Haflinger eben, würde ich jetzt sagen. Dieses und ähnlich schwieriges Verhalten ist typisch für sehr viele Haflinger.
Haflinger sind eben Arbeitspferde, sie sind seit Jahrzehnten auf Exterieur und darauf gezogen schwere Lasten über hohe Berge zu tragen und somit auch selbständig zu denken. Die Gebirgsjäger nehmen noch heute nur Mulis und Haflinger und das nicht ohne Grund. (Oute mich mal als Haffifan)
Haflinger (gerade, die vom alten Schlag) sind vergleichbar mit Arbeitshunden (Bordercollie, Malinois...).
Ich glaube, dass deinem Pferd die Arbeit fehlt und es evtl. falsch gefüttert wird. Ein Haflinger braucht wenig Kraftfutter und sehr viel Raufutter.
Das Pferd braucht auf jeden Fall eine Aufgabe. Das kann eine Hauptdisziplin (bei allen Nebendisziplinen) sein oder auch nur, dich artig durchs Gelände zu tragen. Egal ob Turnier-, Fahr- oder Freizeitpferd. Haffis wollen arbeiten.
Wenn dein Pferd die Chance dazu hat, macht es eben was es möchte, daher ist auch Bodenarbeit oder Handpferdreiten kein Problem.
Also musst du ihm eine andere Aufgabe geben und dein Pferd wirklich auslasten und seine Energie entsprechend deinen Vorstellungen kanalisieren. Diese Auslastung muss nicht unbedingt mit Konditionsaufbau zu tun haben (Laufarbeit), denn auch im Gelände ist Kopfarbeit angesagt. Die Konzentrationszeit des Pferdes muss verlängert werden und es muss gefordert werden. Vor dem Galopp würde ich erst einmal eine sehr lange Trabstrecke einlegen, damit die Power weg ist.
Klettern, schwieriges unebenes Gelände mit natürlichen Hindernissen, die seine Konzentration und Trittsicherheit herausfordern, wären ideal. Man kann auch in so einem Gelände mal im Trab reiten, damit das Pferd wirklich gefordert wird. Ein langer Sandweg läd bei Unterforderung natürlich zum Rennen ein.
Gleichzeitig muss dein Pferd lernen, dass es durchaus Konsequenzen hat, wenn es dir nicht gehorcht. Wie diese Konsequenz aussehen kann, kann ich leider nicht sagen, da ich das Gelände und die Möglichkeiten, die es dir bietet, nicht kenne. Du sollst dich ja nicht in Gefahr bringen.
Was für ein Gelände steht dir denn zur Verfügung?
Ich habe hier das große Glück ein sehr großes und äußerst abwechslungsreiches Gelände zu haben mit langen und anspruchsvollen Kletterstrecken, enorm langen Galoppstrecken (mehrere Km), Bachläufen und einem See zum Schwimmen. In so einem Gelände wird jedes Pferd recht schnell konzentriert, aber das hat natürlich nicht Jeder.
Zudem verlade ich auch mal und fahre in unbekanntes Gelände.
So wie du dein Pferd beschreibst, schreit es rassetypisch nach einer Aufgabe.