Kann dieser Hund gefährlich werden?

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  • Kann dieser Hund gefährlich werden? Beitrag #1
Kitty Baghira

Kitty Baghira

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hallo ihr lieben und erstmal ein tolles neues jahr :)

ich bin von den katzen zu euch herübergehuscht und es geht nicht primär um mich sondern um die großeltern meines freundes.

an weihnachten war ich zum ersten mal mit bei ihnen und traf auch noch weitere familienmitglieder. die großeltern haben einen boxerrüden (mir kommt er sehr groß und kräftig vor). das wusste ich vorher. der großvater ist pensionierter tierarzt und hatte immer schon boxer. als wir ankamen hieß es der hund sei ausgesperrt. wenn sie alleine sind sei er die liebste hund und würde super hören aber sobald besuch da wäre würde er total durchdrehen. ich hab mir da erstmal nichts bei gedacht. beim essen habe ich den hund dann draußen im garten gesehen. er lief die ganze zeit mit hochstehendem schwanz umher, wirkte unruhig und umtriebig, zog seine bahnen unentwegt. er machte auf mich einen recht angespannten eindruck. er legte sich nicht einmal hin oder setzte sich.

wenn der postbote käme würde er wohl auch recht wild werden, mit anderen hunden könne er auch nicht und wehe jemand geht einfach so aufs grundstück hieß es. mir kam das alles schon seltsam vor. ich kenne zwar hunde bei denen man das grundstück eher vorsichtig und im beisein des herrchens betreten soll. aber das es so ein großes problem wäre, dass man den hund ganz wegsperrt war mir neu.

die nichte kennt den hund von klein auf und wenn sie da ist kümmert sie sich auch. aber sie studiert in einer anderen stadt und ist so nicht so oft da. die oma erzählte der hund gehe nicht in den zwinger wie die früheren und sei auch sonst zu wild aber mit zwei jahren könne man den eh nicht mehr erziehen. überhaupt wäre der hund auf wunsch des opas und der nichte angeschafft worden.

in jedem fall fütterte die nichte ihn an diesem tag auch und ging ab und an mal zu ihm raus. als wir uns verabschieden wollten kam die nichte weinend wieder rein. der hund hatte sie gezwickt. wohl zweimal. sie hatte ihn festgehalten damit er nicht hinein zu uns läuft und er hatte erst laut geknurrt und dann zweimal gezwickt. er sei ganzaggressiv gewesen. sie hat leicht geblutet und war natürlich ganz aufgelöst.

im auto ging dann die diskussion los. ich habe keinen hund, hatte nie einen und habe auch sonst keinen direkten kontakt, weil ich niemanden kenne der einen hat. aber ich mache mir natürlich gedanken, wenn ein älteres paar einen so großen und starken hund hat, sie diesen an der leine kaum führen können, sich wohl nicht so viel mit ihm befassen und der hund nun auch schon mal zwickt. ich mein der ist erst zwei.... was wird in ein paar jahren sein?

versteht mich nicht falsch. ich liebe hunde und auch der rocky ist ein wunderschönes tier. aber wo führt das hin? am ende war es natürlich ein doofes vieh. so kam es von manchem gast. mit meiner persönlichen meinung hielt ich drinnen hinterm berg und hab diese erst meinem freund gegenüber geäußert. ich kann natürlich falsch liegen,weil mir die erfahrung fehlt. aber ich meine, dass der hund für das paar vollkommen ungeeignet ist. ich denke der braucht eine aufgabe und muss geistig wie körperlich ausgelastet werden. wie wohl jeder hund. ich glaube auch anders als die anderen, dass der hund keine gute bindung zu seinen besitzern hat sonst gäbe es diese probleme nicht. jedenfalls erkläre ich mir das so. und das zwicken... ich weiß nicht... ich kann mir schwer vorstellen, dass er wirklich aggressiv war. ich würde es mir so erklären, dass es der übermut war oder vll wollte er sie maßregeln... ich war ja nicht dabei und hab eben auch keine ahnung.... aber ich kenne hunde als tiere die gerne bei ihren menschen sind. und dann den ganzen tag ausgesperrt während drinnen viele fremde leute sind... muss doch für einen hund komisch sein...

die großeltern besitzen ein haus und einen großen garten. aber ich glaub so viel mehr auslauf bekommt er nicht und auch sonst hat rocky nicht wirklich was zu tun. die anderen hunde seien auch nicht so gewesen hieß es von der oma.

nun.. sorry, dass es so lang geworden ist. ich wollte euch möglichst einen guten eindruck verschaffen. die hauptfrage ist: kann das wirklich gefährlich werden oder übertreibe ich?
 
  • Kann dieser Hund gefährlich werden? Beitrag #2
Ich finds immer ganz interessant, wie Leute ohne Hund, Hunde sehen.
Einmal Situation zusammenfassen:

  • Boxer, zwei Jahre, männlich
  • der Hund wird – in weiser Voraussicht – ausgesperrt, wenn Besuch kommt und verteidigt sein Grundstück, ist aufgeregt, wenn Besuch da ist
  • der Hund mag den Postboten nicht
  • der Hund mag keine anderen Hunde – heißt genau was?
  • Der Hund hat die Nichte gezwickt, weil er frustriert war, weil er nicht zu euch kam
  • der Hund wird nicht gescheit bewegt oder ausgelastet

Zuerst: Der Boxer ist ein Gebrauchshund, ein Hund der dafür da war zu schützen und zu bewachen, aktive Hunde, eigensinnige Hunde, nicht immer einfache, aber liebenswerte Hunde.

Also: ICH halte es für völlig normal, wenn ein Fremder nicht ungefragt mein Grundstück betreten darf oder an Besuch an dem Hund rumtatscht. Meine Hunde sind, wenn ich Besuch habe, auch nicht dabei. Das ist mein Besuch, ich will mich auf den Besuch konzentrieren und wenn der sich mit der „Materie“ nicht richtig auskennt, hat der an meinen Hunden nichts zu suchen! Ganz einfach.

Dass es ziemlich oft vorkommt, dass Hunde den Postboten nicht mögen, muss ich nicht extra erwähnen, oder?

Gebrauchshunde werden in der Regel nicht dafür gezüchtet, nette, süße Hündchen für die Hundespielwiese zu sein, weshalb da des öfteren Artgenossenunverträglichkeiten vorkommen. Das heißt nicht, dass diese Hunde alle per se böse oder schwierig sind – die wollen nur nicht unbedingt im erwachsenen Alter rumtoben, wie ein Labbi das tut.

Dass der Hund die Nichte zwickt, ist nicht schön. ABER: Sie ist kaum da, der Hund ist eh schon aufgedreht, dann hält SIE ihn fest und der Hund hat massiv Frust (Frustrationstoleranz muss man lernen!). Frust ist einer DER Auslöser für aggressives Verhalten.
Mich wundert nicht, dass er sie gezwickt hat.

Das einzige Problem, welches ich sehe: Mit dem Hund wird sich nicht beschäftigt und du sagst, der Opa könnte den Hund nicht mehr richtig halten.
DAS kann natürlich gefährlich werden. Einfach, weil der Hund sich losreissen könnte.

Ich habe da eine kleine Idee...
War der Opi schon mal im Boxerklub? Auf einem Hundeplatz? Selbst wenn er nicht mehr so kräftig ist, dass er den Hund halten kann, hilft ihm dort sicher einer oder nimmt sich dem Hund an und sportelt mit ihm. Ich würde einfach mal nachfragen oder in dieser Liste nachschauen:

Off-Topic
Großbuchstaben erleichtern das lesen ungemein! ;)
 
  • Kann dieser Hund gefährlich werden? Beitrag #3
Hey,

mich wundert das Verhalten des Hundes auch nicht wirklich.
Schade, dass er so leben muss- muss man leider sagen.

Und ja, so ein Hund kann durchaus gefährlich werden- wie jeder Hund, der scheinbar keine Grenzen, Erziehung und Frusttoleranz gelernt hat.
Bei einem großen Hund fällt es einfach mehr auf.

Es wäre natürlich toll, wenn du oder dein Freund nochmal auf die Großeltern einwirken könntet dahingehend, dass auch ein Hund mit 2 Jahren noch absolut lernfähig ist bzw., dass da was geändert werden sollte, aber effektiv würde ich persönlich bei etwaigen Besuchen tunlichst die Finger von diesem Hund lassen;)

Was mir gerade noch aufstößt: Die Oma sagt, dass die anderen Hunde nicht so waren.
DAS wundert mich auch nicht.
Gerade Gebrauchshunde werden bei diesen Haltungsbedingungen gerne mal depressiv- da freut sich dann des Menschen Herz, dass ausgerechnet er immer so ruhige Vertreter einer eig. arbeitsintensiven Rasse hat und übersieht dabei, dass die Tiere eig. schon vollkommen am Ende sind.
Rocky ist das eben (noch) nicht und fordert mit Gewalt (mehr oder minder) die Aufmerksamkeit seiner Menschen und sucht sich eben selbst eine Beschäftigung.

Was, wie bei jedem Hund, ordentlich in die Hose gehen kann.
 
  • Kann dieser Hund gefährlich werden? Beitrag #4
Huhu,

ich kann mich da weitestgehend anschließen. Bei den meisten Hunden kann man als Fremder nicht ungefragt das Grundstück betreten und das muss man auch nicht können. Ich finde nicht, dass mein Hund jeden Fremden in Haus und Garten lassen muss (zerfleischen soll er ihn natürlich nicht, dass er aber nicht begeistert ist kann ich verstehen). Besuch ist auch so eine Sache. Wenn man nicht oft welchen hat und dann kommen plötzlich 20 Leute ist das für so einen Hund massiver Stress.
Ich würde hier sogar wagen zu behaupten, da sich so wenig mit dem Hund beschäftigt wird, dass er sich seine Aufgabe selbst im Beschützen des Geländes gesucht hat. Umso mehr Frust entsteht, wenn er der Aufgabe nicht nachkommen kann, weil er ausgesperrt ist.

Das Wort »aggressiv«, wie es dann gerne mal benutzt wird, klingt immer gleich nach einem unkontrollierten, grundlosen Beißen. In dem Fall hat der Hund m.E. seinen Frust rausgelassen bzw. die Nichte gemaßregelt, weil sie ihn in seiner Aufgabe behindert hat. Wäre er wirklich »bissig« hätte der Biss auch richtig gesessen und es wäre nicht nur ein Zwicken gewesen.

Wenn ich nur von dieser Situation ausgehe verstehe ich das Verhalten des Hundes völlig und würde es rein auf mangelnde Erziehung und Auslastung schieben. Ob er deswegen allgemein und unter normalen Bedingungen eine Gefahr darstellt ist eine andere Frage. Dieses Fest war für ihn eine Ausnahmesituation und das noch im eigenen Revier. Es kann durchaus sein, dass er beim normalen Spaziergang völlig ruhig und folgsam ist, einfach weil das eine ganz andere Situation ist.

Wie exe würde ich den Besuch eines Clubs o.ä. vorschlagen, damit der Hund etwas mehr Erziehung und Auslastung erhält, und vor allem, damit die Großeltern mal sehen, dass a) nicht jeder Boxer eine Schlaftablette ist und b) der Hund mit zwei Jahren durchaus noch was lernen kann.
 
  • Kann dieser Hund gefährlich werden? Beitrag #5
hey,
danke fuer die rueckmeldungen. ich wollte den hund nun gar nicht als boese hinstellen. ich hoffe das kam nicht so rueber. ich mache mir halt gedanken und natuerlich hab ich auch etwas angst was passiert wenn ich mal auf den hund treffe. die nichte zog er beim spazieren wohl ueber die halbe strasse als ein hund kam und wie soll ihn da eine frau von fast 80 jahren halten koennen?! mir ist natuerlich klar, dass der hund nichts dafuer kann. nur leiden laesst der grossvater auch nicht mit sich reden, weil er sich sicher ist sich gut auszukennen. nun liegt aber auch noch eine erkrankung vor und die oma wird mit rocky auch eine zeit allein sein. im fall der faelle koennten mein freund und ich ihr wohl auch nicht helfen, weil nun eben eine gewisse angst da ist. ich meine mit helfen auch nicht am hund rumdoktern, sondern eher noch recht alltaegliche dinge wie mal gassigehen oder so.
 
  • Kann dieser Hund gefährlich werden? Beitrag #6
Hey,

grundlegend ist der Boxer absolut keine Rasse die man "nebenbei" laufen lassen kann. Alle die ich kenne (sind einige) sind extrem aufgeweckt, Energiegeladen und klug.

Bei Rocky liegt das Problem im verhalten der Besitzer. Die kümmern sich nicht nennenswert. Die Nichte ist nur alle heiligen zeiten da und im Grunde genommen vollkommen überfordert mit dem Hund. Der Hund ist gefrustet, gelangweilt, energiegeladen. Den "sticht der Hafer" wie man so schön sagt.

Und meine Befürchtungen: dabei wirds nicht bleiben. Rocky wird sich, über kurz oder lang, eine Beschäftigung suchen. Und glaub mir, dagegen ist das verbellen von Postboten oder vertreiben von Gästen noch harmlos. Wenn dem WIRKLICH fad im Hirn wird hüpft der auch mal übern Zaun.

Und ja, er könnte sich auch gegen die Besitzer wenden. Nicht aus Bösartigkeit sondern weil er sich von ihnen nicht Maßregeln oder einschränken lassen wird.


edit: ich persönlich würde bei ihm versuchen zu clickern, und zwar nach dem free-shaping-prinzip. So lernt er etwas frust kennen, das schadet ihm nicht. Allerdings wird dieser frust nicht von euch ausgelöst und somit wird er dies auch nicht so danken wir bei der Nichte. Lest euch da vielleicht mal schlau?

Helfen könnt ihr indem ihr Rocky nen Maulkorb verpasst und ihn bewegt. Geht LANGE gassi, gern auch schneller. (30min schnüffeln und pieseln lassen, dann ab die post. Laufen schadet ihm nicht) wenn er körperlich nicht mehr so aufgedreht ist könnt ihr mit einfachen Dingen anfangen wie sitz, platz,.. Das ist kein herumdoktern, das wird dem Hund nur helfen mit sich und seiner Umgebung mehr ins Reine zu kommen. Lasst aber auf alle Fälle den Maulkorb drauf! solang ihr ihn nicht einschätzen könnt WANN er motzt und reagiert ist das für euch alle sicherer.

Versucht den Zwinger positiv zu bestärken. Gebt Rocky drin futter, leckerchen, kauzeug, spielzeug. Und NUR dort. Momentan verbindet er mit dem Zwinger nur das Eingesperrtsein, und irgendwann wird er sich nicht mehr einsperren lassen. DA wirds probleme geben.


Auch wenn Rocky nun gezwackt hat, versucht keine Angst vor ihm zu haben. Er ist einfach ein unglücklicher, nicht ausgelasteter junger Hund der nie regeln und Grenzen kennengelernt hat. Er macht das keinesfalls um euch Angst zu machen. Und verloren ist NOCH nichts, wenn das so weitergeht kann es aber wirklich schlimm enden.
 
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