Wie bekomme ich sie stubenrein?

Diskutiere Wie bekomme ich sie stubenrein? im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Guten Morgen alle zusammen, ich bin seit Sonntag Hundebesitzer und muss dazu sagen, dass ich Anfänger bin. Folgende Geschichte zu unserer Luna...
  • Wie bekomme ich sie stubenrein? Beitrag #1
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anettl

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Guten Morgen alle zusammen,

ich bin seit Sonntag Hundebesitzer und muss dazu sagen, dass ich Anfänger bin.

Folgende Geschichte zu unserer Luna: sie ist 11 Monate alt, wurde auf einem Hof geboren, wo sich die Geschwister selbst überlassen waren, vor ca. 2-3 Monaten wurden die Geschwister "gerettet" - das sind lediglich Infos, welche ich von der Dame bekommen habe, die mir das Mädel verkauft hat

Nach nun zwei Tagen bin ich arg am zweifeln, ob alle Infos so stimmen, die mir mitgeteilt wurden.

Sie ist eine sehr ruhige Hündin, außer sie macht selbst Mist, dann merkt man, dass sie das weiß, geht in ihre Ecke und knurrt oder bellt auch schon mal, wenn man sie anspricht.
Als größtes Problem sehe ich die Stubenreinheit. Es wurde gesagt, dass sie noch nicht ganz stubenrein sei. Aber das ganze Gegenteil ist der Fall. Am ersten Tag hat sie zweimal lediglich in den Flur Pipi gemacht, da hatte ich Hoffnung, dass wir das schnell hinbekommen. Ich bin dann immer mit ihr raus, aber sie macht nichts draußen.

Nachts war sie ganz ruhig und sie hat auch nicht in die Wohnung gemacht. Morgens sind wir raus und sie hat ihr großes Geschäft draußen auf der Wiese gemacht. Ich war sehr happy, dass wenigstens das draußen klappt. Gepullert hat sie aber auch da nicht. Mittags hat sie wieder ein großes Geschäft draußen gemacht. Das wars dann aber auch schon. Gestern abend hat sie bei meinem Sohn im Zimmer auf den Teppich ihr großes Geschäft hinterlassen und mehrfach Pipi in der ganzen Wohnung. Sie setzt sich auch vor meinen Augen hin und lässt es einfach laufen :eusa_eh: Wir waren mehrfach mit ihr draußen, aber sie kann sich dort einfach nicht entleeren.

Seit gestern ist sie teilweise stark am schnüffeln und zieht dann auch teilweise an der Leine, wo man denkt, jetzt hat sie einen Platz gefunden, aber nichts. Man muss dazu sagen, sie hat womöglich noch nie eine Wohnung gesehen, sie war immer auf dem Hof im Rudel und wahrscheinlich auch immer die Letzte in allem, das heißt, sie ist sehr mager.

Ich weiß, ich werde Geduld brauchen und ich kann nicht alles von heute auf morgen erwarten, das tu ich auch nicht.

Sie ist sehr ängstlich, hat meist den Schwanz zwischen den Beinen, wobei sich das gut gelegt hat, seitdem sie bei uns ist. Aber wenn wir raus gehen, ist es noch so anfangs. Wenn wir draußen sind, läuft sich anfangs nur bei einem, also sie zieht auch gar nicht, aber sie reagiert auf jede Leinenbewegung mit entsprechender Richtungsänderung. Wenn sie sich dann selbst so weit bringen kann, alles zu beschnuppern, wird sie bei jeder Bewegung, die ich mache, davon abgelenkt oder es kommt ein Fußgänger oder Radfahrer vorbei oder es tropft einfach nur von den Bäumen. In diesen Momenten ist sie aus ihrem Schnupper-Modus rausgerissen. Sie lässt sich gut aus dieser Situation holen, aber es kommt ja immer wieder irgendein Geräusch o. ä. Man muss sagen, ich habe sie vom Dorf in die Stadt geholt, sie muss sich natürlich erstmal an die vielen Geräusche gewöhnen.

Ich glaube, ich habe vieles durcheinander geschrieben. Bei Verständnisproblemen bitte gerne nochmal nachfragen. Aber vielleicht findet sich ja hier jemand der mir gute Tipps geben kann, wie ich unsere kleine Luna auf die richtige Spur bringen kann. Evtl. hat auch jemand Erfahrungen mit solch "traumatisierten Hunden"? Ich freue mich über jede Antwort.

LG
Anett :)
 
  • Wie bekomme ich sie stubenrein? Beitrag #2
Die Infos die man Dir gab stimmen, es ist ein Hund der im Rudel lebte und sein Pippi nunmehr in der Wohnung laufen lässt genau so, wie sie es draußen im Rudel tat.
Es kommt jetzt auf Deine Erziehung an, der Hund wird genau so gut oder schlecht sein, wie Du sie erziehst. Habt Ihr einen Garten oder bist Du auf die Straße/Gassi angewiesen ?
Die Kleine weiß nicht, dass sie etwas falsch macht, sie versteht auch unsere Sprache nicht, insofern sind Malheur's in der Wohnung schweigend und ignorierend zu beseitigen, schimpfen würde sie fehlinterpretieren wie: "fein gemacht, mache ich wieder" und würde bedeuten, dass sich der Stoffwechsel in der Wohnung festigen wird und sie es dauerhaft macht. Kurze Kommandos, wie: Aus, Pfui, Geh, Platz, Sitz usw. sind erlaubt. Nimm sie nach einem Malheure raus zum Gassi, in der Tasche ohne Ende "Leckerlie" und passe den Moment ab, wenn sie etwas auch nur ansatzweise macht, oder auch beim normalen Gassi-Gang, da hat sie ja schon was gemacht, da lobe sie wie verrückt und gib ihr gleichzeitig Leckerlie (was sie besonders mag/annimmt), damit hast Du eine doppelte Verstärkung des Lobes für sie, in der Wohnung dagegen herrscht "Schweigen", max. ein Pfui ist OK. Diese Prozedur kann einige Tage dauern, wird aber immer besser im Laufe der Zeit, eine andere Möglichkeit sehe ich kaum. Bei einem Garten kann man noch anders heran gehen. Eine große Rolle spielt auch der Untergrund, wo die Tiere zuvor hingemacht haben. Ein Tier welches immer im Gras sein Gassi verrichtet, wird es schwer haben mit Beton z.B. oder nackter Erde klar zu kommen, da kann es auch zu Start-und Anpassungsschwierigkeiten kommen, mal so als zusätzlichen Hinweis. Alles Gute.

Off-Topic
Sehe gerade, kommst ja aus Leipzig, grüß es mir, habe mal in Gohlis gewohnt.:p
 
  • Wie bekomme ich sie stubenrein? Beitrag #3
Hey,

zunächst mal
Sie ist eine sehr ruhige Hündin, außer sie macht selbst Mist, dann merkt man, dass sie das weiß, geht in ihre Ecke und knurrt oder bellt auch schon mal, wenn man sie anspricht.
Nein, sie "weiß" nicht, dass sie etwas falsch gemacht hat, sondern sie merkt es an deiner Körperhaltung/Stimmlage.

Dass sie dann knurrt, bellt und schnappt ist für dich eine deutliche Warnung und du solltest sie dann nicht weiter bedrängen, weil sie sonst gezwungen ist deutlicher zu werden. Besonders, wenn sie das schon tut, wenn man sie anspricht hast du da vermutlich einen angstaggressiven Hund sitzen.

Die relative Unfallfreiheit lässt sich meist ganz gut damit erklären, dass sie einfach zu aufgeregt war um in die Wohnung zu machen- das Gleiche was du jetzt draußen mit ihr als Problem hast.

Ich würde mir bei einem scheinbar komplett unsozialisierten und ziemlich verängstigten Hund eine ganz feste, kleine (!) Strecke suchen auf der du erstmal immer gehst.
Mit Auslastung und Auslauf kannst du getrost noch warten bis sie halbwegs angekommen ist- im Moment ist vermutlich jeder kleine Augenblick in ihrem neuen Leben so massiver Stress für sie, dass du nicht mit noch mehr Stress (ja, Gassigänge sind saustressig für Junghunde, die nichts kennen) produzieren solltest.

Mit der Gewöhnung an andere Reize würde ich wie bei einem Welpen vorgehen- einzeln und dosiert.
Also nicht "Oh, heute gehen wir mal zum Shoppen in die Innenstadt", sondern "Heute gehen wir mal für 5 Minuten, wenn sie es denn so lange erträgt, näher an einem Kindergarten vorbei".

Du solltest dich selbst auch ganz intensiv mit Stresssignalen, Angstreaktionen und vor allen Dingen problematischer Körpersprache des Menschens auseinander setzen.
Häufig genug machen wir irgendwelche Dinge, die auf ängstliche Hunde absolut bedrohlich und aggressiv wirken (siehe ihr Bellen, wenn sie in der Ecke sitzt).
 
  • Wie bekomme ich sie stubenrein? Beitrag #4
Die Infos die man Dir gab stimmen, es ist ein Hund der im Rudel lebte und sein Pippi nunmehr in der Wohnung laufen lässt genau so, wie sie es draußen im Rudel tat.
Es kommt jetzt auf Deine Erziehung an, der Hund wird genau so gut oder schlecht sein, wie Du sie erziehst. Habt Ihr einen Garten oder bist Du auf die Straße/Gassi angewiesen ?
Die Kleine weiß nicht, dass sie etwas falsch macht, sie versteht auch unsere Sprache nicht, insofern sind Malheur's in der Wohnung schweigend und ignorierend zu beseitigen, schimpfen würde sie fehlinterpretieren wie: "fein gemacht, mache ich wieder" und würde bedeuten, dass sich der Stoffwechsel in der Wohnung festigen wird und sie es dauerhaft macht. Kurze Kommandos, wie: Aus, Pfui, Geh, Platz, Sitz usw. sind erlaubt. Nimm sie nach einem Malheure raus zum Gassi, in der Tasche ohne Ende "Leckerlie" und passe den Moment ab, wenn sie etwas auch nur ansatzweise macht, oder auch beim normalen Gassi-Gang, da hat sie ja schon was gemacht, da lobe sie wie verrückt und gib ihr gleichzeitig Leckerlie (was sie besonders mag/annimmt), damit hast Du eine doppelte Verstärkung des Lobes für sie, in der Wohnung dagegen herrscht "Schweigen", max. ein Pfui ist OK. Diese Prozedur kann einige Tage dauern, wird aber immer besser im Laufe der Zeit, eine andere Möglichkeit sehe ich kaum. Bei einem Garten kann man noch anders heran gehen. Eine große Rolle spielt auch der Untergrund, wo die Tiere zuvor hingemacht haben. Ein Tier welches immer im Gras sein Gassi verrichtet, wird es schwer haben mit Beton z.B. oder nackter Erde klar zu kommen, da kann es auch zu Start-und Anpassungsschwierigkeiten kommen, mal so als zusätzlichen Hinweis. Alles Gute.

Off-Topic
Sehe gerade, kommst ja aus Leipzig, grüß es mir, habe mal in Gohlis gewohnt.:p

Hallo, ich danke für die Hilfe und die sehr genaue Beschreibung, das hilft mir als Anfänger ungemein ;) Also wir haben leider keinen Garten, aber wir wohnen relativ ruhig und haben eine große Hundewiese vorm Haus. Leider weiß ich auch nicht, auf welchem Untergrund sie gelebt hat, ob es auf den Höfen Wiese gab oder lediglich Betonboden. Ich vermute Beton, da sie nur über die Wiese geht, wenn ich vorgehe. Wäre es dann sinnvoller, mehr über Stein-/Betonwege zu laufen?

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Ich würde mir bei einem scheinbar komplett unsozialisierten und ziemlich verängstigten Hund eine ganz feste, kleine (!) Strecke suchen auf der du erstmal immer gehst.
Mit Auslastung und Auslauf kannst du getrost noch warten bis sie halbwegs angekommen ist- im Moment ist vermutlich jeder kleine Augenblick in ihrem neuen Leben so massiver Stress für sie, dass du nicht mit noch mehr Stress (ja, Gassigänge sind saustressig für Junghunde, die nichts kennen) produzieren solltest.

Mit der Gewöhnung an andere Reize würde ich wie bei einem Welpen vorgehen- einzeln und dosiert.
Also nicht "Oh, heute gehen wir mal zum Shoppen in die Innenstadt", sondern "Heute gehen wir mal für 5 Minuten, wenn sie es denn so lange erträgt, näher an einem Kindergarten vorbei".

Du solltest dich selbst auch ganz intensiv mit Stresssignalen, Angstreaktionen und vor allen Dingen problematischer Körpersprache des Menschens auseinander setzen.
Häufig genug machen wir irgendwelche Dinge, die auf ängstliche Hunde absolut bedrohlich und aggressiv wirken (siehe ihr Bellen, wenn sie in der Ecke sitzt).

Dass sie noch keinen Auslauf will, merkt man auch so. Sie hat sicher momentan andere Sorgen als rumzuflitzen oder zu spielen ;) Jedoch ist eine Vermeidung von Reizen unmöglich in der Stadt und wie gesagt, sie horcht bei Regentropfen vom Baum, Rascheln der Blätter und natürlich auch bei Fußgängern/Radfahrern. Es ist nicht so, dass zu den Zeiten, zu denen wir rausgehen, Massen an Menschen vorbeilaufen ;) Wir vermeiden vorerst auch jeglichen näheren Kontakt zu fremden Menschen und Hunden, auf die Ferne ist es eher Neugier. Sie schaut einfach nur, der Schwanz hat auch eine ganz normale Stellung.

Ich habe direkt meine Tochter instruiert, dass sie nicht schimpft, wenn sie nach Hause kommt und es ist eine Pfütze o.ä. da. Kinder sind da, glaube ich, auch instinktiv ruhiger von der Körpersprache her.

Ich bin schon mal sehr dankbar für die Erläuterungen, das lässt noch ein wenig tiefer blicken und hilft bei der Umsetzung einiger Dinge, um ihr das Leben einfach so schön wie nur möglich zu machen.
 
Thema:

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