Ui danke für das alles Machtnix!
Dankeschön, mach ich gern.
Er wird nun noch kastriert. In 3 Wochen. Er kommt dazu aber in die Klinik..
Sicher eine sehr gute Entscheidung. Für das Pferd und für euch. Ihr werdet sicher noch mehr Freude aneinander haben und viel entspannter miteinander umgehen. Hengste sind toll, aber für einen wirklich gut erzogenen und nicht nur unterdrückten Hengst, der sich gern dem Menschen anschließt und zeigt wie ein Hengst für gemeinsame Ziele kämpfen kann, ist nur mit sehr viel Erfahrung heranzuziehen. Wenn man diese Erfahrung nicht hat, ist das gar nicht schlimm.
Es zeugt daher eher von Größe, nicht vom Black Beauty Hengst zu träumen, sondern realistisch seinem Pferd ein tolles Leben zu bieten.
Genauso bin ich der festen Meinung, dass Hengste nur dann Hengste bleiben sollen, wenn sie auch decken. Ansonsten ist es pferdefreundlicher sie kastrieren zu lassen. Nicht jeder Hengst ist meiner Meinung nach physisch und erst recht nicht psychisch dazu geeignet, sich weiterzuvererben. Es zeugt daher eher von Größe und realistischer Einschätzung, sich für die Kastration zu entscheiden.
Also beim reiten ist er total lieb, und wenn er mal Stuten nachwiehert lasse ich ihn traben und arbeite ordentlich mit ihm!
Das Pferd zu arbeiten, finde ich kontraproduktiv. Du musst bei der Arbeit anfangs mehr Kraft aufwenden und das Pferd ist für eine vernünftige Arbeit viel zu umweltorientiert und hormongesteuert. Das bring Spannung ins Reiten und für das Pferd ein unangenehmes Gefühl. Reiten sollte durch An- und Abspannen der Muskulatur nicht nur Arbeit, sondern auch Entspannung für das Pferd bedeuten. Hat das Pferd dieses System verstanden, wird es sehr viel motivierter und lockerer mitarbeiten. Genauso wird das Pferd Ausbildung wirklich als Bildung verstehen. Pferde können das.
Man sieht immer wieder, wie Pferde das unter dem Reiter neu gewonnene Gleichgewicht, die Beweglichkeit und die Kraft auch frei in der Herde einsetzen. Oft erklimmen rangniedere Pferde während der Ausbildung einen höheren Rang in der Herde. Beim Freilaufenlassen zeigen Pferde oft unter dem Reiter gelernte Übungen, die ihnen Spaß machen und die sie leicht bewältigen können. Die Pferde taxieren besser und können sich selber besser einschätzen, da sie ihre Kraft, ihr Gleichgewicht und ihre Hinterhand besser einschätzen können.
Daher sollte das Training immer motivierend sein und das Pferd sollte nie aus der Verspannung heraus Rittigkeit erreichen.
Wenn du das Problem schnell erledigen willst (innerhalb weniger Tage), dann brauchst du einen Helfer. Dieser sollte eine Stute reiten, im Idealfall ist diese Stute sogar rossig - muss aber absolut nicht.
Du reitest neben dem Helfer entspannt Schritt. Bleibt dein Hengst ruhig, haltet ruhig mal nebeneinander an und unterhaltet euch. Du verbietest deinem Henst per Zügel, dass er zur Stute schaut. Er wird sie also nur anblinzeln können. Die Zügelhilfe sollte Impulsartig und nicht permanent sein, der Zügel sollte vorwiegend druchhängen. Reize den Hengst so (also in einer Normalsituation), dass er ausschachtet.
Sobald er ausschachtet (du musst das von Oben nichtmal gleich merken, es gibt Hengste, die das ganz heilich machen), sagt der Helfer dir Bescheid. Du trabst dann ganze Bahn am möglichst langen Zügel sofort im schnellstmöglichen Trab los. Sobald der Hengst den Schlauch wieder eingezogen hat, trabst du noch 2 Runden weiter und gehst dann wieder zu der Stute und zu eurer Unterhaltung zurück als wäre nichts gewesen.
Der Hengst wird das System sehr schnell verstehen - du wirst dich wundern.
Hat der Hengst das verstanden, werden seine Hormone unter dem Reiter gar nicht mehr aufkommen und du kannst dein Training ohne Unterbrechungen jederzeit weiter fortführen - egal wer reinkommt. Auch Kursbesuche, Gruppenstunden oder Turniere sind so sehr viel entspannter.
Beim putzen und Umgang insgesamt hau ich ihn meist etwas doller! Die Besi hat gesagt ich soll das machen.. :|
Wohin haust du ihn und wie reagiert er?
Selbst wenn du mit aller Kraft zuhaust, musst du keine Angst haben, du kannst niemals so stark zuhauen wie ein Pferdekumpel, es ist nur völlig sinnfrei.
Was wichtiger ist als der Schlag selber, ist also die Drohgebärde davor.
Diese muss - wenn sie effektiv sein soll - möglichst groß sein. Sonst tust du dir nur die Hand weh.
Hauen bringt daher eher weniger, wenn man ein Pferd (egal welches Geschlecht) disziplinieren möchte, ist Schubsen (Körpersprache), Kneifen (in die richtigen Stellen, die das Pferd auch versteht), Pieken (mit dem Fingernagel und schwer nervend), lautes Sprechen (wenn ständig Jemand im Stall mit irgendeinem Pferd rumschreit ist das natürlich sinnlos. Pferde, die lautes Sprechen oder gar Schreien nicht kennen sind enorm eingeschüchtert) und Schnippen mit dem Finger meist viel wirkungsvoller.
Achso und er kommt nun immer mit den Hengsten und Wallachen auf ein Paddock, aber halt auch immer nur für ein, zwei Stunden und das nicht jeden Tag..
Toll! Das ist viel besser als nix und schon die 2 Stunden sollten sich positiv auf das Pferd auswirken.
Um einen Hengst in der fehlenden Freizeit ein Ventil zu geben kann man ihn z.B. in der Halle freilaufen lassen und ihm einen großen Sitzball zum Spielen und abreagieren geben. Einfach mal einen Ball (gibt es bei Aldi für 6 Euro) in die Halle schmeißen und selber anfangen damit zu spielen, wenn das Pferd diesen ignorieren sollte. Wenn er sich damit von allein beschäftigt ist das super. Sollte er das nicht tun, kann man den Ball in die Bodenfreiarbeit mit einbinden und ihm zeigen, dass ein Ball weggerollt werden kann. Viele Hengste -gerade junge- spielen enorm gern damit und lassen ihre Energie gern daran aus.
Ein junger Hengst muss immer ein Ventil haben, ein Ventil das eben ein Gegenstand ist, mit dem er allein oder sogar zusammen mit dem Menschen spielen kann.
Mit meinem jüngeren Hengst kann ich mittlerweile den Ball zuschießen (er fing von selber damit an), er läuft auch hinterher und schießt das Ding durch die Gegend, wenn wir mit mehreren Leuten den Ball werfen will er Aufmerksamkeit und stellt sich quasi als Netz zwischen uns, der Ball kann dann auf seinem Körper auftippen oder drunterher gerollt werden - alles ganz frei.
Die älteren Hengste haben weniger Interesse am Spiel. Ab einem gewissen Alter mutieren sie irgendwie zum Kaloriensparer :lol: und stehen nur faul rum. Erst die Beschäftigung mit dem Menschen (Bodenarbeit, Reiten) bringt sie in Wallung.