Nachwuchs nur Stress?

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  • Nachwuchs nur Stress? Beitrag #1
Die Ente :)

Die Ente :)

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Hallöchen, liebe Foris!

Ich weis, dass dieses Forum sich gegen die Vermehrung von Tieren ausgesprochen hat.
Das Argument, dass es bereits genügend Tiere in Tierheimen gibt leuchtet mir vollkommen ein und hat auch meine 200% Unterstützung. Diese Tatsache unterschreibe ich auf jeden Fall, deshalb werde ich mir in Zukunft auch nur Tiere aus dem Tierschutz nehmen, da kann der Züchter so seriös wie möglich sein. Ist eben meine Meinung

Nun habe ich aber sehr oft von einigen Usern hier gelesen, dass für die Tiere eine Trächtigkeit + die Aufzucht der Jungen nur der pure Stress ist.
Dieses Argument leuchtet mir nicht ganz ein.
Ich erkläre euch auch, warum:

Der Gedanke schwirrt mir besonders stark im Kopf herum, seit ich bei meinem Praktikum in einer TA-Praxis eine frischgebackene Katzenmama bestaunen durfte. Es war eine reinrassige Russisch Blau.
Sie hat sich so rührend um ihre 4 Babies gekümmert, dass ich echt fast dahingeschmolzen bin... Hat sich lautstark beschwert, als ihr die kleinen kurz zum Wiegen genommen wurden, hat sich auf den Rücken gedreht, damit die kleinen besser an die Zitzen kommen und hat nach den Babies mit ihren Pfoten gegriffen, wenn sie zu weit weg von ihrem Bauch waren um sie wieder zu sich zu ziehen.

Man hat sehr stark gemerkt, dass diese Katze "Muttergefühle" hatte, die ich persönlich als ein wunderbares Gefühl empfinde. Da sich viele Tiere sehr fürsorglich um ihre Kinder kümmern, denke ich eben, dass die Tiermütter auch ein schönes Gefühl empfinden.
Man kann sagen, dass es nur vom Instinkt kommt, aber das tut es bei uns auch Oo
Der Instinkt ist eben da, würde es kein befriedigendes Gefühl für das Lebewesen sein, so würde es dies nicht tun und demnach kein besonders kuscheliges Nest bauen und den Nachwuchs abstoßen, was mal davon ausgenommen auch wenige machen.

Dass bei der Zeugung nicht unbedingt an den Nachwuchs gedacht wird, werden mir sicher auch einige menschlichen Wesen hier bestätigen:silence:
Und dass Mutter und Kind bei der Geburt sterben können, war bei uns Menschen vor einigen Jahren noch ein sehr präsentes Thema, heute aber dank der guten medizinischen Fortschritte nicht mehr so oft vorkommt.
Und trotzdem lieben die Mütter ihre Kinder und empfinden glück dabei, weshalb viele dann dieses Risiko noch mal eingehen würden. Auch wenn Kinder auch immer Stress bedeuten

Warum sollte es bei Tieren anders sein?
Wie ist denn eure Meinung dazu?
Oder könnt ihr mir erklären, warum ihr glaubt, dass die Tiere nur Stress dabei empfinden?

Sorry für diesen Roman, aber ich musste mir das einfach mal von der Seele schreiben und hoffe auch, dass meine Gedanken verständlich genug erklärt sind;) Falls hier schon einmal sowas diskutiert wurde, tut es mir leid, habe nichts dergleichen gefunden. Möchte auch nicht züchten, sondern einfach mal diese Gedanken loswerden.

LG
 
  • Nachwuchs nur Stress? Beitrag #2
Hallo,

Ich denke es geht darum das jede Aufzucht in einem gewissen Grad stressig ist für die Mütter. Streß kann ja schließlich nicht nur negativ sein, es gibt ja auch positiven Streß.
Ich denke es ist nicht nur Streß, sonst wäre es nicht sinnig sich überhaupt fortzupflanzen...es wäre eine viel zu große Belastung..und damit kontraproduktiv..

Was ich vorraussetze ist das genügend Abstand zwischen den Geburten besteht und nicht am laufenden Band geworfen wird...
Sieht man ganz gut am Beispiel Hund: Normal wird eine Hündin zweimal im jahr läufig..würde sie bei jeder Läufigkeit gedeckt werden, wäre das in meinen Augen zuviel...ursprüngliche Hunde wie der Basenji werden dagegen nur einmal in Jahr läufig...daran sieht man das die Natur sehr wohl darauf achtet, dass es möglichst wenig Streß ist.

Wobei ich auch denke, dass wir das ganze doch menschlicher sehen als es ist...

LG
 
  • Nachwuchs nur Stress? Beitrag #3
Definitiv trifft das "menschlicher sehen" zu - meine Mami mag mich auch jetzt, mit 36, noch ;) Eine Katzenmama hätte ihre Welpen nach ein paar Wochen in die weite Welt geschickt und würde sie nicht wiedererkennen, wenn sie ihr zufällig wieder über den Weg laufen.

Davon ab ist der Paarungsakt grad bei Katzen sehr schmerzhaft, der Penis des Katers hat ja Widerhaken, die erst den Eisprung auslösen. Allein das ist also für Katzen kein Spaß, sondern reiner Instinkt, der dazu eben noch mit Schmerzen verbunden ist.
 
  • Nachwuchs nur Stress? Beitrag #4
Ich denke mal die zwei Gründe hängen ineinander. Wenn es eh schon so viele Tiere im Tierheim gibt muss man nicht noch welche dazusetzen und eben dem Tier AUCH den Stress ersparen. Ich denke mal wenn hier jemand eine vom Aussterben bedrohte Tierart hätte und bei einem Zuchtprogramm mitwirken würde, würde auch keiner sagen "Nein machs nicht, das ist für das Tier viel zu stressig".
 
  • Nachwuchs nur Stress? Beitrag #5
Klar, würden wir jedes mal schwanger werden, wenn wir "läufig" werden, währe das auch sicher kritisch....
In manchen Zoohandlungen werden die Tiere ja richtig als Gebährmaschinen missbraucht...

Dass die meisten Tiere ihre Jungen nicht mehr weidererkennen, daran habe ich bis jetzt nicht gedacht, das stimmt, dass ist bei uns Menschen anders, man merkt aber zb auch bei der Pubertät eine Abkapselung von den Eltern

Meint ihr, ich sehe das "zu menschlich"?:silence:
Immerhin ist der Instinkt doch da und ich glaube, dass viele Tiere solche Gefühle wie Geborgenheit bekommen und geben verspüren müssen. Wenigstens bis die Babies ausgewachsen sind...
 
  • Nachwuchs nur Stress? Beitrag #6
Klar, würden wir jedes mal schwanger werden, wenn wir "läufig" werden, währe das auch sicher kritisch....
In manchen Zoohandlungen werden die Tiere ja richtig als Gebährmaschinen missbraucht...

Dass die meisten Tiere ihre Jungen nicht mehr weidererkennen, daran habe ich bis jetzt nicht gedacht, das stimmt, dass ist bei uns Menschen anders, man merkt aber zb auch bei der Pubertät eine Abkapselung von den Eltern

Meint ihr, ich sehe das "zu menschlich"?:silence:
Immerhin ist der Instinkt doch da und ich glaube, dass viele Tiere solche Gefühle wie Geborgenheit bekommen und geben verspüren müssen. Wenigstens bis die Babies ausgewachsen sind...

Wirklich schwierig, denn warum gibt es bei einigen Tieren den Drang ihre Jungen aufzufressen? Nur weil sie evt. nicht lebensfähig sind? Wenn sie Geborgenheit und so spüren sprciht das irgendwie dagegen...:eusa_think:

Wirklich nicht ganz so einfach...denn andererseits trauern zb. Elefanten oder Schwertwale um ihre Jungen und das sehr lange..

LG
 
  • Nachwuchs nur Stress? Beitrag #7
Wirklich schwierig, denn warum gibt es bei einigen Tieren den Drang ihre Jungen aufzufressen? Nur weil sie evt. nicht lebensfähig sind? Wenn sie Geborgenheit und so spüren sprciht das irgendwie dagegen...:eusa_think:

Naja doch auch das kann man als "geborgenheit" wovon ihr sprecht reden , das Tier frisst nur in ausnahmezustände ihre Kinder auf , z.b. bei nicht überlebensfähigen , bei großer Gefahr oder Stress oder schlicht einfach überforderung.
Das macht das Tier nicht aus böswilligkeit , sondern sich und die Kinder zu schützen , eine Art "erlösung" .
Wenn wir das schon alles recht vermenschlichen , sollt man das auch so sehen ;)
 
  • Nachwuchs nur Stress? Beitrag #8
Ich finde, dass das echt ein schwieriges Thema ist...:eusa_think:

Schön, dass ihr da auch eure Meinung zu äußert und dass ich noch andere Meinungen höre:D
 
  • Nachwuchs nur Stress? Beitrag #9
Hallo,

also wenn ich schreibe, dass es Stress für das Tier ist, dann verstehe ich darunter eine Vielzahl von Faktoren, die zusammen kommen und die je nach Tierart und Individuum natürlich unterschiedlich ins Gewicht fallen können. Durch meine Arbeit im TH, sowie meine Arbeit beim TA durfte (oder musste...:roll:) ich schon viele tragende Hunde, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen, Mäuse, Hamster und Konsorten kennenlernen. Auch Pferde mit ihren Fohlen konnte ich in live und in verschiedenen Phasen erleben.

Paarung und Trächtigkeit sind in erster Linie mal natürliche Dinge. Sie dienen dem Arterhalt und sind verbunden mit einer Vielzahl instinktgesteuerter Verhaltensweisen um das Überleben der Jungtiere auch bei unerfahrenen Müttern oder ähnlichem zu gewährleisten. Viele Verhaltensweisen, die wir Menschen gerne als "liebevoll", "rührend" und "mütterlich" interpretieren sind schlichtweg von Hormonen und anderen Mechanismen gesteuerte Verhaltensschemen. Übrigens bei uns Menschen ebenso wie bei vielen Tieren. ;)

Als primitives Beispiel mag das Kindchenschema dienen. Ein Baby liegt irgendwo herum. Alleine. Ohne Mutter. Gerade bei höheren Säugetieren (Primaten, also auch Menschen, Elefanten etc.) löst das artspezifische Kindchenschema wie ein Schlüsselreiz quasi einen gewissen Pflegetrieb aus. Bei uns Menschen stets auch mit Gefühlen verbunden wie "Oh das arme Ding, wo mag die Mutter nur sein?", bei Tieren sicher nicht so emotionsbeladen.

Sämtliche Bewegungsmuster, wie Eier wieder ins Nest rollen, Babys zurück uns Warme tragen, Bäuche nach dem Säugen abschlecken, unruhige Jungtiere beruhigen, mit den Kleinen spielen, die Kleinen beschützen etc. pp - all das dient in erster Linie der erfolgreichen Aufzucht. Dient dem Training der Kleinen. Dem Schutz der Kleinen. Und sicher nicht der Befriedigung irgendwelcher Muttergefühle, verbunden mit "Gedanken" wie "meine Kleinen sind die Besten" oder "was habe ich nicht für kleine Prachtkerle". Es ist von der Natur vorgegebenes Verhalten.

Auch die Ausprägung der Mutter-Kind-Bindung sagt vieles aus. Je schneller die Kleinen selbstständig umso geringer die Bindung. Wir Menschen sind da ein absoulter Ausreißer nach oben. Kein Wunder also, weshalb Mutter Natur bei uns auch noch ganz viel Emotion und Gefühl zu den Instinkten geschmissen hat. Denn nur aus reinem Pflegetrieb würde keine Menschenmutter 18-20 Jahre durchhalten...;) Elefanten haben ja auch eine recht lange Entwicklungszeit, ebenso Wale - also ist die Bindung auch stärker, vielleicht auch mit "nicht-instinkt" gelenkten Faktoren verbunden, aber Basis ist und bleibt der Arterhalt. Ohne viel Romantik und Gefühl.

So und jetzt zum Thema Stress. Schwangerschaft, auch schon Paarung, Geburt und Aufzucht. Das ist eine Hormonexplosion pur im Körper. Menschenmütter können darüber sprechen. Können sagen, dass sie schlechte Laune haben, dass ihnen übel ist, dass sie ihre Ruhe wollen etc. pp Tiermütter können das nicht. Sind darauf angewiesen, dass der Mensch kapiert, was los ist, bzw. sind in der Natur einfach auf sich gestellt damit. Sicher wird kein Tier sagen "was ein Stress, das will ich nicht nochmal" oder so, denn wie oben ausführlich erklärt, hat sich Mutter Natur ja schon was bei der ganzen Sache gedacht. Aber sicher ist auch, dass kein Tier wirklich böse, unglücklich oder was auch immer wird, wenn es nicht trächtig werden "muss".

Meine Hündin z.B. findet kleine Babyhunde zum Davonlaufen. Sie sieht einen Welpen und sucht das Weite. Kleine tapsige Dinger sind ihr ein Graus. Sicher würde sie sich um einen eigenen Wurf kümmern. Ihr Körper gibt es ihr ja vor, dass es so sein muss. Aber wirklich "glücklich" wäre sie damit sicher nicht...und ganz ehrlich? Warum flüchten soviele Hundemütter spätestens nach 1 Woche aus der Wurfbox? Warum muss man viele Hündinnen zum Säugen zwingen? Warum legen Katzenmütter ihre Babys iwo ab und gehen dann eigene Wege ohne sich um deren Geschrei und Gezeter zu kümmern? Warum ist eine Stute regelrecht froh, wenn man sich mit ihrem Fohlen beschäftigt und es sie mal einfach in Ruhe lässt?

Sicher gibt es immer wieder Tiermütter, die echte "Supermamis" sind. Die sich immer kümmern. Sich gut kümmern. Mit Hingabe - um dann doch mal eine menschliche Interpretation einzubringen. Aber können wir wissen, ob die geplante Mutter eine solche Mutter ist? Nein. Wir können sie nicht fragen. Tiere können sich nicht bewusst für oder gegen Nachwuchs entscheiden - wie z.B. wir Menschen es können. Wenn sie gedeckt werden MÜSSEN sie da durch, ob sie wollen oder nicht.

Ich spreche mich nicht gegen Zucht aus. ABER man sollte Maßhalten. Verantwortung zeigen. Und IMMER im Sinne der betroffenen Tiere handeln, NIE zu Gunsten irgendwelcher Erbfaktoren, Vorgaben oder Ähnlichem. Eine Tiermutter, die bei einem unerfahreren Halter Babys bekommen muss, hat Stress. Ja. Und jetzt sind wir an dem Punkt, an den ich wollte. ;) Zucht ist das Eine (auch wenn es hier viel gibt, was ich persönlich nicht gut finde, aber das ist ein anderes Thema...:eusa_shhh:), Vermehrung ist das Andere. Vermehrung heißt willkürliche Produktion von Jungtieren. Meist ohne Sinn und Verstand. Meist nur um den menschlichen Egoismus zu befriedigen, wiel Babys ja so süß sind. Die Leidtragenden sind die Tiere. Sie können sich ja nicht wehren. Und ich verstehe nicht, warum man das dem Tier antut, wenn es doch genügend Alternativen gibt. Man MUSS keine Kaninchen vermehren, man MUSS keine Katzen vermehren, man MUSS gar kein Tier vermehren - wenn geschieht es aus Liebhaberei (also menschengemacht) oder aus Egoismus (ebenso menschengemacht) - Tiere sind nie Teil solcher Entscheidungen...
 
  • Nachwuchs nur Stress? Beitrag #10
Tompina hat es eigentlich schon gut auf den Punkt gebracht.

Was mir noch einfallen würde ist die körperliche Belastung.
Gerde, wenn das Muttertier sehr schnell wieder schwanger werden kann oder sogar wird.

Ich hab das bei Notratten oft mitbekommen, dass Rattenmütter + Wurf übernommen wurden, und die Mutter gleich nach der geburt wieder schwanger geworden ist. Dann so kurz nacheinander Zwei Würfe zu haben (Ratten kommen ja auch auf ordentliche Wurfgrößen) war für diese Tiere unheimlich anstrengend.

Aber auch unter "normalen" umständen ist es bestimmt alles anderen als einfach so einen Wurf Jungtiere zu hüten.
Man muss säugen, ihnen arttypisches Verhalten beibringen, sie beschützen, später dann für sie Jagen/ futter beschaffen etc.

Würde ich mir jetzt mit einem Menschenkind schon sehr stressig vorstellen,
als Rattenmami mit 15 Welpen oder als Hundemami mit 5 Welpen auch dann erst recht... :?
 
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