Mein Hund hat Angst vor...

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Angeldust

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... fast allem *seufz*

Hallo,


Ich habe meinen Hund aus einem Griechischem Tierheim. Wo er auch als ein wenig ängstlich beschrieben wurde. Was er in den ersten 5 Lebensmonaten erlebt hat, ist unbekannt.
Auf ein wenig ängstlich war ich eingstellt. Ich hatte zwar vorher noch nie einen Hund, aber viel gelesen und wenn ich das so sagen darf, hab ich ein intuitives Verständnis für Tiere. Weiß grad nicht wie ich das besser ausdrücken soll.
Was mich dann erwartet hat, war mit ängstlich kaum zu Vergleichen. Ich bekam einen völlig panischen Hund, der Angst vor allem hatte. Wirklich vor allem.
Er kannte wohl keine Näpfe, dementsprechen trank und frass er nicht daraus. Halsband, Leine, Geschirr versuchte er zu vermeiden indem er immer auswich oder versuchte weg zu laufen. Menschen generell ist eine Katastrophe. Ein Taschentuch auf dem Boden muss mit mindestens 2 Metern Sicherheitsabstand umgangen werden. Fahrräder, Autos, Laternen, Mülleimer keine Chance ihn nicht halb tragend vorbei zu bugsieren. Nach den Spaziergängen war er kaum in die Wohnung zu bewegen. Er hat sich vorm Haus einfach in den Busch gelegt. Vor seinem Futter hatte er auch Angst. Ach... ich könnte Stundenlang so weiter machen... Es war grausam, wirklich richtig grausam und ich hab mich oft gefragt ob es nicht eine Fehlentscheidung war und ich ihn vielleicht lieber wieder abgebe.
Aber ich liebte ihn und er mich auch. Und er ist ein guter Hund (gewesen und auch immernoch).
Wahrscheinlich habe ich viele Fehler gemacht, aber ein bißchen was haben wir doch schon geschafft. Mit viel Geduld und immer wieder wiederholung.
Er ist ein kluger Hund, der schnell lernt und begreift. Er ist sogar wahnsinnig frech und aufmüpfig, wenn er abgeleint ist, dann in vielen Dingen sogar ein völlig anderer Hund.
Ich war mit ihm in der Hundeschule hier, aber das hat irgendwie gar nicht funktioniert.
Er war von Anfang an stubenrein (ich bin aber auch alle paar Stunden mit ihm raus, das er gar nciht erst in die Wohnung macht, was er auch nie getan hat). Er hat Grundkomandos innerhalb von Minuten begriffen usw. Er hört mit Ausnahmen sehr gut. Man kann ihn auch von seiner Kaninchenjagd abrufen. Abrufen in dem Sinne das er damit aufhört, nicht unbedingt zu einem kommt ^^ In dem Sinne tanzt er mir nämlich gut auf der Nase rum. Er braucht viel Bewegung und wir sind auch sehr viel unterwegs. Aber solange er nicht richtig ausgepowert ist, kommt er absolut nicht zu mir. Immer in die Nähe, wo er auch bleibt, aber sobald ich anstalten mache ihn anzuleinen, rennt er los. Auch das ist ne Sache die mich etwas verzweifelt. Denn auf dem Rückweg muss ich zwangsläufig an einem Kindergarten vorbei. Und wenn er meint das Spiel ein paar Stunden zu spielen... joa... bin ich lange unterwegs, weil ich unangeleint auf keinen Fall mit ihm da vorbei gehe und es einen anderen Weg nicht gibt >.<
Einiges hat er überwunden. Er kann mittlerweile aus seinem Napf fressen (das allein hat 5 Monate gedauert). Er liebt es Auto zu fahren. Halsband/Geschirr würde er sich am liebsten selbst anziehen usw. Es hat sich schon einiges verändert. Einiges aber auch nicht und da komme ich absolut nicht weiter.

Menschen sind ein Problem. Fremde oder Bekannte ist egal. Er hat Angst. Versteckt sich hinter mir und es gibt keine Chance das er zumindest neben mir steht und ich mich nciht aus der Leine wickeln muss.
Bei Kindern ist es am schlimmsten. Er bricht richtig in Panik aus. Einmal ist auf einem eingezäunten Waldweg ein Kind zwischen mir und den Hund geraten, was dann auf ihn zu gelaufen ist (trotz bitten es nicht zu tun und mich vorbei zu lassen, ich möchte es ab und zu immernoch ein bisschen schütteln :-s ). Mein Hund schaute zwar immer zu mir und winselte und wollte zu mir, aber er hat sich nicht an dem Kind vorbei getraut. Also lief er in die andere Richtung. Sehr weit. Auf die Hauptstraße und war dann erstmal ein paar Stunden weg. Nach einer langen verzweifelten Suchaktion hab ich ihn dann an der Stelle wo er weg ist, wieder eingesammelt. Mit nem verstauchtem Bein und total verstört. Ich hab echt gedacht ich seh ihn nicht wieder, weil in der Nähe auch die Autobahn ist usw.
Menschen die er kennt sind teilweise okay. Ich weiß das es vielleicht nicht der richtige Weg ist, aber es hat bisher nur so geklappt wenn es ein Mischverhältnis aus Ignorieren und "Bedrohen". Bedrohen drückt es nciht so richtig aus. Man tut einfach so als wäre er nicht da und geht irgendwann auf ihn zu ohne ihn anzuschauen und streichelt ihn, ganz kurz nur und geht dann wieder. Die ersten Male schaut er zwar dann immer ängstlich zu mir und drückt sich an mich, aber dann geht es wirklich gut. Mit meinem Vater läuft er sogar schon mit und spielt mit ihm und nimmt Leckerlies von ihm (man muss dazu sagen, das er absolut nicht bestechlich ist mit Leckerlies, ob ihr es glaubt oder nicht ;). Mit Streicheleinheiten dagegen schon.) Er geht auch Freiwillig zu ihm um sich streicheln zu lassen.
Das klingt in Hundekennerohren bestimmt grausam. Selbst für mich tut es das, wenn ich das so lese. Aber anders ging es bisher eben gar nicht. Selbst wenn jemand mit bei mir gewohnt hat (nicht nur über einen kurzen Zeitraum) hat der Hund immer nur halb panisch in der Ecke gelegen. Warten das der Hund von alleine auftaut und sich wenigstens frei in der anderen Wohnungshälfte bewegt, klappte einfach nicht. Dennoch ist das auch keine Lösung es zu machen wie bisher. Denn fremde Menschen bleiben nach wie vor ein Problem. Solange er an der Leine ist und nicht ausweichen kann wie er will, ist er total eingeschüchtert und ängstlich. Macht man ihn von der Leine ab und trifft auf andere Hundebesitzer läuft er sogar hoch erhobenen Schwanzes hin und bellt sogar die Leute an. Einmal hat er sogar dem Postboten nen riesen Schreck eingejagt. Kannte ich so von ihm gar nicht. Hab ich dann auch nicht verstanden. Er hat sich dann vor seinem Bellen erschrocken und ist in der Wohnung verschwunden.

Nun hab ich so viel geschrieben was wahrscheinlich unrelevant ist und noch so viel im Kopf... Es ist auch schon spät und ich hab da so viele Baustellen :(
Es ist belastend.
Manchmal steh ich da und könnte heulen. Wenn ich wieder höre wie grausam ich zu meinem Hund sein muss, das er solche Angst hat.
Manchmal sind auch Situationen die er kennt schlimm. Letztens war es der Mülleimer, an dem wir jeden Tag 5 mal vorbei gehen (hin und zurück sogar 10 mal)... Es guckte oben über den Rand ein etwa 1 cm großes Tütenstück raus, was ihn dazu brachte sich nicht vorbei zu trauen. Das hätte er an sich nichtmal wirklich sehen können so klein war das. Neue Situationen überfordern ihn dann teilweise komplett und er wirft sich einfach auf den Boden zwischen meine Beine. Oder versucht weg zu rennen. Was an Straßen nicht immer angenehm ist, wenn da Autos fahren. Es muss nur mal ganz dumm laufen und er ruckt an der Leine die ich grad scheiße halte und er springt vors Auto... Horrorvorstellung...
Ich würd gern einfach mit ihm auch durch die Stadt gehen können, ohne das er permanent zwischen meinen Beinen klebt, wenn man draußen am Café sitzt und in 2 Metern entfernung ein Kind vorbeiläuft, der Hund den Tisch vor Panik umreißt.
Ich versuche ja im Schutz zu bieten und dabei zu vermeiden das er glaubt er liegt richtig in der Annahme das er Angst haben muss. Ich mach was falsch. Wahrscheinlich sogar einiges. Wascht mir ruhig den Kopf, aber seid nicht allzu böse mit mir, denn ich fühl mich schon so schlecht und unfähig genug :(

Was kann ich tun, damit er sein Leben nicht in ständiger Angst verbringt?



Liebe Grüße
 
  • Mein Hund hat Angst vor... Beitrag #2
Das ist ja eine ganze Palette. Dagegen ist mein Hund wirklich mutig und der rennt vor einem Poster davon. (Reich mir die Hand ^^)

wie ist das? Ist er immer frei oder leinst du ihn ab draußen? Also wenn er dieses stundenlange auspowerspiel spielt?
grundsätzlich wuerde ich ihn nicht mehr anleinen. Benutzte doch fürs erste eine Schleppleine. Die gibt es in fast allen langen und ist sicherer weil du ihn trotz jeden freiraum noch hast weißte?
 
  • Mein Hund hat Angst vor... Beitrag #3
Er ist nicht immer frei. Von hier bis zur Hundewiese ist er angeleint. Dort lein ich ihn ab.
Schleppleine hab ich versucht. Er bewegt sich keine 10 cm von mir weg. Ich hab knapp eine Woche versucht ihn dran zu gewöhnen.
Er ist ein Podenco-Mix. Er muss laufen, das viel und weit. Kann er das nicht, sieht man richtig das er total unglücklich ist. Meistens klappt es ja auch, da wir viel und lange unterwegs sind. Aber in Situationen wo es klappen soll, weil ich nicht ganz so viel Zeit hab, klappt es eben nicht. Er läuft ja auch nicht weg. Er verarscht mich dann einfach nur und hofft ich renn ihm hinterher. Findet er nämlich super.
Ich beschleunige das "auspowern" dann. Ich geh immer 10 Schritte in die eine Richtung und er rennt an mir vorbei 50 meter weiter, dann dreh ich um und er rennt wieder an mir vorbei und weiter usw. Nach 10 mal hat er dann auch keine Lust mehr >.<
 
  • Mein Hund hat Angst vor... Beitrag #4
Ja aber wenn du sagst, das er gut die Benutzung des Napfes einen Monat gebraucht hat, dann wird so eine Schlepp sicher nicht in einer Wochs toll sein.
Mein Hund ist ein Border Collie Mix und dennoch wuerde er nicht abgeleint werden, wenn er so ein Theater macht. ;)
 
  • Mein Hund hat Angst vor... Beitrag #5
Hallo, so wie Du das Problem beschreibst hat der Hund wahrscheinlich schon von der Mutter das mangelnde Vertrauen zu Menschen mitbekommen. es gibt Forscher, die sagen sogar weitervererbt. Das ist ein schweres Los gerade für Anfänger. Abgeben solltest Du den Hund auf keinen Fall. Dann wird sein jetziges Vertrauen ja wieder zerstört. Ich würde zunächst mal 2-3 Stunden Einzeltraining bei einem guten Hundetrainer, der sich mit ängstlichen Hunden auskennt Buchen. Danach muss er in eine Hundeschule. Du sagst ja selber, dass er schon teilweise frech wird. der braucht dringend Führung. das hilft ihm auch.
Ich würde diesen Hund auf gar keinen Fall ableinen. Das gefällt im deshalb so gut, weil er dann alles selbst regeln kann. In den Freilaufphasen lernt er nichts, weil Du ihm nicht sagst was richtig und was falsch ist.Treffe Dich mit anderen Hundebesitzern zum geregelten Spazierengehen. Bei uns in der Hundeschule gibt es spezielle Gruppen für unsichere Hunde. Da werden Alltagssituationen geübt. Setz dich mit ihn auf eine Parkbank am besten an einen Spielplatz und belohne jedes Sitzenbleiben mit Leckerchen. ( es muss was richtig gutes sein, gib ihm die auf der ausgestreckten Hand ohne Hinzusehen) Bestelle Bekannte die vorbeikommen ihm Fleischwurst hinwerfen und wieder gehen. Ihn solltest Du nicht ignorieren, wenn er was falsch gemacht hat, weil er scheint das noch als Belohnung anzusehen.
 
  • Mein Hund hat Angst vor... Beitrag #6
Was machst du denn, um ihm die Angst abzugewöhnen?
Uns hat geholfen, dass wir "Mutproben des Tages" eingeführt haben. Also auch drinnen Situationen herausgefordert haben, vor denen er etwas Angst hatte. Wie einen lecker Knochen hinter die Küche gelegt, sodass er über die bösen Fliesen laufen musste. Oder hinter die angelehnte Tür...
Ihn dann einfach machen lassen, ich hab mich dann meistens auf die Couch gesetzt und so getan als würde ich ihn nicht sehen. Irgendwann ist er immer über sich hinaus gewachsen :D Das wurde natürlich nochmal belohnt.
Oder halt so Sachen wie Leckerlies aus einem Karton holen, den er umkippen muss und was weiß ich :D

Draußen wurde jede Situation belohnt, die er gemeistert hat.

Außerdem wurde auch da geübt, zum Beispiel indem ich 5 Minuten mit ihm an dem bösen Gullideckel stand und ihn dann gezwungen hab, darauf Sitz zu machen. Gab einen Jackpot, die Gewissheit das nichts passiert und Ego gleich mit :D

Generell ist alles gut, in dem du den Hund bestärken kannst. Das gibt immer Ego und hilft ne Menge. Suchspiele zum Beispiel, Dummyarbeit...

Wenn er draußen anfängt dich zu verarschen muss da eine Schleppleine ran. Irgendwann erschreckt er sich mal oder sieht was was er toll findet und du hast keine Chance mehr, ihn zu kriegen. So lernt er gerade nichts anderes als dass er machen kann, was er will, solange er Lust hat.

Und ganz wichtig: Es klingt ein bisschen so, als hättest du Mitleid mit deinem Hund. Stell das ab ;) Leichter gesagt als getan, aber du tust damit weder dir noch deinem Hund einen Gefallen. Er ist dein Hund und muss einfach mitmachen, wenn du das so bestimmst.
Wenn meiner rumpanikt gehe ich aus Prinzip nicht weiter, bis er sich beruhigt hat. Mittlerweile weiß er das und es funktioniert. Aber das hat auch gedauert :D
Generell: Nicht ständig überfordern, aber immer wieder ein kleines Stück über sich selbst hinauswachsen lassen.
 
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