Zuerst mal kann ich dir raten, dir nicht nur zur Bespaßung deines JR einen Zweithund zu holen. Das kann auch nach hinten los gehen. Allgemein sollte man erst mal wissen, wie dein JR anderen Hunden gegenüber eingestellt ist. Eher freundlich, eher zurückhaltend oder gar pöbelig? Versteht er sich eher mit Hündinnen, eher mit anderen Rüden?
Wichtig ist auch, ob dein Hund gesund ist oder nicht. Für einen chronisch kranken/angeschlagenen oder auch sehr alten Hund kann ein Zweithund oft zu stressig werden, vor allem wenn er noch jung und ungestüm ist.
Zwei Hunde bedeuten definitiv mehr Arbeit und nicht weniger. Da bringt weder der eine dem anderem alles positive bei, noch bespaßen die sich dann untereinander damit du nicht mehr viel tun musst. Ganz im Gegenteil, du musst mit den Hunden getrennt arbeiten, oft getrennt laufen und trainieren. Wenn überhaupt, schauen die sich nur das 'Negative' voneinander ab. Immer dran bleiben ist da die Devise.
Zwei aktuelle Beispiele habe ich grade, eines in meiner Junghundegruppe auf dem Hundeplatz und eines im Bekanntenkreis.
Ersteres wäre ein junger Labbirüde im besten Pupertätsalter, welcher jetzt hündische Unterstützung in Form eines Cavalier King Charles Spaniel mit 8 Wochen bekommen hat. Der Rüde fängt jetzt das Pöbeln an, ist auch so noch nicht annähernd erzogen. Besitzerin hat alle Hände voll zu tun mit Labbi, kann nicht getrennt laufen weil die Zeit zwecks 2 Kleinkindern fehlt. Die Spaniel Hündin, die momentan ihre wichtigste Phase hat um alles kennen zu lernen, kommt definitiv zu kurz.
Zweiteres wäre eine 2 jährige Mischlingshündin, zu der eine 8 Wochen alte zweite Mischlingshündin kam. Die erste Hündin ist Mobber, seit Welpe da ist wird es immer schlimmer und Welpe wird von ihr (Frustration) gemobbt wie alle anderen Hunde. Das kann bei dieser Konstellation kräftig schief gehen. Hündin 2 ist jetzt 1 Jahr alt, Balljunkie aber sonst liebt. Die ältere Hündin mobbt andere Hunde nun noch viel schlimmer und stellt Besitzansprüche an die junge. Andere Hunde werden weg gebissen und auch sonst steht sie unter ihrer Fuchtel. Auch hier wurde bis jetzt nicht getrennt geübt, aber wir sind nun dabei.
Soll heißen, man muss wirklich was tun und es kommt auf Charakter der Hunde und 'Zustand' des ersten Hundes an. Hole dir niemals einen zweiten Hund, gar einen Welpen, solange der erste nicht richtig erzogen und 'klar' im Kopf ist. Du tust dir und den Hunden nichts Gutes.
Zudem sollten die Hunde wenigstens einigermaßen zusammen passen. Wenn schon z.B. eine große und eine kleine Rasse, dann sollte der große Hund wenigstens nicht grade ein noch junger 'hau-drauf' Hund sein.
Der pupertierende Labbi z.B. rennt den Spaniel Welpen mindestens 5 mal pro Spaziergang sowas von über den Haufen, dass sie jämmerlich aufheult. Auch allgemein ist er ihr definitiv zu grob.
Ansonsten, wenn man das richtig managed und zur richtigen Zeit macht, ist die Mehrhundehaltung wirklich etwas wunderschönes. Man muss nur ein Händchen dafür haben.
Wir, also mein Freund und ich, haben übrigens 3 Hunde. Meine Hündin ist 2, seine Hündin auch und sein Rüde 10. Auch er würde den Fehler nicht mehr machen. Sein Rüde ist schon immer ein Pöbler, was wohl auch nie ganz weg sein wird. Die Hündin kommt aus 3. Hand und wurde als hyperaktiv und schwer zu erziehen vermittelt. Einen solchen Hund, bei dem es eine Menge Arbeit bedarf, holt man sich nicht zu einem chronischen Pöbler. Trotzdem ist mein Freund konsequent, trainiert einzeln und macht so gute Fortschritte. Es kann funktionieren, aber vorteilhaft ist es eben nicht
