Kreuzbandanriss - immer diese Beine

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  • Kreuzbandanriss - immer diese Beine Beitrag #1
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Nachdem Marley letztes Jahr am Vorderbein operiert wurde (damals war ein Stück Knochen am Ellbogen weggebrochen) und im Januar bereits am Hinterbein (Knubbel, der sich glücklicherweise als gutartiger Tumor rausstellte) hat er nun am Hinterbein einen Kreuzbandanriss. Seufz!

Nun soll er 2 Wochen ruhig gehalten werden und bekommt Rimadyl und wir hoffen, dass danach alles gut ist.

Ich habe jetzt allerdings ein wenig im Internet gelesen und sehr viel gelesen, dass eine OP da notwendig wäre. Hat jemand mit Kreuzbandanriss am Hinterbein Erfahrung und kann mich ein wenig beruhigen (oder eben leider möglicherweise auch das Gegenteil) in Bezug auf die Notwendigkeit einer OP oder nicht? Kann das ohne OP wieder was werden?
 
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  • Kreuzbandanriss - immer diese Beine Beitrag #2
Wie groß ist dein Hund? Ist es der auf dem Foto? Ist es ein Durchriss oder nur ein Anriss? Letzterer könnte möglicherweise durch Schonung und Zuwarten heilen, ist dann aber unter Umständen eine "Sollbruchstelle".

Bei kleineren Hunden habe ich schon erlebt, dass es durch abwarten, mäßige Belastung innerhalb von zirka einem halben Jahr von allein ausheilt.Der Hund, den ich kenne, ein Mischling, hat ungefähr die Größe eines Jack Russel Terriers gehabt (allerdings mit ruhigerem Temperament). Es hat allerdings sehr lange gedauert, un in dieser Zeit ist der Hund sehr häufig auf drei Beinen gelaufen. Es hat auch gedauert, bis er sich getraut hat, wieder aufzutreten.

Bei meiner Hündin ist das letztes Jahr passiert - Durchriss des Kreuzbandes. Sie lief nur noch auf drei Beinen. Sie wiegt knapp 20kg und ist ein Hütehundmix. TA riet zu einer OP, auch und gerade weil mein Hund sehr aktiv ist. Er sagte, es gäbe verschiedene OP-Methoden, aber keine "Königs-OP" - es hänge von der Anatomie und dem Ausmaß des Schadens ab (zb ob auch Meniskus verletzt ist, wenn ja, in welchem Umfang etc). Und es wäre auch wichtig, einen versierten Operateur, der Übung hat, zu haben. Er selbst wollte es zB mangels ausreichender Übung nicht machen.

Ich war dann in einer Klinik und der Hund wurde für einen Tag aufgenommen und operiert.Der dortige Tierarzt und Operateur erklärte mir dasselbe wie oben. Es gibt Operationen namens TTA rapid, TPLO, bei denen jeweils am Knochen rumgesägt wird und die Mechanik des Knies verändert wird, sowie verschiedene Bandersatzmethoden, ähnlich einer Kreuzband-OP beim Menschen.

Er bestätigte die Angaben meines TA. Meine Hündin wurde am OP-Tag in Narkose gelegt, geröngt, dann erhielt ich nach Sichtung der Röntgenbilder einen Anruf, welche OP-Methode nun gemacht würde - bei ihr war es die TTA rapid - und dann konnte ich sie abends nach der OP wieder abholen.

Nach der OP hat man - egal welche Methode - noch zirka 8 Wochen damit zu tun - der Hund darf nur an der Leine laufen und anfangs nur minutenweise raus. Jede Überlastung und vor allem unkontrollierte Bewegung wie Springen, Hüpfen etc. muss vermieden werden. Das wird dann langsam gesteigert. Physiotherapie sollte parallel durchgeführt werden.

Ich hatte damals mit einer Physiotherapeutin (vor der Suche nach Klinik, also vor der OP) gesprochen und nachgefragt, welche Klinik sie empfehlen würde. Sie bekommt Kreuzbandpatienten aus verschiedenen Kliniken und kann demzufolge natürlich einschätzen, wer gute Arbeit leistet - an ihre Empfehlung habe ich mich gehalten. Hündin ist mittlerweile wieder fit, voll einsatzfähig, sehr stark bemuskelt und ist an 5 Arbeitstagen die Woche 6-8 Stunden zu Fuß im Mittelgebirge unterwegs - und hält das aus. Ich war jetzt kürzlich nochmal zu einer Kontrolle bei der Physiotherapeutin und habe das bestätigt bekommen.

Erstmal alles Gute für deinen Hund! Falls Du weitre Fragen hast - sag Bescheid - und wenn du operieren lässt und bei der Genesung Tipps brauchst - melden, da kann ich vielleicht auch weiterhelfen, weil ich das ja durch habe.
 
  • Kreuzbandanriss - immer diese Beine Beitrag #3
Danke für die ausführliche Antwort.

Nein, es ist nicht der Hund auf dem Bild. Marley ist eine amerikanische Bulldogge, ca. 38 kg schwer. Er ist aber von Natur aus sehr ruhig und eh nicht das, was man als Rennsemmel bezeichnen würde. Ihn ruhig halten wird also eine nicht allzu schwere Aufgabe sein.

Der TA sagte, dass es ein Anriss sein muss, weil er zwischenzeitlich das Hinterbein sehr wohl belastet. Beim TA lief er ja natürlich total anders als daheim, da er dort aufgeregt war und hat dort dann das Hinterbein benutzt, wenn auch geschont. Also wohl "nur" ein Anriss.

Dann scheine ich ja wirklich eine Chance zu haben, dass wir um eine OP herum kommen.
 
  • Kreuzbandanriss - immer diese Beine Beitrag #4
Als ich damals zu Infos zum Thema Kreuzbandriss gegoogelt habe, war ich auf eine Art feste Bandage gestoßen, die für schwerere, aber ruhige Hunde geeignet sei - das Kniegelenk würde geschont, ein schmerzhafter Vorschub des Gelenks verhindert, und der Anriss oder sogar Riss könne in Ruhe abheilen, da der Hund keine Bewegungen machen könne, die "schädlich" sind. Hörte sich ganz sinnvoll an. Das Ding wird nur auf Spaziergängen getragen, nicht im Haus, da der Hund sich damit nicht hinlegen könnte.

Vielleicht wäre das was? Ich schau mal, ob ich den Link finde...

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Da wäre was:



Gib mal "Kreuzbandriss Hund bandage" bei google ein, da kommt eine Menge...
 
  • Kreuzbandanriss - immer diese Beine Beitrag #5
Klingt nicht uninteressant - da muss ich mal den TA fragen, was er davon hält.

Marley läuft jetzt allerdings schon wesentlich besser, okay, er kommt grad nur für ein paar Minuten raus um mal eben sein Geschäft zu erledigen. Je weniger Bewegung desto besser denke ich mal.

Hast Du zufällig eine Ahnung wie das mit Treppen ist? Dass er jetzt momentan nicht die Treppe hoch und runter sollte ist schon klar, aber hast Du eine Ahnung ab wann wir ihn wieder Treppen laufen lassen können?
Denn zur Zeit schläft einer von uns immer unten auf dem Sofa mit Marley. Er ist es gewohnt mit uns im Bett zu schlafen und deshalb wollen wir ihn jetzt nicht allein im Wohnzimmer lassen. Auf Dauer ist das allerdings nicht so prickelnd, weil es verdammt unbequem ist.
Ganz allgemein läuft er aber nicht viel die Treppe. Im Normalfall abends hoch und morgens runter und das war es. Ganz selten läuft er tagsüber nochmals hoch und runter, nämlich dann, wenn mein Freund Nachtschicht hatte und ich ihn nachmittags wecke - da geht Marley ab und an mal mit, aber auch nicht immer.
 
  • Kreuzbandanriss - immer diese Beine Beitrag #6
Ich würde damit noch etwas warten und es natürlich davon abhängig machen, wie gut oder schlecht er läuft - und TA auch danach fragen. Treppe hoch bedarf schon ein ganz schönes "abstoßen" seitens des Hundes mit den Hinterbeinen, was einem sonst gar nicht so bewusst ist...wir waren mal mit unserer Hündin während der Genesungsphase auf einem Ausflug - nur mit ein bisschen spazieren, damals war sie schon bei 30 Minuten geradeaus laufen am Stück - - und mussten bzw. wollten dann zu einer Burg-Besichtigung, und dort eine Außentreppe hoch - nach ein paar Stufen machte sie schlapp und wir haben sie getragen. Runter war bei ihr kein Problem - sie hüpfte unter Schonung des lädierten Beines auf drei Beinen treppab.
 
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