Pferdigen Beruf ergreifen?

Diskutiere Pferdigen Beruf ergreifen? im Reiterstübchen Forum im Bereich Pferde Forum; Hallo, dadurch das ich in die 9.Klasse gehe (Realschule) stellt sich für mich montan die Frage was ich später machen will. Momentan schwanke ich...
  • Pferdigen Beruf ergreifen? Beitrag #1
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lilifee28

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Hallo,
dadurch das ich in die 9.Klasse gehe (Realschule) stellt sich für mich montan die Frage was ich später machen will.
Momentan schwanke ich noch zwischen Sozialer Richtung und Richtung Verwaltung.
Aber mir ist auch aufgefallen das ich auf Reiterhöfen immer irgendwie glücklich bin.
Ich kann zwei Stunden in der Halle sitzen bei -5 Grad und ich hab trotzdem Spaß.
Ich bin momentan 2 Mal jede Woche am Hof einmal wegen Unterricht und einmal zum arbeiten.
Ich habe noch keine Abzeichen bin aber sattelfest und kann so ziemlich jedes Pferd in allen Gangarten reiten.

Welche Anforderungen müsste ich mitbringen um einen Beruf mit Pferden zu ergreifen?
Wie finde ich den richtigen Pferdeberuf?


Hoffe mir mir helfen hier ein paar nette Leute

danke
 
  • Pferdigen Beruf ergreifen? Beitrag #2
Wenn du zwischen den zwei 'sicheren' Berufsfeldern (Soziales/Verwaltung) und einem Beruf mit Pferden schwankst, würde ich dir empfehlen dich für die Sicherheit zu entscheiden. ;)

Das Hobby Pferd bleibt dir ja trotzdem.
 
  • Pferdigen Beruf ergreifen? Beitrag #3
Da schließe ich mich exe an.
Meine Erfahrungen mit dem Beruf Pferdepfleger oder auch Pferdewirt sind in erster Linie, dass man schuftet, schuftet, schuftet und so gut wie nichts dafür bekommt. Ich habe als Minijob Ställe sauber gemacht und meine Kollegen, die in Vollzeit dort gearbetiet haben, waren grundsätzlich überarbeitet und total gestresst. Zeit das eigene Pferd zu reiten blieb eher wenig.
Ich erinnere mich auch gut, wie meine Schwester sich in den späten Teeniejahren auf Pferdehöfen fast zu Tode geschuftet hat..

Dann doch lieber beim Hobby bleiben, dass der Spaß auch in aller Form erhalten bleibt :)
 
  • Pferdigen Beruf ergreifen? Beitrag #4
Ich mag exe widersprechen: Wenn du in Zukunft merken solltest, dass es genau dein Ding ist, dann mach es.
Vorausgesetzt du bist dir über die Konsequenzen bewusst (extreme Arbeitszeiten, sehr wenig Gehalt).
Nichts ist hier in D wichtiger als ein Job in dem man glücklich ist.
Schließlich muss man noch viele Jahrzehnte darin arbeiten.
 
  • Pferdigen Beruf ergreifen? Beitrag #5
Hallo,

sonderlich "sicher" sind soziale Berufe auch nicht. Und sonderlich viel verdient man größtenteils dort erst recht nicht.
Ausser man weist entsprechend gute Noten auf oder studiert mit entsprechend gutem Abschluss und bildet sich dann weiter, das kostet aber auch alles viel Geld, gerade Weiterbildungen kosten bevor sie wirklich "Gewinn" bringen.

Informiere dich über die Berufe, die dir gefallen, über die verschiedenen Gehälter, die Arbeitszeiten/-bedingungen.
Auch die Aufstiegsmöglichkeiten/Weiterbildungen/"Querbildungen" (Reitlehrer?) und Einsatzorte solltest du dir anschauen.

Am besten machst du dir dann eine Pro und Contra Liste, die hebst du auf und ergänzt sie bis zu der Zeit, in der du dich bewerben willst/musst und entscheidest dann, was du im späteren Leben machen möchtest und im besten Falle 45 Jahre lang deinen Traumberuf schimpfen kannst ;)

Liebe Grüße.
 
  • Pferdigen Beruf ergreifen? Beitrag #6
Nichts ist hier in D wichtiger als ein Job in dem man glücklich ist.
Schließlich muss man noch viele Jahrzehnte darin arbeiten.
Stimmt. Aber wer sagt, dass die TE in Verwaltung/im Sozialen nicht glücklich wird?

sonderlich "sicher" sind soziale Berufe auch nicht. Und sonderlich viel verdient man größtenteils dort erst recht nicht.
Ausser man weist entsprechend gute Noten auf oder studiert mit entsprechend gutem Abschluss und bildet sich dann weiter, das kostet aber auch alles viel Geld, gerade Weiterbildungen kosten bevor sie wirklich "Gewinn" bringen.
Der soziale Bereich ist doch riesig. Wenn man den Nachrichten glauben darf, herrscht in Kliniken und Pflegeheimen Nachwuchsmangel...
 
  • Pferdigen Beruf ergreifen? Beitrag #7
Nun, in Kliniken und Pflegeheimen, so wie auch sonst überall in der sozialen Sparte, werden massivst Stellen reduziert, trotzdem schreien alle ganz laut Personal- und Azubimangel.
Das Problem ist auch nicht unbedingt einen Job zu bekommen. Das Problem ist einen Job zu bekommen, der 1. unbefristet ist, 2. angemessen bezahlt ist, 3. Kollegen/Chefs hat, mit denen man sich versteht und 4. wirkllich der Beruf ist, den man mit Leib und Seele ausübt.
Zudem wollen Arbeitgeber nur die Besten von den Besten als Azubis für ihren Betrieb, die wollen aber meistens studieren. Die mit schlechteren Abschlüssen bleiben auf der Strecke, im schlimmsten Falle arbeitslos, dann wird geschrien, es gäbe keinen geeigneten Nachwuchs.

Als Berufseinsteiger verdient man als studierter vielleicht 2000 netto, je nach Berufsfeld eben.
Als Erzieher, Pfleger etc. vielleicht 800-1400 netto, auch abhängig vom Beruf.
Dann muss man in Weiterbildungen investieren, wenn man sie nicht gerade vom Arbeitgeber bezahlt bekommt, weil man schon in der Schule ein Überflieger war und für den Betrieb eine tolle Zukunftsaussicht darstellt, dann schlucken die auch schon mal mehrere tausend Euro und Freizeit.
Bis die sich dann auszahlen, muss man erst mal wieder Monate, wenn nicht gar Jahre arbeiten gehen.

Bist du gut qualifiziert, wollen dich viele und bezahlen dich im Normalfall auch angemessen. Bist du zu gut qualifiziert, bist du schlicht zu teuer für die meisten Arbeitgeber und du musst dich entweder unter Wert verkaufen, Glück haben und es nimmt dich doch jemand bei angemessener Bezahlung, oder du bist arbeitslos.

Ich kenne bei Weitem über 35 Leute in den verschiedensten sozialen Bereichen aus meinem familiären Umfeld, teilweise studierte, teilweise ausgebildete, teilweise gelernte.
Keiner von denen hats leicht im Job selbst von der Arbeit her, und die, die nicht gerade schon 10-15 Jahre im gleichen Haus sind, sind nicht sonderlich "sicher" auf ihrer derzeitigen Position. Viele arbeiten derzeit befristet, sind sich ständig am bewerben, weil sie ja nicht immer darauf hoffen können, übernommen zu werden.

Den meisten geht es in diesen Berufen allerdings auch nicht ums Geld, viele üben ihren Job mit Herzblut aus und das sind auch jene, die langfristig Erfolg haben.
Das heißt aber noch lange nicht, dass soziale Bereiche nur aus mit Kindern spielen, mit Senioren tratschen, Kranke betüddeln und dergleichen besteht.
Die meisten arbeiten für ihr Geld sehr hart, egal ob es der Erzieher, der Pfleger, der Sonderpädagoge oder der Lehrer ist, und fallen abends dann auch hundemüde in ihr Bett.

Natürlich hat dieser Bereich nicht nur schlechte Seiten, aber diese sollte man sich definitiv bewusst machen, um nicht später böse Überraschungen zu erleben.
Alles Geld der Welt bringt mir nix, wenn ich todunglück oder aufs derbste körperlich überlastet bin in meinem Job.
Das gilt sowohl für den Pferdewirt, als auch für den Erzieher, als auch für den Büroassistenten.


Von der Verwaltung habe ich aber leider keine Ahnung, schätze aber, dass es da auch nicht viel leichter ist.
 
  • Pferdigen Beruf ergreifen? Beitrag #8
Hi,

ich hatte mal ein Langzeitpraktikum in einer Pferdeklinik.
Die Arbeitszeiten waren natürlich im Schichtdienst. Ich hatte immer von 08:00-16:30 Uhr,
10:00-18:30 Uhr, 13:00-20:30 Uhr oder von 14:00-21:30 Uhr. Natürlich gab es dort auch Nachtschicht, aber
nicht für Praktikanten. Nur für Angestellte und Auszubildene.

Es war schon harte Arbeit und auch gefährlich. Mit den riesigen Sportpferden würde ich nicht mehr gerne im Behandlungsraum stehen. Natürlich sind die Pferde bei Behandlungen sehr nervös und achten dementsprechend nicht auf die kleinen Menschlein. Ich wurde auch mal böse eingequetscht zwischen Wand und Pferd.

Natürlich hatte die Arbeit auch schöne Zeiten, z.B die glücklichen Besitzer wenn ein Pferd gerettet wurde und es war
auch interessant bei den ganzen OP's und Hausbesuchen dabei zu sein.

Aber alles in allem, war es für mich persönlich aber kein Traumjob und ich wusste danach, dass es für mich beruflich nicht in diese Richtung gehen wird. Das ist ja aber bei jedem anders und ist ja auch gut so.
Bevor man sich für einen Beruf festlegt, sollte man ihn vorher wirklich in einem Langzeitpraktikum oder FSJ/FÖJ ausprobieren. Mir hat das sehr geholfen. Ich dachte auch in einer Pferdeklinik zu arbeiten wäre genau das Richtige für mich . War dann ja aber doch nichts.

Das sollte nur ein kleiner Einblick sein in eine Pferdeklinik.
Weiß natürlich nicht ob sowas für dich überhaupt in Frage kommt, aber falls du noch mehr und genaueres wissen möchtest, dann frag gerne :)

LG Wuckel
 
  • Pferdigen Beruf ergreifen? Beitrag #9
Ist es ne verrückte Idee wenn ich sag ich mach erstmal einen Beruf Richtung sozial/Verwaltung und lege immer des was ich grad nicht brauch zur Seite und wenn ich 45 oder so bin mach ich den Traum vom eigenen Reiterhof war.
 
  • Pferdigen Beruf ergreifen? Beitrag #10
Off-Topic
Stimmt. Aber wer sagt, dass die TE in Verwaltung/im Sozialen nicht glücklich wird?

Niemand, dann soll sie eben das machen.
Ich schrieb "wenn es genau dein Ding ist".
Wenn nicht, dann eben nicht.
Nur wie oft höre ich von Leuten, dass sie ihre Berufswahl bereuen..teilweise schon mit Mitte 20..."hätte ich doch das und das gemacht, aber ich wollte einfach mehr verdienen."
Die sind derzeit totunglücklich, obwohl sie 2x im Jahr in Urlaub fahren können und gerade ein Haus bauen.
Man verbringt nunmal sehr viel Zeit mit arbeiten, da sollte der Job dann wirklich gut passen-auch wenn er schlechter bezahlt oder anstrengender ist, als andere Jobs.
Der Verdienst sollte niemals der einzige Grund sein einen Beruf zu ergreifen.


@ lilifee:
Romantische Idee, aber schwer umsetzbar.
Geld über Jahrzehnte sparen?
Ob man das durchhält? Stell dir vor, es kommt etwas dazwischen...Kinder, die studieren wollen, z.B.
Zumal wir hier ja nicht von ein paar 10Tausend € reden, sondern von enormen Summen, die benötigt werden um so einen Reiterhof aufzubauen- von den horrenden laufenden Kosten ganz zu schweigen.
 
  • Pferdigen Beruf ergreifen? Beitrag #11
ja okay überredet :)

vielleicht gibt es ja irgendeinen Hof dann später da wo ich wohne den ich günstig kaufen kann dann hat man schon Gebäude und die Fläche.
 
  • Pferdigen Beruf ergreifen? Beitrag #12
Ich finde man sollte sich die Freiheit gönnen, Träume zu haben ;)

Hier mal eine meinem Kopf entsprungene Liste, warum ich nie mehr als Pferdewirt arbeiten will und es auch keinem anderen raten würde, zugegeben teilweise etwas überspitzt ;) :

1. Das Gehalt
1.1 Die Bezahlung ist schlecht. Ich habe alles in allem ca. 950 € Netto zur Verfügung gehabt. Ich habe allerdings auch noch Reitunterricht erteilt und dafür einen gewissen Betrag steuerfrei erhalten - das ist auch rechtlich korrekt gewesen. Eventuell noch ein paar Kröten mehr, weil ich irgendwen ganz besonders nett angelächelt habe und der dann mal ordentlich Trinkgeld spendiert hat. Bei einem anderen Betrieb gabs 800€ mit Gefängniszelle hofansässig inklusive - unumstößlich!
Bei einem anderem Betrieb ist mir angeboten worden offiziell auf 400€-Basis zu arbeiten und hinter der Hand einen festen Betrag in bar zugesteckt zu bekommen - dass das nicht legal ist, war mir natürlich auch klar, ich habe dieses Angebot auch nicht angenommen.
1.2 Die Bezahlung erfolgt nicht regelmäßig. In keinem Betrieb, bei dem ich gearbeitet habe ist mir mein Gehalt pünktlich zu einem Termin gezahlt worden, es scheint fast so als wäre der Dauerauftrag völlig an landwirtschaftlichen Betrieben vorbeigegangen. Es kam irgendwie, irgendwann... mal Anfang des Monats, mal Ende, mal mittendrin - es ist unmöglich sich so selber anständig zu organsieren. Auch nach Aufforderung oder Androhung man käme nicht zur Arbeit trat keine Besserung ein - bestenfalls gabs nen Hunni auf die Hand, damit man sich noch die Tankfüllung zur Arbeit und was zu Futtern leisten kann.

2. Arbeitszeiten
Die Arbeitszeiten sind dehnbar... auf dem Papier sind es 8 Stunden, tatsächlich, waren es auf einem Hof sogar häufiger bis zu 12 Stunden arbeiten - mehr oder weniger anstrengende Arbeit, aber definitiv Arbeit und keine Freizeit! Auf einem anderen Hof sah es schon besser aus, in Hochzeiten kam ich auf 10 Stunden. Alle Überstunden sind als selbstverständlich betrachtet worden und sind weder mit Geld noch freien Tagen vergütet worden.
Auf beiden Höfen war Wochenenddienst Pflicht. Während auf Hof 1 nach Gutdünken der Chefs hier und da mal 1 1/2 Tage frei gewährt wurden - das konnte auch mal 1-2 Wochen dauern - , habe ich auf Hof zwei regelmäßigere Zeiten erhalten, musste aber durchaus auch mal 2 Wochen am Stück durcharbeiten.

3. Abwesenheit
Abwesenheit wird mit Verachtung gestraft!
3.1 Urlaub ist nicht so gerne gesehen und auch nur mit Missgunst und viel Nerverei möglich. Wenn der Chef dann seinen Kalender von oben bis unten durchforstet hat, ob ihm nicht doch noch irgendein hanebüchener Grund einfällt, warum du jetzt halt nicht gehen kannst und unfündig bleibt, hast du schonmal Glück gehabt.
Aber... Selbst wenn man Urlaub oder frei hat, passiert es trotzdem, dass man spontan mal um 8 Uhr morgens aus dem Bett geklingelt wird, weil der Chef, irgendwas nicht finden kann, was gestern oder vor 3 Wochen irgendwer in deinen Händen gesehen haben will... Es ist ebenso kein Problem deinen Urlaub zwischenzeitlich abzubrechen, weil allen anderen sonst das Dach überm Kopf zusammenbricht - egal wo du gerade bist!
3.2 Wage es ja nicht krank zu sein! Nachdem man am Tag deiner Abwesenheit ordentlich die Sau über deine Unzuverlässigkeit rausgelassen hat, wird man dich wochenlang für diesen faux pas mit bösen Blicken bedenken, die dir das Wort "Simulant" nur so auf die Stirn brennen. Ein ehemaliger Arbeitsgeber sagte zu einem Kollegen, wohlbemerkt ich zitiere (!!!): "Wenn du nicht so viel herumf?!=en [aus Jugendschutzgründen zensiert] würdest, hättest du auch keine Rückenschmerzen!"

4. Bürokratie
Was bitte? Gibts nicht... Zwischen irgendwelchen wuseligen Zetteln auf denen du deinen Pfotenabdruck zum besten gibst, kannst du auf Gehaltsabrechnungen ewig warten. Bei einem Betrieb habe ich nach 2 Jahren Arbeit, glaube ich genau 4 erhalten - in die Hand, wäre ja auch zu viel verlangt die per Post zu schicken, kost ja schließlich... Ein Arbeitsvertrag ist auch vööööllig überbewertet und wird erst laaange nachdem du mit der Arbeit begonnen hast und nach vielem flehen und betteln in deine schmutzigen Hände überlassen.

5. Der Umgangston
Hier kann man verdammt Pech und verdammt Glück haben. Pech scheint aber öfters der Fall zu sein, wenn ich mich recht an den Meinungsspiegel meiner Berufsschulklasse erinnere.
Ich wurde in meinen vergangenen Pferdewirtjahren stets wie ein Kind behandelt. Mir wurde nicht geraten eine Mütze anzuziehen, wenn es kalt war, es wurde mir befohlen! Ich war bereits in den Anfangsjahren über 20, durchaus Herr meiner Sinne und fähig zu eigenen Entscheidungen... vielleicht... glaube ich... na ja... ich habe aber grundsätzlich noch Glück gehabt, wenn meine Chefs mal ausfallend wurden, entschuldigte man sich auch stets bei mir. Kollegen und Bekannte haben da durchaus schon heftiger einstecken müssen. Ich spreche hier von ausgesprochenen Beleidungen, teilweise in seltenen Fällen auch Körperlichkeiten etc. pp., das möchte ich hier nicht aufrollen, aber da fliegen harte Worte in der Landwirtschaft, nicht nur als Tier brauch man ein dickes Fell - besser hats wer gleich einen Schildkrötenpanzer mitbringt ...
Wenn einem nicht der Chef persönlich die Hölle heiß macht, wird unter Kollegen gemobbt und gezickenkriegt was das Zeug hält. Das hohe Arbeitspensum, die knappe Zeit und das Hoffen auf frühen Feierabend macht schlechte Laune und die wird auch offen zur Schau getragen, wer nicht funktioniert, wird fertiggemacht.

6. Flauschkontakt
Viele freuen sich ja auf den tollen Kontakt mit den Tieren. Nun ich muss enttäuschen: Ja, man hat Kontakt zu den Tieren, aber wirklich nur sehr oberflächlich. Mich als Pferdeliebhaber hat das immer sehr frustriert.
Es bleibt einem einfach nicht die Zeit ein Pferd mal liebevoll zu streicheln. Ich durfte auch viel reiten, teilweise sogar während der Arbeitszeit, das ist aber nicht unbedingt die Regel, wenn man nicht gerade den Schwerpunkt Reiten gewählt hat. Es war aber stets so eine Zeitdruckgeschichte, dass man das alles gar nicht wirklich genießen konnte. Ich habe es zum Schluss tatsächlich eher als Last empfunden...
Natürlich ist es schön, wenn die Tiere sich auf einen freuen, weil man ja schließlich der Futtermeister ist, wenn sie glücklich sind... es bleibt einem aber einfach nicht die Zeit um durchzuatmen und das alles wirklich wahrzunehmen.



So das klingt alles sehr hart, ich möchte aber betonen, dass ich dennoch auch viel Spaß bei der Arbeit gehabt habe! Es ist grundsätzlich ein schöner Beruf, verlangt einem aber meiner Meinung nach viel zu viel ab. Als Hobby ist das ganze tausend mal schöner ;)
 
  • Pferdigen Beruf ergreifen? Beitrag #13
Off-Topic
Herzliches Dankeschön SoylentGreen, du beschreibst mit deinen Worten wunderbar diese Berufssparte. :clap:
 
  • Pferdigen Beruf ergreifen? Beitrag #14
Ist es ne verrückte Idee wenn ich sag ich mach erstmal einen Beruf Richtung sozial/Verwaltung und lege immer des was ich grad nicht brauch zur Seite und wenn ich 45 oder so bin mach ich den Traum vom eigenen Reiterhof war.
Ich finde die Idee gut, mit einem Traumziel im Hinterkopf arbeitet es sich auch an doofen Tagen manchmal leichter und wenn man einigermaßen gut verdient - warum nicht ;)

Natürlich kann man soetwas wie einen Reiterhof nicht allein durchziehen, aber da bis dahin ja für dich noch ein paar Jahre Zeit sind kannst du diese Menschen ja auf deinem Weg noch finden.

Mal zum Vergleich, ich war die letzten Jahre im Einzelhandel und habe es gehasst (das übliche: schlechte Arbeitsbedingungen, blöde Zeiten, viel Stress viel Gehetze, schlechtes Arbeitsklima, schlechte Bezahlung). Weil ich da unbedingt weg wollte habe ich jeden Cent von meinen ebenfalls nicht mal 1000€ netto gespart, sowie alles aus Überstunden oder Weihnachtsgeld. Jetzt habe ich ein kleines Polster welches ich mir einteilen kann während ich ja jetzt nochmal ein Studium angefangen habe - und ich bin super glücklich damit ;)
Es ist also nicht zu spät auch später noch mal etwas neues anzufangen und auch mit wenig Geld kann man auf seinen Traum hinsparen und es schaffen - natürlich kommt es dabei auch ein bisschen drauf an wie diszipliniert man mit Geld ist, zum Glück fiel mir das immer leicht.

Was ich sagen will, ich halte den Plan alles zu sparen um irgendwann frei zu sein das zu tun was man möchte weder für unrealistisch noch für abwegig, selbst wenn später doch keine Lust mehr auf einen Reiterhof hast, vielleicht hast du dafür dann andere tolle Ideen (Selbstständigkeit, Studium etc).

Was die aktuelle Berufswahl angeht, wie wäre es wenn du einfach mal ein paar Praktika machst um mal ein wenig in die einzelnen Bereiche reinzuschnuppern?

Oder vielleicht machst du es dir einfach und gehst erstmal noch weiter zur Schule, dann hast du noch ein paar Jahre Zeit und musst dir jetzt noch keine Gedanken machen, was du mal werden möchtest ;)
 
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