Wieso nur ~50% Fleischanteil im Trockenfutter?

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  • Wieso nur ~50% Fleischanteil im Trockenfutter? Beitrag #1
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Frettchen-San

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Hallo Foris!

Ich frage mich, wieso ein Hundetrockenfutter nur 40%-50% Fleisch/tierische Nebenerzeugnisse
enthalten soll, um schon als besseres Hundetrockenfutter zu gelten?

Bei meinen Frettchen achte ich darauf, dass der Fleischanteil möglichst hoch ist und ich
verstehe nicht, wieso man das beim Hund nicht macht?
Bisher finde ich lediglich das Orijen ausreichend, mit 80% Fleischanteil, vielleicht noch das
Purizon mit 70% Fleischanteil...

Er stammt doch vom Wolf ab, der mit Sicherheit auch pflanzliche Anteile aufnimmt, aber
in solchen Mengen?

Ich freue mich auf eure Antworten und lasse mich auch gerne eines Besseren belehren!

LG,

Frettchen-San
 
  • Wieso nur ~50% Fleischanteil im Trockenfutter? Beitrag #2
Frettchen sind reine Fleischfresser, Hunde dagegen eher Allesfresser.
Dann muss man auch noch immer schauen ob die angegebene Fleischmenge in der Trockensubstanz oder in der Ursprungssubstanz ist. 100g Fleisch haben nach der Trocknung nur noch etwa 40g.
 
  • Wieso nur ~50% Fleischanteil im Trockenfutter? Beitrag #3
Orijen gibt meines Wissens nur den Frischfleischteil an oder zumindest bei vielen Komponenten, auf 70-80% wird man da auch nicht kommen.

Ich denke, man muss da ein wenig unterscheiden. Wölfe/Hunde sind ja Beutetierfresser. Da ist dann eben nicht nur Fleisch und Innereien enthalten, sondern auch das, was das Beutetier frisst. Je nach Tier kann das schonmal mehr sein. Die Frage ist aber, ob der Wolf/Hund wirklich jeden Tag in freier Natur sein Fleisch gefressen hat oder ob es einen Tag nicht auch mal nur Knochen oder das Fressen des Beutetieres gab? Vielleicht wissen da andere mehr, aber ich hab nie etwas zum tatsächlichen Nahrungsverhalten solcher Tiere lesen können. Zwar glaube ich nicht, dass diese Tiere mal eine Art Fastentag hatten (allein wegen der Jungen wird man schauen, dass genug Futter da ist), aber ich bezweifel schon ein wenig, dass da täglich ein kaninchen gerissen wurde oder dass man sich da so ein Wildtier mal mehrere Tage aufheben konnte. Da werden auch andere Tiere mitgefressen haben, sodass da nicht mehr so viel übrig bleibt.

Das Gebiss spricht natürlich dafür, dass weniger Getreide genommen wird, welches ja irgendwie gemahlen werden muss als Fleisch, welches nur gerissen sein muss. Aber es bleibt schon die Frage, ob unsere "verweichlichten" Haushunde wirklich dermaßen viel Fleisch brauchen. Selbst die meisten Barfer nehmen "nur" 70% Fleischanteil in ihren Rationen.
 
  • Wieso nur ~50% Fleischanteil im Trockenfutter? Beitrag #4
Zur Trocken- und Rohmasse wurde ja bereits was gesagt.

Unser Hund ist natürlich schon noch ein Fleischfresser, dessen Hauptbestandteil der Ernährung aus Fleisch bestehen sollte, aber dennoch nimmt zum Beispiel ein Wildhund oder Wolf auch andere Dinge auf.
Soweit ich weiß fressen diese auch mal Beeren oder anderes Obst/Gemüse, wenn sie dran kommen. Auch ein Beutetierfresser erwischt nicht jeden Tag einen Hasen und muss entsprechend "auffüllen". Bei Katzen zum Beispiel, die sich von kleinen Beutetieren wie Mäusen oder Vögeln ernähren ist es wieder ein bisschen anders.

Zähne und Verdauungstrakt des Hundes sprechen durchaus für eine fleischliche Ernährung. Der Darm ist relativ kurz, was das Verdauen von Pflanzen schwierig macht, weshalb man beim Barf das Gemüse auch vorverarbeitet. Die Zähne sind immer noch so gestaltet, dass der Hund damit theoretisch einen Hasen reißen, aber kein Getreide mahlen könnte. Auch der Speichel des Hundes ist noch auf das Vorverdauen von rohem Fleisch ausgelegt, ebenso kommt er zum Beispiel mit Salmonellen gut klar, die sich ja teils in rohem Fleisch befinden.

Aber man darf eben nicht vergessen, dass Hund auch mal Fallobst oder eben auch den Mageninhalt seines Beutetieres frisst. Meines Wissens werden größere Beutetiere zum Beispiel auch nicht ganz gefressen. Ein Hund ist sicherlich in der Lage, ein Reh zu erlegen, aber den Kopf könnte er nicht fressen. Er frisst also das Fleisch, bestimmte Innereien und mit diesen auch den Inhalt des Magens.

Beobachtet man Straßenhunde (auch wenn deren Ernährung nicht beispielhaft sein sollte) stellt man auch fest, dass sie eben "alles" fressen, wenn sie Hunger haben.

Ich bin also durchaus der Meinung, dass der Hund ein Fleischfresser ist, aber eben nicht 100% Fleisch ;). Bekommt ein Hund ausschließlich Fleisch beginnen die Probleme bereits bei der Verdauung. Wo Wildhund und Wolf die Verdauung noch mit Gras oder Fell anregen bliebe der Haushund auf der Strecke und würde wegen des fehlenden Rohfasergehaltes Verstopfung bekommen. Ein Übermaß an Rohprotein ist ebenfalls nicht gesund. Der im Rohprotein enthaltene Stickstoff (etwa 16%) wird in der Leber zu Aminosäuren und anderen für den Stoffwechsel wichtigen Substanzen umgewandelt. Allerdings braucht der Hund diese nicht unendlich, sodass bei einem zu viel an Stickstoff ein Überschuss entsteht. Dieser wird in der Leber in Harnsäure umgewandelt und über die Nieren ausgeschieden, was über kurz oder lang zu Nierenproblemen führen kann. Man tut seinem Hund also nicht unbedingt einen Gefallen, wenn man so viel Fleisch wie möglich füttert.
 
  • Wieso nur ~50% Fleischanteil im Trockenfutter? Beitrag #5
Ich danke euch für die Informationen!
 
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