Kommentkampf unfreiwillig?

Diskutiere Kommentkampf unfreiwillig? im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo allerseits, ich bin neu hier, deswegen erst mal kurze Vorstellung: Mein Hund Coco ist ein Klein- oder Mittelspitz, genau weiß ich es nicht...
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manzana

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Hallo allerseits,

ich bin neu hier, deswegen erst mal kurze Vorstellung:
Mein Hund Coco ist ein Klein- oder Mittelspitz, genau weiß ich es nicht, jedenfalls ein Spitz mit ca. 30 cm Schulterhöhe. Er wird demnächst 9 Jahre alt. Bei mir lebt er seit er ca. 1 Jahr alt war. Als Welpe gab mir seine vorherige Halterin ihn immer mal tageweise in Pflege, wenn sie beruflich weg musste, bis sie mich eben irgendwann fragte, ob ich Coco nicht ganz übernehmen möchte, und das habe ich dann getan. Coco ist nicht kastriert.

Bei seinem Verhalten gibt es einige Punkte, über die ich hier bestimmt auch noch schreiben werde und die ich auch mit einem Profi angehen will.
Eins ist bei Coco aber gottseidank kein Problem, nämlich beißen, Gefährlichkeit u.ä.
Damit will ich sagen, dass er noch nie aggressiv an einen Menschen oder Hund herangegangen ist. Das äußerste ist, dass er bei 2-3 Rüden, die er eben nicht riechen kann, angeberisches Gebell-Trara auf sichere Entfernung macht, aber sobald er dann wirklich vor ihm steht, weiß er nicht mehr, was er machen soll, weil er eben gar nicht kämpfen will. Und dann macht er gar nix und steht nur da. Aber bei 98% aller Hunde, denen er begegnet, verhält er sich von vorneherein uneingeschränkt und eindeutig erkennbar freundlich. Er hat einfach kein Interesse, Alpha zu sein, ich glaube das wäre ihm viel zu anstrengend. ;)

Und damit wäre ich auch beim Thema. Coco ist wie gesagt ein Rüde, der Stress eher aus dem Weg geht, insbesondere dann, wenn es droht zum Kampf zu kommen. Sobald er merkt, dass ein anderer Rüde nicht freundlich gesinnt ist, zeigt er mit seiner Körpersprache deutlich: "Bitte nix machen, ich weiß, dass du der Chef bist." Zumindest beurteile ich das so mit meiner Erfahrung über Hundeverhalten. Und ganz besonders bei größeren Hunden.
Gestern war es dann so, dass ein wesentlich größerer Hund, ein Samoyede von wahrscheinlich 35 kg von ca. einiger Entfernung auf Coco zukam, weder Coco noch ich irgendeine Chance hatten, etwas abzuwenden und ihn sofort gepackt und rumgeschleudert hat. Ich war in großer Angst, weil ich weiß, dass ein gezielter Biss vom Samoyeden für Coco tödlich ist. Im Nachhinein habe ich verstanden, dass es wohl ein Kommentkampf war, denn es ging nicht still zu und Coco hatte hinterher nur eine kleine Bisswunde an der Wange. Im den ca. 20 Sekunden, in denen das ganze statt fand, war ich allerdings nicht in der Lage, das einzuschätzen und habe -falscherweise- geschrien und meinen Freund angeschrien, er soll ihn wegtreten.
Ich habe gestern noch Einiges hier im Forum gelesen und weiß jetzt, dass das absolut blöd war, aber ich war einfach überfordert. Mein Freund hat zwar 2-3 mal den Samoyeden gegen die Schulter getreten, aber der hat das gar nicht registriert und unbeirrt weitergemacht. Ich glaube auch, dass es nicht wirklich ernstzunehmende Tritte von meinem Freund waren, denn auch er hatte Hemmungen. Wahrscheinlich eh besser so.
Ich hab dann rumgeschrien, der Halter soll endlich seinen Hund wegnehmen, denn mir kam es nicht so vor, als hätte der damit große Eile. Jedenfalls habe ich im Augenwinkel wahrgenommen, dass er noch seine brennende Zigarette in der Hand hatte, die Situation ihn also nicht gerade in Aufruhr versetzt hat. Letztendlich hat er seinen Hund am Geschirr oder Halsband, weiß nicht was der hat, weggezogen und Coco völlig verängstigt auf mich zugekommen. Er hatte dabei seinen Schwanz so stark eingekniffen, dass sein ganzer Körper gekrümmt war.

Es ist schon eins, zwei mal passiert, dass ein anderer Rüde ohne Vorwarnung auf Coco zukam und ihm aggressiv gedroht oder auch ihn zu Boden gebracht hat, aber da hat Coco jedes Mal absolut nichts gemacht aus meiner Sicht, denn er stand einfach nur da, ohne feindselige oder provozierende Körpersprache, sogar einmal auch Schwanzwedelnd, weil er wohl kurz dachte, der andere Hund kommt zum Spielen auf ihn zu. Diese anderen Male war der andere Hund aber nie wesentlich größer oder stärker als Coco, deswegen habe ich es auch nie schlimm genommen, zumal der jeweilige Halter sich dann auch immer für meine Begriffe gut verhalten hat.

Abgesehen davon, dass ich das Ganze von gestern Abend noch nicht verdaut habe, haben sich mir große Fragen aufgetan: Sind Kommentkämpfe nicht eigentlich Machtkämpfe, die beide Seiten freiwillig und aus einem Anlass heraus eingehen? Warum stürzt sich ein Hund in einen Kommentkampf mit einem anderen, von vorneherein unterlegenen Hund, der ihn nicht provoziert hat? Ich glaube, Coco hat ihn nicht mal kommen sehen. Ich jedenfalls hab ihn erst gesehen, als er Coco schon gepackt hatte, denn er kam von hinten. Wie kann ich in solch einer Situation meinen Hund schützen? Coco war zwar ohne Leine, aber die hätte ihm in dem Moment auch nicht geholfen. Eher im Gegenteil denke ich mal. Wieso lässt ein ander Hund dann auch nicht ab, wenn er seine Überlegenheit schon sehr schnell unmissverständlich klargemacht hat? Gibt es vielleicht etwas, dass mir an meinem Hund bis jetzt entgangen ist, womit er (unbewusst?) das Signal gibt, dass er zu einem Machtkampf bereit ist?

Tja. Was sagt ihr dazu?

Liebe Grüße und schon mal danke fürs geduldige Lesen :)

P.S.
Lustig, gerade wo ich den Post abschicken wollte, ruft mich mein Freund an. Der läuft nämlich gerade draußen rum und fragt andere Hunde-Leute, ob sie den Halter vom Samoyeden kennen. Da sagt ein Mann, ja der sei gerade eben noch dagewesen und hätte gesagt, sein Hund sei ja inzwischen unberechenbar und er glaubt, er müsse ihn wohl kastrieren lassen... :?:?:? An Erziehung denkt er anscheinend nicht.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Sobald er merkt, dass ein anderer Rüde nicht freundlich gesinnt ist, zeigt er mit seiner Körpersprache deutlich: "Bitte nix machen, ich weiß, dass du der Chef bist." Zumindest beurteile ich das so mit meiner Erfahrung über Hundeverhalten. Und ganz besonders bei größeren Hunden.

Damit meinte ich, dass Coco sich ganz besonders bei größeren Hunden so verhält, nicht dass ich besondere Erfahrung über das Verhalten von größeren Hunden habe. ;)
 
  • Kommentkampf unfreiwillig?

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  • Kommentkampf unfreiwillig? Beitrag #2
Ich glaube du siehst das etwas zu romantisch. Ein Kommentkampf ist nicht so etwas in der Art wie `hey Junge, lust auf nen Kampf?´ Wo der eine Hund erst Mal nett fragt ob der Andere Lust darauf hat. Sowas machen die Hunde dann in anderen Situationen. Das sind die wo die Halter sagen ´ohhh die spielen ja sooooo süß´ und in Wahrheit wird getestet: Wer ist der schnellste, wer ist der stärkste, wer ist der tollste, wie weit darf ich bei diesem Hund gehen´ Bei Kommentkämpfen ist da schon ordentlich Klärungsbedarf und da wird vom einen Hund nicht nett gefragt ob der Andere Lust darauf hat.

Und wenn 35kg deinen (8,9kg?) Hund packen und schütteln ist das für mich durchaus zum Schreien und kein Kommentkampf mehr

Es ist nun mal so, manche Hunde kommunizieren unsauber oder haben es schlichtweg nicht gelernt oder oder oder. Es gibt viele Gründe warum ein Hund auf den anderen losgeht und auch da; Hunde sind weder A**** noch kleine heldenhafte Romantiker, die schenken sich nichts. Souveräne, sozialisierte Hunde haben irgendein geprolle nicht nötig und ich meine zu behaupten auch kein ´von hinten draufzubrettern und drauf´.

Schwanzwedeln deutet übrigens nicht nur Freude sondern auch Stress an; bevor du merkst das der andere Hund auf Stunk aus ist, wird es dein Hund schon gemerkt haben und darauf reagieren-

Wie du ihn schützen kannst? Ein bisschen mehr mit Hundesprache beschäftigen und Augen aufhalten. Alles sehen kann man nicht.
 
  • Kommentkampf unfreiwillig? Beitrag #3
Danke für deine Antwort @Smoothie.
Ich glaube, ich habe mich nicht sehr gut ausgedrückt, denn ich meinte keinesfalls irgendetwas romantisch. Du schreibst "Klärungsbedarf", und genau da ist meine Frage: Was kann der Samoyede mit meinem Hund zu klären haben, wenn dieser ihn nicht mal wahrgenommen hat?
Und ich hatte auch nicht gemeint, dass ich Kommentkämpfe so verstehe, dass der eine erst mal abcheckt, ob der andere Lust hat. Aus meiner Erfahrung heraus ist es aber so, dass der offensive Hund vor einem Kampf droht und den anderen maßregelt und nur, wenn der andere nicht in die Defensive geht, der offensive den Kampf beginnt. Und mein Hund in solchen Situationen, wo der andere ihn in seine Grenzen weisen wollte, immer sofort defensiv verhalten, weshalb es vermutlich dann auch nie zum Kampf bzw. zur rauhen Unterwerfung seitens des anderen Hundes kam, sondern der sich durch das defensive Verhalten meines Hundes beschwichtigen ließ. Das meine ich nicht romantisch, sondern das war einfach meine Beobachtung der Hundesprache auf beiden Seiten und von dem, was ich darüber weiß, ist das auch der übliche Ablauf.

Dass ein Kommentkampf ein Kampf sein kann, wo es durchaus zur Sache geht, der Offensive aber eben nicht Absicht hat, den anderen schwer zu verletzen oder zu töten, war mein Wissensstand. Wenn der Samoyede das vorgehabt hätte, hätte er es mit Leichtigkeit tun können. Deshalb habe ich im Nachhinein die Sitaution als Kommentkampf eingestuft. In der Situation selbst war ich zu irgendeiner Einschätzung natürlich überhaupt nicht in der Lage So weit ich weiß,ist schreien oder den aggressiveren Hund zu treten oder zu schlagen in keinem Fall gut, weil es diesen sogar noch anfachen kann, noch härter zu werden.
Als der Halter endlich kam und seinen Hund weggezogen hat, hat der sich gegen das Wegziehen nicht großartig gewehrt.
Umso mehr habe ich mich geärgert, dass er es nicht schneller gemacht hat.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Und ich hatte noch vergessen: Coco wiegt 7,5 kg und die Male, wo er angegriffen wurde, waren immer ohne Vorwarnung, der andere Hund stürmte dann jeweils einfach auf Coco zu und auf ihn drauf. Deshalb hatte ich mich gefragt, ob er vielleicht irgendetwas unbemerktes ausstrahlt, dass bei tendenziell aggressiven Hunden als Provokation wahrgenommen wird. lässt.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Und das muss ich auch noch dazu sagen: Du schreibst ja
"Souveräne, sozialisierte Hunde haben irgendein geprolle nicht nötig und ich meine zu behaupten auch kein ´von hinten draufzubrettern und drauf´."
Bei dem Samoyeden glaube ich tatsächlich, dass der null sozialisiert ist. Ich weiß, dass er noch recht jung ist und wie gesagt, der Typ hat ja selber gesagt, dass er über die Unberechenbarkeit seines Hundes ratlos ist und als einzige Idee hat, ihn kastrieren zu lassen. Na ja, und einer, der nach SO WAS wortlos weggeht, hat in meinen Augen selber keine richtige Sozialisation.
:eusa_think:

 
  • Kommentkampf unfreiwillig? Beitrag #4
Nicht böse sein, aber was willst du mit dem Thread erreichen?

Nach dem Schock sich mal von der Seele schreiben...ja, kann ich gut verstehen, und ich wünsche Dir, das das nützt. Ich wäre nach so einem Erlebnis jedenfalls rappelfertig.

Aber irgendwie ist mir nicht klar, worauf du mit deiner Frage zielst...Kann ja theoretisch sein, dass, wenn zufällig jemand die Szene gefilmt hätte und Hundespezi XY sich das ganze dann hinterher in Zeitlupe anschaut, er irgendwelche Erklärungen dazu abgeben könnte, was sich wie warum so abgespielt hat...

Aber was sollen wir, die nicht dabei gewesen sind und nur deine Beschreibung lesen, jetzt losinterpretieren?

Kann ja sein dass der Samoyede eben einfach nur nen Knall hat... oder schlecht sozialisiert ist.. oder ein traumatisches Erlebnis mit einem anderen Spitz hatte, dass es ihn zum sofortigen Angriff auf alles, was nach Spitz aussieht, treibt...oder oder oder...

Ich würde dankbar sein, dass nichts Schlimmeres passiert ist, und die Augen offen halten, sollte er dir nochmals begegnen.

Wenn dein Coco bei sehr vielen Rüden so ein Verhalten auslösen würde, hätte es wahrscheinlich was mit ihm und seiner Körpersprache/seinem Verhalten zu tun. Das ist aber offenbar nicht der Fall, sondern so etwas ist in 8 Jahren Hundehaltung 2-3mal passiert, wie Du schreibst. Also hat es wahrscheinlich wenig mit ihm und seinem Verhalten zu tun als vielmehr mit dem anderen Rüden. Jedenfalls sehe ich das so.
 
  • Kommentkampf unfreiwillig? Beitrag #5
@Tapa, genau so eine Einschätzung wie deine wollte ich mit dem Thread erreichen. Ich hatte ja bisher auch immer die Vermutung, dass es von den anderen Rüden ausgegangen ist, aber auch wenn es in 8 Jahren nur 3x passiert ist, war es für mich häufig genug, um auch in Betracht zu ziehen, dass es auch mit Coco zu tun hat. Zumindest wollte ich Meinungen hören, ob ich evtl. voreilig bin, wenn ich das ausschließe oder so etwas vielleicht etwas ist, das anderen Forums-teilnehmern oder -Admins bekannt ist. Ist das nicht u.a. Sinn dieses Forums? (Bin nicht böse;))

Und ja, von der Seele schreiben wollte ich es mir auch.
 
  • Kommentkampf unfreiwillig? Beitrag #6
Dass ein Kommentkampf ein Kampf sein kann, wo es durchaus zur Sache geht, der Offensive aber eben nicht Absicht hat, den anderen schwer zu verletzen oder zu töten, war mein Wissensstand.
Du hast vollkommen Recht, genau so definiert sich ein Kommentkampf. Natürlich besteht bei einem Kommenkampf schon auch ein gewisser Klärungsbedarf, aber es besteht keine (ernste) Beschädigungsabsicht.
Kommentkämpfe sind oft laut (wie du ja auch schon geschrieben hast) und voll mit wilden Gesten (schnappen, Zähne fletschen, aneinander aufbäumen..etc). Ein Kommentkampf der den typischen Hunderegeln folgt endet oft mit einer (freiwillig ausgeführten) Unterwerfungsgeste des Unterlegenen (das kann auch nur das Abwenden des Kopfes, oder Lecken über die Nase sein), die stärkste Unterwerfungsgeste ist das Auf-den-Rücken-Legen. In einem Ernstkampf würde der Unterlegene niemals so deutliche Unterwerfungsgesten zeigen, er würde einem Gegner der die Absicht hat ihn zu verletzen oder zu töten niemals freiwillig Bauch und Hals präsentieren.

Hier ist ein Video eines typischen Kommenkampfes:

Der Schäfer provoziert ganz gut (steife Haltung, erhobene Rute, bedrängen des anderen Hundes), der Rottweiler ist defensiver, will sich aber auf keinen Fall was sagen lassen (entgegenstellen, scharren..etc). Die Kampfmomente sind kurz und laut, wirklich verletzen wollen sie einander nicht bei ihrem angeberischen Kräftemessen.
Natürlich kann es bei solchen Kommenkämpfen aber schnell mal ein Tackerloch geben, oder ein eingerissenes Ohr.
Als Besitzer sollte man es vermeiden, dass der eigene Hund sich auf diese Weise mit anderen prügelt (gerade Rüden untereinander haben allerdings oft sehr viel Spaß daran einander zu provozieren, diese Tatsache kann es relativ schwierig machen das Verhalten allumfassend abzutrainieren).

Was deinen beschriebenen Fall mit Coco angeht, so ist es natürlich immer schwer sowas zu beurteilen wenn man nicht dabei war, aber ich denke in deinem speziellen Fall war der Samojede vielleicht auch auf Mobbing aus. Es gibt auch unter Hunden Exemplare die großen Spaß daran haben andere zu dranglasieren und zu dominieren. Selbst wenn er Coco deswegen wahrscheinlich nicht gleich töten wollte, so ist die Gefahr das etwas passiert, bei dem Größenunterschied natürlich trotzdem riesig und ich finde es sehr verantwortslos vom Halter, dass er seinen Hund nicht besser beaufsichtigt falls dieser ein typischer "Mobber" ist.
Leider hat in so einem Fall wohl auch Coco keine Chance durch Körpersprache zu signalieren, dass er die Überlegenheit des anderen anerkennt.

Wie man sich in so einer Situation verhalten kann? Schwierig, ich würde wohl versuchen den anderen Hund abzuwehren, bzw den Besitzer dazu bringen seinen Hund wieder unter Kontrolle zu bringen, bzw mit meinem Hund das Weite suchen.

Souveräne, sozialisierte Hunde haben irgendein geprolle nicht nötig
Klar wirkt es auf uns Menschen schnell "prollig" wenn Hund meinen sie müssten ihre Kräfte mal durch ein paar "Handgreifleichkeiten" messen :D
Dennoch tun gerade Rüden dies untereinander oft gerne und selbst wenn es uns Menschen nicht gefällt, so ist es doch durchaus ein natürliches Verhalten unter vielen Kaniden. Da kann man nicht einfach sagen, diese Hunde sein alle unsouverän oder "unsozialisiert" (den Begriff finde ich in dem Zusammenhang ohnehin oft problematisch, Hunde sind nicht gleich in ihrem Sozialverhalten gestört nur weil sie sich untereinander nicht so verhalten wie es den Menschen am besten gefallen würde).
dass es von den anderen Rüden ausgegangen ist, aber auch wenn es in 8 Jahren nur 3x passiert ist, war es für mich häufig genug, um auch in Betracht zu ziehen, dass es auch mit Coco zu tun hat.
Drei mal in 8 Jahren kann man auch aus meiner Sicht noch sehr gut unter 'Pech gehabt' verbuchen, Hunde die unangemessen (und unbeabsichtigt) provokant kommunizieren gibt es natürlich, aber dort häufen sich die Fälle meistens viel mehr als es bei euch der Fall ist (ich habe schon von Hunden gehört, die praktich alle paar Monate ernsthaft verbissen wurden, wobei man dabei natürlich auch Fehler der Besitzer nicht ausschließen kann).
 
  • Kommentkampf unfreiwillig? Beitrag #7
Off-Topic
Mal ganz kurz zu dem Video: Was diese Leute da betreiben ist brandgefährlich.
Der Schäferhund ist nicht sonderlich weit entfernt davon das Ganze verflucht ernst zu meinen und ignoriert alle Beschwichtigungssignale seitens des Rottweilers und den Herren Besitzern gehört eig. ordentlich eins hinter die Ohren gepfeffert.

Kommentkämpfe zeichnen sich durch ihre Kürze aus, nicht durch ihr ständiges Hochkochen.
Situation klären, Ende, aus, fertig.

Was die Souveränität betrifft möchte ich auch zumindest partiell widersprechen.
Es gibt extrem selten Hunde, die eine so absolute Gelassenheit und "Überlegenheit" mitbringen, dass man sowas kaum zu Gesicht bekommt.

Habe leider keiner Videoaufnahmen mehr von einem der wirklich souveränen Hunde, die ich kennenlernen durfte und wenn der auf der Bildfläche erschien gab es keinerlei Kommentkämpfe mehr, egal was für Raufbolde man zusammen gepackt hat (reine Rüdengruppe in einem Alter von 6 Monaten bis hin zu 3 Jahren und überwiegend intakt). Da reichte ein Blick oder ein Drehen des Kopfes und es herrschte wieder Frieden und das sogar enorm harmonisch.

Diese Hunde haben Kommentkämpfe in dieser, wie im Video, rüpeligen Prügelmanier wirklich nicht nötig.

Das hat aber nichts mit Sozialisierung zu tun, sondern manche Hunde sind einfach so;)
 
  • Kommentkampf unfreiwillig? Beitrag #8
Danke, @Kompassqualle! Was du schreibst, hilft mir schon weiter. Dass es z. B. unter Hunden auch so was wie Mobber geben kann, hätte ich vorher nicht gewusst oder daran gedacht und mit der Möglichkeit im Hinterkopf kann ich das ganze für mich besser interpretieren und aus dem ganzen auch etwas lernen, so dass ich mich beim (hoffentlich nicht auftretenden) nächsten Mal besser verhalten kann.
Danke!:D

Aber ist schon blöd, dass ich im Falle eines Falles nicht so große Chancen habe, an meinen kleinen dranzukommen um ihn aus dem Geschehen zu ziehen. Ich muss mich darauf verlassen, dass der Halter des großen sich verantwortungsbewusst verhält und einen Kampf mit so ungleichem Kräfteverhältnis beendet. Ich hätte mich jedenfalls nicht an den großen Hund rangetraut.
 
  • Kommentkampf unfreiwillig? Beitrag #9
Off-Topic
Mal ganz kurz zu dem Video: Was diese Leute da betreiben ist brandgefährlich.
Der Schäferhund ist nicht sonderlich weit entfernt davon das Ganze verflucht ernst zu meinen und ignoriert alle Beschwichtigungssignale seitens des Rottweilers und den Herren Besitzern gehört eig. ordentlich eins hinter die Ohren gepfeffert.
Hier nochmal meine Zustimmung, falls es oben nicht deutlich rüberkam, auf keinen Fall sollte man als Besitzer solches Verhalten einfach gewähren lassen.
Kommentkämpfe zeichnen sich durch ihre Kürze aus, nicht durch ihr ständiges Hochkochen.
Situation klären, Ende, aus, fertig.
Da mein eigener Rüde leider ja in seinen Sturm- und Drangjahren auch so ein Prügelfreund war, muss ich aber doch sagen, dass so ziemlich alle Kommentkämpfe die ich gesehen haben sich eben genau so abzeichneten, durch Intervalle aus rein körpersprachlicher Provokation gefolgt von kurzen Prügelattacken. Dass ein Kommentkampf sofort nach dem ersten Prügelangriff endet weil dann schon alles geklärt ist, habe ich ehrlich gesagt noch nie beobachtet, in der Regel hätten die Hunde eigentlich gerne weitergemacht, zumindest wenn man sie gelassen hätten.

In diesem Video was ich zu dem Thema sonst ganz gerne mal verlinke, sehe ich das gleiche Muster aus abwechselnden Intervallen aus Angriff und verharrenden Provokationsmomenten:


Aus meiner Sicht hat in beiden Videos keiner der Hunde eine ernsthafte Beschädigungsabsicht des Gegners (wenn es natürlich auch bei solchen Prügelein schnell zu Verletzungen kommen kann).

Einen Ernstkampf mit Beschädigungsabsicht habe ich in meinem Leben erst einmal erlebt. Dabei gab es kein Knurren und kein Drohen wie in den Videos zu sehen ist, der angreifende Hund packte den anderen ohne viel Vorwarnung am Hals und klappte das Maul zu. Der untelegene Hund kam durch menschliches Eingreifen mit dem Leben davon (man konnte die Hunde nicht sofort trennen, da der Angreifer nicht so schnell seinen Biss aufgab), aber trug ein paar tiefe Bisswunden davon.
In den Videos sehe ich kein typisches Muster eines Ernstkampfes, es ist die ganze Zeit laut und rüpelig, warum sollte es in einen Ernstkampf umschlagen (zumal diese ja zum Glück nun enorm selten sind)?
Edit: Bevor ich missverstanden werde: natürlich sind die Übergänge in der Intensität der Aggression in jedem Kampf fließen, somit kann theoretisch etwas, dass als harmloses Spiel beginnt in einem Ernstkampf enden. Plötzliches umschlagen ist dennoch selten und zumindest ich sehe dafür in den Videos keine Anzeichen (natürlich sind das nur meine Two-Cent zu dem Thema ;)).

P.S.: In irgend einem Buch von Frau Feddersen-Petersen sind die typischen Gesten und Muster von Kommentkämpfen super beschrieben, leider komme ich nicht mehr darauf, welches es war. Falls ich daran denke schlage ich nächstes Mal in der UB mal nach.

Danke, @Kompassqualle! Was du schreibst, hilft mir schon weiter.
Danke, dass freut mich :D
 
  • Kommentkampf unfreiwillig? Beitrag #10
hi manzana, außer dass hunde andere mobben kann es auch daran liegen, dass der andere hund gerade frustriert oder schlechte erfahrung mit gewissen rassen gemacht hat als er noch welpe war. kann auch passieren, dass einer nur neugierig auf den anderen zugeht und der andere das dann falsch interpretiert. manche wiederum, besonders wen sie viele negative hundeerfahrungen gemacht haben können es einfach nicht leiden wenn ein fremder hund auf sie zugeht. es gibt also viele gründe, warum hunde "aus dem nichts heraus" attackiert werden. gerade kleinere hunde sind haben solch schlechte erfahrungen hinter sich (und lassen es dann an denen aus, die noch kleiner sind) oft werden sie belächelt weil sie sich so "aufspielen" wenn große hunde auf sie zukommen, aber ich kann die gut verstehen. die würden die großen lieber in ihrem eigenen tempo kennen lernen, denn wenn der andere nicht friedlich gesinnt ist haben die nichts entgegenzusetzen.

in den eineinhalb jahren wo unser kleiner wichtel bei uns lebt musste ich echt viele hunde abwehren, von jack russel über retriever bis hin zu dalmatiner war da alles dabei. die großen hunde sind mir da eigentlich lieber, weil ich die ganz gut am halsband zu packen bekomme. die kleinen hunde sind dagegen eher wuselig, da hilft eher treten. die meisten negativen erfahrungen habe ich mit jackies gemacht, weil die so "hinterlistig" sind, obwohl ich mittlerweile echt ein auge für rüpelattacken bekommen habe, erwischen jackies mich auf kaltem fuß. seis weil die plötzlich aus nem gebüsch springen oder von hinten angreifen wenn man an ihnen vorbei ist oder einfach nur "ganz freundlich" auf einen zukommen
 
  • Kommentkampf unfreiwillig? Beitrag #11
in den eineinhalb jahren wo unser kleiner wichtel bei uns lebt musste ich echt viele hunde abwehren
Da hatte ich in den 8 Jahren mit Coco ja noch relativ Glück, dass es nur so ne handvoll waren. Wenn welche in seiner Größe oder ein bisschen größer kommen, bin ich da auch nicht sofort panisch, aber so ein richtig großer Hund von mehr als 3x so viel Körpermasse wie meiner macht mir dann einfach richtig Angst. Zum Glück hat sich Coco nicht dazu bringen lassen, ein Angstangreifer oder total verschüchterter Hund zu werden. Aber bei Großen macht er lieber direkt einen Bogen...

Der Tierarzt hat inzwischen auch festgestellt, dass die Bisswunde ziemlich tief ist und an einer Stelle hat sich ein ganz schöner Bluterguss entwickelt. Und das Ganze auch noch direkt am Hals...:eek:
 
  • Kommentkampf unfreiwillig? Beitrag #12
unser hund war von anfang an unsicher im umgang mit anderen hunden, wir haben ihn erst bekommen als er neun monate alt war und da hatte er schon drei verschiedene halter. bei großen hunden waren es fast immer pubertierende jungrüden, dich sich gerne messen, da wars für mich relativ einfach, die einzuschätzen und abzuwehren. nach nem halben jahr bei uns verhielt sich hundibert dann ganz "normal" gegenüber anderen hunden, auch den großen. naja, dann wurde ich schwanger und hundibert wurde innerhalb eines monats dreimal attackiert. jetzt haben wir wieder das gleiche problem mit ihm, ich hoffe es wird besser wenn der bauch weg ist und ich mich nicht mehr wie ne hundert jahre alte oma bewegen muss.

ich hoffe, deinem kleinen geht es bald wieder besser. und kuck, dass der andere halter die kosten übernimmt. versuch deinen kleinen jetzt so oft wie möglich mit friedlichen großen hunden zusammen zu bringen, damit er das nicht generalisiert und auf alle großen hunde überträgt. liebe grüße
 
  • Kommentkampf unfreiwillig? Beitrag #13
Ich schließe mich Louiss an.
Zusätzlich wäre es für dich UND deinen Hund von Vorteil, wenn DU deine Angst los wirst..
 
  • Kommentkampf unfreiwillig? Beitrag #14
Danke euch beiden für die Bestärkung. Ich weiß azch, dass sich meine Gefühlslage auf den Hund überträgt. Ich meinte aber nicht, dass ich generell Angst vor großen Hunden habe, sondern wenn ein Hund sich auf Coco stürzt, es mir Angst macht, wenn der eben wesentlich größer und kräftiger ist.
 
  • Kommentkampf unfreiwillig? Beitrag #15
ich kann dir gut nachempfinden, selbst wenn ein großer hund nur spielen möchte... von rippenprellungen über gehirnerschütterung bis hin zum gebrochenen rückgrat ist da alles dabei. der einzige trost ist, dass die kleinen so wuselig sind und wie ein stück seife rumflutschen wenn sie nicht gefasst werden möchten
 
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