Rollkur wie funktioniert das? Um es nicht zu machen!

Diskutiere Rollkur wie funktioniert das? Um es nicht zu machen! im Pferde Ausbildung und Reiten Forum im Bereich Pferde Forum; Hey Leute, ich finde meine Themenüberschrift selbst ein wenig verwirrend... ich weiß aber nicht wie ich es besser schreiben kann. Zum Thema...
  • Rollkur wie funktioniert das? Um es nicht zu machen! Beitrag #1
ponnyfreundin

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Hey Leute,

ich finde meine Themenüberschrift selbst ein wenig verwirrend... ich weiß aber nicht wie ich es besser schreiben kann.

Zum Thema:

Ich möchte wissen wie funktioniert die Rollkur!
Aber nur um es nicht selber durch Fehler oder unwissenheit selber zu machen.
Ich möchte halt wissen wie das geht, ich habe ein paar Ratschläge mal bekommen wie ich das eine oder andere anders machen sollte. Dies alles hat sich aber immer sehr nach ZWING DEIN PFERD DAZU angehört. Daher möchte ich einfach mal wissen wie funktioniert das und wozu wurde der ** eigentlich mal erfunden!

Danke!

Off-Topic
habe zu dem Thema noch nichts zufriedenstellendes für mich gefunden.
 
  • Rollkur wie funktioniert das? Um es nicht zu machen!

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  • Rollkur wie funktioniert das? Um es nicht zu machen! Beitrag #2
Hey,
also ich finde, da gibt es verschiedene Ansichten von Rollkur...
die einen finden, das es schon Rollkur ist, wenn das Pferd man leicht (damit meine ich wirklich nur leicht, bin absolut GEGEN Rollkur!) hinter der Senkrechten geht.
Das finde ich okay, wenn es nur kurz ist - damit meine ich nicht diese erlaubte 10 Minuten regel sondern wenn es ausversehen für einige Sekunden ist, denn das passiert auch mir manchmal. Eine Parade zuviel und schon kann das passieren.

Aber allgemein denke ich wird als Rollkur das mehrminütige, sehr hinter der Senkrechten gerittenen Reiten angesehen...
Mit harter Hand, manchmal sieht man wie die Pferde sich schon fast in die Brust beissen - das ist dann das extrembeispiel...
Rollkur hat immer was mit Zwang zu tun, weil kein Pferd von selbst lange in so einer Haltung laufen würde.

Wozu das erfunden wurde...
Naja, Menschen sind leider so. Pferde sind wunderbare und vorallem starke Tiere - nicht nur körperlich stark, auch charakterlich.
Sie sind den Menschen emotional und körperlich tausendmal überlegen.
Das wollten die Menschen nicht... durch Rollkur kann man Pferde brechen. Man kann ihnen den Charakter zerstören, sie gefügig machen.
Rollkur sehen viele als Kontrolle... wenn ein Pferd so geritten wird haben die Menschen das Gefühl "Ich bin mächtig, ich beherrsche das Pferd".
Es hat dann nichtmehr mit Harmonie zu tun...
Aber teilweise gibt es (unwissende) Leute, die das teilweise als schön ansehen.
Und vorallem: Es sieht "versammelt" aus. Obwohl die Menschen meistens den Begriff "Versammlung" nichtmal richtig verstanden haben, behaupten sie dann, ihr Pferd ginge versamelt - es geht ja schließlich rund.
Wenn man ein Pferd auf sanfte Weise versammeln will, rund Reiten will... das kann einige Jahre dauern.
Mit Rollkur geht es innerhalb weniger Tagen.

Das es -vorallem auf Dauer gesehen- extrem schädlich ist, muss ich ja sicher nicht sagen...

Wie du es verhindern kannst?
Sanfte Hand, Paraden darf man natürlich geben - aber Rollkur beginnt oft mit "Links-Rechts-Links-Rechts" Paraden, die stark sind - also sozusagen Riegeln.
Einfach schauen, dass das Pferd immer etwas vor bzw in der Senkrechten geht - wie gesagt, auch meine Pferde gehen manchmal leicht hinterm Zügel, das ist aber weder gewollt noch dauert es länger als 1 Minute an.

Hoffe die Antwort hat was gebracht... =)
 
  • Rollkur wie funktioniert das? Um es nicht zu machen! Beitrag #3
Die Rollkur darf nicht verwechselt werden mit dem Hinterm-Zügel-gehen eines Pferdes.
Beides sieht für den Laien erstmal gleich aus.
Das Pferd geht mit der Nase weit hinter die Senkrechte und bleibt dort, der Hals ist stark gekrümmt und verkürzt, die Ohrspeicheldrüse ist gequetscht so wie auch der Kehlkopf. Das Pferd hat die Lende gerade und die Hüfte nach hinten gestellt.

Beim hinter-dem-Zügel laufen handelt es sich um einen Reiterfehler oder ein Vermeidungsverhalten des Pferdes.
Der Reiter beabsichtigt nicht, dass das Pferd so läuft! Das Pferd hat aufgrund von Reiterfehlern, aufgrund von Schmerzen oder durch unpassendes Material Schmerzen und verkriecht sich daher hinter dem Zügel, damit der Reiter nicht weiter einwirken kann. Manche Pferde haben das bis zur Perfektion raus, um sich zu entziehen (auch oft bei Überforderung oder falschem Training während der Ausbildung).
Diese Pferde laufen mit inaktiver HH und geradem bis gesenktem Rücken, die Kruppe ist hochgedrückt, die HH steht nach hinten heraus.

Bei der Rollkur handelt es sich um eine absichtlich vom Reiter zu Trainingszwecken herbeigeführte Haltung des Pferdes. Das Pferd wird durch Riegeln oder durch pausensoses, abwechselndes, extremes Stellen (nicht biegen, nur den Hals Bewegen) in beide Richtungen mit der Nase zur Brust gezogen. Diese Reiter treiben dabei stark, so dass die HH nicht so stark nach hinten gedrückt werden kann. Beim Training wird häufig von einer 2. Person eine Touchiergerte für die HH benutzt.
Das Pferd wird so mit voller Absicht zusammengeschoben, bis es nicht mehr weiter geht. Diese Reiter meinen noch immer, dass das Dehnung und Training ist. Sie haben Angst, dass ein Pferd ohne Rollkur steif und fest im Maul wird.

Wer die Rollkur oder das hinter dem Zügel laufen vermeiden will, sollte darauf achten, dass die Dehnungsbereitschaft an die Hand jederzeit vorhanden ist Punkt 3 der Ausbildungsskala (Anlehnung). Das Pferd kann sehr wohl ab und zu (und wirklich nur ab und zu) hinter die Senkrechte geholt werden. Jedoch niemals so stark, dass es sich in die Brust beißen könnte und niemals über einen längeren Zeitraum. Das Erreichen der Haltung hinter der Senkrechten darf nicht durch starke Zügeleinwirkung plötzlich erfolgen, sondern geht sanft über mehrere Meter. Hierdurch wird die Ohrspeicheldrüse des Pferdes weicher. Nach dem kurzfristigen (!) Reiten hinter der Senkrechten muss das Pferd sich immer dehnen!
Es gehört also an das Ende der Lösungsphase (Einteilung der Reiteinheit in Aufwärmphase, Lösungsphase, Arbeitsphase und Beruhigungsphase) und ist häufig ein Test, ob das Pferd wirklich locker ist.

Westernreiter z.B. die mit viel Slag (sehr lang durchhängende Zügel) reiten, checken so ob das Pferd im Maul noch bei ihnen ist. Auch hier darf man das langsame Annehmen des Zügels nicht mit dem brutalen Reißen (immerhin an der blanken Kandare) verwechseln.
Englischreiter vergessen meist, nach dem kurzfristigen Reiten hinter der Senkrechten das Pferd sich wirklich dehnen zu lassen (Laaaang tief). Sollte das Pferd sich dann nicht zum Gebiss nach unten dehnen, sondern den Kopf heben, war das Reiten hinter der Senkrechten nicht erfolgreich und wurde falsch und zu hart (mit zu starken Zügelhilfen) angewendet. Das ist sehr schlimm, da das Pferd dann das Vertrauen zum Gebiss recht schnell verliert.
Auch ein offenes Maul kann ein Indiz für eine zu harte Hand beim Reiten hinterm Zügel sein. Daher muss das Reithalfter incl. Sperriemen wirklich korrekt angelegt werden, so dass der Reiter eine Kontrollmöglichkeit hat. Das Pferd muss die Chance haben, das Maul etwas zu öffnen und dem Reiter oder Ausbilder in der Bahn damit anzeigen können, dass es noch nicht bereit für diese Übung ist und die Hand zu stark einwirkt.
2 Finger breit über dem Nasenbein ist Mindestmaß, stark angezogene Reithalfter sind daher No go. Auch hier gilt noch der alte Satz 'warum soll dein Pferd kauen, wenn du es ihm so schwer wie möglich machst'.
 
  • Rollkur wie funktioniert das? Um es nicht zu machen! Beitrag #4
Ich danke euch für eure Beiträge haben mir sehr geholfen!

Mit meinem 4 jährigen hab ich das immer wenn ich anfange ihn zu biegen über großzügig gebogene Linien, dass er so "abklappt" also seine Anlehnung kommt nicht langsam sondern so schlagartig und ist dann damit sofort in der senkrechten. Da hab ich auch schon den Kommentar bekommen ich würde meinen kleinen mit der Rollkur "misshandeln". Aber so bald er das macht bekommt er "Luft" also ich lass dann auch sofort locker damit er sich wieder ein wenig strecken kann. Was er auch immer braucht glaube ich zumindest. Und danach geht er ganz normal vor der senkrechten so wie es sein soll in Anlehnung.
Zwischendurch passiert es immer mal wieder aber ich glaub dann liegt es wirklich an meiner Hand :| in solchen Momenten oder er fühlt sich überfordert. (wird ja auch erst seit einem Jahr geritten) Wenn das zwischendurch passerit lasse ich ihn auch immer wieder lang. und er streckt sich dann nach vorn und unten.

Ich hoffe ich mache das richtig so. Danke!
 
  • Rollkur wie funktioniert das? Um es nicht zu machen! Beitrag #5
Ich würde das Pferd -wenn es sich abklappt, so wie du schreibst - nicht sofort loslassen. Das Abklappen ist einfach ein Anzeichen dafür, dass das Pferd den Druck im Maul auszuweichen versucht.
Er soll aber das Gebiss suchen und nicht so lange gegen den Druck arbeiten, bis es ihm zu viel wird und er davor flüchtet.
Wenn er abklappt (nette Beschreibung - wirklich, man kann sich das richtig gut vorstellen), lass den Zügel nur etwas nach und treib ihn sanft aber energisch vorwärts. Das Vorwärtstreiben sollte sanft und aufbauend auf sehr großen gebogenen Linien (Zirkel) oder auf der Geraden (möglichst auf dem 3. Hufschlag) erfolgen.
Das Pferd soll eine sanfte Anlehnung an die Hand suchen.
Kommt das Pferd ans Gebiss, ist dein Feingfühl gefragt. Gib ganz langsam und gefühlvoll (Zunge des Pferdes fühlen, der Zügel darf nicht springen) nach und treibe dabei schön weiter vorwärts. Das Pferd soll im Idealfall dann mit der Nase weiter nach vorn kommen und sich nach vorwärts abwärts strecken.
Hebt das Pferd sich dann heraus - passiert sehr häufig- reite einfach wieder eine große gebogene Linie, dann fällt die ruhige Führung dem Pferd leichter.
Bei solchen Pferden, die früh durch verkriechen dem Gebiss ausweichen wollen, verwende ich ein sehr weiches Gebiss bei dem ich schon mal etwas auf die Hand bekomme. Das Pferd soll lernen, dass das Gebiss nicht weh tut, sondern ihm eine echte Hilfe ist.
Als sehr weiche Gebisse verwende ich meist folgende: Doppelt gebrochen mit anatomisch geformter und gedrehter Mittelolive, Nathe (wenn kein trockenes Maul), Leder (bei trockenem Maul), einfach gebrochen und anatomisch geformt mit Kupfereinlage, doppelt gebrochen und anatomisch geformt mit Rolle in der Mitte.

Ein Pferd, das schon durch Biegung und Lösung den Hals fallen lässt (nicht nur den Kopf abknickt) kann man auch sehr schön gebisslos reiten (keine gebisslose Zäumung, die den Kopf kompremiert und Druck aufs Genick oder den Unterkiefer ausübt). Das hat bei Jungpferden den Vorteil, dass man bei evtl. sensiblen Pferden im Zahnwechsel weitertrainieren kann.

Off-Topic
Ich hatte mal einen Hengst, der enorme Probleme im Zahnwechsel hatte. Die Hengstzähne kamen erst als er schon anfang 6 war und schön nacheinander. Er hatte Schmerzen und verweigerte das Gebiss - mir war sofort klar, dass das nur die Zähne sein könnten und siehe da, der Kiefer war rot und geschwollen. Gebisslos ließ er sich aber super reiten, denn er arbeitet sehr gern wenn er motiviert wird (ach, den muss man immer mit Lob überschütten aber dann funzt er als wenn es um die WM geht).
Gut, dass er gebisslos geritten werden konnte, denn er verweigerte das Gebiss glattweg mehrere Monate. So konnten wir wenigsten das Training weiterführen und auch Ausritte genießen.
Da er western geritten wird, konnte er sogar noch Turniere bestreiten und auf der Hengstkörung in Aachen den Vizekörsieger stellen.
 
  • Rollkur wie funktioniert das? Um es nicht zu machen! Beitrag #6
Das ist eine gute Hilfe Machtnix. Ich hab immer gedacht ich muss ihm dann besonders viel luft geben. Sah auch immer ganz komisch aus am Anfang, weil er sich dann halt eben fast wie bei der Rollkur in die Brust gebissen hätt. (Kopf fällt runter und Hals macht sich extrem rund und biegt den Rücken nach unten durch) Ich hab keine Ahnung wie der das hinbekommen hat, lieg wie eine "Badewanne".

Er hat ein "Ausbildungsgebiss" so war es betitelt. Auch anatomisch und doppelt gebrochen. Hab auch schon mit Gebisslos überlegt aber da will er nicht... Hatte ein Sidepull glaub ich von seiner Stallnachbarin.
Gerade weil ich nicht wollte das er das Gebiss nicht akzeptiert oder doof findet.

Ich danke dir erstmal und schau mal ober das besser läuft:)!
 
  • Rollkur wie funktioniert das? Um es nicht zu machen! Beitrag #7
Hey,
würde auch die oberen Tipps ausprobieren..

Anatomisches Gebiss ist gut, aber vielleicht willst du mal ein einfach gebrochenes versuchen - das ist noch sanfter als ein doppeltes, auch wenn andere Gerüchte rumgehen.

Lg
 
  • Rollkur wie funktioniert das? Um es nicht zu machen! Beitrag #8
Danke für den Tipp, hatte einfach auch schon mal probiert geht aber garnicht. Der geht da ganz stark gegen an und Streckt die Nase zum Himmel:D

Hab es mal ausprobiert, ihn einfach die Anlehnung/das Gebiss selber zu suchen. Dauert dann zwar gut ne viertel Stunde im Trab aber es funktioniert super! Auch wenn ich ihn danach dann wieder annehme wenn er es anbietet, klappt er nicht mehr ab! Samstag hat er das nochmal getan, da hab ich ihn weiter getrieben und die Zügel stehen lassen und siehe da er kam wieder hoch, also nicht zu hoch, so wie ich es gern möchte:D

Ich DANKE euch!
 
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