Mein Erlebniss mit einer Darmumstülpung bei Katzen

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Manija

Manija

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Da ich nicht weiss , wo genau ich es hinschreiben soll , hab ichs nun erstmal hierrein getan , Titel und Ort können aber gern vom Mod geändert werden.

Hier möchte ich nun von meinen Letzten Wochen mit Coco ( ) berichten:

Ich fuhr wie immer zwischendurch mal in den Urlaub (Familienbesuch am anderen Ende Deutschlands. ), wie immer auch für die Katzen eine blöde Situation , aber mein Mann ist ja da , auch wenn er 11 Stunden pro Tag aus dem Hause ist.
Diesesmal war es das 1. mal das Coco dies nun "miterlebte".

Montag:
Mein Mann rief an , "Coco kam heute morgen ins Bett und hat erstmal sich übergeben.." , wir beschlossen das wenn nochmal was ist , er zum Arzt am abend gehen wird.
Er kam Nachmittags nachhause , fand mehrere "Kotzhaufen".
Er ging direkt zum Arzt , da man nun auch nicht wusste ob sie gegesssen hat.

Der Arzt ging davon aus , das sie ein Haarballen quer hängen hat , keinerlei Fieber , Bauch abgetastet , alles so wie es sich gehört.
Eine Paste mitgegeben , mit den nötigen Nährstoffen.

Dienstag:
Mein Mann beschloss abends nach der Arbeit wieder zu gehen , denn es war Durchfall in der Wohnung verteilt , genauso wie sie sich wieder übergeben hat , Essen wollte sie auch weiterhin nicht , so das sie per Spritze die Paste direkt in den Mund bekam (Ohne Nadel.)
Der Arzt tastete wieder alles ab ,er fühlte nix .. "Abwarten erstmal , sie ist ja sehr Fit , wenn bis Freitag es so weitergeht , Röntgen mit Flüssigkeit ob ein Fremdkörper der nicht Tastbar ist irgendwo hängt..
Zusätzlich gab es MCP Tropfen damit der Magen erstmal bissle Essen in sich behält.

Mittwoch :
Sie nahm weiterhin nix auf , und brach sich die Seele aus dem Leib , mein Mann vermutete das erstemal das sie kein Kot absetzt , aber wie auch ohne Nahrung und dem ständigen Erbrechen..
Man denkt sich ja nix bei..
An dem Tag war er nicht beim Tierarzt , es dauert ja auch immer ein wenig bis der Magen sich beruhigt.
Zudem Zeitpunkt wurde nur noch Schonkost hingestellt, getrunken hatte sie da sie eindeutig nicht Dehydriert war.

Donnerstag:
Mein Mann kam nachhause .. "Ich weiss nicht ob es Kot oder erbrochenens ist , ich glaube aber Durchfall , da es sehr danach stinkt und aussieht."
Leider war es zu dem Zeitpunkt zwar Kot , aber er wurde erbrochen und kam nicht durch dem Darm raus, doch das konnt ja keiner ahnen..

Freitag :
Mein Mann nach der Arbeit direkt wieder zum Arzt , schliesslich war heute der Stichtag "wenn bis Freitag es nicht besser ist...".
Unser Arzt tastete unsere Kleine nochmals ab , und endlich wurde war ertastet..auch wenns nix erfreuliches war.
Er konnte genaustens Tasten das eine Darmumstülpung stattgefunden hatte , d.h. ein Teil des Darmes in den Darm reingegangen war , verklebt ist , und somit da wie ein Knoten drinne war.
Es wurde direkt eine Not-op veranlasst , mein Mann nachhause geschickt.. "Wenn alles gut geht , dann morgen früh wieder abholen , heute geb ich die nicht mehr raus" , so die Worte des Arztes.
Um 19 Uhr endlich der erleichterte Anruf , die Op ist gut geglückt , doch leider mussten sie ca 5 cm vom Darm komplett entfernen da sie es nicht mehr auseinander ziehen konnten , es war zu sehr ineinander verklebt , sie hats aber gut überstanden..
Mein Mann natürlich auch sehr fertig und ich 600km entfernt , super Situation..

Anscheinend gibt es das nur sehr selten , bei meinem Arzt war nun nach 34Jahren dies das erste Kitten damit , sonst hat er es nur häufig bei Hunden.
Wie es passieren kann , weiss man nicht , das passiert anscheinend ab und an ohne Begründung bei Katzenkindern.
Da bei uns auch festgestellt wurde , das keinerlei Fremdköper verschluckt wurde (dies kann auch ein auslöser sein ).

Samstag:
Coco abgeholt , laut meinem Mann lässt sie sich nix anmerken , erstmal durfte sie nur im Schlafzimmer sein und die großen ab und an zu ihr , schliesslich war es auch so , dadurch das der Darm neu zusammengenäht werden musste , durfte sie keineswegs irgendwas in den Darm bekommen , sonst könnt es in den Bauchraum kommen und dies wäre ihr Todesurteil.
Da wir im Wohnzimmer nicht garantieren konnten das dort irgendwas essbares liegt , (werfen ab und zu Essen richtig durch die Wohnung und dann liegt auch mal ein Leckerlie versteckt unterm Sofa oder Teppiche (Penny versteckt da gern was für "später" ).
Nun stand es fest , ich werde am Sonntag nachhause kommen , Coco muss fortan 2 mal täglich zum Tierarzt für Infusionen , mein Mann muss Montag arbeiten, da sie grade Stellen wieder abbauen und "Fehler" suchen , geht auch kein Krankenschein oder gar Frei nehmen..
Ich statt meinem Flug umbuchen , einen Zug genommen , da dies immer noch billiger war , meinen letzten Tag im Kreise meiner Familie geniesst und nur dankbar gewesen wieviel verständniss meine Familie hat , im gegensatz zu den "Familien" hier..
Der Arzt war mit Coco sehr zufrieden wo er sie am Abend wieder sah , sie war ganz Tapfer und lag ruhig auf dem Arm während ca 20-30 Minuten die Infusion durch ihre winzigen Arme tröpfelte..

Sonntag:
Morgens ist mein Mann direkt wieder zum Arzt , Infusion stand an , weiterhin ist der Arzt zufrieden , sogar begeistert , sie bekommt weiter kein Wasser /Essen sondern nur Infusion (Kochsalz) , Nährstoffspritze und Penicellin.
Sonntag abend , nach vielen Stunden Zug war ich endlich wieder zuhause.. ich fuhr direkt los als ich ankam , da Coco eh wieder Infusion brauchte , und ich mit dem Arzt noch selbst reden wollte..
Er erklärte mir alles nochmals , zeigte mir dem Darm (eingelegt) und fragte auch ob er es behalten könnte um seinen Kollegen zu zeigen , da sowas wie schon erwähnt , sehr selten vorkommt..

Nachdem ich dann da stand, mit meiner Coco im Arm , Haut und Knochen..und sie sich nur fest bei mir einkuschelte und wie davor auch , ohne murren die Zeit dort lag und die Infusion lief..kam es über mich , ich weinte einfach nur noch.. ich war so froh dieses winzige zerbrechliche Geschöpf in meinem Armen zu halten..
Gott sei Dank hat mein Tierarzt viel verständniss dafür und ging auch erstmal nach nebenan damit ich ein paar Minuten zum luft holen hatte..

Montag:
Montag Morgen gab es das erstemal Essen , es gab nur eine geringe Auswahl , das wichtigste war das sie keineswegs erbricht.
Zur Auswahl hatten wir , Kartoffeln , Nudeln , Reis 50% mit Hüttenkäse oder Joghurt 50%.
Davon ein einziger Teelöffel..dies alle 4 Stunden.
Es blieb tatsächlich drinne , trinken tat sie zwar nix (Ein Eierbecher alle 2 Stunden) aber das Essen war ja auch flüssiger als eine Gemüsesuppe..
Abends sind wir wieder zum Arzt , er gab das Ok es weiter so zu machen , ihr Darm und Magen fühlte sich sehr gut aus.

So ging es dann die nächsten Tage weiter , mit leichten Steigerungen , bis wir bei 1 Esslöffel an der Menge alle 4 Stunden waren.

Dies ging eine Woche dann so , kleinCoco wurde immer ungeduldiger mit uns , sie wollte Essen und zwar anständiges! sie Bettelte , wie sie noch nie gebettelt hat , sie klaute dir das Essen aus dem Mund.
So ging es nur noch , also mussten wir die Katzen zum Essen aussperren..die Angst war einfach zu groß das sie etwas vom Verbotenen Essen erwischt..

Mittlerweile durfte sie wieder die ganze Wohnung nutzen , ausser zum Fressen wurde sie sperariert.
Zwischendurch wollte sie auch anfang rum zu mäkeln , das Essen stehn zu lassen , doch was anderes gab es dennoch nicht.

Am Freitag haben wir dann das erste mal probiert ein kleinen Löffel Katzenfutter unterzurühren zusätzlich das Futter nicht mehr ganz Pürriert , so das da ministücke mit drin waren (Natürlich mit absprache vom Tierarzt , mit dem wir täglich telefonisch im Kontakt standen)

Dann der Schrecken am Samstag :
Ich steh auf , Coco schaut mich an und kotzt das Essen vom Abend davor aus..der Schrecken war sehr groß..
Erstmal durchatmen , Tierarzt angerufen .. war wohl zu schnell , Essen wieder runterfahren bzw erstmal mit ganz Fein Pürriert wieder geben.
MCP Tropfen zusätzlich gegeben.
Glücklicherweise war es wohl wirklich nur , das dass Essen zu grob war , danach war Ruhe mit übergeben.

Der Montag danach :
Heute wurden Fäden gezogen , der Arzt ist begeistert von unserem Würmchen, machte noch ein Foto von ihr , "Er möcht die Katze auch zeigen die zum Darm gehört ;)"

So ging es dann täglich aufwärts , Coco merkte man ja eh garnix an ausser das sie mehr Nähe suchte , Fieber von nach der Op war auch keins mehr und Wunde nur noch leicht Dick.

Dies ist nun 2 Wochen her , das Fädenziehen.
Heute sind wir soweit das sie mit den großen wieder Fressen darf wie sie mag , sie haut natürlich gut rein , muss aber auch einiges nachholen , damit endlich ihre Hüftknochen wieder ins Innere verschwinden , dort wo sie hingehören ;).
Sie bekommt immer Milch /Joghurt und Hüttenkäse weiter angeboten , da ihr Kot nicht mehr zu fest werden darf.
Leckerlies oder irgendwas anderes ausser Katzenfutter gab es noch nicht (Bzw vor 2 Tagen mal ein Stückchen Käse was sie gut vertragen hat)

In der Zukunft gibt es ansonsten nix zu beachten , ausser eben das ihr Stuhl nicht Hart wird , was aber bei uns kaum möglich ist , da es eben auch kein Trockenfutter gibt bzw nur als Leckerlie , aber damit warten wir noch ein wenig.

In ca 4 Wochen gibt es nun die Kastration erst (statt ende Oktober) , Drückt mir die Daumen das sie nicht rollig wird und solang noch brav damit wartet.

Ich hoff wir haben alles nun gut überstanden , auch wenn der Schrecken noch tief sitzt und ich sie noch mit Argusaugen bewache , die Ängste muss ich nun mit mir ausmachen und "verarbeiten" und überhaupt können wir uns nun langsam erst von dem Schrecken erholen..

Unsere Großen haben dies alles auch tapfer mitgemacht und es gut akzeptiert , das Coco mehr aufmerksamkeit brauchte, zwischendurch war ich leider so panisch das ich die beim Spielen unterbrochen habe , aber ist halt unschön wenn die raufen und Coco wenige Tage nach der Op auf der Naht rumgetreten wird..
Mittlerweile verlass ich dann kurz den Raum , denn ich weiss auch das Coco schon vorher eine Dramaqueen war beim raufen und nun es noch mehr probiert , schliesslich habe ich ihr dann mehrmals geholfen..:eusa_shhh:

Ich bin einfach nur froh und Dankbar , um meinem Mann , wie er es gemeistert hat, ich habe ihn unbewusst es wohl nicht zugetraut..Dankbar und meine Großen die es super akzeptiert haben und auch viel sanfter am Anfang mit der kleinen waren..und natürlich meinem Tierarzt , der alles Menschenmögliche für uns getan hat und immer tut , er ist 24 Stunden für uns erreichbar , Tag ein , Tag aus..
Und natürlich bin ich auch Dankbar und Froh um dem Kampfgeist der kleinen Coco , die das alles mit Links wegsteckt und uns belächelt wenn wir uns Sorgen machen ;).

Und auch euch bin ich Dankbar , das es hier Leute gibt die zuhören..keine Sprüche bringen wie " Wie teuer war einschläfern nochmal ?" , wenn man über die Op redet.

Vieleicht hilft es ja irgendwen mal..wenn er in einer ähnliche Lage ist , auch wenn ichs keiner Katze wünsche.

Das wars erstmal von uns ..
 
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Liebe Manija,
vielen Dank für diesen ausführlichen Bericht.

Ich muss gestehen, an dieser Stelle hier:

Nachdem ich dann da stand, mit meiner Coco im Arm , Haut und Knochen..und sie sich nur fest bei mir einkuschelte und wie davor auch , ohne murren die Zeit dort lag und die Infusion lief..kam es über mich , ich weinte einfach nur noch.. ich war so froh dieses winzige zerbrechliche Geschöpf in meinem Armen zu halten..

standen mir grad auch Tränen in den Augen.
Ich bin so froh, dass eure kleine Coco das geschafft hat und wünsche ihr ein ganz tolles langes Katzenleben bei so traumhaften Dosenöffnern :)!
 
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Kann mich Ina nur anschließen. Alles Gute für Euch und die kleine Maus:)
 
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