Wie groß ist dein Hund? Ist es der auf dem Foto? Ist es ein Durchriss oder nur ein Anriss? Letzterer könnte möglicherweise durch Schonung und Zuwarten heilen, ist dann aber unter Umständen eine "Sollbruchstelle".
Bei kleineren Hunden habe ich schon erlebt, dass es durch abwarten, mäßige Belastung innerhalb von zirka einem halben Jahr von allein ausheilt.Der Hund, den ich kenne, ein Mischling, hat ungefähr die Größe eines Jack Russel Terriers gehabt (allerdings mit ruhigerem Temperament). Es hat allerdings sehr lange gedauert, un in dieser Zeit ist der Hund sehr häufig auf drei Beinen gelaufen. Es hat auch gedauert, bis er sich getraut hat, wieder aufzutreten.
Bei meiner Hündin ist das letztes Jahr passiert - Durchriss des Kreuzbandes. Sie lief nur noch auf drei Beinen. Sie wiegt knapp 20kg und ist ein Hütehundmix. TA riet zu einer OP, auch und gerade weil mein Hund sehr aktiv ist. Er sagte, es gäbe verschiedene OP-Methoden, aber keine "Königs-OP" - es hänge von der Anatomie und dem Ausmaß des Schadens ab (zb ob auch Meniskus verletzt ist, wenn ja, in welchem Umfang etc). Und es wäre auch wichtig, einen versierten Operateur, der Übung hat, zu haben. Er selbst wollte es zB mangels ausreichender Übung nicht machen.
Ich war dann in einer Klinik und der Hund wurde für einen Tag aufgenommen und operiert.Der dortige Tierarzt und Operateur erklärte mir dasselbe wie oben. Es gibt Operationen namens TTA rapid, TPLO, bei denen jeweils am Knochen rumgesägt wird und die Mechanik des Knies verändert wird, sowie verschiedene Bandersatzmethoden, ähnlich einer Kreuzband-OP beim Menschen.
Er bestätigte die Angaben meines TA. Meine Hündin wurde am OP-Tag in Narkose gelegt, geröngt, dann erhielt ich nach Sichtung der Röntgenbilder einen Anruf, welche OP-Methode nun gemacht würde - bei ihr war es die TTA rapid - und dann konnte ich sie abends nach der OP wieder abholen.
Nach der OP hat man - egal welche Methode - noch zirka 8 Wochen damit zu tun - der Hund darf nur an der Leine laufen und anfangs nur minutenweise raus. Jede Überlastung und vor allem unkontrollierte Bewegung wie Springen, Hüpfen etc. muss vermieden werden. Das wird dann langsam gesteigert. Physiotherapie sollte parallel durchgeführt werden.
Ich hatte damals mit einer Physiotherapeutin (vor der Suche nach Klinik, also vor der OP) gesprochen und nachgefragt, welche Klinik sie empfehlen würde. Sie bekommt Kreuzbandpatienten aus verschiedenen Kliniken und kann demzufolge natürlich einschätzen, wer gute Arbeit leistet - an ihre Empfehlung habe ich mich gehalten. Hündin ist mittlerweile wieder fit, voll einsatzfähig, sehr stark bemuskelt und ist an 5 Arbeitstagen die Woche 6-8 Stunden zu Fuß im Mittelgebirge unterwegs - und hält das aus. Ich war jetzt kürzlich nochmal zu einer Kontrolle bei der Physiotherapeutin und habe das bestätigt bekommen.
Erstmal alles Gute für deinen Hund! Falls Du weitre Fragen hast - sag Bescheid - und wenn du operieren lässt und bei der Genesung Tipps brauchst - melden, da kann ich vielleicht auch weiterhelfen, weil ich das ja durch habe.