Mein Traumberuf? Try and error, würd ich sagen, gemischt mit etwas glücklicher Fügung
Nach der mittleren Reife überall im Büro beworben, als Restaurantfachfrau... eben alles, wo ich dachte, das könnte Spaß machen. Hab dann nichts gekriegt (zum Glück!) und noch mein Fachabi rangehängt. Wirtschaftszweig, etwas anderes gab es nicht und ich sah mich ja immer noch im Büro sitzen.
Musste dann ein halbes Jahr Praktikum in der Krankenkasse machen und hätte einfach nur kotz*n können. Furchtbar. Also Planänderung.
Mir ist absolut nichts eingefallen. Ich hab im Arbeitsamt diese Ordner mit Berufsbeschreibungen gewälzt, auch ein paar halbherzige Bewerbungen verschickt, aber so wirklich war nichts dabei. Also FSJ gemacht.
Gemerkt, dass ich dann doch recht gerne mit Menschen arbeite.
Nach einem weiteren Jahr dann nur arbeiten wo ich FSJ gemacht hatte kam die Vernunft. Als ungelernte Kraft ist man eben sehr viel in der Pflege und auf ewig macht das einfach kein Rücken mit. Also hab ich mich für das Studium der Sozialen Arbeit entschieden.
Dann raus gefunden, dass die Behindertenarbeit nichts für mich dauerhaft ist. Zum Glück muss man ja auch so viele Praktika machen. So konnte ich in die Soziale Arbeit in einer Klinik schnuppern, als Streetworker und im Gefängnis. Mein langes Praktikum hab ich dann in der Jugendlichenarbeit gemacht.
Und jetzt, tja. Jetzt arbeite ich mit wohnungslosen Männern

Wer weiß, ob das etwas für ewig ist. Das Gute an der Sozialen Arbeit ist aber, dass ich auch später noch mein Arbeitsfeld wechseln kann. Quasi überall, wo Menschen Probleme haben und eine Anlaufstelle brauchen.
Wichtig fände ich, sich tatsächlich die Arbeit anzuschauen, die man sich halbwegs vorstellen kann. Also am besten mal einen Tag hospitieren, sich von anderen Azubis erzählen lassen wie´s läuft (wenn der Chef nicht da ist), auch von ausgelernten Kräften Informationen einsammeln... und immer auch nach den negativen Seiten des Jobs fragen. Was ist die Hauptaufgabe, wie sind die Arbeitszeiten, was gehört alles dazu...