Hund aus dem Ausland

Diskutiere Hund aus dem Ausland im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo zusammen ich brauche einen Rat von euch. Ich habe seit letztem Jahr August einen Wolfsspitzmischling. Er ist mein erster Hund und ich habe...
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Tinebiene89

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Hallo zusammen ich brauche einen Rat von euch. Ich habe seit letztem Jahr August einen Wolfsspitzmischling. Er ist mein erster Hund und ich habe ihn von Welpe an. Es läuft alles super und wir lieben ihn über alles. Wir machen unheimlich viel mit ihm, ob Wald, Feld, Hundewiese mit anderen Hunden und und und. Balu ist am Tag ca 4-5 std alleine zuhause. Mein Partner und ich sind beide Vollzeitbeschäftigt aber mit den Schichten klappt es wirklich super. Es kann auch mal sein das Balu mal 8 Std alleine ist, aber das kommt selten vor und es macht ihm überhaupt nichts aus. Er schläft den ganzen Tag!

Nach langen überlegen haben wir und für einen Zweithund entschieden. Er oder Sie soll im gleichen alter sein oder evtl kleiner. Wir haben bestimmt 2 Monate gesucht und da sind wir auf ( Gris ) aufmerksam geworden. Eine Wolfsspitz-Schäferhund Dame aus dem Tierschutz. Sie war erst seit ein paar Tagen in Deutschland, als wir sie uns angeschaut haben. Die junge Frau konnte uns nur sagen das sie aus Russland aus dem Tierheim kommt. Sie ist sehr Menschenbezogen und muss noch einiges lernen, aber sie ist einfach mega lieb.

Nach dem wir das mit Balu getestet haben und noch eine Nacht drüber geschlafen haben, durfte Gris bei uns einziehen. Da sie den Namen Gris noch nicht lange hatte haben wir sie "Lilli" getauft. Wir haben Lilli schon seit 3 Wochen und in der ersten Woche ist uns stark aufgefallen das sie sehr viel Angst zeigt. Sie unterwirft sich total oft. Auto fahren mag sie nicht so, da fängt sie an zu speicheln. Wenn ich mal kurz nicht zuhause bin dann räumt sie alle Schuhe ins Bett oder aufs Sofa. Sagen wir mal so, sie macht nichts kaputt, aber sie räumt alles um:D. Klar sie muss sich erst einleben und ankommen. Wenn uns abends fremde begegnen dann bekommt sie Panik und will nur weg.

Ich hab dann einfach mal eine email dann den Tierschutz Russland geschrieben. Ich wollte ihre Vorgeschichte wissen. Jetzt nach 2 Wochen kam die Antwort:(
Lilli kommt aus einer Tötungsstation in Weissrussland. Sie war da ca 5 Wochen und sie war bis auf die Rippen abgemagert mit mehreren Hunden in einem kleinen Zwinger. Sie haben sie gerettet und aufgepäppelt. Im Tierheim war sie ca ein halbes Jahr. Ich kann mir ca vorstellen was dieser arme Hund erlebt hat.
Sie wird auf ca 1 jahr geschätzt das heißt das sie mit ca 5 Monaten in die Tötung kam.

Jetzt wo ich weis, was sie durch gemacht hat, bin ich total verunsichert wie ich mit ihr umgehe. Einfach so als wenn ich das nicht weis? Sie einfach immer und überall mitnehmen, damit sie merkt es passiert nichts? oder lieber ganz langsam anfangen?
Eine bekannte meinte ich soll sie an eine Box gewöhnen wo sie rein kommt wenn ich arbeiten bin! Da soll sie sich sicher fühlen....andere Sagen wiederum das sie sich nicht verstecken soll, so eine Box verstärkt nur die Ängste. Es könnte sein das sie total Trennungsangst hat und deswegen die Wohnung umräumt.
Eine gute Freundin stellt Bachblüten zusammen und bringt mir immer etwas davon. Ich habe auch schon Beruhigungstropfen beim Autofahren probiert.

Wenn wir abends die letzte Runde gehe, muss Lilli mind. 1x ins Auto, hinsetzten für 2 min und dann darf sie wieder raus, damit sie merkt okay das auto macht mir nichts. Natürlich arbeiten wir mit Leckerlies und ich zwinge sie nicht. Ich versuche es nur mit ruhiger stimme sie zu locken.
Habt ihr da Erfahrungen? Tipps? Worauf sollte ich achten? Bin für Meinungen und Ratschläge sehr offen
 
  • Hund aus dem Ausland Beitrag #2
Hey,

grundsätzlich würde ich sagen: Behandle den Hund nicht anders, als du es sonst tun würdest. Wenn du jetzt unsicher wirst oder etwas grundlegend änderst, das schon seit ihrer Ankunft so ist, nur weil du Mitleid mit ihr hast, wird sie das noch mehr verunsichern. Du bist der Fels, du bleibst ruhig, du weißt, wie es läuft. Das muss der Hund merken und verinnerlichen. Und ja, dazu gehört auch, dass der Hund jetzt schon Grenzen lernt. Wenn sie etwas nicht darf, darf sie das nicht, egal ob sie aus einer Tötung kommt oder vom Züchter.

Das mit der Angst ist so eine Sache. Verständlicher Weise ist der Hund eingeschüchtert, denn die meisten Reize, denen er jetzt ausgesetzt ist, kennt er nicht. Das braucht vor allem Zeit, Geduld und Ruhe. Den Hund abschotten um ihn zu schonen würde ich ebenso wenig wie ihn sofort mit allem auf einmal konfrontieren. Ein gesundes Mittelmaß ist hier wichtig. Vielleicht fragt ihr mal einen Hundetrainer um Rat, der schon mal mit Angsthunden oder Auslandshunden gearbeitet hat.

Die Box mag ich persönlich nicht. Wenn ich nicht da bin soll mein Hund sich frei bewegen können. Das muss er zwar lernen, aber auch an die Box muss der Hund erst sehr langsam gewöhnt werden. Die soll ja was positives sein. Wie trainiert ihr denn derzeit das Alleine bleiben? Zumal ich ein wenig Umräumen noch relativ harmlos finde.

Das mit dem Auto kann auch Übelkeit sein. Meiner hat sehr lange gebraucht, bis er im Auto nicht mehr gespeichelt hat. Es gibt Hunde, bei denen der Gleichgewichtssinn da einfach ne Weile braucht, um sich dran zu gewöhnen. Das heißt weder das Autofahren meiden, noch zu lange fahren. Mittelmaß eben ;).
 
  • Hund aus dem Ausland Beitrag #3
Hallo,
wir haben im Dezember Grace aus dem Tierschutz übernommen. Die Vorgeschichte ist nicht sicher. Sie lebte ca. 3 Monate auf er Straße(Ihre ersten 3), dort wurde ihr der Schwanz abgeschnitten(Keine Ahnung wer etc) und dann war sie im Tierheim in Spanien.

Grace hatte auch totale Panik vor allem und jedem...

Wir haben eine Box von SchwieMu bekommen. Diese ist immer offen, aber sie geht da gerne rein. Wenn die zu ist, macht es ihr auch nichts aus, da sie die kennt. An diese musst du sie gewöhnen, aber ich finde die hilft total. Sie hat immer noch Menschen Angst(Fremde). Wenn jemand kommt, geht sie sich da rein verkriechen. Das darf sie auch und da drinnen wird sie auch nicht belästigt.

Behandle den Hund wie jeden anderen. Bleibe ruhig, wenn dein Hund panik bekommt.
Das wird alles.
Die erste zeit ist am schwierigsten, aber wenn du den Hund langsam an alles gewöhnst, merkst du schnell wie toll es wird. Wir haben auch noch ein paar Probleme, aber jeden Tag merkt sie mehr und mehr wie toll es ist hier zu sein und nach 10 Monaten haben wir soviel geschafft.

Bist du verunsichert dann hole dir einen Trainer, dass ist der beste Anprechpartner :)

Ich wünsche dir viel Erfolg und viel Spaß :)
 
  • Hund aus dem Ausland Beitrag #4
Oki also mache ich eigentlich genau so weiter wie sonst auch. Also natürlich ist es harmlos wenn sie die Wohnung umräumt, aber es wäre schon toll wenn sie es lässt ;) meine Schuhe lagen im Bett Zahnbürste Handtücher auf dem Sofa. Den Schreibtisch hat sie abgeräumt und blätter lagen auf dem Boden zerstreut. Katzenklos waren leer gebuddelt Bettsachen lagen im Flur. Beim ersten mal hab ich ja gelacht und dachte "alter schwede...krass wie man die Wohnung in 1std verwüsten kann":eusa_eh:
Es war aber nichts kaputt. :mrgreen:

Trainieren tue ich da nicht so viel, wenn ich ehrlich bin. Ich muss arbeiten ob ich will oder nicht. Ich leg den Hunden dann Kauknochen hin. Ich verstecke Snackbälle, gefüllte Kongsachen und ich habe einen schnüffelteppich. Einfach so zur ablenkung und für langeweile. Bevor ich gehe gehen wir noch mind. 45 min raus, damit die Hunde dann müde sind.
Wenn ich dann nach Hause komme begrüßt Balu mich wie gewohnt. Wenn er springt ignoriere ich ihn, denn das soll er nicht. Lilli liegt meistens im Wohnzimmer untern schreibtisch auf dem Rücken zittert leicht und wedelt mit dem schwanz. Angst? unsicherheit? was passiert jetzt? Ich gehe dann nicht auf sie zu sondern gehe in die hocke, klatsche leicht in die hände und sag " hallo lilli komm her" dann kommt sie auch und begrüßt mich aber versucht sich immer zu unterwerfen.

Mittlerweile mache ich Küche, Bad, Schlafzimmer zu damit da nichts passiert. Also können sich die Hunde nur im Wohnzimmer und Flur aufhalten. Alles was nicht kaputt gehen soll kommt weg. Klappt so gut aber die findet manchmal sachen...ich wusste nicht mal das das noch existiert :roll:

Das auto fahren versuche ich immer mal. Wir fahren ja zum wald feld oder zum rudel auf der hundewiese. ich hoffe sie verbindet es bald mit was positiven, denn sie läuft sehr gerne und spielt mit anderen hunden.

Was sagt ihr dazu ihr einen Maulkorb zu verpassen wenn ich nicht da bin???? sie kann sich frei bewegen und kann nichts anstellen?
 
  • Hund aus dem Ausland Beitrag #5
Hallo Tinebiene,

Was sagt ihr dazu ihr einen Maulkorb zu verpassen wenn ich nicht da bin???? sie kann sich frei bewegen und kann nichts anstellen?

Ich würde es nicht machen. Ich könnte mir vorstellen, dass dies einen unsicheren Hund noch mehr verunsichert, v.a. wenn er damit auch noch allein gelassen wird. Abgesehen davon, weißt du nicht, was dein Hund mit dem Ding anstellt. Wenn es ihn z.B. sehr stört, könnte er versuchen, den Maulkorb loszuwerden. Mir wäre das ohne Aufsicht zu gefährlich.

LG Soluna
 
  • Hund aus dem Ausland Beitrag #6
Ich habe seit nun 8 Wochen eine Hündin aus Ungarn, sie ist misshandelt worden, ihr ist der Schwanz abgeissen worden und auch sonst hat sie viel Angst. Ich nehme sie einfach überall mit hin (Wochenmarkt, Arbeit, in die Stadt, Zug fahren, Bus fahren, Autofahren.) Meist mögen die Ausländer das Autofahren nicht weil sie damit den Transport nach Deutschland verbinden. Mach so weiter und besuche vielleicht mal eine Hundeschule/Hundetrainer. Ihr werdet euren Weg schon finden.
 
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