- Richtiges reagieren bei Wildtieren im Garten Beitrag #1
MidnightBlue
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Der eigene Garten, viele besitzen einen. Manchmal könnte man meinen, der Mensch beansprucht seinen Garten ganz für sich alleine. Er duldet weder wild gewachsenen Löwenzahn noch kleine Gänseblümchen. Er duldet weder Spinnen oder anderes Getier.
Am wenigsten sind es aber die Reptilien und Amphibien. Über sie wissen viele Menschen leider fast nichts. Sie werden oft als ekelig, glitschig, schleimig, gefährlich oder ähnliches bezeichnet. Wer jemals solch ein Tier in den Händen gehalten hat weiß, dass dies nicht zutreffend ist. Unsere einheimischen Amphibien und Reptilien sind nicht nur wunderschön, nein sie sind auch sehr streng geschützt. Es ist verboten sie zu fangen, zu quälen oder sie gar tut zu töten. Dazu gibt es einen Gesetzestext der leider viel zu wenigen bekannt ist:
§ 39 (BNatSchG), Allgemeiner Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen; Ermächtigung zum Erlass
von Rechtsverordnungen
(1) Es ist verboten,
1. wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu
töten,
2. wild lebende Pflanzen ohne vernünftigen Grund von ihrem Standort zu entnehmen oder zu nutzen oder ihre
Bestände niederzuschlagen oder auf sonstige Weise zu verwüsten,
3. Lebensstätten wild lebender Tiere und Pflanzen ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören.
Quelle: BNatSchG § 39 Abs. 1
Es ist nicht unser Garten in dem die Tiere leben, nein es ist ihr Lebensraum und wir haben das Glück, dass sie ihn mit uns teilen.
Wann lernen wir es endlich wieder zu schätzen, dass es etwas Schönes ist unser Leben mit anderen Lebewesen zu teilen? Wie sollen Kinder unsere Natur kennen lernen wenn sie den ganzen Tag nicht im freien, sondern Zuhause vor dem Bildschirm verbringen? Woher sollen sie wissen, dass unsere einheimischen Schlangen ungefährlich sind solange man sie nicht provoziert? Woher sollen sie wissen, dass Spinnen einen nützlichen Beitrag leisten? Woher, wenn sie es von ihren Eltern nicht übermittelt bekommen, bzw. diese selbst nicht mehr wissen, was der Unterschied zwischen einem Molch und einer Eidechse ist?
Dazu fällt mir eine sehr traurige Signatur ein. Leider weiß ich nicht mehr woher sie stammt:
"Oh schau mal, der Frosch hat ein Baby", sagte die Mutter dem Sohne, angesichts einer vor der Agakröte platzierten Futtermaus.
Es würde mich freuen wenn ich nicht die einzige bin, die der Meinung ist, dass sich die Einstellung vieler Menschen ändern muss. Wir haben hier so viele User, warum fangen wir nicht damit an? Ich weiß, dass viele von Euch einheimische Amphibien & Reptilien halten (NZ die gemeldet sind, keine Wildfänge!) oder sich sehr gut darüber auskennen. Meint ihr wir schaffen es kleine Steckbriefe von einheimischen Arten zu erstellen? Alles was man dazu benötigt sind kurze Angaben zur Art, wo sie aufzufinden sind, wie man beim Fund reagieren sollte und vielleicht ein Foto. Sollte das Foto nicht von Euch sein fragt bitte unbedingt beim Besitzer nach oder denkt an die Quellenangaben.
Ich werde immer wieder nachtragen welche Arten wir bereits zusammen getragen haben, damit es nicht zu unübersichtlich wird:
- Zauneidechse (Lacerta agilis L.)
- Ringelnatter (natrix natrix)
- Europäischer Laubfrosch (Hyla arborea)
- Blindschleiche (Anguis fragilis)
EDIT (automatische Beitragszusammenführung)
Deutscher Name: Zauneidechse
Wissenschaftliche Bezeichnung: Lacerta agilis L.
Aussehen: die Zauneidechse wird 20 bis 25 cm groß. Ihr eher gedrungener Körper weißt einen kürzeren Schwanz auf. Ihre Färbung ist sehr unterschiedlich. Die Oberseite ist meist bräunlich mit dunklen Rückenstreifen und hellen, dunkel gerandeten Flecken. Die Unterseite beim Männchen ist grünlich, beim Weibchen eher gelblich. Während der Paarungszeit färben sich die männlichen Tiere oft leuchtend grün.
Vorkommen: die Zauneidechse ist in fast in ganz Europa zu finden. Sie bevorzugt offenes, trockenes und sonniges Gelände
Verhalten: sehr scheu, extrem territorial, bei Gefahr werfen sie ihren Schwanz ab um Feinde von sich abzulenken.
Nahrung: Insekten, Wirbellose, Amphibien, kleinere Reptilien
Gefährlichkeit: nicht gefährlich
Schutzstatus: streng geschützt
Wer eine Zauneidechse bei sich im Garten findet der sollte sich an ihrem Anblick erfreuen. Diese flinken Gesellen sind sehr scheu und würden niemals einen Menschen angreifen. Keinesfalls sollte man versuchen ein gesundes Tier sie einzufangen. Sollte man ein verletztes Tier auffinden muss dieses unbedingt ärztlich versorgt werden. Ein aufpäppeln ohne medizinische Versorgung ist verboten!

Am wenigsten sind es aber die Reptilien und Amphibien. Über sie wissen viele Menschen leider fast nichts. Sie werden oft als ekelig, glitschig, schleimig, gefährlich oder ähnliches bezeichnet. Wer jemals solch ein Tier in den Händen gehalten hat weiß, dass dies nicht zutreffend ist. Unsere einheimischen Amphibien und Reptilien sind nicht nur wunderschön, nein sie sind auch sehr streng geschützt. Es ist verboten sie zu fangen, zu quälen oder sie gar tut zu töten. Dazu gibt es einen Gesetzestext der leider viel zu wenigen bekannt ist:
§ 39 (BNatSchG), Allgemeiner Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen; Ermächtigung zum Erlass
von Rechtsverordnungen
(1) Es ist verboten,
1. wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu
töten,
2. wild lebende Pflanzen ohne vernünftigen Grund von ihrem Standort zu entnehmen oder zu nutzen oder ihre
Bestände niederzuschlagen oder auf sonstige Weise zu verwüsten,
3. Lebensstätten wild lebender Tiere und Pflanzen ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören.
Quelle: BNatSchG § 39 Abs. 1
Es ist nicht unser Garten in dem die Tiere leben, nein es ist ihr Lebensraum und wir haben das Glück, dass sie ihn mit uns teilen.
Wann lernen wir es endlich wieder zu schätzen, dass es etwas Schönes ist unser Leben mit anderen Lebewesen zu teilen? Wie sollen Kinder unsere Natur kennen lernen wenn sie den ganzen Tag nicht im freien, sondern Zuhause vor dem Bildschirm verbringen? Woher sollen sie wissen, dass unsere einheimischen Schlangen ungefährlich sind solange man sie nicht provoziert? Woher sollen sie wissen, dass Spinnen einen nützlichen Beitrag leisten? Woher, wenn sie es von ihren Eltern nicht übermittelt bekommen, bzw. diese selbst nicht mehr wissen, was der Unterschied zwischen einem Molch und einer Eidechse ist?
Dazu fällt mir eine sehr traurige Signatur ein. Leider weiß ich nicht mehr woher sie stammt:
"Oh schau mal, der Frosch hat ein Baby", sagte die Mutter dem Sohne, angesichts einer vor der Agakröte platzierten Futtermaus.
Es würde mich freuen wenn ich nicht die einzige bin, die der Meinung ist, dass sich die Einstellung vieler Menschen ändern muss. Wir haben hier so viele User, warum fangen wir nicht damit an? Ich weiß, dass viele von Euch einheimische Amphibien & Reptilien halten (NZ die gemeldet sind, keine Wildfänge!) oder sich sehr gut darüber auskennen. Meint ihr wir schaffen es kleine Steckbriefe von einheimischen Arten zu erstellen? Alles was man dazu benötigt sind kurze Angaben zur Art, wo sie aufzufinden sind, wie man beim Fund reagieren sollte und vielleicht ein Foto. Sollte das Foto nicht von Euch sein fragt bitte unbedingt beim Besitzer nach oder denkt an die Quellenangaben.
Ich werde immer wieder nachtragen welche Arten wir bereits zusammen getragen haben, damit es nicht zu unübersichtlich wird:
- Zauneidechse (Lacerta agilis L.)
- Ringelnatter (natrix natrix)
- Europäischer Laubfrosch (Hyla arborea)
- Blindschleiche (Anguis fragilis)
EDIT (automatische Beitragszusammenführung)
Deutscher Name: Zauneidechse
Wissenschaftliche Bezeichnung: Lacerta agilis L.
Aussehen: die Zauneidechse wird 20 bis 25 cm groß. Ihr eher gedrungener Körper weißt einen kürzeren Schwanz auf. Ihre Färbung ist sehr unterschiedlich. Die Oberseite ist meist bräunlich mit dunklen Rückenstreifen und hellen, dunkel gerandeten Flecken. Die Unterseite beim Männchen ist grünlich, beim Weibchen eher gelblich. Während der Paarungszeit färben sich die männlichen Tiere oft leuchtend grün.
Vorkommen: die Zauneidechse ist in fast in ganz Europa zu finden. Sie bevorzugt offenes, trockenes und sonniges Gelände
Verhalten: sehr scheu, extrem territorial, bei Gefahr werfen sie ihren Schwanz ab um Feinde von sich abzulenken.
Nahrung: Insekten, Wirbellose, Amphibien, kleinere Reptilien
Gefährlichkeit: nicht gefährlich
Schutzstatus: streng geschützt
Wer eine Zauneidechse bei sich im Garten findet der sollte sich an ihrem Anblick erfreuen. Diese flinken Gesellen sind sehr scheu und würden niemals einen Menschen angreifen. Keinesfalls sollte man versuchen ein gesundes Tier sie einzufangen. Sollte man ein verletztes Tier auffinden muss dieses unbedingt ärztlich versorgt werden. Ein aufpäppeln ohne medizinische Versorgung ist verboten!


