Hengst aggressiv?!

Diskutiere Hengst aggressiv?! im Pferde Ausbildung und Reiten Forum im Bereich Pferde Forum; Es ist schwierig, ein Pferd ist nunmal ein Lauftier. Und wenn Du mit ihm spazieren gehst auf eine große Wiese oder so mit Longe und ihn etwas...
  • Hengst aggressiv?! Beitrag #21
Es ist schwierig, ein Pferd ist nunmal ein Lauftier. Und wenn Du mit ihm spazieren gehst auf eine große Wiese oder so mit Longe und ihn etwas grasen usw. lässt?

Es ist aber bestimmt keine Dauerlösung!
 
  • Hengst aggressiv?! Beitrag #23
Darf ich fragen warum nicht?

LG

Klar darfst du.
In dem Stall kommen die Ponys nur auf Weide (ja, das ist eine DRP zucht), die tragend sind bzw die mit jüngeren Fohlen.
Und die Weiden sind alle weiter weg und ich fahr zum Stall immer mit dem Fahrrad, da mein Vater arbeiten muss und mich niemand außer am Wochenende evtl hinbringen kann.

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Es ist schwierig, ein Pferd ist nunmal ein Lauftier. Und wenn Du mit ihm spazieren gehst auf eine große Wiese oder so mit Longe und ihn etwas grasen usw. lässt?

Es ist aber bestimmt keine Dauerlösung!


Ja, das könnte ich machen. Aber ich bin ja auch nicht jeden Tag da und habe noch ein zweites Pflegepony..
 
  • Hengst aggressiv?! Beitrag #24
Und wenn Du einen neuen Unterschlupf für dein Pflegepony suchst?
 
  • Hengst aggressiv?! Beitrag #25
Also er braucht sein auslauf und wiese auch. Dann lass mal das reiten weg und geh ne Runde joggen mit ihm oder Grasen. Vieleicht wird er dann was ausgeglichener
 
  • Hengst aggressiv?! Beitrag #26
Hm, also was meinst du nun mit 'fromm' ? Und wie war er vorher?

Vorher wurde er mit 2 1/2 richtig Hengstig und man konnte ihn nicht mehr in der nähe von Stuten stehen lassen, jedes führen von Paddok/Wiese zum Stall oder spazieren gehen war ein einziger Machtkampf wer Chef ist. Man konnte ihn zu erst noch mit normalen Stallhalfter führen, dann mit Kette und als er dann 3 wurde kurz drauf hat er noch mal ein gekriegt und es ging nur noch mit Steigergebiss (glaube so heißt dieser Metallring zum führen) Spazieren gehen war nicht mehr möglich.
Anlongieren wurde dann zur einzigen Katastrophe! Weil er wollte sich ja nicht führen lassen. Ging aber dann irgendwie. Unterm Sattel da war er eigentlich ganz brav also er hat da nicht groß rumgesponnen war halt frisch eingeritten ist ja auch gut so wie es war. Hat aber seine RB gemacht. Das kam so: ich war krank mit ner schweren Bronchitis und hab Bettruhe verordnet bekommen, meine Ma war nicht da und ich musste die Pferde rein holen. Sattelkammer war zu geschlossen also hatte ich weder eine Gerte noch eine Kette und auch kein Steigergebiss. Und ich hatte einen echt beschissenen Kreislauf und war total schlapp. Das hat er natürlich gemerkt und mich erstmal angestiegen und mich ein paar Ränge abgestuft. von da an konnte ich nicht mehr mit ihm arbeiten, nicht führen, nicht putzen, füttern durft ich ihn noch, weil er hat nur noch nach mir gebissen und getreten usw.

Meine Ma hat ihn dann wo anders hin gestellt denn ich wollte das "Mistvieh" zu dem Zeitpunkt war er das für mich erschiessen.... So böse es auch klingt aber ich hatte echt Panik!

Dann wurde er gelegt meine Ma meinte dann sie holt ihn wieder, war so ca 5 Wochen nach dem legen. Sie hat denn halt erzählt das er sich dann in seiner Art beruhigt hat und auch am norlmalen Stallhalfter jetzt ohne Probleme zu führen sei. Hab mich ihm langsam wieder angenähert und ihn mehr oder weniger neu kennengelernt. Zu Anfang war das echt schwer für mich aber er war echt wie ausgewechselt, wollte immer zu kuscheln, am liebsten auf den Arm wei ein Hund bei Fuss nur noch näher beim führen. Kein getrete mehr und vor allem Kein STEIGEN!! Ich war soooo glücklich. Und jetzt ist er 5 hitzköpfig wie ein normaler Araber aber in keiner Weise mehr bösartig. Sondern eher mal ein wenig schreckhaft beim spazieren gehen wenn er einen mal um schiebt aber nicht mehr weil er seinen Rang sicherstellen will.

Sorry für den langen Text aber du wolltest es ja wissen:mrgreen:
 
  • Hengst aggressiv?! Beitrag #27
Also er braucht sein auslauf und wiese auch. Dann lass mal das reiten weg und geh ne Runde joggen mit ihm oder Grasen. Vieleicht wird er dann was ausgeglichener


Also erstens reite ich momentan schon wenig. Und joggen gehen kann ich mit ihm nur mit viel anstrengung da er da sehr schnell wird und joa. Spaßieren gehen ja, joggen eher nein. Wiese geht wie gesagt nicht, aber ich kann ihn mal grasen lassen.

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Und wenn Du einen neuen Unterschlupf für dein Pflegepony suchst?


Ich hab ja keinen Einfluss wo er steht.
Der Stall wo er steht gehört der Besitzerin und sie würde es nicht erlauben das er wo anders hin kommt.

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Vorher wurde er mit 2 1/2 richtig Hengstig und man konnte ihn nicht mehr in der nähe von Stuten stehen lassen, jedes führen von Paddok/Wiese zum Stall oder spazieren gehen war ein einziger Machtkampf wer Chef ist. Man konnte ihn zu erst noch mit normalen Stallhalfter führen, dann mit Kette und als er dann 3 wurde kurz drauf hat er noch mal ein gekriegt und es ging nur noch mit Steigergebiss (glaube so heißt dieser Metallring zum führen) Spazieren gehen war nicht mehr möglich.
Anlongieren wurde dann zur einzigen Katastrophe! Weil er wollte sich ja nicht führen lassen. Ging aber dann irgendwie. Unterm Sattel da war er eigentlich ganz brav also er hat da nicht groß rumgesponnen war halt frisch eingeritten ist ja auch gut so wie es war. Hat aber seine RB gemacht. Das kam so: ich war krank mit ner schweren Bronchitis und hab Bettruhe verordnet bekommen, meine Ma war nicht da und ich musste die Pferde rein holen. Sattelkammer war zu geschlossen also hatte ich weder eine Gerte noch eine Kette und auch kein Steigergebiss. Und ich hatte einen echt beschissenen Kreislauf und war total schlapp. Das hat er natürlich gemerkt und mich erstmal angestiegen und mich ein paar Ränge abgestuft. von da an konnte ich nicht mehr mit ihm arbeiten, nicht führen, nicht putzen, füttern durft ich ihn noch, weil er hat nur noch nach mir gebissen und getreten usw.

Meine Ma hat ihn dann wo anders hin gestellt denn ich wollte das "Mistvieh" zu dem Zeitpunkt war er das für mich erschiessen.... So böse es auch klingt aber ich hatte echt Panik!

Dann wurde er gelegt meine Ma meinte dann sie holt ihn wieder, war so ca 5 Wochen nach dem legen. Sie hat denn halt erzählt das er sich dann in seiner Art beruhigt hat und auch am norlmalen Stallhalfter jetzt ohne Probleme zu führen sei. Hab mich ihm langsam wieder angenähert und ihn mehr oder weniger neu kennengelernt. Zu Anfang war das echt schwer für mich aber er war echt wie ausgewechselt, wollte immer zu kuscheln, am liebsten auf den Arm wei ein Hund bei Fuss nur noch näher beim führen. Kein getrete mehr und vor allem Kein STEIGEN!! Ich war soooo glücklich. Und jetzt ist er 5 hitzköpfig wie ein normaler Araber aber in keiner Weise mehr bösartig. Sondern eher mal ein wenig schreckhaft beim spazieren gehen wenn er einen mal um schiebt aber nicht mehr weil er seinen Rang sicherstellen will.

Sorry für den langen Text aber du wolltest es ja wissen:mrgreen:


Ui Danke! Das macht mir Hoffnungen..:roll: :)
 
  • Hengst aggressiv?! Beitrag #28
Das wird schon wieder. Mit Geduld und Dominaz deinerseits bekommt ihr das bestimmt bald hin. Nur mach nicht den Fehler wie ich und geh völlig erschöpft da hin dann denke ich wird das schon.:D
 
  • Hengst aggressiv?! Beitrag #29
Das wird schon wieder. Mit Geduld und Dominaz deinerseits bekommt ihr das bestimmt bald hin. Nur mach nicht den Fehler wie ich und geh völlig erschöpft da hin dann denke ich wird das schon.:D


Heute war alles schon wieder besser, heute hat er nicht versucht mich zu treten .. Ein Wunder... :D
 
  • Hengst aggressiv?! Beitrag #30
Na ist doch super! Vielleicht war er einfach nur ein wenig durcheinander wegen Umzug und war ein wenig aufmüpfig:D
 
  • Hengst aggressiv?! Beitrag #31
Der Frühling kommt (jedenfalls auf dem Kalender und der Tageslichtzeit nach), die Hormone sprießen und die Hengste werden hippelig.
Das ist völlig normal und beginnt schon ab Mitte Februar.
Wenn ein Hengst ruhig und umgänglich bleiben soll - auch später und auch wenn er mal deckt - ist gute Vorarbeit wichtig!

Haltung:
Reine Boxenhaltung ist leider abzulehnen.
Selbst kleine Matschpaddocks im strömenden Regen -wenn das Pferd eigentlich keine Lust hat rauszugehen und bitte mit Decke raus, denn das Pferd kann sich nicht warumlaufen - die eigentlich nur dem 'Pferdelüften' dienen, bringen etwas.
Jüngere Hengste sollten in Pferdegesellschaft gehalten werden - auch wenn das oft nur zeitweise möglich ist. Das schult das Sozialverhalten und macht das Pferd für den Reiteinsatz freundlicher, da das Pferd seine Grenzen kennt und sich in Pferdegesellschaft einfach wohler fühlt.
Mit zunehmendem Alter werden Hengste oft unkomartibel mit anderen Pferden. Sie können auch sehr gut allein gehalten werden. Auch in der Natur bekommt nicht jeder Hengst eine Stutenherde ab. Daher schlagen Hengste im Alter zwischen 7-9 Jahren meist um, da die biologische Uhr tickt. Danach sind sie super allein zu halten und binden sich enorm an den Menschen.
Auch Deckhengste, die zwischendurch in Stutenherden gehalten werden oder die die Chance haben, längere Zeit mit einer tragenden Stute zusammenzubleiben zeigen dieses Verhalten gegenüber der Bezugsperson Mensch.

Erziehung:
Ein Hengst sollte sehr früh lernen, sich unterzuordnen und nicht zu diskutieren. Er sollte auf jeden Fall jederzeit das Kopfsenken (Biss den Kojoten) akzeptieren und auch den Menschenarm über dem Genick. Diese Haltung ist eine Unterordnung (das Ranghohe Pferd hat immer seinen Hals über dem Rangniederen).
Hengsten gefällt das nicht immer aber wenn sie früh genug diese Behandlung gewohnt sind, bleibt ihre Widersetzlichkeit moderat und es gibt keine Gefahr für Pferd oder Mensch.
Beim Putzen darf ein Hengst durchaus seinen Unmut zeigen, wenn er gewisse Berührungen sowieso nicht mag (z.B. Berührung an den Flanken, der Brust oder beim Satteln), diese Unmutsbezeugung darf jedoch niemals in Richtung des Menschen gehen, sondern sollte immer von ihm weg gezeigt werden. Hierzu gehören Beißen in die Luft mit abgewendetem Kopf, Wegdrehen des Körpers mit Zeigen der Seite zum Menschen, Schweifschlagen (Peitschen vom Menschen weg), ...
Der Hengst muss aber auf jeden Fall körpersprachlich oder auf sanftes antippen (oder mit der Fingerspitze pieken) weichen.
Wichtig ist, dass das Pferd den Menschen immer im Blick hat und auf ihn achtet, so entsteht keine Unfallgefahr durch hormonbedingte Umweltorientiertheit.

Auf disziplinarische Maßnahmen wie einen Klaps (oder gar Schläge), Tritte, Rückwärtsschicken, sollte verzichtet werden, gerade wenn das Pferd Adrenalin bis zur Schädeldecke hat. Der Hengst ist dann auf Kampf aus und der Mensch muss sich auf eine entsprechende Antwort gefasst machen. Gut konditionierten und erzogenen Hengsten kann man schon mal einen warnenden Klapps verabreichen allerdings bringt meiner Erfahrung nach eine laute Stimme (im schlimmsten Fall anschreien) sehr viel mehr als körperliche Gewalt - die spürt ein aufgedrehter Hengst sowieso nicht, denn das Schmerzempfinden ist stark herabgesenkt und er ist auf Krawall gebürstet. Von intelligenzloser Gewalt (Gertenschläge, Steigergebisse, Hengstketten) kann ich nur abraten! Das Problem wird nur noch schlimmer und entweder der Mensch oder das Pferd werden irgendwann häufig verletzt (Tritte, Beißen, Schwellungen oder Knochenhautentzündungen z.B. auf dem Nasenbein beim Pferd - zu erkennen an dem Knubbel auf dem Nasenrücken).

Auch beim Reiten gilt: Intelligenz vor Gewalt.
Sollte ein Hengst beim Reiten beispielsweise ausschachten, darf man ihn keinesfalls härter anfassen oder gar schlagen. Man trabt einfach an und dreht im Mitteltrab einige Runden (nicht galoppieren lassen). Im Trab kommt immer dann das Hinterbein nach vorn, wenn der Schlauch zu der Seite schwingt. Der Hengst tut sich selber weh, nicht der Mensch. Er wird den Schlauch daher einziehen und sich auf die Arbeit konzentrieren. Hengste die so von Anfang an geritten wurden, machen eigentlich keine Probleme in größeren Gruppen.
Sie müssen sich nichtmal besonders zusammenreißen, denn aufgrund eines konsequenten Trainings in dieser Form, kommen Hormonspitzen gar nicht erst auf.


Ich empfehle dir und allen, die mit dem Pferd Umgang haben, einen Bodenarbeitskurs. So lernt ihr körpersprachlich mit dem Pferd zu kommunizieren. Diese Art der Kommunikation muss dann aber konsequent und Jederzeit wenn man beim Pferd ist, weiter umgesetzt werden.
Hengste sind toll, aber sie müssen schon früh auf ihr Leben als Hengst vorbereitet werden, dann sind sie selbst bei Anfängern sicher wie eine Bank.

Bei Hengsten, die nicht zum Deckeinsatz bestimmt sind, empfehle ich jedoch die Kastration. Als Wallach haben sie ein ruhigeres Leben, können in der Herde raus, sind in Gruppen kompartibler. Mit 4 Jahren ist das Pferd in seiner Entwicklung sowieso recht weit, so dass es nach einer Kastration höchstens noch ein wenig mehr wachsen wird als unkastriert.
Die Kastration sollte nach Möglichkeit im Herbst/Winter stattfinden. In dieser Zeit ist die Hormonproduktion sowieso niedrig, außerdem hat man bei der Wundheilung kein Fliegenproblem und Kastrationsprobleme sind enorm seltener.
 
  • Hengst aggressiv?! Beitrag #32
Off-Topic
Das gehört zwar nicht unbedigt zum Thema, aber ich muss es trotzdem mal los werden:
Vielen Dank, Machtnix, für deine Beiträge. Ich lese sie wahnsinnig gerne, weil man wirklich viel lernt, selbst wenn man nicht die selben Probleme wie die Threadersteller hat. Danke, dass du dein Wissen teilst :023:
 
  • Hengst aggressiv?! Beitrag #33
Ui danke für das alles Machtnix!

Er wird nun noch kastriert. In 3 Wochen. Er kommt dazu aber in die Klinik..


Also beim reiten ist er total lieb, und wenn er mal Stuten nachwiehert lasse ich ihn traben und arbeite ordentlich mit ihm!

Beim putzen und Umgang insgesamt hau ich ihn meist etwas doller! Die Besi hat gesagt ich soll das machen.. :|

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Achso und er kommt nun immer mit den Hengsten und Wallachen auf ein Paddock, aber halt auch immer nur für ein, zwei Stunden und das nicht jeden Tag..
 
  • Hengst aggressiv?! Beitrag #34
Ui danke für das alles Machtnix!
Dankeschön, mach ich gern.

Er wird nun noch kastriert. In 3 Wochen. Er kommt dazu aber in die Klinik..
Sicher eine sehr gute Entscheidung. Für das Pferd und für euch. Ihr werdet sicher noch mehr Freude aneinander haben und viel entspannter miteinander umgehen. Hengste sind toll, aber für einen wirklich gut erzogenen und nicht nur unterdrückten Hengst, der sich gern dem Menschen anschließt und zeigt wie ein Hengst für gemeinsame Ziele kämpfen kann, ist nur mit sehr viel Erfahrung heranzuziehen. Wenn man diese Erfahrung nicht hat, ist das gar nicht schlimm.
Es zeugt daher eher von Größe, nicht vom Black Beauty Hengst zu träumen, sondern realistisch seinem Pferd ein tolles Leben zu bieten.
Genauso bin ich der festen Meinung, dass Hengste nur dann Hengste bleiben sollen, wenn sie auch decken. Ansonsten ist es pferdefreundlicher sie kastrieren zu lassen. Nicht jeder Hengst ist meiner Meinung nach physisch und erst recht nicht psychisch dazu geeignet, sich weiterzuvererben. Es zeugt daher eher von Größe und realistischer Einschätzung, sich für die Kastration zu entscheiden.

Also beim reiten ist er total lieb, und wenn er mal Stuten nachwiehert lasse ich ihn traben und arbeite ordentlich mit ihm!
Das Pferd zu arbeiten, finde ich kontraproduktiv. Du musst bei der Arbeit anfangs mehr Kraft aufwenden und das Pferd ist für eine vernünftige Arbeit viel zu umweltorientiert und hormongesteuert. Das bring Spannung ins Reiten und für das Pferd ein unangenehmes Gefühl. Reiten sollte durch An- und Abspannen der Muskulatur nicht nur Arbeit, sondern auch Entspannung für das Pferd bedeuten. Hat das Pferd dieses System verstanden, wird es sehr viel motivierter und lockerer mitarbeiten. Genauso wird das Pferd Ausbildung wirklich als Bildung verstehen. Pferde können das.
Man sieht immer wieder, wie Pferde das unter dem Reiter neu gewonnene Gleichgewicht, die Beweglichkeit und die Kraft auch frei in der Herde einsetzen. Oft erklimmen rangniedere Pferde während der Ausbildung einen höheren Rang in der Herde. Beim Freilaufenlassen zeigen Pferde oft unter dem Reiter gelernte Übungen, die ihnen Spaß machen und die sie leicht bewältigen können. Die Pferde taxieren besser und können sich selber besser einschätzen, da sie ihre Kraft, ihr Gleichgewicht und ihre Hinterhand besser einschätzen können.
Daher sollte das Training immer motivierend sein und das Pferd sollte nie aus der Verspannung heraus Rittigkeit erreichen.
Wenn du das Problem schnell erledigen willst (innerhalb weniger Tage), dann brauchst du einen Helfer. Dieser sollte eine Stute reiten, im Idealfall ist diese Stute sogar rossig - muss aber absolut nicht.
Du reitest neben dem Helfer entspannt Schritt. Bleibt dein Hengst ruhig, haltet ruhig mal nebeneinander an und unterhaltet euch. Du verbietest deinem Henst per Zügel, dass er zur Stute schaut. Er wird sie also nur anblinzeln können. Die Zügelhilfe sollte Impulsartig und nicht permanent sein, der Zügel sollte vorwiegend druchhängen. Reize den Hengst so (also in einer Normalsituation), dass er ausschachtet.
Sobald er ausschachtet (du musst das von Oben nichtmal gleich merken, es gibt Hengste, die das ganz heilich machen), sagt der Helfer dir Bescheid. Du trabst dann ganze Bahn am möglichst langen Zügel sofort im schnellstmöglichen Trab los. Sobald der Hengst den Schlauch wieder eingezogen hat, trabst du noch 2 Runden weiter und gehst dann wieder zu der Stute und zu eurer Unterhaltung zurück als wäre nichts gewesen.
Der Hengst wird das System sehr schnell verstehen - du wirst dich wundern.
Hat der Hengst das verstanden, werden seine Hormone unter dem Reiter gar nicht mehr aufkommen und du kannst dein Training ohne Unterbrechungen jederzeit weiter fortführen - egal wer reinkommt. Auch Kursbesuche, Gruppenstunden oder Turniere sind so sehr viel entspannter.

Beim putzen und Umgang insgesamt hau ich ihn meist etwas doller! Die Besi hat gesagt ich soll das machen.. :|
Wohin haust du ihn und wie reagiert er?
Selbst wenn du mit aller Kraft zuhaust, musst du keine Angst haben, du kannst niemals so stark zuhauen wie ein Pferdekumpel, es ist nur völlig sinnfrei.
Was wichtiger ist als der Schlag selber, ist also die Drohgebärde davor.
Diese muss - wenn sie effektiv sein soll - möglichst groß sein. Sonst tust du dir nur die Hand weh.
Hauen bringt daher eher weniger, wenn man ein Pferd (egal welches Geschlecht) disziplinieren möchte, ist Schubsen (Körpersprache), Kneifen (in die richtigen Stellen, die das Pferd auch versteht), Pieken (mit dem Fingernagel und schwer nervend), lautes Sprechen (wenn ständig Jemand im Stall mit irgendeinem Pferd rumschreit ist das natürlich sinnlos. Pferde, die lautes Sprechen oder gar Schreien nicht kennen sind enorm eingeschüchtert) und Schnippen mit dem Finger meist viel wirkungsvoller.

Achso und er kommt nun immer mit den Hengsten und Wallachen auf ein Paddock, aber halt auch immer nur für ein, zwei Stunden und das nicht jeden Tag..
Toll! Das ist viel besser als nix und schon die 2 Stunden sollten sich positiv auf das Pferd auswirken.
Um einen Hengst in der fehlenden Freizeit ein Ventil zu geben kann man ihn z.B. in der Halle freilaufen lassen und ihm einen großen Sitzball zum Spielen und abreagieren geben. Einfach mal einen Ball (gibt es bei Aldi für 6 Euro) in die Halle schmeißen und selber anfangen damit zu spielen, wenn das Pferd diesen ignorieren sollte. Wenn er sich damit von allein beschäftigt ist das super. Sollte er das nicht tun, kann man den Ball in die Bodenfreiarbeit mit einbinden und ihm zeigen, dass ein Ball weggerollt werden kann. Viele Hengste -gerade junge- spielen enorm gern damit und lassen ihre Energie gern daran aus.
Ein junger Hengst muss immer ein Ventil haben, ein Ventil das eben ein Gegenstand ist, mit dem er allein oder sogar zusammen mit dem Menschen spielen kann.
Mit meinem jüngeren Hengst kann ich mittlerweile den Ball zuschießen (er fing von selber damit an), er läuft auch hinterher und schießt das Ding durch die Gegend, wenn wir mit mehreren Leuten den Ball werfen will er Aufmerksamkeit und stellt sich quasi als Netz zwischen uns, der Ball kann dann auf seinem Körper auftippen oder drunterher gerollt werden - alles ganz frei.
Die älteren Hengste haben weniger Interesse am Spiel. Ab einem gewissen Alter mutieren sie irgendwie zum Kaloriensparer :lol: und stehen nur faul rum. Erst die Beschäftigung mit dem Menschen (Bodenarbeit, Reiten) bringt sie in Wallung.
 
  • Hengst aggressiv?! Beitrag #35
[SCHILD]Kann zu[/SCHILD]

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