Hallo,
als "altgedienter! Schäferhundhalter kann ich dir sagen, daß Schäferhunde toll sind ABER auch speziell.
Ja der weiße gilt als sensibler, aber das ist natürlich auch wieder von Hund zu Hund verschieden - ich habe hier eine sehr sensible altddeutsche und einer ihrer Vorgänger war ein extrem sensibler grauer...also da kann man nicht so 100% drauf einsteigen.
Was aber bei allen Schäferhunden Fakt ist - das sind Arbeitstiere. Was nun nicht heißt, du musst deine Arbeitstselle zur Polizei oder zum Zoll wechseln...was aber heißt, daß du, wenn du dir einen Schäferhund zulegst bewusst sein muss, daß er einiges an Lauf und Trainingseinheiten (und das täglich) braucht um ein ruhiger, ausgeglichener, freundlicher Begleiter zu werden.
Meiner Erfahrung nach haben Schäferhunde tatsächlich so ein bißchen " Aufseher-Syndrom" im Blut. Das heißt, während z.B. ein netter Labrador eher freudig auf Gras, Käfer und meist auch auf Artgenossen reagiert -
Liegt es dem Schäferhund eher im Blut, erstmal nach dem "rechten" zu schauen....eher vorsichtig wenn nicht gar mißtrauisch die Umgebung, andere Hunde und Menschen zu "checken" und dann auch eher zurückhaltend auf diese zu zu gehen. Ausser sie wittern Gefahr, dann gehen sie halt meist nach vorne....
Generell aber halten die Schäferhunde sich lieber bei ihren Menschen auf , so lustiges herumtollen mit anderen Hunden ist eher selten...lieber "arbeiten". Und sei es stolz einen Stock, Kong oder so etwas zu apportieren und herum zu tragen - und wenn man nicht aufpasst diesen auch zu verteidigen.
Also der Vorteil ist - der Schäferhund ist ein echter Will To Please Hund....und genau das ist auch der Nachteil - wenn man das nicht möchte. Denn das "will" sollte (Möchte / Willig) - eigentlich ein "have to" sein...die müssen arbeiten, gefallen und "tolle" Dinge tun - ansonsten werden Schäferhunde unglücklich, und das heißt in ihrem Fall oft aggressiv oder gar bissig:
Das Beispiel der armen Hofhunde (früher Gott sei Dank)...nicht ausgelasteter Schäferhund sucht sich Arbeit..z.B. das unkontrollierte "Bewachen" eines Grundstückes, Wohnung oder seiner Besitzer - und schon halt du einen grollenden, zähnefletschenden und wenn du Pech hast bissigen Schäferhund.
Ein ausgeglichener Schäferhund ist (für mich ) ein Traum - allerdings muss man es wirklich mögen, daß sie einem praktisch am Knie kleben.....
Und ganz zum Schluss: Du musst dir bewußt sein , daß ganz ganz viele Leute (Mit und auch ohne Hund) "Angst" vor Schäferhunden haben - zumindest vor den deutschen.
Bei jedem Spaziergang wirst du mindestens eine Person treffen, die dir erklärt er/sie oder ihr Tier sei von einem Schäferhund angefallen worden....(auch wenn es inzwischen gar nicht mehr so viele Schäferhunde gibt....).
...und wenn du ein besonders schönes Exemplar hast....(meiner Rosi passiert das ständig)....rufen die Kinder schon öfters mal: Mami Mami...ein Wolf...:eusa_doh:
Als Anfänger würde ich dir von vorn herein den Besuch einer Welpen/Junghund Gruppe empfehlen - und wenn es geht NICHT in einem Schäferhund Sportverein...da gibt es leider noch oft recht merkwürdige drunter. Lieber eine nette Hundeschule / Verein mit gemischten Rassen / Mischlingen - kunterbunt und Spass am Spiel.
LG Suno