Retic, deine Logik versteh ich nicht. Wieso sollte Fett mit Zucker zusammen anders absorbiert werden als ohne Zucker? Wo hast du das gelesen?
Wenn der Blutzuckerspiegel ansteigt, dann steigt auch der Insulinspiegel an. Insulin ist ein Speicherhormon und hält die Zellen schön offen. Deshalb landet Traubenzucker bei Sportlern ja oft im post workout Shake, damit die Muskelzellen schnell versorgt werden. Genauso werden aber Fettzellen "versorgt". Wer den Blutzuckerspiegel unten hält, der hat das Problem nicht.
Ausdauersport ist gerade gesund für den Körper um langfristig Gewicht zu verlieren, es muss ja nicht Joggen sein es kann auch Schwimmen, Radfahren, Walken etc sein. Dabei werden viele Muskelpartien beansprucht und das Herz-Kreislaufsystem gefordert was wiederum das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall reduziert. Reines Muskeltraining ohne Ausdauersport ist da an sich nicht sehr effektiv solang man nicht Leistungssportler auf diesem Gebiet ist.
Ich hab über Ausdauersport nichts anderes gesagt, man soll es machen und es ist gut fürs Herz. Rein zum Abnehmen ist Krafttraining aus den genannten Gründen trotzdem besser.
Ich berate beinah täglich meine Herzinfarkt-Patienten zur gesunden Ernährung und Gewichtsabnahme und kenne mich als Krankenschwester auch gut mit der Anatomie und Physiologie des Magen-Darm Systems und die Wirkung der Ernährung auf das Herz-Kreislaufsystem aus. Fett und Zucker sind egal ob zusammen oder allein nicht gesund wenn es zuviel ist und besonders das Fett aus Lebensmitteln sollte recht niedrig gehalten werden weil es ungesunde Fette sind die der Körper ohne Probleme absorbiert und einlagert und die obendrauf noch das LDL-Cholesterin steigern welches primär mitverantwortlich für Plaques in den Gefäßwänden ist. Der Körper braucht hochwertige Fette mit denen er auch arbeiten kann (mehrfach ungesättigte Fettsäuren).
Unter diesen Umständen ist es für mich kaum verwunderlich, dass heute fast jeder 2. an einer Herzkreislauferkrankung abnibbelt.
Es überhaupt keine Hinweise darauf, dass Fett alleine ein Problem ist. Immer wenn Fett in Studien zum Übeltäter gemacht wurde, waren auch Kohlenhydrate in mindestens moderaten Mengen dabei. Viel Fett alleine ist nicht das Problem.
http://www.sciencedaily.com/releases/2010/02/100216163531.htm
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2716748/?report=classic
Mit den "Fetten aus Lebensmitteln" meinst du hoffentlich die industriell gehärteten Fette. Ich hoffe doch, dass ihr euren Patienten nicht wichtige gesättigte Fettsäuren vorenthaltet, obwohl ich das schon irgendwie fürchte. :?
Falls jemand tatsächlich denkt, gesättigte Fettsäuren seien ungesund, hier:
http://ajcn.nutrition.org/content/early/2010/01/13/ajcn.2009.27725.abstract
Und die von dir angesprochenen mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind auch alles andere als unproblematisch. Oft geht mit die Aufnahme dieser Fettsäuren mit einer hohen Aufnahme an Omega 6 Fettsäuren einher. Davon nehmen wir aber schon zu viel zu uns. Omega 6 ist an sich schon problematisch, ein schlechtes Verhältnis zwischen Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren ist sehr ungesund.
http://www.peak.ag/blog/omega-3-und-omega-6-–-auf-das-verhaltnis-kommt-es-an
Darüberhinaus sind die ungesättigten Fettsäuren instabil, weil ihnen ein Wasserstoffatom fehlt. Man sollte sie deshalb nur in Maßen zu sich nehmen, gerade mit Herzkrankheit!
http://de.wikipedia.org/wiki/Lipidperoxidation
Du kannst ja gerne mal die Makronährstoffverteilung posten, mit der ihr eure Patienten endgültig um die Ecke bringt. Da könnte ich wetten, dass die Hälfte an Energie durch Kohlenhydrate zugeführt werden soll, weil Fette ja so ungesund sind. Dabei erhöhen hohe Blutzuckerwerte gerade das Arterioskleroserisiko.