Beisst sich fest

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  • Beisst sich fest Beitrag #1
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niesi87

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Hi ich habe einen Haflinger wenn ich mit ihm im Gelände bin fängt er irgendwann an durchzudrehen. Mitten im galopp springt er nach links oder rechts und rast einfach weiter, er lässt sich weder kontrollieren noch zurücknehmen. Habe schon viel mit Bodenarbeit gemacht aber hat bisher noch nichts gebracht. Sind wir zuzweit oder ein handpferd dabei macht er nichts. Er ist eigentlich eine ganz liebe seele. Vielleicht kann mir hier ja jemand helfen. Dankeschön:eusa_think:
 
  • Beisst sich fest Beitrag #2
Galoppierst du ihn denn an, oder galoppiert er irgendwann ohne deinen Willen los?
Wenn er plötzlich unkontrolliert wird, wenn du ihn vorher angaloppiert hast, wäre meine nächste Frage, ob er denn lieb bleibt, wenn du mal beim Ausritt den Galopp weglässt.
 
  • Beisst sich fest Beitrag #3
Er macht es wenn ich ihn angaloppiere und er geht vom trab dann einfach in den Galopp und lässt sich nicht stoppen. Hab auch schon runden im Geländeohne Gallopieren gemacht dann wird er richtig aufbrausend wenn er merkt das wir gleich am stall sind und er nicht rennen konnte.
 
  • Beisst sich fest Beitrag #4
Wird er denn sonst gut ausgelastet? Gibt ja auch Pferde die echt viel tun müssen und sonst 'unerträglich' werden.

Wie benimmt er sich denn beim Spazieren gehen? Ist er da auch aufbrausend?
Mein Tipp wäre ihn einfach besser zu beschäftigen, wenn ihr im Gelände seid. Einfach immer wieder kleine Dressurübungen einbauen, damit er gar nicht so sehr daran denken kann, was er denn nun für 'Unsinn' machen könnte.
 
  • Beisst sich fest Beitrag #5
Spazieren gehen habe ich schon ausprobiert da ist er auch das liebste Pferd. Ich mache jedenzweiten tag immer ausritte von 12- 20 kilometer da ich mit ihn wanderreiten mache. Ansonsten steht er mit zwei stuten und noch nen wallach zusammen. Ich weiß nur das er fruher mal vor der kutsche war, das geht jetzt nicht mehr da er panische angst vor gerten und peitschen hat, keine ahnung warum war bevor ich ihn übernommen habe.
 
  • Beisst sich fest Beitrag #6
Hallo Niesi,

Arbeitest Du Dein Pferd auch auf dem Platz oder ausschließlich ins Gelände?


Für mich liest es sich so, dass Dein Haflinger Deine Hilfen auf den bekannten(?) Strecken ignoriert, daran müsstest Du wieder mit ihm arbeiten.

Eine gute Möglichkeit, die sich auch im Gelände umsetzen lässt wären viele Tempowechsel und Übergänge ( zunächst im Trab wechseln zwischen Tritte verlängern- und wieder aufnehmen, Trab-Schritt Übergänge, Trab-Galopp-Übergänge etc), damit er sich wieder auf Dich konzentriert und nicht darauf richtig Stoff geben zu müssen ;)

Jetzt in der nassen Jahreszeit ist es schwierig auf Wiesen rumzureiten, aber im Sommer ist das auch eine gute Fläche um viel auf gebogener Linie mit vielen Handwechseln Dein Pferd wieder konzentrierter werden zu lassen. ( Was natürlich nur gemacht werden darf wenn der Bauer einverstanden ist, dass auf seiner Wiese geritten wird)

Hast Du denn einen Reitlehrer welcher Dich unterstützt?
 
  • Beisst sich fest Beitrag #7
Hi, ja mit den tempowechsel und den Übergängen macht er alles super mit,er ist auch super konzentriert und aufmerksam aber irgendwann prescht er dann einfach los:|:| auf wiesen geht es ja noch aber im wald sieht das schon wieder mist aus. Reitlehrer habe ich schon angefragt der konnte mir auch nicht weiter helfen.
 
  • Beisst sich fest Beitrag #8
Wenn er aber wirklich konzentriert wäre, würde er nicht auf die Idee kommen direkt im nächsten Moment loszurennen.

Hattest Du denn Unterricht oder den RL nur mal kurz das Problem geschildert? So ein Rittigkeitsproblem geht ja nicht innerhalb eines Tages weg. Da muss man eher in Monaten-, bei schwierigen Fällen auch Jahren denken. Und wenn die Durchlässigkeit und das Vertrauen gegeben ist, dann wird das Problem auch kleiner werden.
 
  • Beisst sich fest Beitrag #9
Er ist ja konzentriert, er macht es aus heiterem Himmel als wenn man ein knopf drückt. Ich denke mal du weist auch nicht was man da machen könnte ich mache das alles jetzt seit vier Monate und da ich nicht weiter weiß habe ich hier jetzt mal gefragt.
Vielleicht meldet sich ja jemand der auch dieses problem hat oder hatte.
 
  • Beisst sich fest Beitrag #10
Hallo Niesi87,

erstmal herzlich Willkommen hier im Forum !:039:

Ich habe drei Haflinger und eine davon ist eine Stute. Sie heißt Cora.
Cora ist immer hochkonzentriert bei der Arbeit und ich arbeite nur im Gelände und bin immer alleine unterwegs. Wenn Cora genug hat von der Arbeit fängt sie an die Aufgaben nicht mehr korekt auszuführen oder sie prescht dann einfach los und hört dann nichts mehr, so wie es bei dir der Fall ist. Zumindest war es einmal so, heute macht sie das nicht mehr.
Ich muß aber dazu sagen sie war auch im besten Flegelalter.:mrgreen:

Ich habe es so gelöst, daß ich die Aufgaben nur kurz abgefragt habe und die Einheiten egal ob jetzt was super funktioniert hat oder nicht, mit einer Aufgabe, wo ich wußte sie macht es perfekt, nach 15 min. beendet habe. Dann einfach locker nach Hause geritten bin ohne was von ihr zu verlangen.
Meine Erfahrung ist, daß Haflinger sehr intellegent sind und ihnen schnell langweilig wird und es dann auchauf die eine oder andere Art (buckel, steigen, stehen bleiben - nichts geht mehr oder davon stürmen ) kunt tun.

Des Weiteren habe ich einen Notfallknopf bei Ihr installiert, der wirklich super funktioniert, bis jetzt. Diesen frage ich von Zeit zu Zeit im Galopp ab und schau ob sie reagiert, geht super.:mrgreen:

Das hab ich so gemacht: Zuerst im Schritt, dann im Trab und danach im Gallopp. Es muß aber in jeder Gangart sitzen bevor du es in der nächsten Gangart machst.
Ich klopf ihr auf die rechte Schulter und sag " is jaaaaa guuuut " oder einfach nur " langsaaaaaaaaaaam " Und Cora steht und dafür bekommt sie ein Leckerli. Haflinger sind ja sooooo verfressen und das mach ich mir auch mal zu Nutze.:mrgreen:

Ich hoffe ich konnte dir helfen oder neuen Denkanstoß geben.
Liebe Grüße
Cora 1
 
  • Beisst sich fest Beitrag #11
Hi Cora1,
Ja Dankeschön,das werde ich mal ausprobieren. Hoffe das es bei ihm klappt, aus sein Flegelalter ist er eigentlichschon raus, da er jetzt 18 wird.
Habe schon überlegt ob es auch daran legen könnte das er erst mit 13 gelegt wurde, denn Hengstmanieren hat er gelegentlichauch noch drauf:)
 
  • Beisst sich fest Beitrag #12
Hallo Niesi 87,

würd mich freuen, wenn du mir mal berichtest wie es gelaufen ist. Jedes Pferd reagiert ja ein bisschen anderes.
Lg
Cora 1
Ps.: Mit 13 ist schon sehr spät gelegt, das er da hier und da noch Hengstmanieren hat ist schon klar.
 
  • Beisst sich fest Beitrag #13
Haflinger eben, würde ich jetzt sagen. Dieses und ähnlich schwieriges Verhalten ist typisch für sehr viele Haflinger.
Haflinger sind eben Arbeitspferde, sie sind seit Jahrzehnten auf Exterieur und darauf gezogen schwere Lasten über hohe Berge zu tragen und somit auch selbständig zu denken. Die Gebirgsjäger nehmen noch heute nur Mulis und Haflinger und das nicht ohne Grund. (Oute mich mal als Haffifan)

Haflinger (gerade, die vom alten Schlag) sind vergleichbar mit Arbeitshunden (Bordercollie, Malinois...).

Ich glaube, dass deinem Pferd die Arbeit fehlt und es evtl. falsch gefüttert wird. Ein Haflinger braucht wenig Kraftfutter und sehr viel Raufutter.
Das Pferd braucht auf jeden Fall eine Aufgabe. Das kann eine Hauptdisziplin (bei allen Nebendisziplinen) sein oder auch nur, dich artig durchs Gelände zu tragen. Egal ob Turnier-, Fahr- oder Freizeitpferd. Haffis wollen arbeiten.
Wenn dein Pferd die Chance dazu hat, macht es eben was es möchte, daher ist auch Bodenarbeit oder Handpferdreiten kein Problem.
Also musst du ihm eine andere Aufgabe geben und dein Pferd wirklich auslasten und seine Energie entsprechend deinen Vorstellungen kanalisieren. Diese Auslastung muss nicht unbedingt mit Konditionsaufbau zu tun haben (Laufarbeit), denn auch im Gelände ist Kopfarbeit angesagt. Die Konzentrationszeit des Pferdes muss verlängert werden und es muss gefordert werden. Vor dem Galopp würde ich erst einmal eine sehr lange Trabstrecke einlegen, damit die Power weg ist.
Klettern, schwieriges unebenes Gelände mit natürlichen Hindernissen, die seine Konzentration und Trittsicherheit herausfordern, wären ideal. Man kann auch in so einem Gelände mal im Trab reiten, damit das Pferd wirklich gefordert wird. Ein langer Sandweg läd bei Unterforderung natürlich zum Rennen ein.
Gleichzeitig muss dein Pferd lernen, dass es durchaus Konsequenzen hat, wenn es dir nicht gehorcht. Wie diese Konsequenz aussehen kann, kann ich leider nicht sagen, da ich das Gelände und die Möglichkeiten, die es dir bietet, nicht kenne. Du sollst dich ja nicht in Gefahr bringen.
Was für ein Gelände steht dir denn zur Verfügung?
Ich habe hier das große Glück ein sehr großes und äußerst abwechslungsreiches Gelände zu haben mit langen und anspruchsvollen Kletterstrecken, enorm langen Galoppstrecken (mehrere Km), Bachläufen und einem See zum Schwimmen. In so einem Gelände wird jedes Pferd recht schnell konzentriert, aber das hat natürlich nicht Jeder.
Zudem verlade ich auch mal und fahre in unbekanntes Gelände.
So wie du dein Pferd beschreibst, schreit es rassetypisch nach einer Aufgabe.
 
  • Beisst sich fest Beitrag #14
@Machtnix, sehr treffend beschrieben.

Ich persönlich mag es, wenn Tiere selbständig denken. :mrgreen:
Villeicht habe ich gerade deshalbe Haflinger und Langhaar Collies....wie du schon schreibst Arbeitstiere halt.
Vom Gelände beschreibst du sehr gut, wie ich es auch bei mir habe, bis auf dem See den hab ich leider nicht.
 
  • Beisst sich fest Beitrag #15
@machtnichts:

Hi, mir stehen hier Wälder, Wiesen und wege entlang der Weser zum reiten zur Verfügung. Werde es auch mit dem kleinen Notknopf wie es mir Cora1 vorgeschlagen hat auszuprobieren. Überlege ob ich mir ein kleinen sulky hole und ihn davor zugewöhnen. Da er ja mal vor der Kutsche war, das problem dabei ist dann wieder das er panische Angst vor Gerten, Peitschen und schwingende Ästen hat, aber mit viel viel Gedult klappt das bestimmt ;).
 
  • Beisst sich fest Beitrag #16
Ein Fahrpferd mit großer Angst vor Peitschen, hat leider keine vernünftige Fahrausbildung genossen. Die Peitsche wird beim Dressurfahren sehr wohl im Training viel benötigt um beispielsweise ein Pferd im Einspänner Schulter vor zu fahren. Wir fahren unseren Deckhengst Marathon (Dressur, Gelände, Hindernisse), genauso wie er western erfolgreich geshowt wird, springt, gekört ist und auch deckt. Allround eben.
Das Gelände ist ein hervorragender Ausbilder und es gibt für die Lösungsphase und die Psyche eines Pferdes nichts Besseres.
Wenn ein Pferd nicht gut regelbar im Gelände ist, kann man erst reiten und dann zur Entspannung im Schritt ins Gelände gehen. Das Pferd lernt so, sich im Gelände zu entspannen und trotzdem aufmerksam alle Bodenhindernisse (gerade, Matsch, Äste, Unebenheiten, Klettern) konzentriert zu meistern.
Später ist dann auch ein kleiner Trab drin.
Ist man so weit, kann man vor dem Reiten in der Bahn auch eine kleine Runde draußen drehen, danach wird gearbeitet und wenn das Pferd Glück hat, nochmal eine kleine Runde im Gelände.
Ein Reittag kann dann folgendermaßen aussehen:
20 Min Gelände mit Schritt und Trab, 30 Min. Arbeit in der Bahn, 15 Min. Trockenreiten im Gelände im Schritt.

Das kann man nach und nach ausweiten. Ein lockerer Galopp im Gelände nach der Arbeit -einfach zum Strecken und wohl fühlen- ist dann für das Pferd nicht mehr gleich die Aufforderung zum Rennen.
Nach und nach kann man sich so an das Geländereiten herantasten.
Grundsätzlich reite ich vor dem ersten Galopp im Gelände (auch mit sicheren Pferden) eine längere und anspruchsvolle Strecke im Trab. Dabei achte ich darauf, dass das Pferd flott und taktmäßig läuft und konzentriert ist. Wir traben meist erst mind. 2 Km, bevor der erste Galopp kommt. Manchmal trabe ich auch einfach 10 Km einfach durch, das ist enorm anstrengend, da ich auf lose Zügelhaltung, flottes Vorwärts und daher Konzentration achte.
Wenn man das Gelände dafür hat, ist die Sache eigentlich recht einfach.
 
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