Wie kann man dieses Verhalten einordnen?

Diskutiere Wie kann man dieses Verhalten einordnen? im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Heute morgen wurde mein Freund vom Nachbarhund "gebissen" (gebissen ist übertrieben, was genau geschehen ist, das erkläre ich gleich ausführlich)...
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Heute morgen wurde mein Freund vom Nachbarhund "gebissen" (gebissen ist übertrieben, was genau geschehen ist, das erkläre ich gleich ausführlich). Nun steh ich etwas auf dem Schlauch wie es dazu kommen konnte, was für ein Problem dieser Hund hat, denn dies war wohl nicht das erste Mal, dass dieser Hund sich so verhalten hat, allerdings das erste Mal, dass mein Freund von einem Hund "angegangen" wurde - der kennt so was gar nicht, alle Hunde lieben ihn so mehr oder weniger. :mrgreen:

Also es handelt sich - wie gesagt - um den Nachbarshund. Er wohnt so seit 4 Monaten neben uns, hat aber von klein auf hier im Dorf gewohnt. Es handelt sich um einen Rottweiler, Rüde, unkastriert und zwischen 2 1/2 und 3 Jahren alt. Bis vor ca. 4 Monaten hat er mit Herrchen und Frauchen zusammengelebt, dann zog er mit Frauchen neben uns ein, da sich die Halter getrennt haben. Mit Herrchen hat er aber noch weiterhin Kontakt. Wir "kennen" den Hund allerdings kaum, erst seitdem er neben uns einzog sind wir ihm einige Male begegnet und hatten bisher auch keine Probleme mit ihm (zumindest wir Zweibeiner, wegen unserem Hund haben wir schon von Anfang an Angst ihm zu begegnen, aber eben nur, wenn unser Hund dabei ist. Sind wir ohne Hund, dann hatten wir bisher noch nie ein Problem mit dem Rotti). Das sind so die Eckdaten, die ich über diesen Hund weiß.

Vorgefallen ist heute morgen folgendes: Wir waren auf dem Weg nach Hause mit unserem Hund und seiner Freundin und sahen schon, dass Frauchen und Rotti unterwegs waren. Nachdem wir daheim waren, hat mein Freund dann Bella (die Freundin unseres Hundes) nach Hause gebracht und ich düste im Vorgarten rum um Gras für die Meerschweinchen zu schneiden und ging dann in den Garten der Nachbarin um noch ein paar Löwenzahn zu pflücken (die Erlaubnis habe ich dazu). Ich war auf deren Auffahrt als sie mit Rotti nach Hause kam. Rotti sieht mich, zieht an und stürmt freudestrahlend auf mich zu. Frauchen lässt Leine los und Hund begrüßt mich und gibt Küsschen (so läuft es jedes Mal ab, wenn ich vor der Tür bin und ohne Hund unterwegs bin, dann lässt sie ihn immer los, weil er so unbedingt zu mir hin will). Hundeleine wieder in der Hand, Frauchen und ich unterhalten uns noch ein wenig und da kommt dann mein Freund nach Hause. Ich warne sie schon vor, damit sie sich nicht hinlegt, weil der Rotti bei meinem Freund auch so anzieht und hin will. Sie lässt also wieder Leine los, Rotti düst auf meinen Freund zu, begrüßt ihn und gibt Küsschen und bekommt ein Leckerchen und mein Freund nimmt die Leine und kommt mit Rotti zu uns beiden. Wir unterhalten uns weiter zu Dritt. Rotti kommt wieder zu meinem Freund, stellt sich auf die Hinterbeine und steht mit den Vorderbeinen gegen die Brust meines Freundes, wedelt und gibt Küsschen. Ich kraule die Backe des Rottis. Auf einmal fängt Rotti an zu knurren, fletscht die Zähne und schnappt die Hand meines Freundes (nur ganz kurz erwischt, ist auch nichts weiter passiert außer Zahnabdrücke und ein wenig blaue Hand im nachhinein, deshalb war das obige "gebissen" ja auch übertrieben).

Und keiner von uns begreift warum das nun passiert ist. Frauchen sagt, dass das so ist, seit sie 2 Nächte im Krankenhaus war, dass er seitdem von jetzt auf gleich ab und an so wäre. Allerdings finde ich den Zusammenhang schon etwas seltsam. Würde er seit dem KH-Aufenthalt aufpassen und verteidigen und nichts und niemand in die Nähe lassen - okay, aber erst zusammen mit "Fremden" zu Frauchen hingehen, dann noch schmusen und dann auf einmal umschalten und "angreifen", das kann doch nicht an einem Krankenhausaufenthalt liegen.
Zumal sie uns noch von 5 anderen Leuten erzählte, wo er so was gemacht hat (inwiefern er nach denen wirklich geschnappt hat und ob er getroffen hat oder nur geknurrt, das weiß ich nicht) bin ich mir auch sicher, dass das nichts mit dem auf den Hinterbeinen stehen zu tun hatte, weil ich bei 4 der 5 Personen garantieren kann, dass er bei denen nicht so ankommen kann/darf (2 haben sowieso Angst vor Hunden, eine ist eine ältere Dame, die könnte sich nicht auf den Beinen halten und die andere Frau ist auch was älter). Er macht es offensichtlich ja auch bei Männern wie bei Frauen (die 2 die sowieso Angst vor Hunden haben sind Männer, die sind aber nur unsicher und vorsichtig, nicht panische Schreier-Wegrenner). Bei dem Vorfall mit der älteren Dame weiß ich aber zu 100%, dass der VOR dem KH-Aufenthalt war, denn sie hatte mir davon schon vorher erzählt, außerdem schob Frauchen die Attacke auf die Handschuhe und die gute Frau trägt Handschuhe nur im Winter (KH-Aufenthalt ist noch nicht so lange her). Die ältere Dame hat übrigens selber einen Hund und überhaupt keine Scheu vor Hunden. Die andere Frau ist ehemalige TA-Helferin, hatte früher auch selber einen Hund und sittet nun oft Hunde - hat also an sich auch Ahnung von Hunden.

Ach und das heute früh ging definitiv gegen meinen Freund - nicht gegen mich, ich stand seitlich und ich wurde überhaupt nicht beachtet von dem Rotti in dem Moment.

Nun frage ich halt, woran das Verhalten liegen kann. Habt Ihr irgendwelche Ideen? Ändern in dem Sinn können wir natürlich sowieso nichts, es ist nicht unser Hund und wir haben auch an sich keinen Kontakt zu Frauchen und Hund, aber vielleicht gibt es ja auch Ideen für unser Verhalten. Mein Freund hat jetzt zwar keine Angst vor dem Rotti, aber natürlich sieht er ihn jetzt mit anderen Augen und ich ehrlich gesagt auch, denn an sich kann es nur Zufall gewesen sein, dass es meinen Freund und nicht mich erwischt hat.

Falls es noch Fragen geben sollte, dann versuche ich sie gerne zu beantworten, werde aber wahrscheinlich - mangels Wissen - nicht alle beantworten können. Und wenn ich mich irgendwo komisch/unklar ausgedrückt habe, dann weist mich gerne darauf hin, dann versuche ich es besser zu formulieren.
 
  • Wie kann man dieses Verhalten einordnen? Beitrag #2
So einen Stimmungsumschwung habe ich ja noch nie erlebt..
Klingt für mich wirklich grundlos..
Vielleicht hat dein Freund ihm ja unabsichtlich weh getan?
 
  • Wie kann man dieses Verhalten einordnen? Beitrag #3
Der Rotti ist aufgrund seines alters vielleicht noch nicht im Wesen so gefestigt? Er hat ja schon in seiner Jugend Trennung und Wohnungswechsel durchmachen müssen. So etwas geht an einem Tier nicht spurlos vorbei.
Wenn ein Hund nicht so recht weis wo er hingehört und vielleicht seinem Herrchen noch nachtrauert, dann muss die Besitzerin sich noch sehr viel um den Rotweiler kümmern, damit nichts schlimmeres passiert.

Das sind allerdings nur Mutmaßungen von mir und ich will nicht behaupten das er nun böse wird. Vielleicht sprecht ihr mal mit der Nachbarin über ihren Hund, um zu sehen, was sie meint.
 
  • Wie kann man dieses Verhalten einordnen? Beitrag #4
Hey,

für mich klingt das erstmal nach Schmerzen. Besonders, wenn er sich eig. so freut ist es ja durchaus möglich, dass er dann irgendwas überlastet und dann eben so reagiert.

Da würde ich vermutlich ehrlich gesagt erstmal Abstand zum Hund halten bis die Halterin entweder med. Ursachen ausgeschlossen oder mal jmd. auf dieses Verhalten hat gucken lassen, der das vllt. besser einschätzen kann.

Sollte er sowas mal bei einem Kind machen wäre das höchst ungut für ihn:/
 
  • Wie kann man dieses Verhalten einordnen? Beitrag #5
Hallo,

stand der Hund noch auf den Hinterbeinen an deinem Freund dran und hat dann geschnappt?
Wo genau war die Hand deines Freundes, also was wollte er gerade machen - den Hund streicheln, den Hund von sich wegschieben?

Habt ihr ihn zeitgleich angefasst und er hat dann nach deinem Freund geschnappt?
Oder hast du ihn gestreichelt, dann wollte dein Freund wieder und er hat dann geschnappt?
Bzw. umgekehrt, erst dein Freund, dann du?

Letztlich kann man - trotz deiner sehr detaillierten Beschreibung - nicht wirklich sagen, ob es tatsächlich ein vollkommen unangekündigtes "Umschalten" war oder ob der Hund nicht schon vorher angezeigt hat, dass ihm was nicht passt.

Wie schnell nach dem Knurren hat er denn geschnappt?
Und wie lange hat er geknurrt?

Rein aus meinem Bauchgefühl und der Beschreibung des Hundes nach, würde ich sagen, dass er deinen Freund wohl wegen irgendetwas maßregeln wollte, was der in dem Moment gemacht hat und was dem Hund nicht gepasst hat. Der Hund darf ungebremst auf euch zu rasen, darf euch anspringen und Rambazamba machen, dass er dann auch mal der Meinung ist, dass dein Freund seine Hände weglassen soll (warum genau auch immer) wundert mich nicht. :eusa_shhh:
 
  • Wie kann man dieses Verhalten einordnen? Beitrag #6
An Schmerzen hatte ich auch schon gedacht. Dafür würde auch sprechen, dass er z.B. die TA-Helferin von Baby an kennt (nicht vom TA, die ist in Rente) und immer mit ihr geschmust und gespielt hat. Allerdings weiß ich nicht wie die Situation bei ihr aussah.
Bei der älteren Dame allerdings weiß ich, dass sie ihn noch nicht mal berührt hatte.

Zum anderen weiß ich, dass die beste Freundin von Frauchen 2 kleine Kinder hat, u.a. ne 3jährige Tochter, die auf dem Rotti rumturnen kann wie sie will. Die müsste dabei theoretisch ihm doch auch Schmerzen zufügen können, zu der ist er aber wohl immer nur einfach lieb.

Ich hatte zu Frauchen heute morgen auch gesagt, dass das mit dem KH-Aufenthalt, auf den sie ja alles schiebt, auch durchaus Zufall sein kann und was z.B. wäre, wenn er z.B. einen Tumor im Kopf hätte (ich übertreib in solchen Situationen gerne, wobei es im Endeffekt ja auch bei einem so jungen Hund möglich wäre). Aber sie denkt halt, dass das was mit den 2 Nächten zu tun hat, wo sie weg war. Der Rotti war in der Zeit übrigens bei Herrchen - also bei einem ihm bekannten Menschen in einer ihm bekannten Umgebung.

Tja, dann werd ich wohl vorsichtshalber schlicht und ergreifend wirklich Abstand halten und hoffen, dass nichts weiter passieren wird. Denn ich gehe nicht davon aus, dass sie ihn untersuchen lassen wird.
 
  • Wie kann man dieses Verhalten einordnen? Beitrag #7
Ein Hund, der sich ins Halsband schmeißt und dann auf zwei Beinen rumsteht/rumhopst, wirkt auf mich jetzt nicht wie ein Hund mit Schmerzen. :eusa_think: Aber ausschließen will ich es nicht.

Wobei ich finde, dass einem Schmerzschnappen immer ein "Meideverhalten" vorausgeht, so "kenne" ich das zumindest.
Ein Wegdrehen, ein Zucken, ein Ausweichen, ein kurzes Jaulen/Fiepen, irgendwas. Oft auch zu kurz um schnell genug zu schalten und man hat halt doch die Zähne an der Hand, aber eben doch anders, als aus purer Freude heraus gleich rumschnappen.

Magst du mir meine Fragen noch beantworten, dann könnte ich noch ein paar weitere Indizien finden oder eben nicht für meine Vermutung...? :angel::D
 
  • Wie kann man dieses Verhalten einordnen? Beitrag #8
Ah Tompi, Antworten hatten sich überschnitten. Dann also mal zu Deinen Fragen:

Ja, der Rotti stand noch auf den Hinterbeinen, die Vorderpfoten auf die Brust meines Freundes gelegt (höher kommt er bei ihm nicht, bei mir liegen seine Vorderpfoten immer auf meinen Schultern).
Gestreichelt haben wir ihn gleichzeitig, ich hab mit 2 Fingern seine Wange gekrault. Wo genau die Hand meines Freundes war kann ich allerdings nicht sagen, aber wegschieben wollte er ihn auf keinen Fall.

Er hat relativ sofort zugeschnappt, also 2 bis 3 Sekunden nach dem Anfang des Knurrens.

Aber Tompi, dieses Zustürmen ist ja nur bei uns so. Bei der alten Dame definitiv nicht, die würde ja umfallen, da achtet Frauchen schon drauf. Die beiden, die Angst vor Hunden haben würden ihr auch was anderes erzählen, wenn der Hund auf sie zustürmen dürfte. Bei der TA-Helferin weiß ich es nicht. Also theoretisch kannst Du bei meinem Freund ja Recht haben mit dem Maßregeln, aber auch wenn ich bei den anderen Situationen nicht dabei war, so weiß ich genau, dass die nicht so wie bei uns abgelaufen sind. Ich kenne die alte Dame z.B., die kann ja ihr kleines Hündchen kaum halten, wenn das Hundi uns sieht - wenn der Rotti sie anspringen dürfte, dann hätte die schon ein gebrochenes Genick.

Da fällt mir noch ein. Ich war einmal bei ihr drüben und hatte ihr für den Rotti unser Runing Egg gegeben (unser Hund hat Null interesse dran). Rotti fand das Ding super und als er es so rollte, dass er selbst nicht mehr dran kam, da durfte ich es ihm auch hervorholen, aber als ich es anstupsen wollte als er dran war, da hat er geknurrt. Warum er da geknurrt hat, ist mir schon klar, ich erwähne es nur, weil er da Null geschnappt hat.
 
  • Wie kann man dieses Verhalten einordnen? Beitrag #9
Naja kann sein das der rotti zu kleinen Kindern einfach ne größere Toleranz schwelle hat wie zu Leuten die ihn kaum kennen. Ich kann Yuukan auch 5 mal auf Pfötchen treten ich wette bei nen fremden würde er schneller ne Reaktion zeigen.

Tumor im Kopf ist durchaus ne Möglichkeit kann aber auch schlicht sein das dein Freund ihn angestarrt hat und er es irgendwann als provokant empfand?
 
  • Wie kann man dieses Verhalten einordnen? Beitrag #10
Und schon wieder überschnitten.:mrgreen:

Irgendein Fiepsen/Zucken sonstiges, was ich von meinen Hunden bei Schmerzen kenne, das gab es vorher überhaupt nicht.

Nein, angestarrt hat er ihn nicht.

Und wie gesagt, ich würde nichtmal fragen, wenn ich nur von der Story von meinem Freund wüsste. Dann würd ich einfach sagen "irgendwas war schon, was falsch gelaufen ist" und die Schultern zucken.
Aber ich weiß nun halt von 5 so ähnlichen Situationen (inkl. der von heute). Ich weiß, dass er bei der älteren Dame geschnappt hat, aber nicht, ob er sie erwischt hat. Wie weit er in den anderen Fällen ging, das weiß ich halt nicht.
Aber von den 5 Vorfällen sind 3 Leute drunter, die wissen wie sie mit Hunden umgehen sollten. Klar kann man trotzdem nen Fehler machen, aber innerhalb von so kurzer Zeit machen auf einmal 3 Leute einen Fehler beim gleichen Hund? Wäre ein bissel zu viel Zufall für meinen Geschmack.
 
  • Wie kann man dieses Verhalten einordnen? Beitrag #11
Jetzt haben wir uns schon wieder überschnitten. :mrgreen:

Ich meinte jetzt auch weniger eure Position bei dem Ganzen, sondern eher die Tatsache, dass der Hund in Bezug auf seine Besitzerin "weiß", dass er auf Leute zu rennen darf und mit denen dann Party feiern. Das ist eine Freiheit für den Hund, die ihm unter Umständen das Gefühl gibt mehr Kompetenzen zu haben, als er tatsächlich hat. Das meinte ich. ;) Meine Hunde dürfen bekannte Leute auch herzlich begrüßen, aber erst, wenn sie sich abgesetzt haben, ich den Leuten hallo gesagt habe und ich sie losgeschickt habe - das kann mal nach 2min sein, mal lasse ich sie auch 10min sitzen. Was die Leute dann an Begrüßung zulassen kann ich ab einem bestimmten Punkt nicht mehr kontrollieren, ich lasse aber nur bei wirklich guten Freunden komplett freien Lauf.

Bei den anderen Leuten kann es sein, dass er die Unsicherheit spürt. Dass er eben auch in irgendeiner Form "gestört" wurde, d.h. nicht dass er dabei zwangsläufig angefasst werden muss. Unbewusstes Blocken des Hundes, eine "falsche Bewegung" aus Sicht des Hundes, eine Handlung gegenüber einer anderen Person, die der Hund als falsch oder nicht tolerierbar einstuft - all das kann zu einem kurzen, recht plötzlichen Maßregelschnappen führen.

Die kleinen Nuancen, die ein Maßregelschnappen oder ein Maßregelknurren einleiten, sehen wir meist gar nicht.
Leichte Veränderung der Schwanzhaltung (bei einem evtl. kupierten Rotti nicht sichtbar), feines Mienenspiel (bei stark befellten, stark faltigen Hunden oder Rottis mit hingezüchtetem Riesenkopf auch kaum sichtbar) und ein meist nur kurzes Drehen/Anlegen der Ohren (auch nur bei Hunden mit Stehohren wirklich gut erkennbar) und meist hilft auch ein Sehen nicht, da wir es sehen und in diesem Moment hat der Hund schon geschnappt.

Das ist jetzt aber alles ein reines Gedankenspiel auf das ich eben kam, da junger, ungestümer Hund mit anscheinend recht vielen Freiheiten. :cool:
 
  • Wie kann man dieses Verhalten einordnen? Beitrag #12
Hm, also das mit dem zu uns stürmen und anspringen - das sind wir Schuld. :uups: Das wollte sie anfangs unterbinden, so wie sie es bei anderen Leuten auch macht, aber wir haben ihr gesagt, dass es uns nichts ausmacht, wenn er sich "auf uns stellt". Also normalerweise, bei anderen Leuten, darf er das nicht. Aber durch das okay von uns, lässt sie es bei uns ihm eben durchgehen.

Es ist halt doof, dass wir so oder so schon Panik bekamen, als er neben uns einzog. Unser Hund kann nicht mit anderen Hunden, er angeblich schon (wobei sie mir letztens erzählt hat, dass er hier auf einen Hund drauf gegangen ist), aber wenn unser Hund knurrt, dann bauscht sich Rotti auch gut auf (verständlich) und wenn sie den dann nicht halten kann, dann ist Holland in Not. Gerade deshalb wollten wir uns so dringend mit ihm anfreunden, weil das einiges retten kann.

Im KH war sie so vor ca. 2 Monaten. Sie meint halt, dass er seitdem sie so extrem verteidigen würde, was schon nach ihrem Auszug angefangen hätte. Also da hat sie mir noch so eine Geschichte erzählt. Einer guter Freund von dem Ex-Paar, der auch den Hund gut kennt. Guter Freund kommt zu ihr um Werkzeug zu holen und Rotti baggert ihn an (nach freudiger Begrüßung). Dann musste sie ins KH, guter Freund war noch bei ihrem Ex und Rotti kam in der Zeit ja zu dem Ex. Rotti und guter Freund verstanden sich blendend.

Na ja, kriegen wir wohl leider nicht wirklich geklärt und deshalb werd ich da jetzt einfach sauvorsichtig sein.
 
  • Wie kann man dieses Verhalten einordnen? Beitrag #13
Wirklich klären kann man das nur, wenn man den Hund in verschiedenen Situationen beobachtet und medizinische Ursachen ausgeschlossen hat!

Für euch wäre mein Rat, dass ihr vielleicht tatsächlich an der Begrüßung arbeitet. Das würde es vielleicht auch der Besitzerin einfacher machen. Meine Hunde kapieren ehrlich gesagt den Unterschied "bei dem darf ich" und "bei dem darf ich nicht" nur bei Leuten, die sie wirklich regelmäßig (2-4 Mal pro Woche länger sehen). Nur bei den Leuten hab ich das Gefühl, dass meine Chaoten wirklich personenbezogen bestimmte Anweisungen und Handlungen meinerseits "verstehen" im Sinne von "das darf ich NUR bei dem". Alles andere ist aus ihrer Sicht schlichtweg Inkompetenz und mangelnde Konsequenz, die dann wiederherum das eigentlich gut sitzende regelkonforme Verhalten in gleichen Situationen abschwächt bzw. sie dazu bringt selbstständig Entscheidungen zu treffen, die sie nicht treffen sollen. Was bei meinem Schäferhund durchaus auch ein Maßregelschnappen sein kann.

Und ganz ehrlich ist ein 2 Jahre alter, unkastrierter Rotti-Rüde nicht gerade einfach zu führen. Rottis sind wahre Knutschkugeln und echte Babys, ABER sie stellen eben auch schnell was in Frage, testen lange und gerne an Grenzen herum und reagieren auf bewusste und auch unbewusste Bewegungseinschränkung schon mal sehr ruppig, wenn das Grundverhalten nicht sitzt. Und der Hund hatte wahrlich genug Veränderungen zu verkraften in letzter Zeit, wenn da dann noch eine eher "lasche Linie" gefahren wird von Seiten der Besitzerin, kann es schon sein, dass ihn das überfordert und der dann eben meint handeln zu müssen. Das können kleine Momente sein, ein kurzes Schnappen und dann ist es für ihn auch schon wieder geklärt - für den Menschen bleibt es aber zu großen Teilen unberechenbar. Da hilft nur Konsequenz und klare, immer geltende Regeln. ;)
 
  • Wie kann man dieses Verhalten einordnen? Beitrag #14
Ich bleib einfach vorsichtig. Ganz aus dem Weg gehen kann ich ihm wohl nicht, aber ich versuche Begegnungen nun zu vermeiden. Wie mein Freund das handhabt, das muss er wissen. Irgendwelche erzieherische Maßnahmen werde ich wohl nicht versuchen (sprich ihn am Anspringen hindern), weil ich auf Hundezähne im Gesicht schlichtweg verzichten kann.

Ich bin wohl einfach zu verwöhnt durch die Hunde, mit denen ich bisher so zu tun hatte, auch den eigenen. Alle nicht unbedingt tiptop erzogen, aber alle so, dass ich ihnen vertraut habe und sie einschätzen konnte. Und da der Rotti nicht meiner ist, muss ich mich mit der Situation im Endeffekt ja auch nicht wirklich auseinandersetzen. Es hätte ja aber sein können, dass ein wirklich extrem grober Fehler unsererseits so offensichtlich war, dass wir ihn selbst nicht sehen konnten, das hätte die Situation ja entscheidend verändert und ich hätte den Hund weiterhin mit normalen und nicht mit mißtrauischen Augen gesehen.

Was bin ich froh, dass ich mit der Königin solche Probleme nicht hatte, die ich mit 6 Monaten bekommen habe und da der 5. Besitzer war oder jetzt mit Marley, der ja auch ein Second Hand Hund ist oder mit Kaya, der es auch nicht gerade leicht hatte. Denn hätte ich mit nem eigenen Hund so ein Problem, dann müsste ich mich gewaltig ändern (würde ich für einen eigenen selbstverständlich auch).
 
  • Wie kann man dieses Verhalten einordnen? Beitrag #15
Du siehst das schon richtig. Nachhaltig verändern kann nur die Besitzerin selbst etwas.
Bzw. überhaupt herausfinden was genau das Problem ist.

Vorsicht ist sicher angebracht, aber du kannst ja mit der Besitzerin sprechen, dass das Leine loslassen und losrennen einfach wieder unterbunden wird!? Dann muss sie halt sich mit dem Hund in der Situation auseinandersetzen, aber das ist ja auch ihre Pflicht als Besitzerin.

Und ich bin auch erst durch Sonny so richtig konsequent geworden...:eusa_shhh: Sie hat etwas an sich, was einfach nur kontrollierbar ist, wenn ich eine klare Linie fahre und es für Situation x auch nur Ansage x gibt. Alles andere verwirrt sie, macht sie unsicher und dann neigt sie zum Überreagieren. Das kann manisches in einen Stock beißen sein, das kann aber auch Schnappen nach Menschen sein. Und deshalb hat sich bei mir einiges nochmal "verschärft", was mir früher nicht so wichtig war, weil das bei Tom und Pina nie zu Problemen geführt hat. So ist eben jeder Hund anders.
 
  • Wie kann man dieses Verhalten einordnen? Beitrag #16
Vorsicht ist sicher angebracht, aber du kannst ja mit der Besitzerin sprechen, dass das Leine loslassen und losrennen einfach wieder unterbunden wird!?

Tja, da liegt der Hase im Pfeffer. Wir haben zwar gesagt, dass der Hund uns ruhig anspringen darf, aber dass sie die Leine loslässt - das haben wir nicht gesagt. Das macht sie, weil sie ihn nicht mehr halten kann, wenn er mich sieht. Heute früh war es ja auch so, sie flog erst 2 m hinterher und dann hat sie losgelassen. Einer der Gründe warum ich so eine Angst vor einer Begegnung mit dem Rotti habe, wenn Marley dabei wäre, weil ich mir nicht sicher bin, ob sie ihn im Notfall halten könnte. Jedenfalls passt mir das mit der Leine loslassen sowieso nicht so wirklich, weil sie ja auch Marley mal übersehen könnte und er doch dabei ist und dann hätten wir ein richtiges Problem.

Aber vielleicht irre ich mich in dem Punkt ja auch. Die Leute haben früher auch immer gedacht, dass ich die Königin oder Kaya nicht halten könnte, aber im Fall der Fälle konnte ich sie immer halten, selbst zu Zweit. Ich lass mich halt nur gern hinterherziehen (ja ich weiß, nicht so toll so von wegen Erziehung, aber der trödelnde Marley geht mir richtig auf die Nerven und ich sehne mich nach meinen ziehenden Pits *schäm*).
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Wie kann man dieses Verhalten einordnen? Beitrag #17
Da bin ich wieder zurück im Thema:

Also an sich lässt die Nachbarin ihren Rotti nun nicht mehr los, wenn sie uns sieht, sie hält ihn also von uns fern, auch weil wir ihr gesagt haben, dass wir dem Hund nun überhaupt nicht mehr vertrauen.
Vor ein paar Wochen meinte sie zur mir allerdings, dass der Rotti sich wieder eingekriegt hätte und wieder ganz normal und lieb wäre - wie vor ihrem Krankenhausaufenthalt. Ich habe diese Aussage zur Kenntnis genommen, aber so wirklich ernst genommen habe ich sie nicht.

Vor ein paar Tagen kam mein Freund dann von der Spätschicht nach Hause, es war so gegen 23 Uhr, also schon sehr dunkel. Ich habe das Auto was ihn nach Haus gebracht hat gehört. Die Autotür schlug zu und dann kam erstmal nix, dann hörte ich unsere Nachbarin brüllen. Mir rutschte schon das Herz in die Hose und stürmte raus. Da ist gar nix passiert, aber als mein Freund unsere Auffahrt lang ging, da sah er auf einmal den Rotti draußen stehen (durch die Dunkelheit sah er ihn natürlich recht spät). Er rief nur: "Dein Hund ist draußen" und daraufhin brüllte die Nachbarin nach ihrem Hund (das war das was ich gehört hatte) und Hund kam auch. Sie meinte dann zu meinem Freund, dass sie krank wäre und nicht raus könnte und den Hund mal eben in den Garten gelassen hätte (ihr Garten ist nicht umzäunt).

Wir waren nach der Aktion schon ziemlich angefressen, eben weil wir dem Hund nicht mehr trauen, aber nun ja haben geschluckt und es auf sich beruhen lassen.

Und gestern bekam mein Freund dann von einem aus dem Dorf erzählt, dass er von diesem Hund gebissen wurde. Die Verletzung war noch sichtbar. Es war jetzt kein hochdramatischer Angriff, aber der Hund hat ihn in die Hand gebissen, so dass auch Blut floss.

Kann mir mal einer sagen wieso die Frau ihren Hund dann immer noch frei laufen lässt? Hab ihn die Tage auch öfters frei zum Auto laufen gesehen. Ich fass es echt nicht. Vor allem, wenn wir gerade mit unserem Hund rauskämen, dann wäre echt Holland in Not, dann hätten wir nen Rotti und ne Bulldogge als kämpfendes Knäuel.
Falls irgendwer zaubern kann: Bitte zauber, dass die gute Frau samt Hund hier ganz ganz schnell wegzieht. Seufz!
 
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