Wo zieht man die Toleranzgrenze? Soll ich was sagen? Oder nicht?

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  • Wo zieht man die Toleranzgrenze? Soll ich was sagen? Oder nicht? Beitrag #1
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Tapa

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Man kennt ja die Gassigängerhunde, die in der Nachbarschaft wohnen. So auch in meiner Nähe im selben Dörfchen ein etwas neurotischer Hund, der das "Hobby" hat, Bäume anzuspringen (egal ob ein Eichhörnchen draufsitzt oder nicht), aber ansonsten lieb und sozial ist. Mit recht netten Besitzern, die einem Pläuschchen nicht abgeneigt sind. Beides Lehrer.

Mein Problem: Ich habe durch Zufall mitbekommen, dass ihr Hund vegetarisch ernährt wird. Auf meine ungläubige Nachfrage wurde mir dann mitgeteilt, ihr TA (nicht der gleiche wie meiner) sei dazu befragt worden und hätte gesagt, dies sei völlig in Ordnung. Man habe auch mal Blutwerte genommen und alles okay.

Mich hat das ehrlich gesagt entsetzt und ich frage mich, ob ich die Leute nochmal drauf ansprechen und was sagen soll? Oder nicht?

Normalerweise habe ich eine hohe Toleranzgrenze, und neige eigentlich nicht dazu, jemanden zu missionieren und von einer bestimmten Fütterung zu überzeugen, aber das finde ich schon arg grenzwertig, bzw drüber.

Nur: Bringt es was, wenn ich was sage? Habt ihr bei solchen Vegetarisch-Ernährern schon mal Bekehrungsversuche gemacht? Mit oder ohne Erfolg?
Womit könnte ich evtl überzeugen, ohne zu "missionarisch" rüberzukommen?
 
  • Wo zieht man die Toleranzgrenze? Soll ich was sagen? Oder nicht? Beitrag #2
Puh, schwierig...kommt drauf an warum sie vegetarisch füttern.

Wenn sie es aus felsenfester Überzeugung tun wird es vermutlich schwierig dagegen zu argumentieren- wenn es nur gefüttert wird, weil irgendjemand mal irgendwo was gehört/gelesen hat könnte man da schon eher dagegen argumentieren.
Grundsätzlich würde ich vermutlich, wenn sie sonst auch mal mit dir quatschen einfach nochmal nachfragen warum genau vegetarisch gefüttert wird.

So nach dem Motto "Habe gehört, dass das bei Hunden mit schweren Allergien gemacht wird- ist euer Hund etwa krank?" und so.
Klingt dann eher nach Besorgnis als nach Missionierungsprogramm:mrgreen:

Bekehrungsversuche sind dabei aber manchmal sogar noch schwerer als bei der menschlichen Ernährungsform:mrgreen:
 
  • Wo zieht man die Toleranzgrenze? Soll ich was sagen? Oder nicht? Beitrag #3
Naja, es ist ja durchaus möglich, einen Hund vegetarisch zu ernähren, solange er entsprechend zugefüttert wird. Der TA unserer Tierklinik hier hat dazu mal ein Interview gegeben und das auch nicht verteufelt. Allerdings hat er sich auch nicht dafür ausgesprochen und offenbar ist die "Nachfrage" bei ihm auch nicht groß.

Ich persönlich esse auch so gut wie kein Fleisch, käme aber nie auf die Idee, meine Hunde damit zu behelligen. Die sind nun mal Fleischfresser. Wenn man ein Problem damit hat, Fleisch zu füttern, sollte man sich Pflanzenfresser halten, finde ich. ;)

Ich würde also nicht versuchen, die Besitzer zu bekehren. Man kann ja mal genauer nachfragen und sich ein Bild machen, wie genau die das handhaben. Wenn sie aber regelmäßig die Blutwerte kontrollieren, zeugt das aber schon mal von Verantwortungsbewusstsein, finde ich. Sofern das regelmäßig gemacht wird und nicht nur dieses eine Mal...
 
  • Wo zieht man die Toleranzgrenze? Soll ich was sagen? Oder nicht? Beitrag #4
Halllöchen! ;)


Henry muss wegen einer breitgefächerten Nahrungsmittelallergie auch vollständig vegetarisch/vegan ernährt werden. Wir geben uns sehr viel Mühe sein Futter zuzubereiten und machen uns viele Gedanken.
Wir haben auch zur Sicherheit ein großes Blutbild machen lassen: alles tip top! Er ist aktiv und ausdauernd und im Vergleich zu anderen Hunden hat er definitiv keine Nachteile, eher im Gegenteil(ob das wegen der Ernährung ist, lässt sich natürlich auch nicht sicher sagen).


Natürlich gibt es minderwertiges vegetarisches Futter(weshalb ich unseres selber zubereite), aber ich kenne auch Leute die ihre Hunde mit 0815 Trockenfutter ernähren, welches definitv auch nicht der Natur des Hundes entspricht. Dann könnt man auch jeden ansprechen der Trockenfutter füttert, oder eben nicht BARFt.

Solange er keine Probleme hat, gesund wirkt, fände ich es irgendwie komisch. Würde mich jemand missionieren wollen, obwohl er keine Ahnung von den Hintergründen hat und auch nicht weiß, mit wie viel Sorgen und Stress alles verbunden ist/war... ich wäre doch nicht wirklich angetan.

Noch mal zum Abschluss: Toleranz hört da auf, wo das Leid anderer beginnt.
Wenn du der Meinung gewesen wärst dem Hund ginge es nicht gut, wäre dir ein Ansprechen der Besitzer doch schon vorher eingefallen... nicht erst als du gehört hast wie der Hund ernährt wird.

LG
 
  • Wo zieht man die Toleranzgrenze? Soll ich was sagen? Oder nicht? Beitrag #5
Off-Topic
Wir haben auch zur Sicherheit ein großes Blutbild machen lassen: alles tip top! Er ist aktiv und ausdauernd und im Vergleich zu anderen Hunden hat er definitiv keine Nachteile, eher im Gegenteil(ob das wegen der Ernährung ist, lässt sich natürlich auch nicht sicher sagen).

Wie du ja auch schon sagtest, wird das einfach daher rühren, dass ihr euch natürlich mit der Ernährung und dem Nährstoffbedarf eures Hundes sehr genau beschäftigt. Ein ähnlich gut durchdachtes Barf-Programm halte ich dann trotzdem noch für sinnvoller, als vegetarische Ernährung, wohlgemerkt aus ethischen Gründen. In euren Fall ist es ja die einzige Möglichkeit.

Ich persönlich halte vegetarische Fütterung aus Überzeugung für absoluten Mumpitz. Bei anderen Tierarten wie Reptilien oder Katzen sogar regelrecht für Tierquälerei, ihnen ihre Nahrungsgrundlage zu entziehen und einen künstlichen Ersatz gemischt mit Gemüse zusammenzumatschen.
Den Nerv mich darüber mit Menschen auszulassen habe ich dann aber auch nicht^^ Ich beiß dann die Zähne zusammen und meide jegliche Themen in die Richtung.
 
  • Wo zieht man die Toleranzgrenze? Soll ich was sagen? Oder nicht? Beitrag #6
ganz ehrlich? Lass sie doch füttern was sie wollen. Der Hund wird deswegen nciht sterben oder leiden, wenn sie es sogar mit dem Tierarzt abgesprochen haben umso besser.
Es gibt genug Hunde die sich freuen würden wenn sie immerhin trocken Brot zu fressen hätten..
 
  • Wo zieht man die Toleranzgrenze? Soll ich was sagen? Oder nicht? Beitrag #7
Auch ich käme niemals auf die Idee einen Hund vegetarisch zu ernähren und verstehe auch die Motivation dahinter nicht einem gesunden Hund kein artgerechtes Futter zu geben, dennoch möchte ich mich hier anschließen:

Natürlich gibt es minderwertiges vegetarisches Futter(weshalb ich unseres selber zubereite), aber ich kenne auch Leute die ihre Hunde mit 0815 Trockenfutter ernähren, welches definitv auch nicht der Natur des Hundes entspricht. Dann könnt man auch jeden ansprechen der Trockenfutter füttert, oder eben nicht BARFt.

In so manch einem der billigen TroFu Sorten, in denen Getreide an erster Stelle steht (und an dritter und vierter auch) kann man auch davon ausgehen, dass wahrscheinlich nur noch 20% Fleisch drin sind, welches zudem auchnoch bis zur Unkenntlichkeit verkocht getrocknet, gemalen und dann gepresst wurde.
Das ist auch alles andere als nahrhaft.
Aber dennoch gibt es Leute, die ihre ausschließlich mit einer Sorte solchen Futters füttern und diese Hunde leben auch (okay, wahrscheinlich werden sie häufiger unter Erkrankungen wie Arthrose, Allergien oder Krebs leiden und vielleicht im Schnitt wirklich eine kürzere Lebenserwartung haben als gut gefütterte Hunde, aber sie fallen ja nun auch nicht sofort um).

Auf schlechte Fütterung hinweisen finde ich immer okay und richtig, wenn die Fütterung von einer Ideologie bestimmt ist wird man allerdings kaum etwas erreichen.
In dem Fall kann einem zwar der Hund Leid tun, aber machen kann man wohl leider nichts und ich würde es in dem Fall dann wohl irgendwann auch einfach hinnehmen und akzeptieren, dass jemand eine andere Meinung hat als ich (quälen wollen sie ihren Hund ja sicher nicht, sie scheinen ja doch um sein Wohl bemüht zu sein).
 
  • Wo zieht man die Toleranzgrenze? Soll ich was sagen? Oder nicht? Beitrag #8
Guten morgen,

den Hinweis auf das nicht artgerechte Supermarkt-Müll-Futter mit viel Getreide und wenig Fleischanteil....genau darüber habe ich auch schon nachgedacht - besser ist das in der Tat auch nicht.

Sie füttern jedenfalls aus ideologischen Gründen, der Mann ist Vegetarier. Anfangs hat die Frau - direkt nach der Umstellung dem Hund wohl noch "heimlich" das alte TroFu zugefüttert (qualitiv gutes Futter mit hohem Fleischanteil), aber nun wird er komplett vegetarisch ernährt.

Das mit dem Blutbild ist ein guter Aufhänger - da werde ich mal unverfänglich nachfragen, ob sie es regelmäßig machen oder nur einmal gemacht haben, Gespräch kann ich, denke ich, recht einfach in die Richtung leiten. Und ansonsten erstmal meine Klappe halten.

Danke für Eure Meinungen - und: FROHE WEIHNACHTEN!!!!
 
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