Traber..

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  • Traber.. Beitrag #1
Mütze

Mütze

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Huhu,
Ich hoffe ihr könnt mir ein paar Tipps geben. :angel:

Und zwar: Ich reite eine 13 Jährige Traberstute. Vor langer Zeit ist sie auch ein paar Rennen gelaufen.
Ich habe das Problem, dass ich sie nicht richtig in Anlehnung reiten kann. Also ich kriege sie einfach nicht schön an den Zügel.
(Bin mir grade nicht ganz sicher, ob das vom satz her richtig ist, aber ich glaube ihr versteht das irgendwie :eusa_think:)
Im Schritt klappt alles super. Sobald wir dann traben legt sie sich aufs Gebiss und drückt den Kopf ein Stück nach vorne.Also macht sich lang.
Wenn sie dann mal angallopiert und aus dem Renntrab :)?) raus kommt, rennt sie nur noch mit vollpower. Also ruhiger Galopp klappt schon mal gar nicht...

Haben einige vielleicht selber Erfahrung mit soetwas?
Tipps wären echt super.

Reitunterricht kann ich in einem Monat mit ihr anfangen, vorher geht leider nicht. :|

Liebe Grüße, Mütze
 
  • Traber.. Beitrag #2
Hallo,
da sie schon rennen "gerannt" ist, ist sie sozusagen darauf getrimmt Gas zu geben... Sie lehnt sich sehr wahrscheinlich in die Zügel, weil sie sich beim Traben lang machen (Klingt komisch, ist aber so :p ) und weil sie somit anscheinend eine schnellere Geschwindigkeit erreichen kann. Ich weiß nicht ob du es tust, aber du solltest:
- ruhig auf sie einreden
- wenn es möglich ist mit einem anderen Pferd zusammen reiten und falls du ausreitest erst hinter diesem bleiben
- leicht Paraden geben

Ich hoffe ich konnte dir helfen :)
 
  • Traber.. Beitrag #3
Hi Mütze,

Zu erst einmal ist es klar, dass deine Stute mehr Probleme im Galopp hat, als andere Pferde. bei Trabern wird in der Zucht, wie der Name es ja auch schon erahnen lässt, auf die Trabaktion geachtet, Galopp ist da weniger wichtig. Dadurch fällt es ihr generell schwieriger sich in dieser Gangart zu halten.


So wie Du es beschreibst, ist sie im ganzen noch nicht ausbalanciert genug um sich selber zu tragen und drückt sich deswegen vorne noch raus um ihr Gleichgewicht halten zu können.

Wie lange wird sie denn jetzt klassisch geritten? Hast Du sie direkt von der Bahn übernommen, oder hatte sie zuvor noch Beritt?

Ich würde Galopp erst mal ganz weg lassen, bis Du deinen Trainer zur Hand hast.

Da die Stute scheinbar im Schritt noch ausbalancierter ist, würde ich mit ihr zunächst an der Schritt- und Trab Arbeit arbeiten. Viel Übergänge zwischen diesen beiden Gangarten, je nach dem wie sie es schon ausbalancieren kann, große Wendungen reiten ( Zirkel, Schlangenlinien) um ihr die Anlehnung an die Hand zu ermöglichen.

Achte darauf, dass deine Hand nicht zu hart ansteht und Du ihr den Weg nach unten ermöglichst.

Longenarbeit wäre auch zu empfehlen, aber nur, wenn Du in diesem Bereich versiert bist und / oder jemanden kennst, der dir dabei zur Seite steht.

Versuch, dass Du sie nicht aus dem Renntrab angaloppieren lässt. Das sie so Gas gibt liegt zunächst einmal daran, dass sie ihre Körperspannung noch nicht soweit unter Kontrolle hat und es noch einfach nicht möglich ist.

Wenn Du das Gefühl hast, dass sie in der Trabarbeit ruhig, gelassen ist und an den Hilfen steht, kannst Du versuchen erneut anzugaloppieren. Wenn sie Gas gibt, regulierst Du wieder und lässt wieder davon ab.

Oft fällt es den jungen Pferden leichter in der Wendung anzugaloppieren.
Wenn dieses im ruhigen Tempo klappt ( Hilfe und sie springt auch direkt an) parierst Du direkt nach 3-4 Sprüngen wieder durch und kannst dann wieder nach einer halben Runde neu angaloppieren.
Das gibt Muckis und Balance.

Aber zunächst achte darauf, dass Du sie nicht überforderst und erst mal nur eine viertelstunde-20 Minuten aktiv arbeitest und immer mit einem Erfolgserlebnis die Einheit beendest. ( in deinem Fall: Stute dehnt sich zum Gebiss und tritt fleißig aber gelassen durch die Bahn)

Wenn Du magst, kannst Du ja mal ein Video einstellen, dann lässt sich das Problem genauer erkennen.
 
  • Traber.. Beitrag #4
Hi Mütze,

Wie lange wird sie denn jetzt klassisch geritten? Hast Du sie direkt von der Bahn übernommen, oder hatte sie zuvor noch Beritt?

Hey, zuerst einmal vielen Dank für die Antworten.
Sie wird jetzt mindestens acht jahre klassisch geritten und wurde direkt von der Bahn übernommen.
Ich reite sie jetzt erst etwa seid einem dreiviertel jahr.

Ich versuche mal ein Video rein zu stellen, werde die Tage eins machen lassen :angel:

lg
 
  • Traber.. Beitrag #5
hallo

ich kenne 2 traber die auch auf der rennbahn waren und mitlerweile einen super langsamen gallop haben ! das sie sich nicht ausballancieren kann würd ich so jetzt nicht umbedingt sagen aber es kann sein ! die traber haben meist angst anzugallopieren ... ich weiß ja nicht ob ihr wisst wie ihnen das abtrainiert wurde ( nur mit schlägen halt ) und da ist es selbstverständlich das sie angst hat anzugallopieren oder es nicht kann ! also lass ihr auf jeden fall zeit ! ich würde allerdings keinen gallop machen bis sie nicht schön langsam trabt ! und so wenig druck im maul zumachen wie nur geht ! die haben auf der rennbahn wirklich scharfe gebisse und lernen eigtl. gegen das gebiss zu gehen also bei druck nicht nachzugeben sondern dagegenzudrücken ! also versuch über impulse zu reiten und zwar leichte wie oben schon gesagt !

und das wichtigste - lass ihr zeit dabei !

lg
 
  • Traber.. Beitrag #6
Das Traber irgendwann galoppieren können, bei sachgemäßer Ausbildung sollte klar sein. Habe auch eine Stute kennen gelernt die es nach ihrer Rennkarriere noch geschafft hat in M*-Dressur erfolgreich zu laufen.
Die Arbeit die ihre Besitzerin in dieses Pferd gesteckt hat, war beachtlich und nicht jeder hätte sich da so durchgebissen und mit so einer Ruhe das Pferd, den Möglichkeiten entsprechend, ausgebildet.

Wie wurde das Pferd denn gearbeitet? Saßen/ sitzen da Reiter drauf, die auch ausbilden können oder reagiert, da die Stute genauso?

Wie ich schon angedeutet habe, reite nicht über Kraft. Die Anlehnung ist nur das Endresultat, von einem durchschwingenden Körper. Wenn es irgendwo hakt, entfällt dieser Punkt.

Das Pferd muss aktiv von hinten heran geritten werden, Stichwort Aktive Hinterhand.

Wie sieht denn deine reiterliche Erfahrung aus? Auf welchem Stand bist Du?
 
  • Traber.. Beitrag #7
Wie wurde das Pferd denn gearbeitet? Saßen/ sitzen da Reiter drauf, die auch ausbilden können oder reagiert, da die Stute genauso?

Wie sieht denn deine reiterliche Erfahrung aus? Auf welchem Stand bist Du?

Hi, also..
Ich habe sie ja "nur" als Pflegepferd (habe die Möglichkeit alles zu machen (reiten wann ich möchte, mit dem Pferd in den Urlaub fahren, an Turnieren teilnehmen// Habe auch komplett eigene Ausrüstung). Die Besitzerin reitet wenn überhaupt nur einmal im Monat und die "Reitbeteiligung" noch weniger.
Bei der RB weiß ich, dass sie genauso reagiert, bei der Besitzerin weiß ich es nicht. Früher ist sie wohl schon ein paar kleine Dressurturniere mit ihr geritten.
Jedoch wurde sie, also ich meine die Traberstute, ein Jahr lang nur selten bewegt (ein mal die woche oder alle zwei wochen-->von RB).
Vor zwei oder drei Jahren hat die damalige RB mit ihr Mounted Games gemacht, da durfte sie dann auch immer einfach nur laufen.
Und jetzt reite ich sie halt seid einem dreiviertel Jahr.
Achso. wenn die RB sie reitet, dann reitet sie aus und ich habe von den Leuten, mit denen sie ausreitet gehört, sie lässt sie dann wohl auch meistens einfach nur laufen.

Allgemein reite ich seid etwa acht Jahren auf Freizeitbasis , seid fünf Jahren etwa 5 bis 7 mal die Woche.
Drei Jahre davon mit Reitunterricht. Musste vor zwei Monaten aus finanziellen Gründen mit dem Reitunterricht aufhören und kann erst nächsten oder übernächsten Monat wieder anfangen. Hatte Reitunterricht bis jetzt aber nur auf Schulpferden bei den "Fortgeschrittenen" (Dressur).
Habe schon einige Pferde geritten. Vom zickigen Pony, ruhige trödelige Pferde bis zum aufgedrehten kaltblut :roll:..
Eine kleine Turniererfahrung konnte ich vor zwei Jahren bei der Einzelmeisterschaft (mounted games) (mit einem anderen Pferd) sammeln, habe dann aber mit mounti aufgehört.

Longieren kann ich auch, habe ich während meinen beiden Praktika von den RL beigebracht bekommen. (habe 6 wochen praktika gemacht und drei wochen in dem einen Betrieb gearbeitet (Nebenjob).
Reite wohl nicht soo schlecht (man lernt ja immer was dazu), da ich auch Privatpferde währenddessen bewegen durfte. :angel:

lg

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Achso. heute bin ich etwa 6km schritt geritten und hab dann zwischendurch immer ein paar schritte versucht, am zügel zu traben. hat zum ende hin auch gut funktioniert, jedoch zieht sie dann beim anhalten einem immer die Zügel aus der Hand... :/ hat jemand vielleicht eine idee, was ich tun kann, damit das besser wird? :angel:
lg
 
  • Traber.. Beitrag #8
in kurz: Duchlässigkeit verbessern.

Das zieht sich wie ein Rattenschwanz durch die ganze Reiterei. Wenn sie und vor allem Du gelernt hast das Pferd richtig zu arbeiten, wird dieses Problem verschwinden.
Das ist nichts, was in ein Paar Reitstunden vergessen ist, sondern bedarf eine jahrelange durchgehende Arbeit.
 
  • Traber.. Beitrag #9
Hi =)

Ich habe genau die selben Probleme mit meinem Pflegepferd. Sie ist 14 Jahre alt und hat dazu noch Rückenprobleme. Aber ich habe es hinbekommen sie wieder reiten zu können. Ich bin bevor ich überhaupt irgendwas gemacht habe, am langen Zügel im Schritt geritten. Dann nach 5 min. nehme ich die Zügel auf und fange langsarm an in den Trab zu kommen. Dabei bin ich immer in dem Tempo der anderen geblieben, die mit mir geritten sind. Also ganz normal. Wenn sie das nicht wollte, bin ich immer wieder in den Schritt zurückgegangen. Also Schritt-Trab übergänge. Wenn sie dann langsarmer wurde bin ich am stück in der Halle 5-10 Runden ohne pause auf dem Hufschlag geritten. Nach ca 20 min bin ich angefangen leichte Dressurübungen zu reiten. Das heißt:
-Durch die ganze Bahn
-Sclangenlinien durch die ganze Bahn
-Schlangenlinien durch die halbe Bahn
-Zirkel
-Volten
Wenn sie wieder schneller wurde habe ich wider übergänge geritten. Dann zum Galopp.
Du gehst auf den Zirkel und gehst in den Trab. Aber normales Tempo. Dann ziehst du das Tempo an und gehst in den Galopp über. Wenn sie wieder schnell ist, nehm die zügel an aber nicht zu stramm nur so dass sie fast wieder in den trab übergeht. Hier bei drfst du nicht das treiben der schenkel vergessen.

Probiere es aus. viel glück.
 
  • Traber.. Beitrag #10
ich habe auch schon mal eine rennbahn stute erfolgreich umgestellt und muss sagen das sie nach 2 Jahren das ausbalancierteste Pferd im Jog und Lope war das ich bisher kennengelernt habe...als sie verstand das es auch langsam geht ist darin voll aufegangen.

Das Problem mit dem nicht angaloppieren ist klar....aus dem Renntrab in den Galopp geht kein Traber von der Bahn ohne Angst-also heisst es hier umdenken! Vom Boden aus das angaloppieren auf Stimmhilfe konditionieren und ihr diese Gangart schmackhaft machen.
Unterm Sattel nicht aus dem Trab den Galopp verlangen...nicht bis sie nicht positiv auf den Galopp eingestellt ist.Aus dem STand oder dem Schritt am besten mit der vorher gelernten stimmhilfe kombiniert den galopp abfragen....fängt sie an zu rennen gleich wieder ruhig zurücknehmen...warten bis sie wieder ruhig ist und dann wieder anfragen.

Um ihr Körpergefühl zu stärken und damit ihre balance sofern sie es kann - Travers,Renevers und Zirkel und Volten in allen größen und zwar im Trab abfragen und sobal sie sich stellt in dieser stellung durchparieren- das lässt das Pferd aus dem Renndenkmuster fallen. Kann sie seitengänge und co noch nicht reichen erstmal Zirkel in einer größe die sie nicht überfordern. Wenn dann ein trainer da ist mit diesem die Seitengänge unbedingt üben...die ganz elementar für das Pferd -aber auch hier wie überall-ohne druck und mit ganz viel loben.

Belohne richtiges verhalten untern Sattel und auch vom Boden mit steh pausen. Fragst du zum Beispiel einen Schritt Trab übergang ab und sie tritt ohne hektik an..nimm sie gleich zurück und belohne sie mit stimme,streicheln und Pause. Gib dich mit winzigen Schritten zufrieden und Lobe diese als hätte sie grade die WM gewonnen.

Es gibt noch 100000 Beispiele die man hier nennen könnte.Wichtig ist: du musst ihr bisheriges denkmuster durchbrechen-mit Gedult und gaaaanz viel Ruhe. Wenn der background dazu vorhanden ist (also das Liebe Geld^^) hol dir einen Trainer ins Boot der Dual aktivieren kann-mit diesem Systhem haben wir unsere Pleasure Schnecke wieder auf normalen Speed gebracht-funktioniert aber auch anderherum wenn man weiss wie es geht.

Ich weiss nicht inwieweit du dich schon durch die Pferdeliteratur geschlagen hast aber es gibt viele Gute Bücher zum Thema Gymnastizierung und Bodenarbeit. Ich hab früher auch oft genug mit nem Buch auf dem Pferd gesessen als trainer für solche sachen noch selten waren- auch aus Büchern kann man sich viele Gute Denkanstösse holen.

so ich hoffe das war nicht zu viel geschwafel und wünsche dir viel erfolgt der kleinen Rennmaus die Ruhe wieder zu geben :)
 
  • Traber.. Beitrag #11
Oje ja das ist leider traurig das Leute sich immer noch die "billigen Traber" von der Bahn holen aber nicht verstehen wie ein Traber so tickt. Ich finde es sehr gut dass du dir Hilfe suchst. Ich hab auch schon 2x eine RB auf Trabern von der Bahn gehabt und bin entsetzt wie Besitzer mit Trabern umgehen. Du solltest wissen, wie die Ausbildung zum Renntraber abläuft. Man spricht nicht offiziell darüber aber es werden oft sehr brutale Maßnahmen ergriffen um den Pferden schon im Fohlenalter bei zu bringen dass sie nicht Gallopieren dürfen das ist schomal das erste. (ich weis von Ställen wo die pferde echt prügel bekommen wenn sie gallopiieren!)
Zudem werden Traber anders ausgebildet was die typischen Englischhilfen angeht. Sie haben keine Ausbildung als Reitpferd und kennen die Hilfen auch oft nich was sie manchmal überfordert. Sie werden Trainiert den Kopf am sulky hoch zu nehmen und mit Aussenstellung zu laufen. Zügel ruckartig rannehmen heißt :GIB VOLLGAS!!!
Ich persönlich halte absolut nix davon Traber mit aller Gewalt "an den zügel" reiten zu wollen..oder mit aller gewalt ausbinden und solche sachen die machen die pferde nur noch mehr kaputt. Ein Traber hat quasi 0 Ausbildung als Reitpferd. Willst du einen Traber nicht nur als Freizeitpferd im Gelände reiten musst du bei 0 anfangen! Sie sollte am langen Zügel geritten werden sodass sie sich selbst anbietet vorwärts-abwärts zu gehen....Ich persönlich hab die Erfahrung dass Traber sich am Besten als Westerngerittene Freizeitpferde eignen. (wegen langem zügel und wenig hilfen, kaum druck im gegensatz zum englischen Reitstil)

Ach ich kann dir tausend Tipps geben wenn du magst- hab das schon mehrfach hinter mir! ;)
Die Frage ist: Was macht die Besitzerin denn gutes mit ihr????

Liebe Grüße

Jessica
 
  • Traber.. Beitrag #12
Hi,

da würde ich an die AUsbildungsskala denken.
Ist zwar manchmal zu sehr FN - oft aber hilfreich!
Takt
Losgelassenheit
Anlehnung
Schwung
Geraderichten
Versammlung
führen zur Durchlässigkeit.

Zumindest die 1. drei punkte könnten ihr schon helfen...da müsste man eben daran arbeiten, noch mehr Biegen, ausbalancieren, sie locker machen damit sie anlehnung sucht...dauert halt alles

Aber noch ne Frage: Wie ist das beim laufen lassen oder Longieren?
 
  • Traber.. Beitrag #13
Traber, die gelaufen sind, müssen erstmal locker gemacht werden. Sie sind gewohnt zwischen zwei Stangen (Gabel) gerade zu laufen und sich nach vorn gegen das Gebiss abzustützen (lang werden). Ihr Exterieur ist zuchttechnisch auch darauf ausgelegt.
Das Pferd muss erstmal in die Balance.
Ein Jungpferd anzureiten geht schneller und ist einfacher, da deine Stute nicht nur lerne, sondern auch verlernen muss.
Im Schritt würde ich das Pferd gar nicht in die Tiefe reiten wollen, nur Biegen was das Zeug hält und zwar den Hals. Damit löst sich bei entsprechend hoher Stellung auch die äußere Schulter. Allein durch Biegung soll der Hals fallengelassen werden. Vorne ziehen und hinten treiben bringt gar nichts, außer Armmuskeltraining für dich.
Im Trab erstmal weg von der Bande, die ist Tabu. Das Pferd darf sich nirgends anlehnen dürfen, das wird für das Pferd schon recht schwer sein - und dann: Biegen, Biegen, Biegen.
Die Biegung muss so störend für das Pferd sein, dass es auf deine treibenden Hilfen angewiesen ist. Wenn man an der richtigen Stelle treibt, touchiert man einen Muskel, der bei Kontraktion das Hinterbein nach vorn zieht (physiologische Anatomie).
Das Pferd erfährt daher vom Schenkel eine wirkliche Hilfe und kein geboxe und getrete bei Zug im Maul.
Das Pferd ist gewohnt auf Zügelzug gelenkt zu werden. Die Umstellung auf das Laufen am äußeren Zügel muss daher sanft erfolgen.
Den Galopp würde ich nicht weglassen, sondern auf dem Zirkel galoppieren. Das Pferd darf dabei ruhig rennen, das ist nicht schlimm. nach und nach sanft mit flexibel nachgibiger Hand den Hals nach innen stellen, das macht das Pferd ruhiger und bringt es davon ab, gegen den Zügel zu laufen. Wenn das Pferd die Biegung noch nicht halten kann, ist das erstmal nicht schlimm. wichtig ist erstmal dem Pferd die Freude am Galopp nicht zu nehmen und es nicht gleich in einen leider häufig gesehenen 4-Takt zu bringen, der dann nur schwer korrigiert werden kann.

Wichtig ist erstmal, dass bei dem Pferd der bei Trabern auf der Bahn chronisch verspannte Hals und die Schulter locker werden.
Insgesamt mit Lob nicht sparen! Das Pferd strengt sich an, jedes kleine Zugeständnis des Pferdes muss gelobt werden. Dem Pferd fällt die Umstellung schwer und Dehnungsschmerz ist auch Schmerz.

Da traber von der Bahn meist leider ein total totes Maul haben, sind dicke Gebisse meist nicht geeignet. Dünnere Westerngebisse z.B. mit flexibler Kupferrolle regen zum Spielen und kauen an, was das Pferd ja zuvor nie durfte. Z.B.
152-300x157.jpg


Einige Reiter kommen auch mit einem Ledergebiss oder gebisslos erstmal gut weiter (je nachdem wie brutal das Pferd gefahren wurde und in welchem Zustand Maul und Zunge sind). Das erfordert jedoch ein entsprechendes Pferd und Erfahrung.

Das Pferd sollte zudem viel longiert werden. Da Ausbinden erfahrungsgemäß bei Trabern schwierig ist (häufig Panik), ist hier die Doppellonge ideal. Der DL Arbeit sind keine Grenzen gesetzt, vom Longieren in allen möglichen Stellungen bis hin zum Stangentreten oder Springen.
Da man hierfür allerdings viel Erfahrung braucht, ist der Tipp für die Meisten nur bedingt umsetzbar.
Eine Alternative ist die sehr langsame Gewöhnung an einen Ausbinder (Dreiecks-/Wienerzügel). Anfangs bitte ein Gummitel benutzen und sehr vorsichtig vorgehen. Sobald das Pferd den Dreieckszügel nicht mehr ablehnt und angstfrei geht, kann man mit Körperband arbeiten. Das aktiviert die HH und lockert HH und Rücken.
 
  • Traber.. Beitrag #14
Hey:D
Ich habe diesen beitrag von mir ja vor einem halben jahr reingestellt.
Es hat sich bei mir viel verändert.
Wenn du im schritt anreitest lässt du erst die zügel lang und treibst. reite dabei immer mal durch die ganze bahn oder schlangenlinien. aber alles am langen zügel. reite sie wie eine anfägerin. nach 10 min. fängst du an am langen zügel zu traben.. ruhig das tempo wie sie möchte.irgendwann wird sie dann auch langsarmer. reite auch hierbei immer mal wieder am langen zügel bahnfiguren. nach insgesamt 15 minuten gehst du wieder in den schritt und fängst an sie an den zügel zu nehmen. bleibe auf dem zirkel um es besser hinzubekommen. nimm sie dann runde für runde strammer. damit sie aber nicht stehen bleibt treibe sie ordendlich an. mache immer in gleichmäßigen abständen ne halbe parade. und das so lange auf einer seite bis sie am zügel ist und dan die andere seite. mache zwischendurch auf dem zirkel ne kleine volte.

Viel glück
 
Thema:

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