Nach einem knappen halben Jahr melde ich mich mal zurück. Dobby ist es inzwischen ziemlich gut ergangen, und trotzdem steh ich jetzt schon wieder vor der Frage, ob wir ihn behalten sollen...
Obwohl mir vermutlich erneut keiner die Entscheidung abnehmen kann, und manch einer bestimmt schimpfen wird, muss ich mir einfach mal meine Sorgen von der Seele schreiben, auch wenn es jetzt dafür vlt. schon etwas spät ist.
Das letzte Jahr lief wie gesagt relativ gut. Dobby hat sich gut in unser Leben eingefügt. Mit meinem Kater kommt er tatsächlich super zurecht. Die spielen/kuscheln sogar (ganz) selten mal. Mit meiner Mietz lief leider nicht so doll. Nachdem sie vom Katerchen schon immer geärgert wurde, hat Dobby auch noch damit angefangen (ich hab das Gefühl, der Kater stachelt ihn dazu an). Seit einem Monat fehlt nun von der Mietz jede Spur. KA, ob es mit daran liegt, dass sie genervt war, oder ob es an etwas anderem lag. Aber das deprimiert mich schon ganz schön.
Mein „Vom Sofa- zum Rausgeh-Mensch-Plan“ hat mittelgut funktioniert. Ich bin auf jeden Fall viel mehr draußen gewesen. Bin mit meinem Freund, der Modellflugsport macht, mit gefahren und spazieren gegangen, während er fliegt, bin ein paar Monate regelmäßig joggen gegangen und eben oft mit Dobby spazieren, hin und wieder auch mit meiner Freundin und ihren vielen Gassihunden zusammen. Das hätte ich ohne Hund alles nicht gemacht und macht mir auch viel Spaß. Das tatsächlich täglich lange Spaziergänge machen, ist allerdings etwas eingeschlafen, muss ich gestehen. Und wenn ich dann nachmittags einfach so alleine mit ihm ne Runde gegangen bin, war es schon irgendwie „nur“ aus Pflichtbewusstsein.
Nun gibt es schwerwiegende Änderungen bei uns: Wider Erwarten konnte ich meine Arbeit hier nicht so fortsetzten, wie ich gedacht hätte, sondern werde quasi in eine andere Stadt versetzt. Mein Freund hat dort auch schon eine neue Stelle gefunden. Das heißt, wir werden umziehen. Jetzt suchen wir schon Wochen nach einer neuen Wohnung, was sich auch wegen Dobby als schwierig gestaltet. In meiner neuen Stelle werde ich mehr arbeiten müssen, d. h. auch 2/3 Tage in der Woche bis zu 8 Stunden nicht da sein. Beides hat uns überlegen lassen, ob es nun nicht doch besser für Dobby (und uns?) wäre, ihn wieder wegzugeben.
Dann kam noch hinzu, dass ich letztens wegen meines Heuschnupfens einen Allergietest machen lassen habe, und da kam neben sämtlichen Pollenallergien auch eine leichte Hundehaarallergie heraus. Von der merke ich zwar nichts (und wenn schieb ichs vermutlich auf die Pollen), aber so richtig schön ist das auch nicht. Außerdem habe ich Angst, dass sich die Allergie verstärkt, und ich dann irgendwann vlt. auch noch auf die Katzen allergisch reagiere.
Nun haben wir quasi ohne große Mühen viel zu schnell tatsächlich jemanden gefunden, der Dobby liebendgerne nehmen würde. Alleinstehender Mann, der hundeerfahren ist und Dobby auch jeden Tag mit ins Büro nehmen könnte. Für den Hund also besser, als ständig alleine. Ich rede mir ein, dass es so das beste ist, bin mir aber sooo unsicher.
Es ist natürlich gemein, dass Dobby schon wieder den Besitzer wechseln muss, aber vermutlich ist es besser so ?!
Wenn er hier bliebe, würde ich für die Tage, an denen ich so lange weg bin, einen Gassigänger einstellen (was ganz schön teuer ist). Aber viel besser ist das ja dann auch nicht. Nachmittags würde ich dann mit ihm rausgehen, aber dazu muss ich mich dann natürlich auch weiter aufraffen. Wenn nur jeden Tag Wochenende wäre

Mein Freund ist absolut dafür, Dobby wegzugeben (obwohl er sagt, dass es meine Entscheidung wäre, weil ich mich ja kümmere). Er argumentiert auch so, dass wir ja demnächst auch mal mit der Familienplanung anfangen wollen, und dass ich dann ja noch weniger Zeit für Dobby hätte. Womit er nicht ganz unrecht hat.
Ich würde es gerne erstmal noch einige Wochen probieren, wenn ich dann schon arbeite, aber wer weiß, ob wir dann noch jemanden anderes finden, der Dobby nehmen würde, und der auch so gut geeignet ist. Außerdem ist da immer noch das Wohnungsproblem… Und ich weiß auch nicht, wie schnell ich einen Gassigänger finden würde. Und je länger ich Dobby noch behalte, desto schwerer wird es sowohl Dobby als auch mir fallen.
Ich bin sooo ratlos, deprimiert und fühle mich wie ein ganz schlechter Mensch
