In Erinnerung an meine Herbie:

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Chipi

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Am Sonntag, 29.04.2007, ist Herbie, eine ganz besondere Farbratte, verstorben. Ich weiß nicht, wer ihre Geschichte lesen möchte, aber ich möchte sie gerne aufschreiben, um alles in Erinnerung zu behalten.

Wann genau Herbie geboren wurde, weiß ich nicht. Sie war ungefähr 1 Jahr alt, als sie zu mir kam. Ihr Partner war kurz vorher gestorben, und sie war ganz alleine… Leider hat Herbie sich nie mehr an einen neuen Partner gewöhnen wollen oder können; vielleicht war sie auch nur so traurig über den Verlust ihres Freundes. Wir haben versucht, sie mit anderen Ratten zu vergesellschaften, doch leider hat das nur funktioniert, so lange sich alle beteiligten Pelznäschen in ihren jeweiligen Käfigen befunden haben. Aber damit sie sich trotzdem nicht ganz allein fühlte, habe ich einen zweiten Käfig gleich neben Herbies gestellt, so hatte sie wenigstens mit Cookie und Monty noch zwei Ratten immer ganz in ihrer Nähe.

Herbie war wie ein kleiner Hund. Wenn ich abends nach Hause kam, hing sie schon an ihren Gitterstäbchen und bettelte, herausgelassen zu werden. Ich konnte Herbie fast in der ganzen Wohnung frei laufen lassen, sie war meistens sehr brav. Gern hat sie ihre Nachbarinnen geärgert, indem sie, wenn sie frei laufen durfte, auf deren Käfig geklettert ist; nur einmal wäre das beinahe schief gegangen: Cookie hatte sich nämlich zu einer hervorragenden Klettermaus entwickelt, sie kann sogar kopfüber klettern. So saß sie auf einmal an einer Stelle, an der Herbie sie noch nie gesehen und wohl auch nicht erwartet hatte. Als Cookie dann nach ihrem Schwanz angelte, wäre Herbie beinahe heruntergefallen. Im Bad spielte sie gerne im Handtuch-Regal „Schau-mal-wie-schön-das-runterfällt!“, und im Wohnzimmer hat ein Sofaüberwurf leider dran glauben müssen, aber das war nicht weiter schlimm, Herbie war eben ein Nagetier.
Kurzfristig wurde es schwierig, als Herbie gelernt hatte, die vordere Tür ihres Käfigs aufzumachen. Bei einem Gewitter – wir wohnten damals in einer Dachgeschosswohnung – war sie vor Schreck gegen das Türchen gesprungen, und das Türchen ging auf. Herbie hat sich das natürlich sofort gemerkt und ist ein paar Mal mit Schwung gegen die Tür gesprungen, bis sie den Bogen raus hatte. Seither musste Herbie mit einem Schloss am Türchen leben, sah zwar aus wie Alcatraz, war aber zu ihrem Besten. Bei ihrem ersten Ausbruchsversuch stand der Käfig zum Glück auf dem Boden, sie ist also nicht tief gefallen, als die kleine Ausbrecherkönigin aus dem Türchen gekugelt ist.

Als Herbie, Cookie und Monty mit mir in meine neue Wohnung einzogen, bekamen sie weitere Pelznäschen als Gefährten. Da waren Sternchen und Schnuppi, mit denen die Vergesellschaftung leider überhaupt nicht funktioniert hatte; die drei boxten sich durch die Käfig-Gitter, wenn sie zu nahe zusammen standen, und stellten dann ihre Haare auf, so dass sie aussahen wie kleine Kugelfische. Und später kamen noch Brownie, Flöckchen I und Flöckchen II, die genau wie Herbie kleine Asylanten waren. Das riesige Wohnzimmer fand Herbie prima, und sie eroberte sich schnell ihren Lieblingsplatz in der Truhe unter dem Fernseher (da mussten die DVDs eben umziehen). Eigentlich hätte ich Herbie den ganzen Tag über in der Truhe schlafen lassen könne, sie stellte fast nie Unsinn an. Jeden Abend hoppelte sie durchs Wohnzimmer, sprang zu mir aufs Sofa und sah mit mir fern. Natürlich kann sie auf die Entfernung kaum etwas gesehen haben, aber es schien ihr zu gefallen, auf den Kissen zu liegen und in Richtung der bunten Flimmerkiste zu gucken.

Herbie hat es mit ihren Knopfäuglein sogar geschafft, meine Mutter für sich zu gewinnen, die immer vehement gegen Ratten war. An ihrem 2. Weihnachtsfest – dem ersten, das Herbie bei mir verbrachte – trafen Herbie und meine Mutter sich das erste Mal. Anfangs beteuerte meine Mutter noch, sie aus der Ferne ganz nett zu finden, aber näher nichts mit ihr zu tun haben zu wollen. Schlussendlich verbrachte sie den halben Weihnachtsabend vor Herbies Käfig, streichelte sie und brachte ihr Futter. Sie hat sich zwar geweigert, sie auf den Arm zu nehmen, aber sie wollte wohl nur ihren ursprünglichen Standpunkt nicht ganz aufgeben.

Leider entdeckte ich im Herbst 2006 den ersten Knoten an Herbies Bauch. Die Tierärztin meinte, es wäre wahrscheinlich ein kleiner Tumor, riet mir aber damals aufgrund des fortgeschrittenen Alters meines Pelznäschens von einer Operation ab (Herbie war damals schon ungefähr 3 1/2 Jahre alt). Es dauerte nicht lange, da entdeckte ich den zweiten kleinen Tumor. Seit dem bereitete ich mich darauf vor, bald mein Mäuschen begraben zu müssen. Aber Herbie hat gekämpft, sie war so tapfer! Obwohl die Tumore immer größer wurden, hat sie nie den Spaß am Spielen verloren. Natürlich war sie mit zunehmendem Alter ruhiger geworden, und ihr Schnäuzchen wurde immer weißer; statt durch die Kissen zu turnen lag sie öfter viel lieber auf meinem Bauch und ließ sich kraulen. Erst recht, als die Tumore größer wurden und sie nicht mehr ganz so beweglich war; sie konnte sich ewig von mir am Bauch und hinter den Ohren kraulen lassen, und ganz oft bin ich von ihr ausgiebigst „zurückgeputzt“ worden.
Seit etwa Februar 2007 waren ihre Tumore vor den Hinterbeinen so groß, dass langsam die Haut unter dem Fell zum Vorschein kam. Aber Herbie hat gekämpft! Sie hat sich nichts anmerken lassen. Zu diesem Zeitpunkt habe ich begonnen, ihr die Haut an den Stellen, an denen an den Tumoren kein Fell mehr war, mit Panthenolsalbe und Aloe-Gel einzucremen, damit die Haut geschmeidig bleibt. Das erste Mal fand sie die Prozedur wohl sehr seltsam mit dem Ergebnis, das ich mehr Panthenolsalbe auf dem T-Shirt als auf der Ratte hatte, aber sie hat gleich verstanden, dass es ihr gut tat. Manchmal habe ich sie ganz vorsichtig im lauwarmen Wasser im Waschbecken am Hinterteil ein wenig gebadet – sie konnte sich unter dem Schwanz und an den Hinterbeinen nur noch sehr schlecht putzen – und danach lag sie eingewickelt in ihr Handtuch mit mir unter der Decke im Wohnzimmer und ließ sich die Öhrchen kraulen.

So hat mein Mäuschen bis zum 29. April 2007 durchgehalten. Sie hat länger gelebt, als jeder gedacht hätte, sie hat tapfer durchgehalten und einen bewundernswerten Lebensmut bewiesen; vielleicht, weil sie wusste, wie lieb ich sie habe. Es hat mir fast das Herz gebrochen zu sehen, wie sich ihr Zustand an ihrem vorletzten Tag schlagartig verschlechtert hat. Am traurigsten Sonntag meines Lebens bin ich mit Herbie in die Tierklinik gefahren. Es ging ihr an diesem Abend bereits so schlecht, dass sie zwar noch ihren Lieblings-Erdbeerjoghurt geschlabbert hat, aber auf das Gebell eines Hundes im Wartezimmer der Ambulanz hat sie gar nicht mehr reagiert. Ich glaube, sie wusste, dass es zu Ende geht.
Zum Glück hatten wie einen sehr netten Tierarzt, der uns beiden den Abschied so leicht wie möglich zu machen versuchte (ich wünsche ihm noch lange viel Freude mit seiner Katze, von der er mir erzählt hat). Ich konnte Herbie auf dem Arm halten, nachdem sie die Spritze bekommen hatte. Sie ist mit ihrem Köpfchen an meiner Schulter eingeschlafen. Ich hoffe, ich konnte Herbie einen schönen Abschied bereiten, auch wenn sie mir immer fehlen wird und ich sie sehr vermisse.

Ich habe Herbie unter einem kleinen Apfelbäumchen begraben. Wenn es einen Rattenhimmel gibt, so hoffe ich, dass sie ihren alten Spielkameraden wieder findet, der sie das erste Jahr ihres Lebens begleitet hat.
Herbie, mein Rattenspatz, mein Pelznäschen und Muschelöhrchen, meine Maus: ich werde dich nie vergessen und immer lieb haben.
 
  • In Erinnerung an meine Herbie: Beitrag #2
ich habs gelesen und herbie war ein warer kämpfer.
ich denk das war der schönste abschied den man sich wünschen kann.

an herbie ich wünsch dir das du deinen partner triffst und sei glücklich da wo du jetzt bis.

lg Chrissi
 
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