Hund markiert in Wohnung im Geheime

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  • Hund markiert in Wohnung im Geheime Beitrag #1
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Autho

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Hallo ich habe am 24.12.13 zwei Hunde übernommen, Frauchen an schweren Depressionen erkrankt
deshalb wurden beide Hunde kaum Gassigeführt, also Lösen in der Wohnung für beide Tiere als normal
Mir war klar, das es sich nicht mit "nur" Gassigehen ändert.
Nun zu meinem Problem, die Hündin wurde mittlerweile gut vermittelt und schnell sauber
jedoch ihr Bruder ist immer noch bei mir und markiert, immer nur Tröpfenweise und er wartet bis ich ihn nicht sehe
also z.B. wenn ich den Raum verlasse, oder auch mich nur umdrehe kann es schon passieren
ich erwische ihn nicht. Die paar Mal in denen ich ihn dann doch erwische und scharfes NEIN rufe, haben nur den Erfolg gebracht, er wartet bis ich nicht hinschaue
Nun jedoch öffnete er zum wiederholten Mal meine Schlafzimmertür und hat mir zwischen Kopfkissen und Decke gepinkelt
er ist mit meine 3 Hunden zusammen in der Wohnung, und nie länger allein
selbst ein kurzer WC-Gang von mir und bei geöffneter Haustür und somit Zugang zum Garten und ich hab einen See, Haufen nur kaum noch
dieser Hund ist nur zur Pflege hier
aber so bekomme ich nie unter und ich kann und will auch keine 3 Hunde über 55cm behalten, meine "Alte" ist nur Katzengroß
und ich kann ihnweder anketten noch raussperren
das ist keine Problemlösung
auch eine Windel ist nicht was ich suche
 
  • Hund markiert in Wohnung im Geheime Beitrag #2
Hey,

Wurde eine Blasenentzündung usw. ausgeschlossen?

Er scheint extreme Verlassensängste zu haben bzw. besonders das Markieren im Bett ist häufig ein "Hilferuf" nach Zugehörigkeit.
Er fühlt sich wahrscheinlich allein, nicht wirklich zugehörig und kann mit der momentanen Situation nicht viel anfangen- Auch wenn er es jetzt bei dir besser hat ist für ihn sein komplettes Weltbild zerbrochen.
Das ist ein massiver Stressfaktor, der durchaus dazu führen kann, dass Hunde jedes Abwenden ihrer Bezugsperson als komplettes Verlassensein interpretieren bzw. versuchen über das Markieren eine Art Sicherheit aufzubauen- was ich markiert habe ist erstmal sicher/nicht ganz fremd.

Auch deine 3 anderen Hunde werden vermutlich nicht viel Sicherheit erzeugen, sondern eher noch mehr Stress- er muss sich schließlich in eine gewachsene Gruppe integrieren und hat auch noch das einzig vertraute Lebewesen, seine Schwester, verloren.
Gerade gegengeschlechtliche Geschwisterpaare haben häufig eine enorm starke Bindung- da kommt weder ein anderer Hund noch ein Mensch gegen an bzw. zwischen, außer sie werden eben getrennt- was aber wiederum ein Stressfaktor ist.

Ansätze zur Problemlösung:

1) Er wird ausgesperrt. Ist keine Maßnahme, da das alles nur noch schlimmer macht und hast du selbst ja auch schon ausgeschlossen.
2) Symptomorientiert agieren und das Pinkeln selbst verbieten. Wird auch nicht funktionieren, da du ihn dabei wahrscheinlich zu selten erwischst.
3) Ich würde ihm einen fixen Platz antrainieren, der auch für deine anderen Hunde tabu ist. Haben Hunde erstmal einen sicheren Rückzugsort fällt es ihnen oft leichter mit Stress umzugehen. Desweiteren würde ich ihm Möglichkeiten anbieten Stress abzubauen- bei den meisten Hunden ist das z.B. Kauen.

Normalerweise würde ich jetzt auch noch ganz viel Bindungsarbeit und Vertrauensaufbau empfehlen, aber da du nicht vor hast ihn dauerhaft zu behalten wäre das nicht unbedingt förderlich, wenn er jetzt eine extrem starke Bindung zu dir aufbaut um dann wieder aus seinem Umfeld gerissen zu werden...arbeiten würde ich trotzdem mit ihm damit er überhaupt eine gewissen Grundsicherheit bekommt.

Die Stubenreinheit selbst würde ich wie beim Welpen aufbauen: Alle 2 Stunden, nach jedem Fressen, Spielen etc. sofort nach draußen bis er sich gelöst hat.
Rüden sind zwar selten wirklich "leer", aber so kann man ihm zumindest das Grundprinzip beibringen.
Auch hier ist das "Platz-Training" hilfreich- seinen Ruhe- und Schlafplatz beschmutzen Hunde im Normalfall nicht. Hab hier auch so eine Kandidatin, die mit ihren 6 Jahren nie wirklich stubenrein geworden ist und sie würde eher platzen als in ihre Box zu machen;)

Aber VOR all dem sollte unbedingt ein Gang zum TA erfolgen um gesundheitliche Probleme wirklich auszuschließen.
Das sind jetzt auch alles nur Tips ins Blaue hinein- vor Ort können sowas gute Trainer nochmal besser beurteilen.
 
  • Hund markiert in Wohnung im Geheime Beitrag #3
Hallo,
ich würde erst mal von einem Tierarzt checken lassen, ob gesundheitlich alles in Ordnung.
Aber da er es nur tut, wenn du nicht in der Nähe bist, denke ich dass es auch eine Verlustangst
sein könnte oder er sein Revier markieren könnte. Es ist immer schwierig eine Ferndiagnose
abzugeben, wenn man den Hund nicht kennt oder seine Körpersprache sieht.
Aber du darfst ihn auf keinen Fall vom Rudel abgrenzen und aussperren.
Würde mit ihm trainieren und öfter kurz zum Pinkeln raus gehen und mit ihm
ein wenig an dem allein sein zu arbeiten.
LG
 
  • Hund markiert in Wohnung im Geheime Beitrag #4
Armes Kerlchen. Aber: Toll, dass du dich trotz der Schwierigkeiten kümmerst! Vielleicht lassen sich die Verlassensängste schrittweise abbauen. Wichtig könnte sein, dass er möglichst oft erlebt, dass die Welt nicht untergeht, wenn du mal nicht zu sehen bist. Bei Welpen und bei Hunden, die im Urlaub zur Pflege abgegeben werden, funktioniert doch ein altes T-Shirt mit dem Geruch der Bezugsperson doch ganz gut. Vielleicht ist das ein Weg, wenn du schrittweise länger wegbleibst., ihm aber ein Kleidungsstück von dir da lässt? Vielleicht auch mit einer zweiten Personen üben: Bei Kindern zeigt sich gesundes Bindungsverhalten dadurch, dass sie erst Verunsicherung über den Weggang der Bezugsperson zeigen, sich dann aber von anwesenden Personen trösten lassen. Eine Bindungsstörung zeigt sich dagegen durch das völlige Fehlen von Verlassensängsten oder durch nicht getröstet werden können. Ich könnte mir vorstellen, dass das bei Hunden ähnlich ist. Wenn er sich also von einer anderen Person ablenken lässt, dann merkt er ja selbst, dass nicht Schlimmes passiert, wenn du weg bist. Ansonsten würde ich noch zur Ablenkung raten: Dem Hund ein Spielzeug wie einen Kong geben, das ihn fordert und wenn er konzentriert am Spielen ist, immer mal weggehen und wieder kommen. Das ist ähnlich wie bei einer Panikstörung: Das Schlimmste ist die Angst vor der Angst - der Wuff steigert sich in seine Angst rein und kann deswegen kaum noch wahrnehmen, dass die Situation gar nicht so bedrohlich ist. Alles Gute!
 
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