- Wenn Eltern Haustiere "entsorgen"... Beitrag #1
Popielas
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Da ich durch meine Pollenallergie gerade nicht sonderlich gut schlafen kann, wollte ich mal ein ernstes Thema ansprechen, dass mir sehr schwer auf dem Herzen liegt. Ich entschuldige mich schon mal für den langen Text und möchte anmerken, dass folgendes für zart besaitete eventuell schwer verdaulich sein könnte!
Das Entsorgen von Haustieren zieht sich leider durch meine gesamte Kindheit und begann in meiner Familie bereits vor meiner Geburt, als das Meerschweinchen meiner Brüder von einem Tag auf den anderen verschwand. Treibende Kraft dabei war meine Mutter - eine, wie mir dank Therapie nach und nach klar wird, narzisstische Frau, die mir eine Kindheit beschert hat, deren Auswirkungen ich nun in mühevoller Arbeit ergründen und beheben muss, um meine Existenz wieder als lebenswert empfinden zu können.
Hier nun das Leid der Kleinen:
Als ich etwa drei oder vier Jahre alt war, schafften meine Eltern sich zwei Wellensittiche an (Bubi und Petri). Bubi hatte irgendwann angefangen, Petri wie sein Weibchen zu behandeln, hat ihn gefüttert und umsorgt - während Petri immer fetter wurde, war Bubi bald nur noch ein Fliegengewicht. Als Bubi dann nicht mehr die Kraft hatte, gescheit zu fliegen, fiel er hinter einen Schrank in der Küche und meine Mutter hat ihn, laut den Erzählungen meiner Oma und meines Bruders, dort jämmerlich verenden lassen. Petri sollte dann auch verschwinden, weshalb meine Mutter das Küchenfenster regelmäßig offen ließ, nur war der Vogel nicht so dumm, wie von ihr erhofft. Eines Tages rutschte er dann doch von der Gardinenstange durch das angekippte Fenster und saß anschließend wartend auf dem Fensterbrett, weil er wieder hinein wollte. Meine Mutter schubste ihn jedoch runter und das Thema Wellensittiche hatte sich erledigt - da war ich etwa fünf.
Als ich etwa sechs war und mein Vater mit seinem Aquarium auszog, mussten natürlich neue Tiere her, also kamen zwei Gekkos - fragt mich nicht welche - ins Haus. Die hielten sich vorerst relativ gut, bis einer dann, warum auch immer, das Zeitliche segnete. Der zweite war jedoch plötzlich auch ganz schnell weg vom Fenster - da mochte ich etwa sieben bis acht gewesen sein.
Zwischendurch bekam ich zu meinem siebten Geburtstag Farbmäuse geschenkt - ich bilde mir ein, sie hießen Maxi und Hexe. Kurz darauf kam noch Max dazu, der im alten Vogelbauer der Wellensittiche allein saß, bis er Gesellschaft von Stuart bekam (beide natürlich nicht kastriert). Der erste, von meiner Mutter geplante, Wurf brachte uns dreizehn Mäuschen. Das Mädchen (ihren Namen habe ich leider vergessen) durfte bleiben, die zwölf Jungs steckte meine Mutter in das Tiefkühlfach - zu dem Zeitpunkt hatten sie die Augen noch nicht geöffnet.
Der nächste Wurf (Anzahl unbekannt) wurde komplett mit Stuart zusammen im Wald ausgesetzt.
Da den beiden Kleinen vom nächsten Wurf die Inzuchtschäden anzusehen waren (Max und seine Tochter waren ungewollt auf der Mäuseburg aneinander geraten) waren die beiden auch schnell in der Kälte verschwunden.
Ich weiß nicht mehr genau, wie und wann Maxi und die Namenlose sterben "mussten", jedoch sah man Hexe das Alter bald schon an und auch sie wurde in das Tiefkühlfach geschickt. Kurz danach folgte Max, weil er irgendetwas mit dem Fell hatte.
Die letzten beiden Mäuse, die wir hatten (deren Namen ich auch nicht mehr weiß), waren vom letzten Wurf "übrig" geblieben. Sie starben im Sommer auf dem gefliesten Balkon ohne Sonnenschutz am Hitzeschlag. Ich hatte sie übrigens nicht rausgestellt...
Das Thema Mäuse hatte sich erledigt, da mochte ich elf oder zwölf gewesen sein.
Nicht lange dauerte es, da standen wir im Zoohandel vor den Dsungaren und wir holten uns zwei Schwestern - ja, uns wurde gesagt, es sei in Ordnung, sie zusammen zu halten.
Da beide sich aber bald nicht mehr ausstehen konnten und sich auch herausstellte, dass ein Schwesterchen doch eher ein Brüderchen war, bekam ich Mausi und Furzi blieb in der Obhut meiner Mutter.
Furzi lief sich recht schnell im Laufrad zu Tode - was hatte er auch groß anderes als Beschäftigung?
Furzi 2 verschwand im Gefrierfach, weil er zu langweilig und zu dick war.
Furzi 3 war legitim, sollte sich sogar mit Mausi paaren, was im Endeffekt glücklicherweise nicht passierte.
Meiner Mausi sah man bald das Alter an, sie wurde langsam etwas unkoordinierter und musste dann auch in der Kälte sterben. Vielleicht musste sie auch nur vor dem großen Umzug nach Dänemark verschwinden - da war ich fast vierzehn.
Tatsächlich liefen die ersten Wochen in Dänemark dermaßen sch**** und verplant, dass ich nicht damit rechnete, als meine Mutter mir plötzlich eine kleine Pappbox mit neuem Hamster (wieder Dsungare) vor die Nase hielt.
Flöckchen übergab ich damals meiner besten Freundin, als ich mich mit fünfzehn entschied, meine Mutter zu verlassen.
Was aus Furzi 3 wurde, kann ich nicht mehr beurteilen, jedoch wurde auch ein Furzi 4 später angeschafft, der aber angeblich aus dem Auslauf floh.
Das Fazit ist:
Keines der Tiere, die offiziell mir "gehörten" (also Mäuse und Hamster) sind durch Krankheit oder eines natürlichen Todes gestorben. Tiere wurden entsorgt, wenn sie krank waren, langsam alt wurden, oder einfach nicht mehr in den Kram passten.
Keines der Tiere aus meiner Kindheit hatte eine artgerechte Unterbringung (ich sag nur 50x30 Vollplastik Hamsterhöllen).
Man könnte jetzt natürlich mit dem Finger auf mich zeigen und sich fragen, warum ich nichts dagegen unternommen habe. Ich wusste es nicht besser. Ich vertraute als Kind auf die Worte meiner Mutter. So manipulativ und falsch sie auch sein mochten. Und wer fragte schon nach meiner Meinung?
Ich musste das einfach mal öffentlich für Tierfreunde rauslassen, ich habe das lang genug in mir begraben. Ich wünsche keinem solche Eltern!
Das Entsorgen von Haustieren zieht sich leider durch meine gesamte Kindheit und begann in meiner Familie bereits vor meiner Geburt, als das Meerschweinchen meiner Brüder von einem Tag auf den anderen verschwand. Treibende Kraft dabei war meine Mutter - eine, wie mir dank Therapie nach und nach klar wird, narzisstische Frau, die mir eine Kindheit beschert hat, deren Auswirkungen ich nun in mühevoller Arbeit ergründen und beheben muss, um meine Existenz wieder als lebenswert empfinden zu können.
Hier nun das Leid der Kleinen:
Als ich etwa drei oder vier Jahre alt war, schafften meine Eltern sich zwei Wellensittiche an (Bubi und Petri). Bubi hatte irgendwann angefangen, Petri wie sein Weibchen zu behandeln, hat ihn gefüttert und umsorgt - während Petri immer fetter wurde, war Bubi bald nur noch ein Fliegengewicht. Als Bubi dann nicht mehr die Kraft hatte, gescheit zu fliegen, fiel er hinter einen Schrank in der Küche und meine Mutter hat ihn, laut den Erzählungen meiner Oma und meines Bruders, dort jämmerlich verenden lassen. Petri sollte dann auch verschwinden, weshalb meine Mutter das Küchenfenster regelmäßig offen ließ, nur war der Vogel nicht so dumm, wie von ihr erhofft. Eines Tages rutschte er dann doch von der Gardinenstange durch das angekippte Fenster und saß anschließend wartend auf dem Fensterbrett, weil er wieder hinein wollte. Meine Mutter schubste ihn jedoch runter und das Thema Wellensittiche hatte sich erledigt - da war ich etwa fünf.
Als ich etwa sechs war und mein Vater mit seinem Aquarium auszog, mussten natürlich neue Tiere her, also kamen zwei Gekkos - fragt mich nicht welche - ins Haus. Die hielten sich vorerst relativ gut, bis einer dann, warum auch immer, das Zeitliche segnete. Der zweite war jedoch plötzlich auch ganz schnell weg vom Fenster - da mochte ich etwa sieben bis acht gewesen sein.
Zwischendurch bekam ich zu meinem siebten Geburtstag Farbmäuse geschenkt - ich bilde mir ein, sie hießen Maxi und Hexe. Kurz darauf kam noch Max dazu, der im alten Vogelbauer der Wellensittiche allein saß, bis er Gesellschaft von Stuart bekam (beide natürlich nicht kastriert). Der erste, von meiner Mutter geplante, Wurf brachte uns dreizehn Mäuschen. Das Mädchen (ihren Namen habe ich leider vergessen) durfte bleiben, die zwölf Jungs steckte meine Mutter in das Tiefkühlfach - zu dem Zeitpunkt hatten sie die Augen noch nicht geöffnet.
Der nächste Wurf (Anzahl unbekannt) wurde komplett mit Stuart zusammen im Wald ausgesetzt.
Da den beiden Kleinen vom nächsten Wurf die Inzuchtschäden anzusehen waren (Max und seine Tochter waren ungewollt auf der Mäuseburg aneinander geraten) waren die beiden auch schnell in der Kälte verschwunden.
Ich weiß nicht mehr genau, wie und wann Maxi und die Namenlose sterben "mussten", jedoch sah man Hexe das Alter bald schon an und auch sie wurde in das Tiefkühlfach geschickt. Kurz danach folgte Max, weil er irgendetwas mit dem Fell hatte.
Die letzten beiden Mäuse, die wir hatten (deren Namen ich auch nicht mehr weiß), waren vom letzten Wurf "übrig" geblieben. Sie starben im Sommer auf dem gefliesten Balkon ohne Sonnenschutz am Hitzeschlag. Ich hatte sie übrigens nicht rausgestellt...
Das Thema Mäuse hatte sich erledigt, da mochte ich elf oder zwölf gewesen sein.
Nicht lange dauerte es, da standen wir im Zoohandel vor den Dsungaren und wir holten uns zwei Schwestern - ja, uns wurde gesagt, es sei in Ordnung, sie zusammen zu halten.
Da beide sich aber bald nicht mehr ausstehen konnten und sich auch herausstellte, dass ein Schwesterchen doch eher ein Brüderchen war, bekam ich Mausi und Furzi blieb in der Obhut meiner Mutter.
Furzi lief sich recht schnell im Laufrad zu Tode - was hatte er auch groß anderes als Beschäftigung?
Furzi 2 verschwand im Gefrierfach, weil er zu langweilig und zu dick war.
Furzi 3 war legitim, sollte sich sogar mit Mausi paaren, was im Endeffekt glücklicherweise nicht passierte.
Meiner Mausi sah man bald das Alter an, sie wurde langsam etwas unkoordinierter und musste dann auch in der Kälte sterben. Vielleicht musste sie auch nur vor dem großen Umzug nach Dänemark verschwinden - da war ich fast vierzehn.
Tatsächlich liefen die ersten Wochen in Dänemark dermaßen sch**** und verplant, dass ich nicht damit rechnete, als meine Mutter mir plötzlich eine kleine Pappbox mit neuem Hamster (wieder Dsungare) vor die Nase hielt.
Flöckchen übergab ich damals meiner besten Freundin, als ich mich mit fünfzehn entschied, meine Mutter zu verlassen.
Was aus Furzi 3 wurde, kann ich nicht mehr beurteilen, jedoch wurde auch ein Furzi 4 später angeschafft, der aber angeblich aus dem Auslauf floh.
Das Fazit ist:
Keines der Tiere, die offiziell mir "gehörten" (also Mäuse und Hamster) sind durch Krankheit oder eines natürlichen Todes gestorben. Tiere wurden entsorgt, wenn sie krank waren, langsam alt wurden, oder einfach nicht mehr in den Kram passten.
Keines der Tiere aus meiner Kindheit hatte eine artgerechte Unterbringung (ich sag nur 50x30 Vollplastik Hamsterhöllen).
Man könnte jetzt natürlich mit dem Finger auf mich zeigen und sich fragen, warum ich nichts dagegen unternommen habe. Ich wusste es nicht besser. Ich vertraute als Kind auf die Worte meiner Mutter. So manipulativ und falsch sie auch sein mochten. Und wer fragte schon nach meiner Meinung?
Ich musste das einfach mal öffentlich für Tierfreunde rauslassen, ich habe das lang genug in mir begraben. Ich wünsche keinem solche Eltern!