- Ein guter Hundetrainer - Qualitätsmerkmale Beitrag #1
Midoriyuki
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In der Hoffnung, dass ich jetzt nicht nach mehrfacher Suche einen bereits existierenden Beitrag mit diesem Thema übersehen habe, möchte ich mal kurz Kriterien vorstellen, die man bei der Suche nach einem guten Trainer berücksichtigen sollte.
Aus eigener Erfahrung mit unterschiedlichen Trainern, die selbst im Bereich der Therapiebegleithundeausbildung hauptsächlich über starkes Meideverhalten arbeiten, ist das natürlich absolut nicht allgemeingültig, sondern nur meine persönliche Meinung/Erfahrung bezüglich der Gütekriterien eines Trainers. Kritik und Verbesserungen ausdrücklich erwünscht!
1. Umgang mit Kunden
Ein HT (Hundetrainer) ist ein Dienstleister wie auch z.B. ein Klempner. Natürlich liegt hier der Unterschied darin, dass er mit lebenden Wesen arbeitet, aber vom Grundsatz her gilt auch für einen HT, dass er sich Kunden gegenüber immer respektvoll und angemessen verhalten muss. Korrekturen, Kritik, Anleitungen usw. stehen natürlich außer Frage, aber die sollte immer in einem höflichen und sachlichen Tonfall geschehen.
2. Umgang mit Hunden allgemein
Auch wenn der HT mit Hunden arbeitet, werden diese nur im Notfall angefasst. Damit ist gemeint, dass der Trainer nicht bei jeder Übung dem Besitzer den Hund „abnimmt“ und selbst mal eben macht damit man weiß wie es geht. Der Trainer selbst braucht im Normalfall überhaupt keine Beziehung zum Hund, da er nicht als Erzieher, sondern als „Kommunikationshelfer“ zwischen Hund und Halter fungiert. Übungen bei Missverständnissen seitens der Besitzer einmal exemplarisch zu demonstrieren ja, aber niemals Übernahme von kompletten Abläufen ohne vorhergehende ausführliche Erklärung.
Übungen sollten je nach individuellem Können nach und nach aufgebaut werden - um Infano zu zitieren - ""bei Fuß" ist nicht wie Zumba und der Hund lernt es nicht, indem er einfach an der kurzen Leine über den Platz gezerrt wird.".
3. Kontaktaufnahme
Ruft man in einer Hundeschule an, weil man nicht einen regulären Kurs buchen möchte, z.B. einen Welpenkurs, sondern weil man bereits ein Problem mit seinem Hund hat, wird man nicht per Telefon abgefertigt und in einen Kurs eingeordnet, sondern der HT erfragt sich ein grobes Bild, begutachtet aber auf jeden Fall den Hund vor einem Trainingsbeginn in irgendeiner Form und gibt eine Prognose und Einschätzung ab.
Als Beispiel: Rex ist leinenaggressiv und hat bereits einen anderen unkastrierten Rüden gebissen.
Jetzt sollte nicht nur symptomorientiert gedacht werden á la Rex kommt in die Gruppe ohne unkastr. Rüden, sondern der Trainer schaut sich das Verhalten an, provoziert es unter Umständen, erfragt alle wichtigen Hintergründe (Sozialisiation, Besitzerwechsel, Krankheiten, Eigenarten, Umfeld…) und begründet wodurch das Verhalten ausgelöst wird.
Soll heißen: Der Grund für das jeweilige Verhalten wir akribisch ermittelt und bearbeitet. Nicht das Symptom.
4. Anteil Theorie/Praxis
Theorie ist auch in der Hundeerziehung unabdingbar. Kennt man die verhaltensbiologischen Hintergründe nicht erscheinen viele Verhaltensweisen aus unserer Perspektive absolut nicht sinnvoll, für den Hund sind sie jedoch genau das.
Jede Übung, jeder Handschlag kann vom Trainer erläutert werden. Warum so und nicht anders und was soll damit bezweckt werden?
Ein Trainer muss immer begründen müssen warum er tut was er tut – und zwar gut.
5. Fachwissen
Ausbildung und Weiterbildung eines HT sollten immer problemlos erfragt und hinterfragt werden können. Warum z.B. hat er die Ausbildung bei XY gemacht? Oder warum hat er keine gemacht?
Welche Literatur empfiehlt er und findet sie besonders relevant?
Diese Fragen setzen natürlich voraus, dass man selbst auch etwas im Thema ist. Sollte dem nicht so sein, sollte es für den Trainer kein Problem darstellen Grundlagenliteratur zu empfehlen, die aktuell ist.
Natürlich ist auch immer das Bauchgefühl entscheidend für manche Situationen, jedoch gilt auch hier: Die Menge macht´s. Nur aus dem Bauch heraus ohne entsprechendes Fachwissen kann für alle Seiten nachteilig sein.
Besonders sei hier auch nochmal zu erwähnen, dass ein HT sich mit Rassen und ursprünglichen Zuchtzielen des jeweiligen Hundes (auch bei Mischlingen sofern bekannt) auskenne muss um Verhalten richtig einordnen zu können.
Die Aussage z.B. „Mit Herdenschutzhunden arbeite ich sonst nicht, daher machen wir das jetzt einfach mal wie bei einem Hütehunde…“ ist daher inakzeptabel.
6. Die eigenen Hunde
Kein Kriterium im eigentlichen Sinne, aber durchaus relevant. Im Normalfall sind Hundetrainer auch gleichzeitig Hundebesitzer.
Meiner Meinung nach ist es nicht so wichtig, ob die Hunde des Trainer 100%ig jeden Trick vorführen können, sondern, dass sie immer kontrollierbar bleiben.
Soll heißen: Der Notfallhund Paco hasst andere Hunde. Er bleibt aber bei seinem Besitzer, dem Trainer, obwohl er vllt. Bellt und knurrt. Er ist kontrollierbar.
Hier sollte man darauf achten wie mit den eigenen Hunden umgegangen wird und wie die Beziehung des Trainers zu seinen Hunden ist. Werden diese selbst manchmal körperlich bestraft etc. etc. etc.
7. Gewalt“freiheit“
Eine komplett gewaltfreie Erziehung gibt es nicht, da bereits der Entzug von etwas Gutem, z.B. ein Knochen, eine Strafe darstellt und somit als Gewalt gewertet werden kann – im ganz engen Sinne.
Allerdings sollte ein Trainer niemals einen Hund schlagen, schubsen, treten, anschreien, kneifen, die Ohren umdrehen, auf den Rücken drehen, im Nacken schütteln oder gar ein Stachelhalsband, Würgehalsband, Teletakt, Sprayhalsband, Leinenruck etc.etc.etc benutzen.
Das hat in der Hundeerziehung nichts verloren.
Auch direkte Konfrontation mit einem Angstreiz bis zur völligen Erschöpfung und Resignation gehören hier nicht hin (Beispiel: Einen Angsthund solange festhalten bis er es duldet, dass man ihm einen Maulkorb anlegt.). Zum Nachschlagen einfach mal nach „flooding“ googeln.
8. Leckerlies
Ob ein HT mit oder ohne Lec kerlies arbeitet ist im Prinzip irrelevant. Tut er es gilt jedoch folgender Grundsatz: Nicht locken, sondern belohnen.
Für Übungseinheiten wird das Leckerlie nicht als Lockmittel, sondern als Belohnung benutzt.
Soll heißen: Nicht die ganze Zeit mit dem Leckerlie in der Hand, direkt über der Nase, „Fuß“ üben, sondern erst das Leckerlie rausholen, wenn der Hund das erwünschte Verhalten zeigt. Es wird belohnt und nicht nur stumpf gelockt.
Wer gelockt wird, kann nicht lernen, sondern weiß nur: Ich muss dem Leckerlie hinterherlaufen, nicht an Frauchens Bein kleben.
Lob sollte allgemein immer so gehandhabt werden.
Für den Aufbau einer Übung kann kurzzeitig gelockt werden um das Verhalten zu provozieren, jedoch sollte das auch wieder abgebaut werden.
Erziehungshilfsmittel
Hilfsmittel wie z.B. das Halti sollten nicht "einfach so" pauschal jedem für die Leinenführigkeit in die Hand gedrückt werden. Hier sollte zunächst über die Motivation des Hundes gearbeitet werden. Scheint es notwendig solche Hilfsmittel zu verwenden ist es Aufgabe des HT den Halter über Gefahren und Risiken und die richtige Anwendung ausführlich aufzuklären und erst "allein ins Gefecht" zu schicken, wenn er sich versichert hat, dass die Handhabung ohne Schaden für den Hund mit Lerneffekt erfolgen kann.
Hier ist absolute Sorgfalt gefragt.
9. Welpenstunden
Hört man in einer Welpenstunden den folgenden Satz sollte man seinen Welpen nehmen und gehen: Die machen das unter sich.
Nein, tun sie nicht.
Sie spielen, raufen und balgen natürlich aber gleichzeitig können sie auch mobben, jagen und fehlende Beißhemmung bei älteren Welpen erledigt den Rest.
Welpen müssen von ihrem Besitzern immer das Gefühl vermittelt bekommen, dass sie vor allem beschützt werden.
Steigern Welpen sich zu sehr ins Spiel rein und alle stürzen sich auf den Chi-Welpen muss der Trainer dies sehen und den Besitzern erklären wie jetzt möglichst schnell die Situation wieder entspannt werden kann.
Sitzt nur ein unsozialisierter Welpe in dem Haufen kann hier ganz schnell für alle eine negative Erfahrung gemacht werden.
Im Optimalfall läuft ein adulter, gut sozialisierter Hund in den Stunden mit um bei Ärger effizient für Ruhe zu sorgen. So lernen die Kleinen schnell wie die Welt der Großen funktioniert und wo Grenzen liegen. So punktgenau kann das nämlich kein Mensch korrigieren wie ein adulter Hund.
Zudem sollte in Welpenstunden nicht das reine Spiel, sondern besonders auch die Beziehung zum Menschen unterstützt werden.
Andere Hunde sind toll, aber Abenteuer wie „Über-die-schreckliche-Wippe-laufen“ werden nur mit Mama/Papa erlebt. Immer ohne Druck und mit pos. Bestätigung. Das schafft Vertrauen.
10. Gruppengröße
Die Gruppen sollten immer klein und überschaubar bleiben. Für jeden sollte die Möglichkeit bestehen auch mal 5 Min ungeteilte Aufmerksamkeit zu bekommen ohne, dass 20 Leute gelangweilt drum herum stehen.
Nur in kleinen Gruppen mit unter 10 Personen/Hunden (mMn höchstens 6) kann effizient und individuell gearbeitet werden.
11. Offenheit
Schlussendlich ist es absolut elementar, dass HT immer offen für neue Ideen und Konzepte bleiben und sind.
Anregungen vom jeweiligen Kunden sollten nicht abgeschmettert werden, da nur der Trainer weiß wie der Hase läuft, sondern immer ernst genommen und begründet widerlegt oder bestätigt werden können. Der HT sollte also auf die Wünsche des Halters eingehen und akzeptieren, wenn bestimmte Methoden abgelehnt werden.
Das waren jetzt vorerst die Kriterien, die ich als besonders wichtig erachte, wenn man nach einem Hundetrainer sucht.
Wie gesagt: Ergänzungen sind natürlich absolut notwendig
Lieben Gruß,
Midori
Aus eigener Erfahrung mit unterschiedlichen Trainern, die selbst im Bereich der Therapiebegleithundeausbildung hauptsächlich über starkes Meideverhalten arbeiten, ist das natürlich absolut nicht allgemeingültig, sondern nur meine persönliche Meinung/Erfahrung bezüglich der Gütekriterien eines Trainers. Kritik und Verbesserungen ausdrücklich erwünscht!
1. Umgang mit Kunden
Ein HT (Hundetrainer) ist ein Dienstleister wie auch z.B. ein Klempner. Natürlich liegt hier der Unterschied darin, dass er mit lebenden Wesen arbeitet, aber vom Grundsatz her gilt auch für einen HT, dass er sich Kunden gegenüber immer respektvoll und angemessen verhalten muss. Korrekturen, Kritik, Anleitungen usw. stehen natürlich außer Frage, aber die sollte immer in einem höflichen und sachlichen Tonfall geschehen.
2. Umgang mit Hunden allgemein
Auch wenn der HT mit Hunden arbeitet, werden diese nur im Notfall angefasst. Damit ist gemeint, dass der Trainer nicht bei jeder Übung dem Besitzer den Hund „abnimmt“ und selbst mal eben macht damit man weiß wie es geht. Der Trainer selbst braucht im Normalfall überhaupt keine Beziehung zum Hund, da er nicht als Erzieher, sondern als „Kommunikationshelfer“ zwischen Hund und Halter fungiert. Übungen bei Missverständnissen seitens der Besitzer einmal exemplarisch zu demonstrieren ja, aber niemals Übernahme von kompletten Abläufen ohne vorhergehende ausführliche Erklärung.
Übungen sollten je nach individuellem Können nach und nach aufgebaut werden - um Infano zu zitieren - ""bei Fuß" ist nicht wie Zumba und der Hund lernt es nicht, indem er einfach an der kurzen Leine über den Platz gezerrt wird.".
3. Kontaktaufnahme
Ruft man in einer Hundeschule an, weil man nicht einen regulären Kurs buchen möchte, z.B. einen Welpenkurs, sondern weil man bereits ein Problem mit seinem Hund hat, wird man nicht per Telefon abgefertigt und in einen Kurs eingeordnet, sondern der HT erfragt sich ein grobes Bild, begutachtet aber auf jeden Fall den Hund vor einem Trainingsbeginn in irgendeiner Form und gibt eine Prognose und Einschätzung ab.
Als Beispiel: Rex ist leinenaggressiv und hat bereits einen anderen unkastrierten Rüden gebissen.
Jetzt sollte nicht nur symptomorientiert gedacht werden á la Rex kommt in die Gruppe ohne unkastr. Rüden, sondern der Trainer schaut sich das Verhalten an, provoziert es unter Umständen, erfragt alle wichtigen Hintergründe (Sozialisiation, Besitzerwechsel, Krankheiten, Eigenarten, Umfeld…) und begründet wodurch das Verhalten ausgelöst wird.
Soll heißen: Der Grund für das jeweilige Verhalten wir akribisch ermittelt und bearbeitet. Nicht das Symptom.
4. Anteil Theorie/Praxis
Theorie ist auch in der Hundeerziehung unabdingbar. Kennt man die verhaltensbiologischen Hintergründe nicht erscheinen viele Verhaltensweisen aus unserer Perspektive absolut nicht sinnvoll, für den Hund sind sie jedoch genau das.
Jede Übung, jeder Handschlag kann vom Trainer erläutert werden. Warum so und nicht anders und was soll damit bezweckt werden?
Ein Trainer muss immer begründen müssen warum er tut was er tut – und zwar gut.
5. Fachwissen
Ausbildung und Weiterbildung eines HT sollten immer problemlos erfragt und hinterfragt werden können. Warum z.B. hat er die Ausbildung bei XY gemacht? Oder warum hat er keine gemacht?
Welche Literatur empfiehlt er und findet sie besonders relevant?
Diese Fragen setzen natürlich voraus, dass man selbst auch etwas im Thema ist. Sollte dem nicht so sein, sollte es für den Trainer kein Problem darstellen Grundlagenliteratur zu empfehlen, die aktuell ist.
Natürlich ist auch immer das Bauchgefühl entscheidend für manche Situationen, jedoch gilt auch hier: Die Menge macht´s. Nur aus dem Bauch heraus ohne entsprechendes Fachwissen kann für alle Seiten nachteilig sein.
Besonders sei hier auch nochmal zu erwähnen, dass ein HT sich mit Rassen und ursprünglichen Zuchtzielen des jeweiligen Hundes (auch bei Mischlingen sofern bekannt) auskenne muss um Verhalten richtig einordnen zu können.
Die Aussage z.B. „Mit Herdenschutzhunden arbeite ich sonst nicht, daher machen wir das jetzt einfach mal wie bei einem Hütehunde…“ ist daher inakzeptabel.
6. Die eigenen Hunde
Kein Kriterium im eigentlichen Sinne, aber durchaus relevant. Im Normalfall sind Hundetrainer auch gleichzeitig Hundebesitzer.
Meiner Meinung nach ist es nicht so wichtig, ob die Hunde des Trainer 100%ig jeden Trick vorführen können, sondern, dass sie immer kontrollierbar bleiben.
Soll heißen: Der Notfallhund Paco hasst andere Hunde. Er bleibt aber bei seinem Besitzer, dem Trainer, obwohl er vllt. Bellt und knurrt. Er ist kontrollierbar.
Hier sollte man darauf achten wie mit den eigenen Hunden umgegangen wird und wie die Beziehung des Trainers zu seinen Hunden ist. Werden diese selbst manchmal körperlich bestraft etc. etc. etc.
7. Gewalt“freiheit“
Eine komplett gewaltfreie Erziehung gibt es nicht, da bereits der Entzug von etwas Gutem, z.B. ein Knochen, eine Strafe darstellt und somit als Gewalt gewertet werden kann – im ganz engen Sinne.
Allerdings sollte ein Trainer niemals einen Hund schlagen, schubsen, treten, anschreien, kneifen, die Ohren umdrehen, auf den Rücken drehen, im Nacken schütteln oder gar ein Stachelhalsband, Würgehalsband, Teletakt, Sprayhalsband, Leinenruck etc.etc.etc benutzen.
Das hat in der Hundeerziehung nichts verloren.
Auch direkte Konfrontation mit einem Angstreiz bis zur völligen Erschöpfung und Resignation gehören hier nicht hin (Beispiel: Einen Angsthund solange festhalten bis er es duldet, dass man ihm einen Maulkorb anlegt.). Zum Nachschlagen einfach mal nach „flooding“ googeln.
8. Leckerlies
Ob ein HT mit oder ohne Lec kerlies arbeitet ist im Prinzip irrelevant. Tut er es gilt jedoch folgender Grundsatz: Nicht locken, sondern belohnen.
Für Übungseinheiten wird das Leckerlie nicht als Lockmittel, sondern als Belohnung benutzt.
Soll heißen: Nicht die ganze Zeit mit dem Leckerlie in der Hand, direkt über der Nase, „Fuß“ üben, sondern erst das Leckerlie rausholen, wenn der Hund das erwünschte Verhalten zeigt. Es wird belohnt und nicht nur stumpf gelockt.
Wer gelockt wird, kann nicht lernen, sondern weiß nur: Ich muss dem Leckerlie hinterherlaufen, nicht an Frauchens Bein kleben.
Lob sollte allgemein immer so gehandhabt werden.
Für den Aufbau einer Übung kann kurzzeitig gelockt werden um das Verhalten zu provozieren, jedoch sollte das auch wieder abgebaut werden.
Erziehungshilfsmittel
Hilfsmittel wie z.B. das Halti sollten nicht "einfach so" pauschal jedem für die Leinenführigkeit in die Hand gedrückt werden. Hier sollte zunächst über die Motivation des Hundes gearbeitet werden. Scheint es notwendig solche Hilfsmittel zu verwenden ist es Aufgabe des HT den Halter über Gefahren und Risiken und die richtige Anwendung ausführlich aufzuklären und erst "allein ins Gefecht" zu schicken, wenn er sich versichert hat, dass die Handhabung ohne Schaden für den Hund mit Lerneffekt erfolgen kann.
Hier ist absolute Sorgfalt gefragt.
9. Welpenstunden
Hört man in einer Welpenstunden den folgenden Satz sollte man seinen Welpen nehmen und gehen: Die machen das unter sich.
Nein, tun sie nicht.
Sie spielen, raufen und balgen natürlich aber gleichzeitig können sie auch mobben, jagen und fehlende Beißhemmung bei älteren Welpen erledigt den Rest.
Welpen müssen von ihrem Besitzern immer das Gefühl vermittelt bekommen, dass sie vor allem beschützt werden.
Steigern Welpen sich zu sehr ins Spiel rein und alle stürzen sich auf den Chi-Welpen muss der Trainer dies sehen und den Besitzern erklären wie jetzt möglichst schnell die Situation wieder entspannt werden kann.
Sitzt nur ein unsozialisierter Welpe in dem Haufen kann hier ganz schnell für alle eine negative Erfahrung gemacht werden.
Im Optimalfall läuft ein adulter, gut sozialisierter Hund in den Stunden mit um bei Ärger effizient für Ruhe zu sorgen. So lernen die Kleinen schnell wie die Welt der Großen funktioniert und wo Grenzen liegen. So punktgenau kann das nämlich kein Mensch korrigieren wie ein adulter Hund.
Zudem sollte in Welpenstunden nicht das reine Spiel, sondern besonders auch die Beziehung zum Menschen unterstützt werden.
Andere Hunde sind toll, aber Abenteuer wie „Über-die-schreckliche-Wippe-laufen“ werden nur mit Mama/Papa erlebt. Immer ohne Druck und mit pos. Bestätigung. Das schafft Vertrauen.
10. Gruppengröße
Die Gruppen sollten immer klein und überschaubar bleiben. Für jeden sollte die Möglichkeit bestehen auch mal 5 Min ungeteilte Aufmerksamkeit zu bekommen ohne, dass 20 Leute gelangweilt drum herum stehen.
Nur in kleinen Gruppen mit unter 10 Personen/Hunden (mMn höchstens 6) kann effizient und individuell gearbeitet werden.
11. Offenheit
Schlussendlich ist es absolut elementar, dass HT immer offen für neue Ideen und Konzepte bleiben und sind.
Anregungen vom jeweiligen Kunden sollten nicht abgeschmettert werden, da nur der Trainer weiß wie der Hase läuft, sondern immer ernst genommen und begründet widerlegt oder bestätigt werden können. Der HT sollte also auf die Wünsche des Halters eingehen und akzeptieren, wenn bestimmte Methoden abgelehnt werden.
Das waren jetzt vorerst die Kriterien, die ich als besonders wichtig erachte, wenn man nach einem Hundetrainer sucht.
Wie gesagt: Ergänzungen sind natürlich absolut notwendig
Lieben Gruß,
Midori
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