Wenn er nicht seinen Willen bekommt...

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  • Wenn er nicht seinen Willen bekommt... Beitrag #1
Melineya

Melineya

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Hallo liebe Foris,

ich benötige ganz dringend eure Hilfe.
Merlin legt zurzeit ein Verhalten an den Tag was ich absolut nicht dulden kann :|
Er ist jetzt 16 Monate alt und somit im pubertären Alter.
Wir haben leider versäumt ihm im Welpenalter an das Alleinsein zu gewöhnen, was ich auch arg bereue.
Merlin muss nicht allein sein, da meine Eltern durch Krankheit berentet sind, wenn ich aber später mit ihm ausziehen werde, um zu studieren, sollte er das Alleinbleiben gewöhnt sein.
Zurzeit sind wir dabei von Zimmer zu Zimmer zu gehen und hinter uns die Tür zu schließen.
Rausgehen ist nicht möglich, da er uns garnicht erst aus der Wohnung lässt, wenn keiner in der Wohnung bleibt.
Er rennt dann hinter einem her, nach draußen in den Hausflur bis runter in den Keller, wo wir ihn erstmal einfangen dürfen, um ihn wieder nach oben zu bekommen (wir wohnen in einem Mehrfamilienhaus in einer Wohnung).
Am Mittwoch waren wir beim Tierarzt, da er sich wohl vom letzten Samstag beim Agility eine Überdehnung des linken Vorderbeins zugezogen hat.
Wir bekamen Schmerzmittel und 2 Wochen Schonfrist mit auf den Weg.
Für Merlin ist das natürlich ziemlich schwierig, weil für ihn körperliche Auslastung neben der geistigen an oberster Stelle steht.
Durch die Schonfrist dürfen wir also leider nur geistige und wenig körperliche Auslastung von ihm abverlangen, was ihm natürlich überhaupt nicht passt.
Trotzdem üben wir weiter das Alleinsein, aber das Problem dabei ist seit etwa 3 Tagen, dass wenn ich von Zimmer zu Zimmer gehen möchte, er mich anspringt, kläfft, nach meiner Kleidung und meiner Hand schnappt und überhaupt nicht damit aufhören möchte.
Nun weiß ich leider nicht wie ich mit der Situation umgehen soll.
Meine Deutung dieser Verhaltensweise ist, dass es ihm nicht passt und er womöglich auch Angst hat allein zu sein.
Ich dachte mir, ihn zu ignorieren wenn er an mir hoch springt und er gestreichelt wird, sobald er wieder lieb ist und brav neben mir steht.
Nachdem ich dann aber wieder einfach ein paar Schritte zur Tür zugehe, macht er das Gleiche wieder und so komm ich garnicht mehr zur Zimmertür.
In solchen Momenten versuche ich immer ruhig zu bleiben, was aber in manchmal garnicht machbar ist.
Das ruhig bleiben in so einer Situation ist natürlich wichtig, was ich auch weiß, aber vielleicht versteht ihr mich etwas, dass man dann echt entnervt ist.
Vorallem wenn der Nachbar von oben drüber auch noch klopft, weil ihm zu viel Lärm herrscht :roll:
Ein klares Nein und runter versteht er auch nicht und wird dann noch schlimmer in seinem Verhalten.
Meine Frage nun...wie verhalte ich mich richtig in der Situation?
Klar, es könnte damit zusammenhängen, dass ihm die körpeliche Auslastung fehlt, weil er wie gesagt, dieses Verhalten erst seit 3 Tagen zeigt, aber nicht unbedingt nur wenn ich ihm das Alleinsein beibringen möchte, sondern auch, wenn er bestimmte Personen nicht so stürmisch begrüßen darf.
Da attackiert er mich dann ebenfalls, aber das komische ist eben, dass es erst seit 3 Tagen so ist.
Natürlich möchte ich nicht, dass sich das bei ihm einbürgert.
Könnt ihr mir helfen?

Liebe und verzweifelte Grüße ;)
Melineya
 
  • Wenn er nicht seinen Willen bekommt... Beitrag #2
Also erstmal: Nachbar ausblenden. Ist kacke und echt schwierig, hilft aber keinem weiter wenn du dann noch hektisch zusätzlich wirst, das pusht den Hund nur noch mehr :D

Hast du ihm denn schonmal ganz klar mit Körpersprache gezeigt was geht und was nicht? Bzw was macht er denn, wenn ihr allein in der Wohnung seid und du auf Toilette musst?

Dann würde ich erstmal damit anfangen, dass er nicht mehr ohne Kommando aus eurer Haustür darf. Einfach immer Sitz machen lassen und erst auf dein Auflösekommando wird gegangen. Fertig.
Wenn er aufspringt, geht die Tür wieder zu. Das wird am Anfang vielleicht nur Millimeter für Millimeter gehen bzw erstmal nur Hand an die Klinke, aber das wäre so mein erster Schritt. So dass er eben gar nicht mehr auf die Idee kommt, da einfach rauszuflitzen und ein schönes Fangen-Spiel mit euch anzufangen.

Anspringen und kläffen geht mMn gar nicht, da solltest du ihm klare Grenzen setzen. Mein Hund sieht dieses normale Ignorieren eher als stille Bestätigung seines Verhaltens. Ganz klar Hände verschränken, damit er da erstmal nicht mehr beißen kann, ein klares nein, runterstoßen und ihm zeigen, dass das so nicht funktioniert.
Dabei muss man ihm nicht weh tun, aber einfach klar aufzeigen was geht und was nicht.
Ich interpretiere das übrigens gerade eher als langeweile :) Wenn er das wirklich erst seit 3 Tagen macht ist er körperlich unterfordert, was natürlich für so einen Jungspund total doof ist. Ich würde eher tippen dass er dadurch versucht, dich zum Spielen zu animieren, zumindest macht meiner das so ;)

Wenn ein Nein nicht hilft, schick ihn auf seinen Platz. Wenn er dann Ruhe gibt kannst du ja ein kleines Spielchen anzetteln :)
Das allein bleiben würde ich vielleicht dann erstmal lassen, wenn er gerade eh zuwenig Bewegung hat ist da einfach zuviel Energie in ihm, da ist ruhig und allein bleiben mMn relativ erfolglos.

Zum allein bleiben generell gibts hier auch einen Thread (wir lernen allein bleiben) wo schon viele Tipps stehen.
 
  • Wenn er nicht seinen Willen bekommt... Beitrag #3
Hallo Melineya,
für mich klingt Merlins Verhalten so, als ob er dich ganz schön kontrolliert.
Du darfst erst dann zur Türe raus, wenn er mit (oder sogar vor-) geht.
Er traut dir nicht, dass du Situationen alleine regelst. Aus diesem Grund schnappt er in deine Hände und Klamotten um dich ganz klar zu maßregeln.
Er ist ein ganz netter Tyrann.;)

Die Tipps von Infano sind schon mal sehr gut. - Sitzen lassen, wenn ihr die Wohnung verlasst.
(Stell dir vor, ein Nachbar macht gerade in dem Moment die Haustüre auf, wenn er in den Flur getobt ist. So schnell, wie er dann auf der Straße und schlimmsten Falls unter einem Auto liegt, könnt ihr gar nicht gucken bzw. reagieren)
Da er momentan nicht so viel laufen und toben darf sollte die geistige Auslastung in der Wohnung (aber in Ruhe stattfinden).
Hier finde ich die Intelligenzspielzeuge, die man kaufen oder selbst bauen kann sehr schön.
Aber auch Dummysuche lässt sich gut in der Wohnung machen.
Den Hund z.b. in der Küche ablegen - den Dummy im Wz unter einem Kissen verstecken - zurück in die Küche gehen und den Hund suchen lassen. Wenn er den Dummy gefunden hat die Belohnung aus dem Dummy (selber nehmen lassen).
Die "verschärfte" Variante, die ich gerne mit Inka mache... den Dummy in einen geschlossenen Schrank verstecken. Da muss er dann den Dummy verweisen. - Das macht den meisten Hunden sehr viel Spaß. Nebenbei kann er sich sein Futter erarbeiten und die Bindung wird besser. Er lernt nämlich, dass er auf dich angewiesen ist um sein Futter zu bekommen. So ohne Finger bekommt man den Reißverschluß vom Dummy nämlich nicht auf.;)
 
  • Wenn er nicht seinen Willen bekommt... Beitrag #4
Danke für die lieben Antworten.
Das er uns allesamt kontrollieren will, dachte ich mir schon.

Bzw was macht er denn, wenn ihr allein in der Wohnung seid und du auf Toilette musst?

Zum Toilettengang: Er kommt eher selten mit und bleibt meistens liegen. Ich kann mich auch frei in der Wohnung bewegen. Es gibt natürlich Momente, wo er mir mal hinterherläuft z.B. wenn es Futter gibt, aber ich denke das ist noch relativ normal.
Das mit den Nachbarn ist echt mist :roll: Sie meinen immer wir unterhalten uns laut :eusa_doh:Im Grunde genommen sind sie selber nicht besser. Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen.

Vor der Tür Sitz machen lassen klingt nicht schlecht. Das werde ich aufjedenfall vor den zukünftigen Spaziergängen und auch zwischendurch machen :)

Langeweile könnte es natürlich sein.
Vielleicht ändert sich auch alles, wenn er wieder richtig körperlich ausgelastet ist.
Wäre zu hoffen :)

An geistiger Auslastung machen wir zurzeit so einiges. Unter Ordnung dürfen wir weiterhin in Maßen machen, draußen beschäftigen wir uns mit Fährte und Dummyarbeit. Trickdogging machen wir auch.
Normalerweise würde noch die Reizangel dazukommen, aber das geht ja zurzeit wegen seinem Vorderbein nicht.
 
  • Wenn er nicht seinen Willen bekommt... Beitrag #5
Also ich kenn das zu gut von meinem Hund. Geistige Auslastung ist wichtig und braucht er definitiv auch, aber ein Großteil ist bei ihm das Körperliche. Der will toben und spielen und buddeln und wenn das nicht geht, dann staut sich das auf, auch trotz geistiger Auslastung. Nach der schläft er zwar auch, aber irgendwie... anders :D

Habt ihr ein Ritual, wenn ihr geht?
Bei meinem hat´s geholfen, ihn konsequent auf seinen Platz zurück zu schicken. Und zwar ab dem Moment, ab dem ich anfange mich fertig zu machen. Bei mir ist das Schuhe holen. Ich hole meine Schuhe, ziehe sie an - Hund machte sich fertig und erwartete baldigen Gassigang. Ich hab ihn auf seinen Platz geschickt. Mich dann wieder auf die Couch gesetzt, damit der Hund wieder runterkommen konnte. Dann eben alles andere. Tasche gepackt, Hund auf den Platz geschickt, Jacke geholt, Hund auf den Platz geschickt... Schema ist klar, denke ich :D
Bevor ich dann ging nochmal auf den Platz geschickt und ihm dort noch ne Handvoll Leckerlie hingeworfen (bringt zwar wahrscheinlich nicht viel, hat aber mein schlechtes Gewissen beruhigt :D )
Das hab ich auch durchgezogen, bevor wir Gassi gegangen sind, nur dass ich ihn dann eben von seinem Platz weggeholt habe (bzw auch okay, wenn er ruhig irgendwo anders rumlag). Einfach so, dass er von Anfang an gar nicht in irgendeine Art von Erwartungshaltung bzgl Gassi gehen oder was weiß ich verfiel.
 
  • Wenn er nicht seinen Willen bekommt... Beitrag #6
hmmm.. warum übt ihr das nicht weiter, wenn du ihn dann wieder richtig "auslasten" kannst?
Solange würde ich es lassen, damit machst du dir nur unnötige Probleme...

Es ist doch jetzt, genau zu diesem Zeitpunkt, gar nicht so von nöten?

Ich kann auch keine "Kontrolle" erkennen, wenn du dich alleine durch die Wohnung bewegen kannst und er entspannt auf seinem Platz bleibt.....

Der "Ärger" mit den Nachbarn erledigt sich dann vorerst auch.....

Muss es denn wirklich jetzt sein, wo er sowieso unleidlich ist? :eusa_think:
 
  • Wenn er nicht seinen Willen bekommt... Beitrag #7
Die Schlüsselmomente sind bei uns vor dem Alleinsein, dass Anziehen der Jacke und den Schlüssel zu nehmen. Ab dem Moment ist er gestresst.
Vielleicht sollten wir es die zwei Wochen wirklich mit dem Üben lassen.
Dann ist er wenigstens nach dem Rausgehen ausgeglichener.
 
  • Wenn er nicht seinen Willen bekommt... Beitrag #8
Aktualisier: Ich habe herausgefunden, das Merlin mich maßregeln will, indem er das macht :roll:
Habe das Üben fürs Alleinsein eingestellt, aber er springt trotzdem :?
Vorallem dann wenn etwas ist, was ihm nicht passt.
Zur Zeit tut er dies, wenn es wieder nach Hause geht vom Spaziergang.
Laut nein sagen und runterschubsen klappt garnicht.
Er springt sofort wieder nach oben und schnappt weiterhin nach meinen Händen und Armen, obwohl ich sie vor meinem Körper verschränke (komme fast gar nicht dazu, weil ich ihn immer wieder runterschubsen muss).
Nun reagiere ich so, dass er sich hinlegen muss und ich mich über ihn stelle.
Erst wenn Merlin wieder ruhig ist, geht es auf mein Kommando weiter.
Macht er das Gleiche nochmal, muss er sich wieder hinlegen usw.
Denkt ihr ich kann das beibehalten?

Liebe Grüße
Melineya
 
  • Wenn er nicht seinen Willen bekommt... Beitrag #9
Wieso stellst du dich über ihn?
Also ins Platz bringen oder irgendwas "ruhiges" damit er sich beruhigt - ja. Aber durch dieses drüber stellen drohst du ihm auch wieder.

Sowas muss man einfach ab und an mal ausdiskutieren, hat BJ zwischenzeitlich auch gemacht :) Stehen bleiben war ganz gut (bei ihm ging es eher darum dass er unbedingt spielen wollte), Hände verschrenken und ihm einfach zeigen dass er das nicht zu tun hat. Kommt da auf den Hund an. BJ ist bei Maßregelungen dann doch eher sensibel, den hab ich 2-3mal runtergeschubst, dann hat er´s verstanden.
Einmal bin ich aber auch einfach weitergelaufen, das konnte er so natürlich nicht halten und ist auch runter gefallen :) Einfach dein Ding durchziehen :D
 
  • Wenn er nicht seinen Willen bekommt... Beitrag #10
Das drüberstellen wollte ich machen, damit er nicht gleich wieder aufsteht, aber das kann ich auch weglassen. Ich zieh das mit dem hinlegen jetzt einfach durch. Liegen bleiben ist ja auch doof und langweilig :lol:
 
  • Wenn er nicht seinen Willen bekommt... Beitrag #11
Hallo , das meiste ist ja schon gesagt worden. Was für mich aber auch noch wichtig war und seitdem klappt es mit der Hundeerziehung besser: Ich habe aufgehört nachdem warum zu fragen. Er zeigt seit einigen Tagen ein Verhalten, dass Du möchtest und das soll aufhören, warum ist Wurscht, alte Fehler sind auch egal. Im Moment kontrolliert der Hund Dich, ignorieren nützt nichts, weil er das Gefühl hat es geht nach seiner Nase. Vielleicht solltest Du ihm schon vorweg die Möglichkeit geben andere gute Verhaltensweisen an den Tag zu legen. Der Hund wird in Sitz gebracht 5 m von der Tür entfernt, da bleibt er bis Du den Befehl aufhebst, wenn er das nicht tut wird er zurückgebracht, solange er das nicht macht geht es nicht nach draußen. Hast Du schon mal an eine Box mit Kauknochen oder Kong gedacht? Viele Grüsse Inga
 
  • Wenn er nicht seinen Willen bekommt... Beitrag #12
Vor der Tür sitzen lassen, machen wir schon und es geht erst nach draußen, wenn wir das sagen. Einen Kong haben wir hier auch. Eine Box hatten wir früher mal und selbst wenn ich eine hätte würde er nicht drinbleiben, weil er wie gesagt, nicht allein bleiben kann. Der Kauknochen ist ihm in dem Moment egal. Außerdem findet man eine Box in der Größenordnung kaum. Er hat eine Widerristhöhe von 65cm und dann muss man noch den Kopf dazurechne, also so um die 85cm. Selbst wenn die Box so groß wäre, müsste sie auch seiner Breite entsprechen :) Aber er hat hier einen Platz, wo er sich hinlegen darf, aber meistens benutzt er nur den Boden, um zu schlafen.

Liebe Grüße

Melineya
 
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