Hund am 17. Juni eingeschläfert, ich komme mit dem Einschläfern nicht zurecht und weine jeden Tag.

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Livia

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Hallo,

ich musste meinen Liebling am Sonntag den 17. Juni einschläfern lassen und komme nicht darüber weg!
Hugo ist friedlich eingeschlafen und schaute mir ihn die Augen, bis er in die Narkose fiel. Aber ich bereue es so sehr, denn es war spontan aus dem Notfall heraus. Ich denke mir jeden Tag, ich hätte ihn nochmal den Abend mit nach Hause nehmen sollen :( Ich weine jeden Tag. Eigentlich wollte ich ja nur abends in die Klinik, weil er so apathisch wurde und ich dachte, er braucht ein Medikament....Dass er jetzt so nah am Tod ist, hatte ich den Tag und auch die Tage zuvor einfach nicht erkannt :-( Vielleicht nicht wahrhaben wollen, ich weiß es nicht.


Laut Impfpass war Hugo 9 Jahre alt. Ich hatte ihn vor vier Jahren aus Spanien geholt. Er saß vier Jahre im Tierheim in Tarragona und ich wollte ihn eifach glücklich machen. Er kam schon mit einem großen Tumor am Hals aus dem Heim, den ließ ich sogleich entfernen. Es folgten zwei AUgenlidtumore und im letzten Jahr noch ein Tumor au Gesäß (alle waren gutartig).

Krankheiten----> dekompensierte Endokardiose, mit Aszites zudem war seine Dackellähme (seit Dezember plus epileptische Anfälle seit Dezember) wieder schlimm geworden (Hugo war eine spanische Jagdhundmischung, Basset-Drahthhaar, sehr lang im Rücken und nur 35 cm hoch).

Sein Herz war schon lange schlecht (die Endokardiose und Herzvergrößerung wurde bei einer Routineuntersuchung festgestellt), aber er bekam seit Dezember auch noch epileptische Anfälle und jeder Anfall hat sein Herz noch weiter geschädigt. Nach dem zweiten Anfall wurde auch noch eine Dackellähme diagnostiziert ...Trotz allem war er lebensfroh und wollte viel Spazieren.

Seit Wochen wurden die Spaziergänge stets ein bisschen kürzer, weil seine Leistung abnahm. In der Woche seines Todes bekam er auch noch starken Durchfall und sollte bis Sonntag wenig fressen. Auch das noch! :-(
Bei Hugo ging es die letzten beiden Tage so schnell bergab :-( am Freitag haben wir noch Spaziergänge geschafft und Samstagmorgen den letzten, wenngleich nur 400m und zum Schluss sehr langsam. Samstag war ich wieder in der Klinik: "Herz ist sehr schlecht". Sonntagmorgen schafften wir eigentlich nur 100m (Hugo wollte nicht mehr und ich dachte es wäre gesund noch ein bisschen zu gehen, wir schafften nur noch gerade so weitere 100m zurück zum Haus). Danach nur noch ein paar Schritte im Garten. Samstag und Sonntag musste ich ihn beim Laufen mit einem breiten Gurt unterstützen. Die Hinterläufe knickten ohne meine Unterstützung nach links oder rechts weg. Wir wussten nicht mehr genau, ob es nun an der Dackellähme oder an der Herzinsuffizienz oder an Beiden lag. Sonntagmittag wieder Klinik (Rückenspritzen, die hätte ich ihm doch noch ersparen können) "Herz ist sehr schlecht, aber kräftig). Dann im Laufe des Tages starken Durst und Apathie bis zum Abend. Kardialer Schock (durch Futter kam er erst wieder zu sich, Hugo liebte Fressen). Wieder abends in die Klinik: "Ja, Frau ***, es kann sein, dass der Hugo jetzt einfach stirbt. Und das kann friedlich sein oder im Kampf. Er ist austherapiert und es gibt nichts mehr, was wir ihm noch geben könnten. Wir können ihn die Nacht am Tropf lassen oder ich kann höchstens Kortison spritzen, dann hat er wenigstens keine Schmerzen und sie nehmen ihn nochmal mit. Es kann aber sein, dass er schon diese Nacht stirbt."

Ich hatte Hoffnung bis zu diesen Sätzen und war schockiert und am Boden zerstört. Hugo wurde dort schon wieder so müde und legte seinen Kopf einfach auf den Behandlungstisch zwischen seinen Pfoten (so ist er dann auch eingeschlafen, ohne nochmal seinen Kopf zu heben). DAS Ablegen des Kopfes hatte er noch niemals zuvor beim Tierarzt gemacht.
Sehr schlecht laufen konnte er seit über einer Woche und kippte mit den Hinterläufen wieder vermehrt weg. Ich entschied mich, ihn nicht leiden zu lassen----> Aber das Einschläfern kam so spontan, ja völlig unverbereitet! Darüber komme ich nun nicht weg. Vielleicht hätte ich ihn doch nochmal mitnehmen sollen, zum Verabschieden, vielleicht wäre er lieber zu Hause auf seiner Decke gestorben. Aber quälen sollte er sich auch nicht und niemand konnte mir sagen, ob es friedlich wird oder ob er noch länger dahinvegetieren muss, ohne aufstehen zu können.
ABER Hugo hatte noch großen Appetit! Leider sollte er wenig fressen, wegen des Durchfalls. Wenn ich gewusst hätte, dass er eingeschläfert wird, dann hätte ich ihm doch noch mehr gegeben. Das belastet mich jetzt sehr...

Heute ist er vier Monate tot und ich weine noch immer täglich....Das Herz hat ja quasi über Nacht seine Leistung fast eingestellt. Hugo konnte sich nur noch schleppen, er hatte keine Kraft mehr. Ich hörte noch vor dem Einschläfern lange seine Herz mit dem Stethoskop, es war nur noch ein Herzton da und statt einem zweiten Ton ein leises Zischgeräusch. Das war das Blut, was durch die Klappe floss, weil sie nicht mehr schließen konnte.

Seine Herzgeräusche wurden vom Tierarzt vor drei Jahren festgestellt.
Hugo's Herzmedikamente waren seit Jahren: Prilactone, Vetmedin, ACE- Hemmer und seit Januar noch Karsivan, 12 Tage vor seinem Tod hatten wir mit Diuretika angefangen. Er bekam zwei Mittel für die Epilepsie.

Leider haben wir das Bauchwasser sehr spät entdeckt. Ich sah den Bauch seit April allmählich dicker werden, dachte aber es läge an der Futterumstellung :-( Dann ab ende Mai wurde der Bauch schneller dicker. Am 5. Juni bekam er Diuretika verordnet. Beim Tierarzt stellten wir trotz der Diuretika eine Zunahme des Bauchwassers um 200ml in fünf Tagen fest :-( Er hatte beim Entdecken des Bauchwassers ein Gewicht von 16,4 (normal war 14,8 - 15 kg), letzte Messung fünf Tage vor seinem Tod war 16,7 kg.

Ich denke mir jeden Tag, vielleicht hätte ich noch wenigstens die Nacht abwarten sollen und mein Nachtlager neben ihm aufschlagen solllen....einfach nochmal abwarten. Es war mein erster Hund und ich wollte für ihn alles so schön und perfekt wie möglich machen und er sollte glücklich sein.

Wie kommt man mit diesem Verlust nur zurecht?
Wie verarbeitet man das Einschläfern? Ich bin noch immer traumatisiert und denke ihn getötet zu haben...
Was wollte mein Hund mir sagen, als er mir so lange in die Augen schaute? Ich denke er wollte nach Hause...

Hugo war immer so glücklich bei und mit mir. Noch am Samstag wedelte er mit der Rute (das letzte Mal) wenngleich er mit den Hinterläufen dabei immer wieder wegknickte. Es hat mein Herz zerbrochen...
Richtig schlecht ging es ihm erst am Sonntag, gleich nachdem er wach wurde. Er brach vor seinem Trinknapf zusammen und kam mit der Zunge nicht mehr an das Wasser. Ich habe es ihm schnell reichen müssen. Seitdem konnte er sich nur noch schleppen, hatte starken Durst und war so schwach, das er zum trinken den Kopf auf dem Napf ablegte. Nur, wenn etwas zu fressen kam, hob er den Kopf länger alleine hoch. Ansonsten: Meist Apathie.

Doch vielleicht wäre es durch das Cortison nochmal etwas besser geworden am nächsten Tag?
Meine beiden behandelnden Tierärzte (sie hatten kein Notdienst in unserer Klinik) sagten mir am nächsten Tag am Telefon, dass er vielleicht noch drei Tage gelebt hätte, aber es wäre nur noch Quälerei gewesen.

Ich kann immer noch nicht begreifen, dass es letztenendes so sehr schnell endete. Und so schnell alles vorbei war.

:089:
Liebe Grüße
 
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  • Hund am 17. Juni eingeschläfert, ich komme mit dem Einschläfern nicht zurecht und weine jeden Tag. Beitrag #2
Liebe Livia,

es tut mir sehr leid für Dich dass Du Deinen Hugo gehen lassen mußtest. Ich kann Dich total gut verstehen, denn ich habe auch schon einige geliebte Tiere aus meinem Leben gehen lassen müssen.

Als letztes meinen geliebten Kater, den ich fast 20 Jahre lang um mich hatte. Mir kommen auch noch immer die Tränen, wenn ich an seine letzten Stunden denke. Obwohl das schon im Januar war. Ich habe auch oft Deine Gedanken, ob es wohl vermeidbar gewesen wäre, ob man noch hätte abwarten können, etc.

Aber ich glaube, wir müssen einfach begreifen, dass unsere Tiere es auch nicht gewollt hätten, dass sie so, wie sie am Schluss waren, das Leben weiter hinaus ziehen. Denk dran, wie fröhlich er war, als die Zeiten noch gut waren. Denkst Du, er hätte es gewollt, dass Du ihn weiter so leiden siehst?

Wie viele alte Menschen, wenn sie leiden, wären froh, wenn sie Erlösung bekommen könnten. Ist es nicht irgendwie auch tröstlich, dass wir den Tieren das geben dürfen?
Ich weiß, das sind alles nur Worte und sie helfen einem nicht wirklich weiter in der Trauer. Aber Trauer ist auch wichtig, denn es ist etwas wertvolles verloren gegangen.
Und Hugo lebt in Deiner Erinnerung weiter und das kann Dir nie genommen werden.

Herzliche Grüße von mir und meinen Viecherln
 
  • Hund am 17. Juni eingeschläfert, ich komme mit dem Einschläfern nicht zurecht und weine jeden Tag. Beitrag #3
Hey, Kopf hoch!
Du kannst da nichts für und es war sicher das beste so.
Hugo war doch ein toller Hund, hättest du ihm den das Rumquälen gewünscht?
Er wäre bestimmt nicht froh damit das du so traurig bist.:|
Und für mich hört sich das, bis auf die letzten Wochen und die Krankheiten, noch einem richtig tollen Hundeleben an!
Ausserdem bleibt er doch für immer in deinem Herzen und lebt dort weiter.
Ich kann dir nur raten, dass du aufhörst dir die Schuld zugeben, das macht es nur noch schlimmer!:018:

LG und viel Erfolg Hanna
 
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