- Chaos pur! Beitrag #1
Chat_Sauvage
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Hallo ihr Lieben,
heute schreibe ich mal hier rein, weil.. ich denke einfach, weil es mir gut tut zu schreiben.
In meinem Leben läuft zur Zeit einiges schief, meiner Meinung nach viel zu viel und mir kracht bald die Decke auf den Kopf.
Jeden Morgen, wenn der Wecker um 06:00 Uhr klingelt, würde ich mich am liebsten weinend unter meiner Decke verkriechen und die Welt sich weiter drehen lassen... ohne mich.
Dann beginnt mein - für mich - horror Arbeitstag.
Momentan bin ich in der Ausbildung und habe mich wohl oder über komplett in der Berufswahl vergriffen. Mir macht die Arbeit absolut keinen Spaß.
Es wird sich nicht wirklich um die Azubis gekümmert. In meiner jetzigen Abteilung gibt es nicht mal einen Arbeitsplatz für mich. Es gibt niemanden, mit dem ich mich in diesen 8 Stunden mal nett austauschen könnte und so sitze ích hier quasi meine Zeit ab.. Tag für Tag.
Eigentlich bin ich durchgehend müde, schlapp und unkonzentriert. Unter 10 Stunden Schlaf muss ich froh sein, wenn mir die Augen nicht ständig zu fallen. Und mehr schlafen schaffe ich unter der Woche nie, sonst könnte ich mein Privatleben gleich ganz aufgeben...
Mein Kopf fühlt sich nur noch an, als würde er demnächst komplett den Geist aufgeben. Ich könnte 24 Stunden pro Tag über alles mögliche nachdenken und stehe unter Dauerstress. Das macht sich dann bemerkbar, indem ich ständig an mir knabbere. Sei es an den Fingernägeln oder z.B. an meiner Lippe.
Für meine Mitmenschen muss ich sicher total abwesend rüberkommen, aber ich bin schon mit mir selbst so überfordert, dass ich meine Umwelt gar nicht mehr richtig wahrnehmen kann.
Ich bemühe mich, stets freundlich zu sein und nichts falsch zu machen, komme mir aber trotzdem oft vor wie das 5 Rad am Wagen oder als würde man mich übersehen. Dank meiner Labilität und meines nicht vorhandenen Selbstbewusstseins bin ich sehr empfindlich und fühle mich schnell persönlich angegriffen...
Sowas wirkt sich bei mir aber nie in die Richtung aus, dass ich anfangen würde zu keifen, nein. Dann fühle ich mich erst recht wie ein Nichts und könnte wieder heulend davonlaufen.
Familiär gab es bei uns im Laufe der Jahre leider viele Veränderungen. Mit der Trennung meiner Eltern bin ich noch nie zurecht gekommen, auch wenn ich damals erst 1 Jahr alt war. Danach hatte ich mit meinem Stiefvater die Hölle auf Erden, bis wir vor 2 Jahren wieder umgezgen sind, da meine Mutter einen neuen Mann kennengelernt hat.
Für und an sich nicht schlecht, mein Stiefvater war ein unmöglicher Mensch, aber trotzdem macht mir der erneute Wechsel wohl zu schaffen. Zumal hier nicht nur der Freund meiner Mutter wohnt, sondern auch noch sein Sohn, mit dem es von Anfang an immer wieder Auseinandersetzungen gab.
Dadurch, dass ich mich jeden Tag 8 Stunden durchkämpfe, kann man mich abends komplett vergessen. Die Schule leidet, weil mir bei jedem Versuch zu lernen die Augen zufallen. Gleichzeitig soll ich Zuhause Verantwortung tragen, für den Haushalt und die kleinen Geschwister.
Der Hund, der mal als Familienhund kam, ist komplett meine Aufgabe und möchte abends seine 1 - 2 Stunden laufen und geistig was arbeiten.
Nach der Arbeit 'funktioniere' ich nur noch. Da geht alles Schlag auf Schlag, ich muss das komplette Programm durchziehen, damit ich ja keine Sekunde zur Ruhe komme. Sonst schaffe ich erst recht nichts mehr.
Die Wochenenden sind einer der wenigen Lichtblicke, aber auch da passiert nicht viel, weil ich erst mal nur schlafe, um wieder Energie zu tanken.
Für Freunde und Hobbys fehlt mir neben der Zeit vielmehr die Motivation, ich habe einfach keine Energie mehr dafür. Wenn ich um 20 Uhr endlich fertig bin, will ich nur noch in mein Bett oder zu meinem Freund.
Mein Freund hätte mir eigentlich eine wahnsinnige Stütze sein könne, aber auch das habe ich geschafft mir zu vermasseln. Er ist das komplette Gegenteil von mir. Immer fröhlich, unternehmungslustig, mag seine Arbeit, wäre täglich am liebsten noch bis Mitternacht unterwegs und kommt mit meiner 'Einstellung' so gar nicht zurecht.
Trotzdem hat er lange verusucht, mich mitzuziehen. Mir verständlich zu machen, dass das Leben auch schöne Seiten hat. Nur ich habe mich der Sache nicht gewachsen gefühlt. Für mich war es als müsste ich mich verstellen. Mich dazu zwingen, dauerhaft zu lachen oder wochentags bis 23 Uhr wacht zu sein, um dann am nächsten Tag nur noch müder zu sein.
In ihm habe ich nicht mein Vorbild gesehen, das, wonach ich strebe.. nein. Sondern nur das, was ich nicht habe und nicht schaffe. Und aus diesem Grund habe ich angefangen, ihm seinen Frohsinn und seine 10 Hobbys schlecht zu reden. Aus Neid? Aus Angst, ich könnte nicht so wichtig sein wie alles andere? Da stoßen wohl viele Dinge aufeinander.
Überall anders stößt er auf Gleichgesinnte, hat viele Freunde, ist viel auf THS und Agility Tunieren. Und dann hat er eine Freundin, die grundsätzlich eher schlecht drauf ist. Ich habe mir immer eingeredet, und das tue ich heute noch teilweise, dass ihm alles andere mehr Freude bereitet, als bei mir zu sein.
Ich hatte Angst davor, allein gelassen zu werden und niemanden mehr zu haben, an dem ich mich festhalten kann.
Alles musste ich planen im Bezug auf ihn. Wann wir uns wieder sehen, wie unser Wochenende aussieht..Sobald er mich einmal versetzt hat, war ich am Boden zerstört, weil er für mich in meinem Alttag der einzige positive Punkt war.
Dieses Klammern an sich stört ihn nicht. Er verbringt seine Zeit gern mit mir. Aber das Ganze hat oft zu sinnlosen Streitereien geführt. Weil ich mir für einen Moment unwichtig vorgekommen bin, weil er mich versetzt hat und ich sofort sauer war, weil ich ihm sein Sonntags-Tunier schlecht geredet habe, nur weil ich eigentlich die freie Zeit mit ihm verbringen wollte und so weiter...
Die Entfernung von 40 km macht das ganze nicht leichter. Eine viel zu anhängliche Freundin, die es sich aber mit ihrem Azubigeld einfach nicht leisten kann, jeden Tag 80 km zu fahren und dann abends depressiv im Bett liegt und nicht mehr weiß, wo oben und unten ist.
Familie, Freund, Arbeit. Ein komplettes Chaos.
Seit 4 Wochen bin ich nun wieder bei meiner damaligen Therapeutin.
Leider nur alle zwei Wochen, weil ich mir auch das nicht leisten kann.
Alle Psychologen hier, die von der KK bezahlt werden, haben eine Warteliste von bis zu einem Jahr.
Die Gespräche mit meiner Therapeutin helfen, aber trotzdem finde ich im Alltag keinen Halt. Mir fehlt jemand, mit dem ich regelmäßig reden kann und wie ich finde jemand, der sich in einer ähnlichen Situation befindet. Mein Freund ist sicher auch oft für mich da, aber er versteht mich nicht. Er kann es nicht nachvollziehen.
Und wenn ich mich doch immer unverstanden fühle - auch wenn er ja nichts dafür kann - behalte ich meine Sorgen einfach lieber für mich...
Sorry für den langen Text, aber mir tut so etwas gut und hier im Forum gibt es sicher den ein oder anderen, der sich schon mal in einer ähnlichen Lage befunden hat oder bei dem es aktuell auch nicht einfach ist.
heute schreibe ich mal hier rein, weil.. ich denke einfach, weil es mir gut tut zu schreiben.
In meinem Leben läuft zur Zeit einiges schief, meiner Meinung nach viel zu viel und mir kracht bald die Decke auf den Kopf.
Jeden Morgen, wenn der Wecker um 06:00 Uhr klingelt, würde ich mich am liebsten weinend unter meiner Decke verkriechen und die Welt sich weiter drehen lassen... ohne mich.
Dann beginnt mein - für mich - horror Arbeitstag.
Momentan bin ich in der Ausbildung und habe mich wohl oder über komplett in der Berufswahl vergriffen. Mir macht die Arbeit absolut keinen Spaß.
Es wird sich nicht wirklich um die Azubis gekümmert. In meiner jetzigen Abteilung gibt es nicht mal einen Arbeitsplatz für mich. Es gibt niemanden, mit dem ich mich in diesen 8 Stunden mal nett austauschen könnte und so sitze ích hier quasi meine Zeit ab.. Tag für Tag.
Eigentlich bin ich durchgehend müde, schlapp und unkonzentriert. Unter 10 Stunden Schlaf muss ich froh sein, wenn mir die Augen nicht ständig zu fallen. Und mehr schlafen schaffe ich unter der Woche nie, sonst könnte ich mein Privatleben gleich ganz aufgeben...
Mein Kopf fühlt sich nur noch an, als würde er demnächst komplett den Geist aufgeben. Ich könnte 24 Stunden pro Tag über alles mögliche nachdenken und stehe unter Dauerstress. Das macht sich dann bemerkbar, indem ich ständig an mir knabbere. Sei es an den Fingernägeln oder z.B. an meiner Lippe.
Für meine Mitmenschen muss ich sicher total abwesend rüberkommen, aber ich bin schon mit mir selbst so überfordert, dass ich meine Umwelt gar nicht mehr richtig wahrnehmen kann.
Ich bemühe mich, stets freundlich zu sein und nichts falsch zu machen, komme mir aber trotzdem oft vor wie das 5 Rad am Wagen oder als würde man mich übersehen. Dank meiner Labilität und meines nicht vorhandenen Selbstbewusstseins bin ich sehr empfindlich und fühle mich schnell persönlich angegriffen...
Sowas wirkt sich bei mir aber nie in die Richtung aus, dass ich anfangen würde zu keifen, nein. Dann fühle ich mich erst recht wie ein Nichts und könnte wieder heulend davonlaufen.
Familiär gab es bei uns im Laufe der Jahre leider viele Veränderungen. Mit der Trennung meiner Eltern bin ich noch nie zurecht gekommen, auch wenn ich damals erst 1 Jahr alt war. Danach hatte ich mit meinem Stiefvater die Hölle auf Erden, bis wir vor 2 Jahren wieder umgezgen sind, da meine Mutter einen neuen Mann kennengelernt hat.
Für und an sich nicht schlecht, mein Stiefvater war ein unmöglicher Mensch, aber trotzdem macht mir der erneute Wechsel wohl zu schaffen. Zumal hier nicht nur der Freund meiner Mutter wohnt, sondern auch noch sein Sohn, mit dem es von Anfang an immer wieder Auseinandersetzungen gab.
Dadurch, dass ich mich jeden Tag 8 Stunden durchkämpfe, kann man mich abends komplett vergessen. Die Schule leidet, weil mir bei jedem Versuch zu lernen die Augen zufallen. Gleichzeitig soll ich Zuhause Verantwortung tragen, für den Haushalt und die kleinen Geschwister.
Der Hund, der mal als Familienhund kam, ist komplett meine Aufgabe und möchte abends seine 1 - 2 Stunden laufen und geistig was arbeiten.
Nach der Arbeit 'funktioniere' ich nur noch. Da geht alles Schlag auf Schlag, ich muss das komplette Programm durchziehen, damit ich ja keine Sekunde zur Ruhe komme. Sonst schaffe ich erst recht nichts mehr.
Die Wochenenden sind einer der wenigen Lichtblicke, aber auch da passiert nicht viel, weil ich erst mal nur schlafe, um wieder Energie zu tanken.
Für Freunde und Hobbys fehlt mir neben der Zeit vielmehr die Motivation, ich habe einfach keine Energie mehr dafür. Wenn ich um 20 Uhr endlich fertig bin, will ich nur noch in mein Bett oder zu meinem Freund.
Mein Freund hätte mir eigentlich eine wahnsinnige Stütze sein könne, aber auch das habe ich geschafft mir zu vermasseln. Er ist das komplette Gegenteil von mir. Immer fröhlich, unternehmungslustig, mag seine Arbeit, wäre täglich am liebsten noch bis Mitternacht unterwegs und kommt mit meiner 'Einstellung' so gar nicht zurecht.
Trotzdem hat er lange verusucht, mich mitzuziehen. Mir verständlich zu machen, dass das Leben auch schöne Seiten hat. Nur ich habe mich der Sache nicht gewachsen gefühlt. Für mich war es als müsste ich mich verstellen. Mich dazu zwingen, dauerhaft zu lachen oder wochentags bis 23 Uhr wacht zu sein, um dann am nächsten Tag nur noch müder zu sein.
In ihm habe ich nicht mein Vorbild gesehen, das, wonach ich strebe.. nein. Sondern nur das, was ich nicht habe und nicht schaffe. Und aus diesem Grund habe ich angefangen, ihm seinen Frohsinn und seine 10 Hobbys schlecht zu reden. Aus Neid? Aus Angst, ich könnte nicht so wichtig sein wie alles andere? Da stoßen wohl viele Dinge aufeinander.
Überall anders stößt er auf Gleichgesinnte, hat viele Freunde, ist viel auf THS und Agility Tunieren. Und dann hat er eine Freundin, die grundsätzlich eher schlecht drauf ist. Ich habe mir immer eingeredet, und das tue ich heute noch teilweise, dass ihm alles andere mehr Freude bereitet, als bei mir zu sein.
Ich hatte Angst davor, allein gelassen zu werden und niemanden mehr zu haben, an dem ich mich festhalten kann.
Alles musste ich planen im Bezug auf ihn. Wann wir uns wieder sehen, wie unser Wochenende aussieht..Sobald er mich einmal versetzt hat, war ich am Boden zerstört, weil er für mich in meinem Alttag der einzige positive Punkt war.
Dieses Klammern an sich stört ihn nicht. Er verbringt seine Zeit gern mit mir. Aber das Ganze hat oft zu sinnlosen Streitereien geführt. Weil ich mir für einen Moment unwichtig vorgekommen bin, weil er mich versetzt hat und ich sofort sauer war, weil ich ihm sein Sonntags-Tunier schlecht geredet habe, nur weil ich eigentlich die freie Zeit mit ihm verbringen wollte und so weiter...
Die Entfernung von 40 km macht das ganze nicht leichter. Eine viel zu anhängliche Freundin, die es sich aber mit ihrem Azubigeld einfach nicht leisten kann, jeden Tag 80 km zu fahren und dann abends depressiv im Bett liegt und nicht mehr weiß, wo oben und unten ist.
Familie, Freund, Arbeit. Ein komplettes Chaos.
Seit 4 Wochen bin ich nun wieder bei meiner damaligen Therapeutin.
Leider nur alle zwei Wochen, weil ich mir auch das nicht leisten kann.
Alle Psychologen hier, die von der KK bezahlt werden, haben eine Warteliste von bis zu einem Jahr.
Die Gespräche mit meiner Therapeutin helfen, aber trotzdem finde ich im Alltag keinen Halt. Mir fehlt jemand, mit dem ich regelmäßig reden kann und wie ich finde jemand, der sich in einer ähnlichen Situation befindet. Mein Freund ist sicher auch oft für mich da, aber er versteht mich nicht. Er kann es nicht nachvollziehen.
Und wenn ich mich doch immer unverstanden fühle - auch wenn er ja nichts dafür kann - behalte ich meine Sorgen einfach lieber für mich...
Sorry für den langen Text, aber mir tut so etwas gut und hier im Forum gibt es sicher den ein oder anderen, der sich schon mal in einer ähnlichen Lage befunden hat oder bei dem es aktuell auch nicht einfach ist.