Sicher kann man sich auf der CACIB in Erfurt auch mal gut mit Züchtern unterhalten. Allerdings haben die Aussteller auch zu tun und nehmen einem selbst die Entscheidung und die kritische Selbsteinschätzung, was man charakterlich will und womit man umgehen kann und will, nicht ab. Unterhaltungen sind dort immer toll - werde dort auch wieder einige Züchter aufsuchen - aber dazu sollte man gut vorbereitet sein: Welche Rasse wird wann in welchem Ring gerichtet? Und dann sollte man weder genau zu der Zeit noch danach noch zu kurz davor auftauchen. Denn dann wird der Hund vorbereitet und die anderen Rassemitglieder beurteilt.
Besonders wichtig finde ich die Auseinandersetzung mit den Trieben und Veranlagungen, die die Rassen mitbringen. Und zwar nicht nur mit den Vorteilen, sondern auch den Nachteilen, die jeder Trieb auch in sich birgt. Was kann und will man wirklich? Womit wird man glücklich.
Vielen erscheint Schutztrieb anfangs schön, weil sie sich dann auch im Dunkeln raus trauen. Wenn der Hund dann bei jedem Fremden kritisch guckt und man bei den ersten Begegnungen immer aufmerksam bleiben muss, wird es schnell anstrengend. (Appenzeller, Boxer)
Und auch Jagdtrieb ist nicht einfach abtrainierbar. Ein gemütlicher Waldspaziergang, der Hund läuft frei, man selbst quatscht mit Freunden oder spielt mit den Kindern oder macht schöne Fotos - das wird es meist nicht geben. Wenn überhaupt ableinbar, wird man Feld- und Waldspaziergänge nur noch mit vollster Konzentration auf den Hund durchführen können.
Die Züchter sind halt selbst auch meist in ihre Rassen verliebt - ist ja auch gut so. Nachteile der Rasse erfährt man entweder nur bei manchen (also mit vielen reden) oder aber nur, wenn man bereits ausreichend Vorwissen zur Rasse hat und gewisse Dinge seeeeeehr detailliert nachfragt. Sind jedenfalls meine Erfahrungen.