Erst knapp 8 Monate alt und schon massiv Zahnstein?!!!

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  • Erst knapp 8 Monate alt und schon massiv Zahnstein?!!! Beitrag #1
miezenfan

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Hallo Foris,

bräuchte mal wieder Euren Rat.
Meine Kimbee wird morgen kastriert, und bei der Voruntersuchung letzte Woche hat die Tierärztin massiv Zahnstein festgestellt, den wir jetzt morgen gleich mit entfernen lassen.

Ich finde das höchst verwunderlich, da die Kleine ihre Zähne ja noch gar nicht so lange vollends gewechselt hat, und dann schon so dermaßen Zahnstein an niegelnagelneuen Zähnen?!! :shock:

Kimbee frißt ausschließlich Nassfutter (fast immer Macs, manchmal Grau oder Carny, nichts minderwertiges). Trockenfutter frißt sie gar nicht, geht sie nicht dran.

Meine anderen beiden (2 und 4 Jahre, Katze und Kater) haben keinen Zahnstein, fressen allerdings auch geringste Mengen an hochwertigem, getreidefreiem Trockenfutter.

Was kann ich denn da zukünftig machen, damit die Süße keinen Zahnstein mehr bekommt?
 
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  • Erst knapp 8 Monate alt und schon massiv Zahnstein?!!!

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  • Erst knapp 8 Monate alt und schon massiv Zahnstein?!!! Beitrag #2
Mit dem Trockenfutter hat dass nichts zu tun, wenn dann ist das eher Veranlagung. Am besten gibt man Katzen rohes Fleisch möglichst durchwachsen in großen Stücken zu Fressen, dass hat dann am ehesten eine zahnreinigende Wirkung oder etwas mit Knochen zum drauf beißen und abnagen.
 
  • Erst knapp 8 Monate alt und schon massiv Zahnstein?!!! Beitrag #3
Zum Zahnstein hat Simpat schon alles gesagt.

ABER: Zahnsteinentfernung sollte NIEMALS mit einer anderen OP, v.a. keiner Bauchhöhlen OP kombiniert werden. Nachweislich kommen extrem viele Erreger bei der Zahnsteinentfernung in den Blutkreislauf. Durch die OP ist der Körper ohnehin geschwächt, den Bakterien dann auch noch die Einladung zu geben, sich in die Kastrations OP Wunde einzubauen, ist nachweislich sehr kontraproduktiv.
 
  • Erst knapp 8 Monate alt und schon massiv Zahnstein?!!! Beitrag #4
na super. dafür ist es jetzt natürlich zu spät. Warum liest man sowas im Forum, warum sagt einem sowas nicht der Tierarzt??? :evil:
 
  • Erst knapp 8 Monate alt und schon massiv Zahnstein?!!! Beitrag #5
Habe gestern beim Abholen diesen Einwand vorgebracht. Natürlich bekam ich zur Antwort, was ich mir auch selber schon gedacht habe: erstens bekommt die Katze nach der Kastra ohnehin Antibiose. Zweitens müßte man sie fürs Zahnstein-Entfernen ja nochmal in Narkose legen, und narkotisieren sollte man ein jedes Lebewesen so selten wie möglich. Und drittens würden sie das schon immer so gemacht haben, und es hätte noch nie Komplikationen in diese Richtung gegeben. Und viertens sollte man nicht zuviel auf das geben, was in Internetforen geschrieben wird.... O-o.....!
 
  • Erst knapp 8 Monate alt und schon massiv Zahnstein?!!! Beitrag #6
1. ich bin Tierärztin und habe diese Info vor zwei Jahren noch auf der Uni aus neusten Forschungsergebnissen bekommen.

2. wenn man eine vernünftige Narkose macht, was 80% der deutschen Tierärzte aber nicht machen, dann kann man ein Tier auch öfter in Narkose legen.

3. die Kastration ist keine op bei der man Antibiotika geben muss, wenn man sauber arbeitet.
 
  • Erst knapp 8 Monate alt und schon massiv Zahnstein?!!! Beitrag #7
Hundenase, danke. Super, dass Du Dich als Tierärztin geoutet hast, vielleicht magst Du mir ja auch noch weitere Aufklärungsarbeit leisten.
Ich finde es einfach unheimlich schwierig für den Laien, einen wirklich vernünftigen, guten Tierarzt zu finden. Die Aussage: das haben wir schon immer so gemacht, und es ist noch nie was passiert, ist ja schon fast sowas wie eine Standardaussage geworden, als ob neueste Erkenntnisse nicht interessieren würden. Da werden Impfungen gesammelt als Hammer-Impfung alle auf einmal verabreicht, kiloweise Trockenfutter, noch dazu getreidehaltiges, an die Patientenschaft vertickert, und so weiter. Ich bin oft skeptisch den Tierärzten gegenüber, aber was soll ich machen? Genauso wie bei mir selber wäre ich eigentlich froh, lebenslang ohne Ärzte auszukommen. Aber so geht es eben leider auch nicht.
Woran könnte ich denn einen guten Tierarzt erkennen? Was wäre denn eine "vernünftige" Narkose, wie Du schreibst? Und gibt man nicht bei Tieren nach OPs prophylaktisch Antibiotika, da Tiere selbst nicht so sehr auf sich achtgeben, wie man das z.B. von einem Menschen erwarten würde?
 
  • Erst knapp 8 Monate alt und schon massiv Zahnstein?!!! Beitrag #8
Hundenase??? (nochmal stups)
 
  • Erst knapp 8 Monate alt und schon massiv Zahnstein?!!! Beitrag #9
Woran könnte ich denn einen guten Tierarzt erkennen?
Als Laie ist das so gut wie unmöglich. Behandlungserfolg ist kein Indiz für einen guten Tierarzt, da vieles von dem, was zwar wirkt, nur Symptome bekämpft, nicht aber die Krankheit. Stichwort Cortison.

Was wäre denn eine "vernünftige" Narkose, wie Du schreibst?
Eine auf das Tier individuell angepasste und nicht wie die meisten es machen mit zwei Standardmedikamenten.

Und gibt man nicht bei Tieren nach OPs prophylaktisch Antibiotika, da Tiere selbst nicht so sehr auf sich achtgeben, wie man das z.B. von einem Menschen erwarten würde?
Nein. Nur wenn man schlampig arbeitet bracuht man AB prophylaktisch. Die Wunde ist nach der OP sehr schnell geschlossen, da sich bereits während des zunähens Fibrin bildet, das förmlich als Superkleber fungiert, d.h. post operativ kommen keine Keime rein. Äußerlich können sich die Wunden infizieren, wenn der Besitzer nicht aufpasst ;).
Ausnahme hiervon sind Ostheosynthesen, also Knochen OPs, da hier IMMER Keime in die Wunde kommen, egal wie sauber man arbeitet.
 
  • Erst knapp 8 Monate alt und schon massiv Zahnstein?!!! Beitrag #10
mhm interessant. Danke, Hundenase! :clap:

Also erst mal weitersuchen, nach dem besseren Tierarzt...
 
  • Erst knapp 8 Monate alt und schon massiv Zahnstein?!!! Beitrag #11
Eine auf das Tier individuell angepasste und nicht wie die meisten es machen mit zwei Standardmedikamenten.

Das würde mich jetzt sehr interessieren.
Wie sieht denn so eine individuell angepasste Narkose aus und worin unterscheidet die sich von den 2 Standardmedikamenten? :eusa_think: Und was sind überhaupt die beiden Standardmedikamente?

Ich frag deshalb, weil ich eigentlich nie irgendwelche Bedenken hatte, meine Tiere der TÄ meines Vertrauens zwecks OP zu überlassen und ich weiß ehrlichgesagt nicht, welche Narkosemittel immer verwendet wurden.
 
  • Erst knapp 8 Monate alt und schon massiv Zahnstein?!!! Beitrag #12
Die beiden noch vielfach angewandten Medis bei der Katze sind Ketamin und Xylazin. Letzeres ist schon seit etwa 5-6 Jahren vollkommen überholt und sollte bei der Katze vollständig durch Medetomidin ersetzt sein (gleiche Wirkung bei 10mal weniger Nebenwirkungen; entscheidender Unterschied: es kostet etwa das 10fache).
Eine gute Narkose besteht aus Prädmedikation, Einleitung und Erhaltung.
Für die Prämed hat man zur Verfügung: Medetomidin, Dexmedetomidin, Midazolam, Diazepam, Methadon, Fentanyl, Alfaxan, Ketamin, S-Ketamin, Butorphanol, Buprenorphin und Acepromazin.
Für die Einleitung verwendet man: Propofol, Etomidat, Alfaxan oder ein Barbiturat (eher super selten).
Für die Erhaltung hat man dann: dieselben wie für die Einleitung, Sevofluran und Isofluran.
Einleitung und Erhaltung je noch kombinierbar mit Fentanyl, Medetomidin, Ketamin oder Midazolam.

Jedes dieser Medis hat Wirkungen und Nebenwirkungen. Wie was und wo, das würde hier zu weit führen. Man braucht nicht umsonst ein Studium, um die Medis anzuwenden. Um es wirklich zu verstehen, müsste ich bei der Anatomie und der Physiologie anfangen. Denn man sollte schon wissen an welchem Rezeptor welches Medi wie wirkt und was passiert, wenn dieser Rezeptor besetzt ist. Was ist, wenn das Tier an Organ x oder y einen Schaden hat und dann aber auch noch wie dieser Schaden genau aussieht, ein Tier mit dilatiertem Herz könnte man mit Medetomidin umbringen, eines mit einem hypertrophen Herz unterstützen. Herzfehler ist also nicht gleich Herzfehler. Was man bei hektischen Tieren geben darf und was auf gar keinen Fall. Bei welchem Medi der Besitzer bei der Einleitung noch dabei sitzen darf und bei welchem es eher ungünstig ist. Es führt wirklich ins Unendliche.

Als kleine Eckpunkte kann man sich merken: bekommt das Tier eine intramuskuläre Spritze und ist davon vollkommen weg, dann ist das keine gute Narkose.
Normalerweise sollte man eine Prämed i.m. geben oder, wenn man zuvor schon ne Braunüle legen kann, auch i.v. und davon sollte das Tier NUR ruhiger werden, nicht schon komplett wegschlafen.
Wenn das Tier zwei Stunden nach Narkoseende immer noch total "bekifft" ist und es nur eine "normale" Narkose war (also keine schwersten Verletzungen wie Unfall oder Magendrehung), dann ist das auch fragwürdig.
 
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  • Erst knapp 8 Monate alt und schon massiv Zahnstein?!!! Beitrag #13
Danke für die Aufklärung Hundenase!:D
Ich bin zwar jetzt nicht viel schlauer als vorher und kann ehrlichgesagt mit den ganzen Fachbegriffen nicht viel anfangen, aber es war zumindest ein interessanter Einblick.

Na ja, ich glaube, mir bleibt nichts anderes übrig, als weiterhin meiner TÄ zu vertrauen.:? Zumindest sind alle meine Tiere nach der Narkose wieder "wachgeworden" und nach den diversen Kastras gab es keine ABs. Das ist doch hoffentlich schonmal ein gutes Zeichen und spricht für meine TÄ.
 
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