Rassevorstellung: Cairn Terrier

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ST0FFEL

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Der Cairn Terrier ist eine von vier schottischen Terrierrassen. Er wurde als letzte dieser vier Rassen anerkannt, steht dem ursprünglichen Typ der schottischen Terrier aber noch am nächsten.
Auf den Ausstellungen war er anfänglich selten zu sehen. Er galt als reiner Gebrauchsterrier.

Auch heute noch ist der Cairn frei von Extremen und im besten Sinne des Wortes durchschnittlich.

Der Cairn erreicht laut Standard eine Größe zwischen 28 und 31cm und soll zwischen 6 und 8kg wiegen. Die Realität sieht etwas anders aus. Die Größe kommt meist hin, obwohl auf Ausstellungen auch oft Cairns mit Größen um die 35cm zu sehen sind. Das Gewicht schwankt je nach Größe und Statur zwischen 7 und 10kg.

Das Fell des Cairn besteht aus einer dichten Unterwolle und harschem Deckhaar. Das Deckhaar sollte 2-4 mal im Jahr von Hand getrimmt werden. Dann ist der Cairn äußerst pflegeleicht. Kletten finden kaum Halt, Schmutz lässt sich einfach ausbürsten, bei Regen bleibt die Unterwolle trocken und auch nach dem Schwimmen trocknet der Hund schnell ab. Aufgrund des Fells gehen die meisten Cairns bei jedem Wetter gleich gern spazieren.
Je nach Felllänge reicht es, den Hund gelegentlich zu bürsten.
Regelmäßig getrimmt haaren Cairn Terrier vergleichsweise wenig.

Der Cairn kommt in vielen verschiedenen Farben vor, darf aber nie reinweiß, schwarz oder black and tan sein. Erlaubt sind creme, sand, weizen, rot und grau. Alle diese Farben können auch gestromt vorkommen.
Die Stromung kann dabei sehr unterschiedlich ausfallen. Manche Welpen sind so stark gestromt, dass sie fast schwarz wirken, andere haben nur einen winzigen Streifen irgendwo versteckt und wirken einfarbig.
Cairns mit Stromung sind Farbwechsler. Sie dunkeln im Laufe der Jahre nach und enden bei einem dunklen wolfsgrau oder nahezu schwarz.
Aber auch die einfarbigen Cairns ändern ihre Farbe und können entweder heller werden oder dunkler. Auch bei ihnen kann man nur schwer vorhersagen, ob aus dem Cairnchen ein roter-, weizen- oder sandfarbener Cairn wird.
Sehr typisch ist eine schwarze Maske. Die kann sich auf die Ohrenspitzen und den Bart beschränken oder den ganze Kopf betreffen.
Alles in allem ist die Farbentwicklung beim Cairn immer etwas unvorhersehbar, weswegen man einen Welpen nicht nach Farbe aussuchen sollte.
Ein guter Cairn hat keine Farbe.

Das beste am Cairn ist sein Charakter.
Cairns waren ursprünglich Meutehunde und sind deswegen sehr sozial und verträglich mit anderen Hunden. Sie sind aufgeschlossen und menschenfreundlich. Kinder mögen sie gern und nehmen es meist nicht übel, wenn das Spiel mal etwas grober wird.
Cairns sind robust, aktiv, fröhlich, lebenslustig, unerschrocken und selbstbewusst. Trotz ihres Temperamentes sind sie aber nie hektisch oder nervös.
Aufgrund ihres Wachtriebes schlagen Cairns zuverlässig an, wenn etwas ungewöhnliches passiert. Dauerkläffer sind sie aber nicht. Die meisten Cairns melden aber nur solange pflichtbewusst, bis sie nett angesprochen werden. Danach lassen sie sich lieber kraulen und zeigen den Weg zur Couch.
Cairn Terrier sind sehr anpassungsfähig. Ob als Tobepartner für Kinder, Wanderkumpel, Sportpartner oder alles zusammen. Cairns machen eigentlich alles mit. Gerade im Sport eignet sich der Cairn für viele Sparten wie Agility, THS, Obedience, Dogdance (2012 war ein deutscher Cairn bei der Vorführung bei Crufts dabei), Fährtenarbeit oder Flyball.
Seit neuestem ist aufgrund einer Sondervereinbarung zwischen dem KfT und dem JGHV und DTK auch wieder die jagdliche Führung und Ausbildung von Cairn Terriern möglich (Bauprüfung, Verbandsschweißprüfung und Prüfung nach dem Schuss können beim JGHV oder DTK abgelegt werden). Zumindest ein Züchter in Deutschland ist mir bekannt, der seine Cairns erfolgreich jagdlich führt.
Der Jagdtrieb des Cairns ist individuell recht unterschiedlich ausgeprägt aber eigentlich immer vorhanden. Da der Cairn trotz einer gewissen Eigenständigkeit eine hohe Bindung zu seinem Menschen zeigt und recht führig ist, ist der Jagdtrieb aber meist gut händelbar.

Aufgrund seiner hohen Anpassungsfähigkeit und Ausgeglichenheit verkraftet der Cairn auch mal ein paar ruhige Tage. Ruhe muss er meist nicht gezielt beigebracht kriegen. Er ruht, wenn der Mensch ruht und passt sich seinem Rhythmus an. Egal wie tief er gerade schläft, ist er aber immer voll dabei, wenn man etwas mit ihm unternehmen will. Mit seiner aktiven Art verströmt er dabei stets gute Laune.
Die meisten Cairns bleiben bis ins hohe Alter sehr verspielt. Sie apportieren gern und fast alle zeigen große Wasserfreude.
Apropos hohes Alter: Cairn Terrier waren im Gegensatz zu Scottish, West Highland White und Skye Terrier nie in Mode. Wahrscheinlich wegen ihrer äußerlichen Durchschnittlichkeit. Und genau das kommt der Rasse sehr zugute. Die meisten Cairns sind äußerst robust und bleiben bis ins hohe Alter fit und gesund.

Eine weitere Besonderheit beim Cairn ist das sie sprechende Hunde sind. Ich kann es schwer beschreiben. Aber viele Cairns haben ein Repertoire aus kehligen Lauten, die sie einsetzen, wenn sie sich freuen oder sonstwie gerade gesprächig miteinander oder ihren Menschen sind.

Der Name des Cairns stammt übrigens vom gälischen Wort Carn, welches Steinhaufen bedeutet. Und damit ist der Name überaus treffend. Denn einerseits darf das Fell alle Farben dieser Steinhaufen aufweisen. Andererseits weißt der Name auf die ursprüngliche Verwendung des Cairns hin. Denn genau zwischen diesen Steinhaufen haben sie ihre Beute gejagt.
Dieser ursprüngliche Verwendungszweck hat dazu geführt, dass Cairns sehr behende und trittsicher sind.
Bei den Jungs erlebe ich es immer wieder. Je unwegsamer unsere Wege sind, desto mehr blühen sie auf. Kraxeln und klettern ist eben toll.

Als ehemalige Meutehunde sind Cairns in aller Regel recht verfressen, was die Erziehung über positive Verstärkung sehr vereinfacht. Futtermotivation ist vorhanden.

Züchter berichten immer wieder von der großen Instinktsicherheit der Rasse. Geburten verlaufen problemlos ohne Hilfe des Menschen und die Welpen können meist super im großen Hunderudel des Züchters aufwachsen, wobei sich oft alle Hunde an der Aufzucht beteiligen.

Kurz: Cairns sind toll.

Falls man sich für einen Cairn interessiert oder einen erwerben möchte, sollte man sich unbedingt an den KfT (Klub für Terrier) wenden, der innerhalb des VdHs für den Cairn Terrier zuständig ist. Hier findet man weitere Informationen, kann online im Archiv die alten Ausgaben der Klubzeitschrift "Der Terrier" lesen und findet natürlich auch die Adressen vieler Züchter.

Da die Rasse nicht von schwerwiegenden Krankheiten geplagt wird und die Bestimmungen im KfT sehr gut sind, muss man bei Kauf eines Cairns nicht viel beachten. Nichtmal auf die Farbe. Man kann sich also getrost auf den Wunschcharakter des Hundes konzentrieren.
 
  • Rassevorstellung: Cairn Terrier Beitrag #2
Die Vorstellung ist klasse :clap:

Ich habe mich ja mittlerweile auch sehr stark mit den Cairnis angefreundet. Wahrscheinlich wird aber nie einer hier einziehen, trotzdem sind sie toll und ich freue mich total, wenn ich mal einen sehe.

Vielleicht können wir den Text auch für unser Tierwiki verwenden?
 
  • Rassevorstellung: Cairn Terrier Beitrag #3
Ich muss mich anschließen.
Dieser Text ist so gut, mit so viele Liebe geschrieben.

Vielen Dank.
Off-Topic
Auch ich hatte nachgedacht ob wir diesen Text ins Tier-Wiki stellen sollen.
 
  • Rassevorstellung: Cairn Terrier Beitrag #4
Dankeschön.

Falls der Text für's Tierwiki geeignet ist, könnt ihr ihn gerne verwenden.
 
  • Rassevorstellung: Cairn Terrier Beitrag #5
Ich finde deinen Text auch toll und vorallem interessant:). Vielleicht koenne ja noch ein paar mehr Leute Rassen vorstellen... ich les das echt gern:D.
 
  • Rassevorstellung: Cairn Terrier Beitrag #6
Puh, das seh ich ja hier jetzt erst!!!

Ich schließ mich den anderen an! Sehr schön geschrieben!
 
  • Rassevorstellung: Cairn Terrier Beitrag #7
Klingt alles recht positiv, was ist den der Nachteil an einer solchen Rasse. Liest sich etwas, als könne man ihn sich kaufen und hatte den perfekten Hund für alles und jeden?
 
  • Rassevorstellung: Cairn Terrier Beitrag #8
Was ein wunderbar geschriebener Text :clap:

Er passt wie Faust aufs Auge
Meine süße Terry war auch eine Cairn Terrierin
Und sie war wunderbar
*schwärm*
 
  • Rassevorstellung: Cairn Terrier Beitrag #9
Unser Teddy war auch ein toller Cairn. Diese Rasse gehört zu den wenigen Kleinrassen, die ich einfach super finde. Sie sind total robust und ausdauernd. Teddy wurde fast 17 und hat sein gesamtes Leben keinen Tierarzt gesehen.
 
  • Rassevorstellung: Cairn Terrier Beitrag #10
Evtl. wird der Text beim Tierwiki ein wenig anders gegliedert (z.B. Farbe und Fell unter "Aussehen" oder so. Ich muss mal schauen, wie unsere anderen Wiki-Einträge gestaltet sind, falls es da schon Rassen gibt). Falls du Interesse hast, könnten wir sicher auch ein paar Bilder gebrauchen und vielleicht noch einen kleinen Absatz dazu, für wen der Cairni nicht geeignet ist :eusa_think:

Wir freuen uns übrigens über weitere Rassebeschreibungen oder andere hilfreiche Infos für unser Wiki. Es ist noch ein bissi leer und in vielen Bereichen (gerade die Rasse) wärs bestimmt nicht schlecht, wenn man das Neulingen schicken könnte, damit sie einen Eindruck ihrer favorisierten Rasse bekommen.
 
  • Rassevorstellung: Cairn Terrier Beitrag #11
Die Nachteile der Rasse hängen davon ab, was man sucht. Je nach Ansprüchen des künftigen Halters kann nahezu jeder Vorteil auch als Nachteil gesehen werden. Die meisten Nachteile ergeben sich aber beim kritischen unverblümten Lesen oben aus dem Text.

Ich zähle mal kurz stichpunktartig auf, was Nachteile sein könnten. Das muss aber nicht jeder so sehen oder auf jeden zutreffen:
- Das Fell hat tolle Eigenschaften. Das Trimmen von Hand ist nicht oft nötig. Die 2-4 mal im Jahr, die es nötig ist, ist es aber sehr zeitaufwändig und auch nicht sooo einfach. Die wenigsten Trimmsalons bieten reines Handtrimming an. Meist muss man zum Züchter oder es selbst lernen.
- Für viele ist es sicher ein Nachteil, dass man beim Welpen nicht genau weiß, welche Farbe er später haben wird.
- Menschenfreundliche Hunde springen gelegentlich vor Freude Fremde an. Da muss man erzieherisch gegenwirken.
- Hunde mit Wachtrieb schlagen an. Wer das nicht mag, dass der Hund meldet, für den ist das ein Nachteil.
- Wer im Notfall beschützt werden möchte, für den ist der fehlende Schutztrieb ein Nachteil.
- Cairns haben händelbaren Jagdtrieb. Händelbar heißt aber auch, dass er gehändelt werden muss. Händelt man den Jagdtrieb nicht erzieherisch, jagt der Hund - und das meist sehr erfolgreich. Bei Hunden mit Jagdtrieb sollte man bei Spaziergängen ohne Leine auch beim erzogenen Hund immer einen aufmerksamen Blick auf die Umwelt haben. In sehr wildreichen Gebieten kann man eventuell nicht ableinen.
- Der Cairn verträgt ein paar ruhige Tage. Aber nur ein paar. Grundsätzlich (und das zeigt die lange Sportartenliste) ist es eine aktive Rasse, die mehr braucht und will als nur 3mal täglich eine Runde um den Block. Das sind aktive Hunde.
- Mir persönlich (ist für die meisten sicher unverständlich :mrgreen:) wird bei dem Gedanken gruselig, dass ich einige 18jährige Cairns kenne. 15 finde ich ein gutes Alter. Danach reicht's dann auch.
- Die kehligen Laute, die sprechende Hunde abgeben, wirken auf hundeunerfahrene Menschen teils erschreckend und werden als böse eingeschätzt.

Wenn man so einen Standard kritisch liest, fallen eigentlich viele Dinge auf, die nachteilig sein können. Es kommt halt immer darauf an, was man sucht und möchte.
 
  • Rassevorstellung: Cairn Terrier Beitrag #12
Tolle Beiträge! Schön, dass du dir die Mühe gemacht hast. Deine Liebe zur Rasse erkennt man deutlich, trotzdem bringst du die Dinge gut auf den Punkt.
Etwas anderes hätte ich aber auch nicht erwartet. ;)

So halb OT: Wer einmal einen Cairn "sprechen" hören möchte, der braucht bei YouTube nur nach "cairn terrier talking" oder dergleichen zu suchen.
Mein persönlicher Favorit ist Bentley... *kichert*
 
  • Rassevorstellung: Cairn Terrier Beitrag #13
*hihi* das macht BJ auch! Ich finds toll! Fand aber auch noch nie, dass das böse klang :D

Schöner Text, Stoffel! :clap:
Man merkt einfach, wie sehr du diese Rasse liebst, mir sind die Nachteile aber auch sofort ins Auge gestochen ;)
 
  • Rassevorstellung: Cairn Terrier Beitrag #14
Tabs klingt auch noch deutlich drohlicher bei seinem Freudengelaber. Bei ihm wechseln sich tiefe Knurr und Grolllaute mit tiefen Wolfsheulgeräuschen ab. Letztere dominieren aber. Teils kombiniert er auch beides. Das lässt schon gelegentlich Passanten beiseite springen und so :shock: gucken. Da helfen auch angelegte Ohren und wildes wedeln nichts.

Cuno redet höher und klingt freundlicher. Er hat aber auch nahezu keine Knurrgeräusche dabei. Aber Cuno redet eh nicht mit Fremden. :mrgreen:

Ansonsten vielen Dank für das Lob, Mobie und Infano.
 
  • Rassevorstellung: Cairn Terrier Beitrag #15
Schwere Geburt, aber der Text steht nun im Tierwiki unter "Hunderassen". :) Wenn noch ein Bild oder andere Infos dazu sollen, einfach kurz bescheid sagen.
 
  • Rassevorstellung: Cairn Terrier Beitrag #16
Wirklich sehr schöne Beschreibung:)

Kenne leider nur weniger gut erzogene bzw. auf ihren Menschen bezogene Cairns, aber selbst die, die wirklich nur totalen Blödsinn machen finde ich herzallerliebst:) Für den doofen Menschen können die ja nichts:p
 
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