Frage zur Behandlung von Giardien

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Hallo,

unsere beiden Kater sind zur Zeit wegen einem Giardienbefall in Behandlung, da ich mir mit der Behandlung jedoch nicht mehr ganz so sicher bin, würde ich mir ganz gerne mal ein paar weitere Meinungen einholen - am besten von Besitzern, die auch schon mit Giardien zu kämpfen hatten.

Also von vorne:

Unsere Kater hatten nun zum dritten Mal einen (angeblichen) Giardienbefall im Abstand von jeweils wenigen Monaten. Das ganze hat sich in blutigem und schleimigem Durchfall geäußert. Insbesondere beim aktuellen Befall ist jedoch nur wenig Schleim und Blut dabei und auch der Durchfall war nur ein leichter - hätte man sich den Kot nicht genau angeschaut, hätte man das bestimmt auch übersehen könnten. Aufgefallen ist es uns nur, weil sie Blut und Kot auch in der Wohnung verloren haben (nach dem Besuch des Katzenkots klebte z.T. wohl einfach noch was am Fell).

Nun waren wir mit den beiden Katern beim Tierarzt und der hat ohne vorherige Kotuntersuchung einen erneuten Giardienbefall diagnostiziert und 1xtgl eine 1/2 Tablette Panacur 500mg für 2x6 Tage mit 14 Tagen Pause verschrieben.
Anfangs verschwand der Durchfall und auch die Wohnung blieb sauber. Zum Ende des 1. Tablettenzyklus wurde der Kot jedoch ein wenig weicher - ich würd noch nicht von Durchfall sprechen, aber es war nicht zu übersehen. Also nahm ich an - und der Tierarzt ebenfalls, dass das Panacur nicht richtig anschlägt und hat nun folgendes verschrieben: 2xtgl eine 3/4 Tablette Metronidazol Artesan-Drossapharm, 250 mg für 2x10 Tage mit 14 Tagen Pause.

Nun stellen sich mir eigentlich mal zwei Fragen

1. Kann der erneute beginnende Durchfall nicht einfach eine Nebenwirkung von Panacur sein - Durchfall ist laut Beipackzettel nämlich eine Nebenwirkung? Wäre es nicht sinnvoller nun zu pausieren, 3 Tage Kot zu sammeln, den erstmal auf Giardien zu untersuchen und je nach Ergebnis weiterhin Panacur zu geben oder auf das andere Medikament umzustellen?

2. Ich habe mir gerade den Beipackzettel von dem Metronidazol angesehen und bin fast umgekippt:
Häufig: Übelkeit, Erbrechen und Durchfall
Gelegentlich: Störungen der Leberfunktion, Blasenentzündungen, Pilzinfektion im Geschlechtsbereich, allergischer Schnupfen, Bindehautentzündung am Auge, Verwirrtheit, Schwindel
Sehr selten: Krankhafte Veränderung des Gehirn, Anaphylaktischer Schock, Gelbsucht, Entzündung der Bauchspeicheldrüse
Häufigkeit nicht bekannt: Fieber, schwerwiegende Haut- und Schleimhautreaktionen

Um nur einige zu nennen. Viele von den Nebenwirkungen sind mit "Bei Auftreten unverzüglich einen Arzt aufsuchen" gekennzeichnet. Macht ja sicherlich Sinn, immerhin ist das Mittel eigentlich für Menschen, die merken ja selbst wenn es ihnen Schlecht geht, aber kaum eine der Nebenwirkungen kann ich doch als Besitzer bei meiner Katze diagnostizieren!
Sollte ich das Mittel wirklich geben - oder nochmals den Tierarzt aufsuchen? Es ist ja bei weitem nicht so, dass es unseren Katern schlecht gehen würde: Sie haben Spaß, spielen, haben nur leichten Durchfall gehabt und rein vom optischen auch kein Gewicht verloren. Fast jede der aufgelisteten Nebenwirkungen ist schlimmer, als das was unsere Katzen nach der 1. Panacur Phase noch an Symptomen hatten. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich das Medikament auch nicht heute Morgen verabreicht, bevor meine Freundin und ich zur Arbeit gefahren sind... hätte die Katzen lieber im Blick.

Vielen Dank für euer Feedback schonmal!


Dann hätte ich noch eine Frage zur Hygiene:
Ich habe ein wenig im Internet gesucht, mit der Tierärzin gesprochen und je mehr ich frage, desto krasser wird es: Am besten die ganze Wohnung mit einem Dampfreiniger säubern, täglich Katzenstreu entsorgen und Katzenklo mit Dampfreiniger säubern, Näpfe täglich mit kochendem Wasser ausspülen, Katzen duschen und shampoonieren, sämtliche Wäsche die mit dem Katzenkot in Verbindung kam (kommt ja durchaus vor, wenn sie hin und wieder was in der Wohnung verlieren) soll als Kochwäsche gewaschen werden - die meisten Sachen würden da einfach kaputt gehen.

Ich weiß ja nicht - ich kann verstehen, wenn Leute zu so krassen Methoden greifen, wenn der Giardienbefall bei ihren Tieren wirklich kritisch verläuft - aber ich kann doch nicht jeden Tag alles säubern. Gibt es vielleicht ein paar moderate Tipps, an die man sich halten kann?
Vor allem eins finde ich komisch: Angeblich hilft nur Wasser mit mehr als 70°C: Kein Desinfektionsmittel, kein Reinigungsmittel, nichts! Aber wenn ich nun z.B. das Katzenklo reinige oder irgendwo Kotreste wegwische, dann wasche ich mir danach doch nur normal mit Seife die Hände - müsste ich da nicht längst auch Giardien haben? Vor allem noch, weil uns bei den ersten beiden Giardienbefällen (anderer Tierarzt) nur gesagt wurde, wir sollten nur das Katzenklo reinigen.

Vielen, Vielen Dank!
 
  • Frage zur Behandlung von Giardien Beitrag #2
Bei Katzen hatte ich bisher zum Glück noch nichts mit Giardien zu tun. Aber bei meinem Hund schon das Ein oder Andere mal.
Ich würde wahrscheinlich drei Tage Kot sammeln und einschicken lassen. Wie es soweit ich weiß auch eigentlich üblich ist?! Vielleicht ist es auch was vollkommen Anderes? Das ein TA so eine Diagnose mit 100%iger Sicherheit äußert und gleich eine längere Behandlung ansetzt hab ich auch noch nicht gehört. (Kann bei Katzen in dem Fall anders sein. Weiß ich leider nicht.) Oder evtl. auch einen zweiten Tierarzt zur Meinung ziehen. Ich denke mal auf die 2-3 Tage wird es nun auch nicht ankommen, ob sie da Durchfall haben, weil die Tabletten Müll sind oder ob sie so oder so Durchfall hätten -.-
Ich drück dir die Daumen, dass du ziemlich bald eine Besserung siehst. Giardien können echt fies sein. Armen Miezis :(
 
  • Frage zur Behandlung von Giardien Beitrag #3
Ich hatte zum Glück auch noch nie Giardien hier, dass bisschen was ich darüber weiß und gehört habe:

- da muss man mehrere Behandlungszyklen nacheinander durchführen, die Biester sind recht hartnäckig und nicht so leicht wieder loszubekommen

- wenn es mehrfach auftritt, sollte das Medikament auch mal gewechselt werden, sonst greift es nicht mehr

- Klohygiene ist sehr wichtig

- nach erfolgreicher Behandlung muss dann anschließend etwas zur Darmregeneriung gegeben werden

Auf jeden Fall würde ich jedesmal eine Kotprobe von 3-4 Tagen sammeln und untersuchen lassen, bevor man mit der Behandlung anfängt, ob es auch sicher Giardien sind und bevor man wieder aufhört, ob sie wirklich weg sind, diese Giardien-Schnelltests sind nicht so zuverlässig.

Wenn ihr dass jetzt schon zum dritten Mal habt, in welchem Abstand? Seid ihr sicher, dass sie davor ganz weg waren? Sonst scheint es bei euch irgendeine Quelle zu geben, wo die sich immer wieder damit infizieren? Habt ihr noch andere Haustiere? Haben sie Kontakt zu freilaufenden Katzen oder Hunden?
 
  • Frage zur Behandlung von Giardien Beitrag #4
Also der Abstand zwischen von erster zu zweiter Infektion lag bei ca. 5-6 Monaten, von der zweiten zur dritten waren es ca. 2 Monate.
Beim zweiten Mal muss es also eine Neuinfektion gewesen sein, dieses Mal könnte es auch einfach nur eine Wieder-Infektion gewesen sein.

Andere Haustiere gibt es nicht, die Kater haben auch keinen Freigang.
 
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