Es gibt durchaus Studien, die belegen, dass zum Beispiel das Risiko von Knochenkrebs durch eine Kastration steigt, eine solche wurde hier auch schon gepostet:
http://www.naiaonline.org/pdfs/LongTermHealthEffectsOfSpayNeuterInDogs.pdf
(Link zum Post:
https://www.tierforum.de/t140487-kastration-bei-huendin.html#post2152958)
Man beachte aber, dass das Risiko für Knochenkrebs zum Beispiel bei einer Kastration immer steigt, auch das für Prostatakrebs, nicht nur im Falle einer Frühkastration.
Bei dieser Studie sind mir ein paar Dinge irgendwie gleich ins Auge gesprungen:
Denn es zeigte sich, dass doppelt so viele der frühkastrierten Rüden unter Hüftgelenksdysplasie litten als intakte Rüden (zehn vs. fünf Prozent).
Wann wurde das geröntgt? Tut mir leid, wenn ich das in der Studie überlesen habe, aber es wäre durchaus wichtig zu wissen, wann hier die Diagnostik stattfand. Man röntgt normaler Weise mit 15 Monaten, vorher lässt sich eine HD meist schwer feststellen. Woher weiß ich also, dass ein frühkastrierter Hund die HD nicht schon hatte?
Ich frage mich bei sowas auch immer, inwiefern bestimmte andere Faktoren ausgeschlossen wurden, wie Umwelteinflüsse, Erbanlage oder andere Belastungen. Hier wurde auch nur eine Rasse untersucht.
In vielen Dinge gehe ich konform, zum Beispiel dass die Kastra keine Lösung für Verhaltensprobleme ist. Die Frage ist, ob hier nur aufgerechnet wird, was bei einer Kastration egal zu welchem Zeitpunkt als Risiko besteht, oder ob man das wirklich nur auf die Frühkastration beziehen kann. Immerhin gab es auch genug Krankheiten, die bei später kastrierten Hunden erst auftraten.
Selbst bin ich kein Freund der Frühkastration, aber eher wegen dem Verhalten. Ich konnte es selbst schon bei frühkastrierten Hunden beobachten, wie langsam diese in der Entwicklung waren (charakterlich), aber: Eine wirkliche Gegenprobe, ob das nun an der Kastration lag, kann man in jedem Fall nur bei einem eineiigen Zwilling haben, der exakt genauso aufgewachsen ist.
Ich finde solche Studien durchaus interessant, leider kann man aber nie sicher sein, ob der Hund die Krankheit auch so bekommen hätte, ob er sie auch bei späterer Kastration bekommen hätte usw..
Allerdings will ich auch nicht abstreiten, dass die Kastration gesundheitlich negative Folgen haben kann(!), die Frage ist in welchem Ausmaß.
Wie Fiesta auch schon sagte sind die Ursachen für Krebs auch nicht hinreichend geklärt, dass man nun den Hormonen die Schuld geben kann, auch wenn man nicht ausschließen kann, dass sie Einfluss darauf haben.
M.E. ist die Kastration sowieso nur sinnvoll, wenn sie unvermeidlich ist, und nicht als Allheilmittel oder "muss eben gemacht werden".