Pferd "lädt" sich selber auf. Was tun?

Diskutiere Pferd "lädt" sich selber auf. Was tun? im Pferde Ausbildung und Reiten Forum im Bereich Pferde Forum; Huhu meine Lieben! :D Ich benötige mal wieder eure Hilfe! Und zwar geht es um meine RB. (Wallach, Vollblutaraber, 15 Jahre, sehr ruhig für die...
  • Pferd "lädt" sich selber auf. Was tun? Beitrag #1
Zworgli

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Huhu meine Lieben! :D

Ich benötige mal wieder eure Hilfe! Und zwar geht es um meine RB. (Wallach, Vollblutaraber, 15 Jahre, sehr ruhig für die Rasse). Ich reite den Kleinen nun seit ca. 1,5 Jahren und bin superzufrieden. Allerdings ist mir in letzter Zeit aufgefallen, wie sehr er sich "aufladen" kann. Also, wir galoppieren, was ihm super Spass macht, und gegen Ende der Strecke will ich ihn durchparieren. Da liegt unser Problemchen.. ich brauche immer so 200-300m bis er wieder einigermassen normal geht. Da er sehr sensibel ist, versuche ich ihn mit kurzen Impulsen zu verlangsamen, auch mit der Stimme. Normalerweise kann man vom Schritt nur mit den Gewichtshilfen und einem kurzen "Hooo" anhalten. Ohne Probleme! Aber nach dem Galoppieren ist dies unmöglich. Vom Galopp in den Trab bekomm ich ihn noch gut, aber vom Trab in den Schritt ist ein Ding der Unmöglichkeit. Ich gebe ihm immer ein bisschen Zeit, also keine Vollbremse! Allerdings wenn ich zu wenig mache, trabt er munter weiter, mache ich zu viel, beginnt er Schaukelpferd zu spielen. Meistens lasse ich ihn also ein bisschen auslaufen, oder wenn ein weg da ist, reiten wir bergauf, damit er sich beruhigt und ein bisschen gefordert ist. Wie kann ich ihn sonst beruhigen? Wenn nämlich Spaziergänger etc. da sind, ist das für die nicht so lustig..:eusa_think: Während dieser "Spinnphase" zuckt er auch vor allem und jedem zurück..
Dazu muss man vielleicht noch sagen, dass auf ihm nur leichtgetrabt wird (Rückenprobleme) und dass ich ihn ohne Gerte und Gebisslos reite(mit Gebiss ist er schlecht gelaunt, das nützt also nichts, und ich finde auch dass dies keine Lösung ist). ;)

Ich hoffe ihr könnt mir helfen!

Lg Zworgli mit Nef
 
  • Pferd "lädt" sich selber auf. Was tun? Beitrag #2
Meine Freundin hat auch einen Araber und hatte genau das selbe Problem. Wir haben da so einiges versucht. Aber so richtig geholfen hat nix. Bis wir darauf gekommen sind das er vielleicht nicht richtig ausgelastet ist. Ich meine es handelt sich immerhin um einen Araber und die laufen nunmal gerne und sind auch sonst gut auf Zack (auch im Alter). Im Endeffekt wurde er erstmal vor dem Reiten longiert (auch vorm Ausritt). Das half erstmal eine Weile. Aber so richtig glücklich war er immernoch nicht.

Heute macht sie mit ihm Distanzritte und ich habe ihn noch nie so ruhig und gelassen wie jetzt erlebt. Okay ich gebe zu das kann nicht jeder mit seinem Pferd machen, vorallem wenn es schon 15 ist wie deiner. Aber du kannst ja mal darüber nachdenken ob du ihn noch besser auslasten kannst. Vielleicht auch mit Kopfarbeit und Scheutraining. ;)

Oder hängt es mit seinen Rückenproblemem zusammen? Vielleicht hat er ja Schmerzen nach dem du galoppiert bist und macht deshalb solche Zicken. :eusa_think:

Aber auf die erste Variante würde ich eher tippen.
 
  • Pferd "lädt" sich selber auf. Was tun? Beitrag #3
Hmm vielleicht immermal Volten reiten wenn er nicht langsamer wird? :/ das mach ich immer wenn ich auf so einer Rakete sitze :D und wenn ihr mehrere seit gibt es noch die Möglichkeit ihn bei einem ruhigen Pferd hinten "drauflaufen" zu lassen, also auf das andere Pferd lanken, damit er sich dem Tempo von dem anpassen muss
 
  • Pferd "lädt" sich selber auf. Was tun? Beitrag #4
danke ihr zwei!

also Distanzritt liebt er! :mrgreen: allerdings war es dieses jahr zeitlich einfach nicht drinn... (also von der besi und von mir) aber nächstes jahr wollen wir wieder starten... aber auch die sind ja nur so einmal im monat..(bei uns zumindest) ich denke das muss noch ne andere lösung geben... aber das kann gut sein mit seiner auslastung. normalerweise reiten wir mit einem 25-jährigen haflinger aus, der es gerne gemütlicher nimmt. (normalerweise kein problem, mein kleiner passt sich gut an). das komische ist nur, dass es letztes mal besonders schlimm war, und da waren wir alleine in unserem tempo unterwegs.. :eusa_think:

volten: ich sollte mit ihm keine zu engen wendungen reiten (besi, da er mal probleme mit den gelenken, glaube ich, hatte). das problem ist auch, im wald ist der weg nicht genug breit um einfach so schnell eine volte im trab zu reiten.. allderdings glaube ich nicht dass das bei ihm helfen würde, er würde wohl er über seine eigenen beine stolpern, aber danke! ;)
 
  • Pferd "lädt" sich selber auf. Was tun? Beitrag #5
Wie gesagt, nur mit Ausriten ist es meistens nicht getan. Deine kleine Rakete braucht mehr fürn Kopf und vielleicht ein wenig Scheutraining. Sowas lastet die Pferde unheimlich aus (vorallem die Kopfarbeit). Hätte ich am Anfang auch nicht gedacht, aber allein das man sich viel mit ihm beschäftigt und er mehr vertrauen durch das Scheutraining zu euch aufbaut würde denke ich helfen. ;)

Direkte Hilfe für die Situation kann ich dir nicht geben (das du ihn beruhigen kannst und er in dem Moment nicht mehr "rumspackt"), weil es denke ich nicht an der Situation an sich liegt, sondern daran das ihn halt ganz einfach ich nenn es mal "der Hafer sticht" und er unterfordert ist. :mrgreen:
 
  • Pferd "lädt" sich selber auf. Was tun? Beitrag #6
danke! ja, das hab ich mir auch schon gedacht... wir gucken uns während den ausritten oft "bööööse" dinge an, aber dann werde ich wohl ein paar spielchen ausdenken....
meinst du sowas wäre okay? hab das mit dem apfel im eimer etc. auch schon ausprobiert... (ich hoffe ich darf den link hier reinstellen...)

hat jemand noch weitere ideen wie ich meine RB im kopf beschäftigen kann? besonders für im gelände? ;)
 
  • Pferd "lädt" sich selber auf. Was tun? Beitrag #7
Hi,

Wichtig wäre zu wissen, wie denn im allgemeinen das Thema Durchlässigkeit bei Euch aussieht?

Im Grunde liegt so eine Reaktion in den meisten Fällen an der fehlenden Durchlässigkeit und daraus resultiert, dass das Pferd sich ( grade im Galopp auf freier Fläche) den Hilfen entzieht.

Grundsätzlich für die Arbeit Zuhause: Viele Übergänge.
Schritt-Trab-Schritt, Galopp-Trab-Galopp, Tempounterschiede ( Tritte/ Galoppsprünge verlängern und wieder aufnehmen)
Wenn das sitzt, kannst Du nach den "Arbeitseinheiten" noch mal ins Gelände und dort ebenso reiten wie auf dem Platz. Ziel des ganzen ist, dass dein Pferd auch in einer für ihn aufregenden Situation weiterhin auf Dich reagiert und dieser Automatismus im Galopp Gas zu geben abgestellt wird.

Was für ein Gebiss hatte das Pferd denn und habt ihr unterschiedliche ausprobiert? Mit welcher Zäumung reitest Du denn aktuell?
 
  • Pferd "lädt" sich selber auf. Was tun? Beitrag #8
die zäumung ist ein distanzhalfter halt ohne gebiss... das problem... wir reiten nur aus, da es bei uns keinen platz gibt und leider auch keine halle.. deshalb ist da auch nichts mit dressur drinn...:silence::uups: seitengänge im schritt mache ich ab und zu, aber sonst ist es im wald sehr schwierig.. im schritt kann er auch ohne zügel etc. punktgenau anhalten und hört auch sonst sehr gut auf mich (auch in schrecksituationen hüpft er kurz auf und beruhigt sich gleich wieder), ausser eben nach dem galopp... aber die übergänge werde ich mal im wald nochmals üben... danke!

ich habe irgendwie das gefühl er kann sich selber nicht unter kontrolle halten, irgendwie will er, aber sein temperament macht nicht mit...? :eusa_think:
 
  • Pferd "lädt" sich selber auf. Was tun? Beitrag #9
Ich würde sagen, dass es einfach an der fehöenden Durchlässigkeit liegt. Wir haben auch keine Halle oder ähnliches, haben aber einige Felder und Wiesen auf denen wir Reiten dürfen. Da reiten wir dann halt Volten, Kreise, Schlangenlinien usw.
Man kann an der Durchlässigkeit auch im Gelände gut arbeiten ;). Viele wissen das nur nicht.

Man kann ja auch Seitengänge und Schlangenlinien auf Wegen reiten. Man muss sich halt gezielt die Stellen aussuchen, aber dann geht das schon.
 
  • Pferd "lädt" sich selber auf. Was tun? Beitrag #10
ich sollte mit ihm keine zu engen wendungen reiten (laut besi, da er mal probleme mit den gelenken, glaube ich, hatte).

danke für deine antwort! aber deswegen ist das auch ein bisschen schwierig... :eusa_think:
 
  • Pferd "lädt" sich selber auf. Was tun? Beitrag #11
Hallo!
=)

Villeicht solltest du mit ihm, wenn er im Trab wirklich so lange nicht anhält, große Touren reiten, die immer kleiner werden. Dann wird er sicher langsamer!
lg Suny
 
  • Pferd "lädt" sich selber auf. Was tun? Beitrag #12
Hi,

Die Tipps die ich Dir gegeben habe, gehen natürlich auch im Gelände.

Wichtig ist, dass Du nicht nur in Außnahmefällen an dem Grundgehorsam/ der Durchlässigkeit arbeitest, sondern das ganz selbstverständlich abfragst. Da würde ich auch gar nicht erst warten bis er wieder aufdreht und sich stark macht. Dann verlierst Du.

Es wird bei Euch doch vielleicht eine Weide geben die nicht genutzt wird? Da könnt ihr genauso arbeiten.
Oder mal gucken ob es Hallen in der groben Umgebung gibt, dem Stallbesitzer 5 Euro für die Hallennutzung in die Hand drücken und dort üben.
 
  • Pferd "lädt" sich selber auf. Was tun? Beitrag #13
So sensibel ein Pferd auch ist, man sollte niemals auf das Good Will eines Pferdes angewiesen sein. Hooo ist z.B. immer Hoo und hat immer den Effekt, dass das Pferd 1-2 Tritte rückwärts geht - egal aus welcher Gangart.
Ein Pferd braucht klare Grenzen. Nur dann ist es ruhig und fühlt sich sicher. Der Mensch muss immer gleich reagieren.

Erstmal ist es daher wichtig ein Kommando für das Pferd zu finden, damit es langsamer wird.
Es ist völlig egal ob man summt, schschschsch, easy, brrrr oder Erdbeertörtchen sagt.
Man gibt das Kommando und reitet das Pferd dann gefühlvoll aber absolut konsequent in die Hand, egal wie aufgedreht das Pferd dann ist, immer und immer wieder - totale Konsequenz. Danach immer sofort Zügel lang und loben wenn das Pferd nicht sofort wieder losrennt.
Normalerweise braucht man ca. 5-10 Übungen bis ein Pferd das System kappiert. Bis das Pferd gelassen und zuverlässig reagiert ca. 4-6 Wochen - dann läufts auch zuverlässig nur mit Stimme.
Gerade Blutpferde brauchten eine sehr konsequente Führung, da sie oft erst Selbstdisziplin lernen müssen und gern zu umweltorientiert sind um sich auf den Menschen voll zu verlassen.

Wenn man mit einem solchen Training beginnt, muss das Pferd unbedingt ausgelastet sein. Gerade Blutpferde haben ein hohes Laufbedürfniss, das erst einmal gestillt werden muss. Der Trick ist, das Pferd rein körperlich auszulasten, ohne es aufzutrainieren. Der erste Trab und der erste Galopp müssen daher etwas länger dauern. Man beginnt mit dem Training sobald man merkt, dass das Pferd auch bereit ist zuzuhören. Später bei einem gut konditionierten Pferd kann man sofort beginnen.
 
  • Pferd "lädt" sich selber auf. Was tun? Beitrag #14
danke für eure tipps!
werde das mal anschauen und ausprobieren...
der witz ist einfach, dass er im trab und schritt super auf mich hört, auf ein hooo anhält etc. kein problem! :eusa_think:
nur nach dem galoppieren haben wir das problem... aber werde mich damit auseinandersetzen...

vielen dank! ;)
 
  • Pferd "lädt" sich selber auf. Was tun? Beitrag #15
Hallo meine Lieben!

War heute alleine mit Nef ausreiten und habe direkt mal ein bisschen geübt.
Also Schritt-Trab-, Halt-Schritt- und Halt-Trab-Übergänge sind kein Problem. Auch das Rückwärtsrichten geht ohne Probleme.
Er hört ausserdem sehr gut auf meine Stimme, also sage ich "Hoooo" bleibt er sofort stehen. ;)
Galoppieren konnte ich heute leider nicht, da mein Fuss eigentlich verletzt ist, wollte ich das nicht ausprobieren. (Ihr wisst schon, wegen unserem Bremsproblem..:uups:)
Dafür war mir meine Gesundheit dann doch wichtiger. Und ich war echt überrascht wie gut Nef heute ging. Ich weiss ja wie er ist, aber dass es so gut ging mit den Übergängen, dachte ich dann doch wieder nicht. :silence:
Aber ich werde das sicher weiterhin machen.
Habt ihr noch weitere Tipps, wie ich das Problem in den Griff kriegen könnte... Weil auf mich hört er ja. Ich glaube einfach, es liegt wirklich an seinem Temperament...:eusa_think:
 
  • Pferd "lädt" sich selber auf. Was tun? Beitrag #16
Hi,

Freut mich, dass es bei Euch so gut klappt :)

Üb einfach weiter Übergänge und gebogene Linien, so dass dein Pferd sicher auf deine Hilfen reagiert und die Durchlässigkeit verbessert wird.
Auch wenn es heute ganz gut geklappt hat, wird es noch Auf´s und Ab´s geben, dass ist ganz normal.
 
  • Pferd "lädt" sich selber auf. Was tun? Beitrag #17
danke für eure tipps!
werde das mal anschauen und ausprobieren...
der witz ist einfach, dass er im trab und schritt super auf mich hört, auf ein hooo anhält etc. kein problem! :eusa_think:
nur nach dem galoppieren haben wir das problem... aber werde mich damit auseinandersetzen...

vielen dank! ;)

Der Spaß dabei ist, dass das Pferd auf Hoo nicht anhalten soll, sondern rückwärts denken muss.
Das Pferd sollte daher erst aus dem Stand lernen, auf ein Whowhowhowhowhowhowho (ein echt netter Singsang, man kommt sich erst vor, wie ein alter Indianer), rückwärts gehen muss.

Danach aus dem Schritt.
Das Pferd soll nicht anhalten, verharren und sich dann mal rückwärts bewegen. Sobald der Singsang beginnt, muss es ansatzlos in den Rückwärtsgang schalten.
Das Rückwärtsgehen ist entsprechend der Sprachgeschwindigkeit.
Das Pferd muss auf jeden Fall korrekt rückwärts gehen, d.h. mit tiefem Hals, im Genick nachgiebig und mit tiefer Kruppe-Rücken daher oben. Das Pferd muss auf jeden Fall mit dem Vorderbein unter den Körper treten und diese nicht vor sich her schleifen. Schenkel daher erstmal wechselseitig dran.
Anfangs kann das schonmal unfreundlich aussehen, man sollte sich davon nicht schocken lassen, auf keinen Fall aber mit übertriebener Härte drangehen, denn Rückwärts ist niemals eine Strafe und darf nicht in Stress ausarten. Bei aller Konsequenz der Durchsetzung (das ist Megawichtig) muss Stress unbedingt vermieden werden, sonst erhält man ein Pferd, das beim Stoppen verspannt.

Sobald das Pferd dieses auf dem Schritt beherrscht, kann man in den Trab gehen. Erstmal ganz langsam und ruhig traben. Das Pferd sollte nach einigen Übungen sehr vorsichtig und sogar etwas triebig werden. Eine Korrekte Zügelhaltung sind daher Voraussetzung um das Pferd mit dem Who nicht zu überfallen. Der Sitz ist anfangs belastend in der Mittelpositur und ändert sich beim Stoppen. Der Druck im Steigbügel ist so lange das Pferd OK ist neutral, soll das Pferd langsamer werden, verstärkt sich der Druck im Steigbügel. Die Hand ist tief und vor dem Sattel in 0 Position, vorgeneigt um dem Pferd zu signalisieren, dass es weiterlaufen soll und wird leicht zurückgenommen, anfangs bis hin zum Maulkontakt, zum Bremsen.
Sobald das Who aus dem Trab funktioniert - vielleicht sogar aus dem flotten Trab - kann man zum Galopp übergehen. Da dieses erstmal schwer für das Pferd ist und nicht in wildes Gezerre ausarten soll, sollte man ruhig auf der Diagonale in die Ecke galoppieren. Sobald das Pferd von sich aus langsamer wird, reitet man noch locker etwas vorwärts und bremst dann über Zügel und dem Who. Das Pferd sollte mind. 5 Tritte zurück gehen, davon sollten mind. 3 Tritte ruhig und willig, ohne Zügelhilfe sein.
Diese Übung wird so lange geritten, bis sie klappt.
Biette niemals in hohem Tempo in die Wand reiten und dann mit dem Who beginnen. Sollte das Pferd nicht bremsen, ist es schlecht vorbereitet und kennt nicht an der Wand langsamer werden zu dürfen = Extremfancing. (Fancen sollte man erst, wenn ein Pferd seinen Körper gut kennt, seinen Bremsweg selber berechnen kann und sich auf den letzten Metern zur Wand treiben lässt um dann vertrauensvoll auf die Stopphilfe des Reiters zu warten, der das Pferd natürlich nicht gegen die Wand knallen lässt. Gutes Fancing macht Pferden eher Spaß als Stress.) Die Wand erleichtert dem Pferd nur das rückwärtsdenken und stellt eine natürliche Begrenzung dar, daher wird das Pferd gern bremsen und dann aufgrund gründlichen Trainings eben zurückgehen.

Je nach Pferd kann die gute Vorarbeit länger dauern, daher sollte man sich Zeit lassen und das Pferd wirklich gründlich vorbereiten um später Stress und Widersetzlichkeit (starke Zügeleinwirkung) zu vermeiden. Je besser das Pferd im Schritt und Trab trainiert wird, je selbstverständlicher ist nachher das Bremsen aus dem Galopp.
 
  • Pferd "lädt" sich selber auf. Was tun? Beitrag #18
Hallo Machtnix!

Danke für deine Antwort! ;) Allerdings kapiere ich nicht ganz, was du mir damit sagen willst.. ich möchte ja nicht, dass mein Pferd sobald ich "Hooo" sage aus z.B. dem Trab einfach rückwärts geht. Ich will einfach, dass ich ihn aus dem Galopp wieder schön und ohne, dass er sich "aufregt" in den Schritt bringe.
(Kann es sein, dass du Western reitest und man das da so möchte?) Tut mir leid, aber ich kann irgendwie nicht ganz nachvollziehen, warum ich ihn nun umtrainieren soll...:eusa_think:
*auf dem Schlauch steh*
 
  • Pferd "lädt" sich selber auf. Was tun? Beitrag #19
Ich reite zwar mittlerweile Western, bin aber ca. 30 Jahre englisch geritten und habe auch da einen Trainerschein.
Der Sinn ist nicht das Umtrainieren des Pferdes, sondern ein Codewort, dass das Pferd zum Rückwärtsdenken bringt. Auch englisch gerittene Freizeitpferde oder Fahrpferde profitieren davon.
Der Sinn ist, dass das Pferd ein Wort incl. Stimmlage erlernt, die es dazu bringt in eine gewisse Richtung zu denken- in diesem Fall rückwärts.
Das Schnalzen kann z.B. als Bewegungskommando genutzt werden. Im Zusammenhang mit Gewichts- und Zügelhilfen wird dann ein Rückwärts, Seitwärts oder Vorwärts daraus.
Ein Pferd, das in gewissen Situationen (z.B. im Gelände) nicht zuhört, sollte daher unbedingt ein Kommando erlernen, das es zu einer gewissen Denkweise = Reakton zwingt. Das erspart grobe Zügelhilfen und bringt z.B. beim Rückwärtsgehen die VH unter den Körper - das Pferd schließt sich und wird rittiger.
Gerade Pferde, die mit wenig Zügelkontakt und möglichst wenig oder ungenauen Sitzhilfen gearbeitet werden (Gelände/Freizeit, Gelände/Distanz, Fahren/Marathon, Wenstern -bedingt) sind darauf angewiesen.
Einem nicht western gerittenen Pferd Stimmhilfen entsprechend beizubringen, ist also nicht kontraproduktiv, sondern eine Hilfe, die man nicht unterschätzen oder einfach als Hifle einer anderen Reitweise beiseite schieben sollte.
 
  • Pferd "lädt" sich selber auf. Was tun? Beitrag #20
Hey ihr Lieben! :D

Ich hab mir mal das ganze hier durch gelesen und bin der meisten Meinungen, die hier vertreten wurden! :D

Ich denke mal, das er durch sein Alter sich das auch ganz einfach bei ihm eingebrannt hat. :?
Der zweite Punkt ist natürlich das Temperament...

Diese beiden Dinge sind wahrscheinlich Hauptauslöser.

Mein Vorschlag wäre:
1. Aus der Puste bringen. Pferde haben viiiiel mehr Ausdauer als wir uns das vorstellen können! :D Deswegen lass ihn mal richtig auf der Koppel oder im Roundpen oder was auch immer rennen, bring ihn am besten zum schwitzen! :D Wenn er dann nach, was weiß ich, 10-20 Minuten keine Lust mehr hat, dann beruhige ihn, sattel auf und reite. Jetzt guckst du, wie er reagiert, wenn ihr jetzt wieder galoppiert und wieder durch pariert. Denn wenn er schon ein bisschen entlastet ist und schon ein bisschen gearbeitet hat, hört er (hoffentlich/evt. :D) besser auf dich, denn dann könnte er denken: "Was kommt als nächstes?". :D

2. Mehr Abwechslung. Hat bei mir auch geholfen! :) Fördere ihn mehr und achte dabei auf seine Reaktionen und sein Verhalten. Ist er desinteressiert an neuen Dingen? - Dann mach es ihm mit allem Möglichen schmackhaft (Wortwörtlich -Leckerlis :D). Bring ihm neue Dinge bei, das können die kleinsten Dinge sein, wie dir zu folgen (ohne Stricke, Halfter, ect.), wenn er es noch nicht macht, dann den Huf auf Stimme, oder anderem kleinen Zeichen, zu heben, Hinterhandwendungen -Vorderhandwendungen, Schulterherein,... das geht alles auch ohne Reithalle-Platz und vom Boden aus. Aber Vorsicht, wenn du ihn überforderst, hat er bald keine Lust, mehr auf Lektionen.

Das sind meine persönlichen Erfahrungen und die können bei jedem Pferd natürlich anders sein.
Probier einfach mal aus und versuche ins besonders das Vertauen zu steigern! ;)

An Machtnix:

Ich bin mir auch nicht ganz sicher, was du sagen möchtest.
Konsequenz ist natürlich wichtig, aber hier geht es nicht um das Hoow oder um's Rückwärtsrichten.

Dein Text ist ziemlich verwirrend, aber ich glaube ich hab ihn teilweise verstanden! :D
Du erzählst was von "zwingen"
Ein Pferd, das in gewissen Situationen (z.B. im Gelände) nicht zuhört, sollte daher unbedingt ein Kommando erlernen, das es zu einer gewissen Denkweise = Reakton zwingt.
. Bei dir kommt das so kalt und menschlich rüber, aber sollte man nicht eher wie das Pferd denken? Ich finde diesen ganzen Quatsch von irgendwelchen übertriebenen Westerngehabe und allgemeiner "hoher" Dressur dumm. Wirklich, ich meine: Was hat das Pferd davon, sich unterdrücken zu lassen? Was hat der Reiter davon, ein Pferd zu reiten, was überhaupt nicht versteht, was das ganze eigentlich soll? Glückliche Pferde, sind die, welche Spaß haben. Klar - Gymnastisieren; Fitness; bla bla bla. Natürlich sollen die Pferde nicht fett und ungesund rumlaufen und kaum Muskeln haben, doch ist der ganze Stress, der bei solchem Training entsteht (und das tut er ganz einfach: meist Überforderung.) wirklich Wert? (Und noch eine Frage: (ich möchte nicht beleidigend sein) aber das mit dem auf die Wand zu reiten und das es dem Pferd irgendwann Spaß macht??? Hast du schon mal ein Pferd gesehen, was auf eine Wand zu läuft, ruckartig abbremst, rückwärts läuft und daran Spaß hat? :D)...
Hast du noch nie darüber nach gedacht, das ein riiiesen grooßes Wunder ist, das so ein Tier, so anmutig, stark und groß wie es ist, uns überhaupt auf seinem Rücken sitzen lässt? Wir sollten sie wie Könige behandeln, dafür, was sie alles mit sich machen lassen.

Deswegen meine Frage: Was bringt ihr das? Sie möchte nur, das er nach dem Galopp und dann Trab durchpariert. Das Kommando "hoo" ist da, sie möchte ihm das ja nur für den Trab verklickern.
Tut mir wirklich Leid, aber bei dir kam das so kalt und herzlos rüber, da kann konnte ich nicht anders. :?


Naja, wie auch immer, ich hoffe das kommt nicht zu abwertend rüber! :D

Trz. Liebe Grüße und viel Glück mit deinem Pferdi! :)
 
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