Fressstreitigkeiten zu vermeiden, indem du z.B. die Hunde getrennt fütterst oder aber gleich die komplette Essensration zum Üben und Belohnen verwendest.
Richte jedem Hund auch eine Ruhezone ein, jeder Hund bekommt eine eigene Decke, ein spezielles Plätzchen auf dem nur er liegen darf. In unentspannten Situationen kann du auch ohne zu zögern beide Hunde auf die Decke schicken. Achte aber darauf, dass du den Hund zuerst wegschickst, von dem die Agression ausgeht. Solltest du Azom in einem Moment auf seinen Platz schicken, in dem Caine ihn knurrend fixiert, könnte Caine dies falsch interpretieren und erst Recht noch einen draufsetzen. Ich hoffe natürlich, dass es so schlimm nicht bei euch ist ;)

Ich persönlich finde es nicht allzu kritisch. Den Bildern nach zu urteilen scheint keiner der Hunde übermäßig gestresst zu sein und so wie du erzählst, dass sie nicht wirklich zugebissen haben, deutet das auch auf keinen ernsthaften Machtkampf hinaus.

Und sollte Caine nochmals versuchen Azom auf eine Weise zu dominieren wie das Besteigen schickst du ihn sofort auf seinen Platz oder unterbindest es.
 
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