- Die Pferdemaschinerie Beitrag #1
SoylentGreen
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Hallo ihr!
Mich plagen seit einiger Zeit Gedanken und ich wäre froh, sie einmal teilen zu können und hoffentlich doch auch eure Sicht auf die Dinge erfahren zu können.
Ich habe mich ja nun seit gut zwei Jahren langsam aber stetig aus der Reiterei zurückgezogen. Ich habe einfach die Freude daran verloren.
Manchmal frage ich mich, wie andere sich überhaupt noch für das Reiten begeistern können.
Wenn ich einigen Tieren so in die Augen sehe, sehe ich da nur unterdrücktes Leid, Unzufriedenheit, missverstandene Tiere.
Es fängt ja bereits bei der Haltung an. Ein Lauftier wir in einem Käfig gehalten, in dem es gerade einmal Platz hat sich umzudrehen und sich hinzulegen. Da steht es auf einer kuscheligen Matratze aus aufgetürmten Mist mit einer 20cm dicken Lage Dekostroh oben drauf. Damit das ganze nicht so blöd klingt, nennt man es nicht Käfig sondern Box. Wer ganz spendabel ist gönnt seinem Pferdchen noch ein Fenster oder einen Paddock, den es mit vier strammen Schritten durchwandern kann, damit es blöd in der Gegend herumglotzen kann, bis das Frauli vorbeischaut und sich knappe 3 Stunden, wenn denn so viel Zeit ist, mit dem Gaul beschäftigt. Übriger Aufreger des Tages ist nur der Depp, der da vielleicht 4 mal vorbeischaut, um ein bisschen Mist raus zu kratzen und was zu mampfen reinzuschieben. Das erledigt er in völliger Ignoranz gegenüber dem Tier. Hierbei hat das Pferd dann Zeit das ganze Repertoire von Stress zum Ausdruck zu bringen, das ihm zur Verfügung steht, vom wild-um-sich-Beißer über den Weber oder Kopper, die jetzt ganz besonders eifrig werden bis hin zum wüsten Scharrer, der sich schon bis zum Beton durchgraben hat und dem Dagobert Duck unter den Pferde, der wie von Sinnen seine Runden in der Box dreht.
Wer sein Pferd noch etwas lieber hat, lässt es hin und wieder mal ein wenig auf einen 40x20 Auslauf, um sich einreden zu können, das Pferd könne sich so ja ausreichend bewegen und die Standzeit in der Box dadurch kompensieren. Andere sagen: Der bewegt sich doch eh nicht, dann kann er auch drin bleiben. Aus welchem Anreiz sollte sich ein Pferd auch stundenlang auf einer Einöde bewegen...? Wenn es Glück hat, stehen noch andere Pferde parat mit denen sie dann zumindestens ein wenig reellen Sozialkontakt pflegen können. Wenn sie denn noch können... gibt ja bereits Pferde, die dermaßen asozial sind, dass sie mit anderen gar nicht mehr zurecht kommen. Aus Angst vor ihnen fliehen oder extrem aggressiv sind.
Würde man eine Katze oder einen Hund in einem Käfig unter ähnlichen Bedingungen halten, würden die Leute aufschreien. Warum ist es also in Ordnung soetwas mit Pferden zu machen? Weil es bequemlich ist und sich der Wattebausch so nicht verletzen kann - zumindestens rein äußerlich. Wie viele Reitpferde haben Arthrose oder Lungenerkrankungen? Wie kann es Menschen geben, die ernsthaft glauben, dass es ihren Pferden unter diesen Bedingungen gut geht?
Der Pferdesport setzt dem ganzen noch die Krone auf. Und dabei ist es völlig egal, ob es das popelige Hausturnier oder Olympia ist. Überall sieht man gestresste Pferde. Das Gehetze über Hindernisse, die unschöne Wahrheit vor der Dressurprüfung auf dem Abreiteplatz. Ich war jüngst als Zuschauer bei einem großen Turnier, aufgehende Sterne am Turnierhimmel durfte ich begutachten von Klasse A-S alles dabei - ich wollte eigentlich gar nicht, habe mich breit schlagen lassen und es bereut - es war schrecklich.
Das fängt bereits im Reitunterricht an, der alles erlaubt um das Pferd irgendwie gefügig zu machen. Sätze wie "der verarscht dich nur" oder "jetzt hol ihn dir doch mal richtig ran", "der hat zu machen, was du willst". Und das Ganze wird schön geredet. Das Pferd brauch ja eine Leitfigur, es muss ja so, weil das in der Prüfung gefordert wird und man ist ja so ehrgeizig und das Pferd erst...
Dabei ist es übrigens völlig Banane welche Art der Bewegung eines Pferdes oder welchen Stil man bevorzugt, es ist überall eine gleiche Grundstimmung zu spüren. Minishettys, die ihren Besitzer fast die Hand abbeißen vor lauter Gier bei ausführen von Zirkuslektionen finde ich genauso schrecklich wie Quarter Horses, die aus dem vollen Galopp die Notbremse ziehen.
Geht das nur mir so?
Kein Tier darf im Sinne des Tierschutzgesetzes so dermaßen missbraucht werden wie Pferde. Schulpferde mit toten Augen, Sportpferde, denen die blaue Zunge schon an der Brust klebt... und das ist okay, es gibt inzwischen sogar Preise, für faires Reiten, wenn man den Zossen auf dem Abreiteplatz nicht ganz so vergewaltigt hat, statt das als selbstverständlich anzusehen und herbe Strafen für Menschen, die ihr Tier quälen, anzusetzen.
Aber das ist wohl so bei der Reiterei, man muss schon so dermaßen offensichtlich quälen, dass das wirklich keiner mehr als "Momentaufnahme" entschuldigen kann.
Was ist schön an einem Pferd das bekloppt über das Dressurviereck mit Einerwechseln tippelt oder im Krebsgang durch die Bahn wechselt? Es sieht einfach nur eklig aus. Was beweist es, wenn Olympiareiter das einstudierte Programm mit ihrer gequälten Seele auch ohne Sattel und Trense reiten können? Selbst Stefan Raab war einst fähig ein solch hoch ausgebildetes Pferd erstaunlich gut zu reiten... Es beweist doch nur, dass das Pferd dermaßen psychisch durch ist, dass es den Zwang selbst ohne Zwangsjacke noch spürt.
Es werden Pferde gezüchtet, die kaum widerstandsfähig sind, die Gehirne sind schon geschädigt, bevor das kleine Pferd überhaupt das Licht der Welt erblickt.
Ein Windzug zu viel und es lahmt auf allen vier Beinen.
Ich bin manchmal einfach nur angeekelt von dieser "Pferdeliebe"...
Mich plagen seit einiger Zeit Gedanken und ich wäre froh, sie einmal teilen zu können und hoffentlich doch auch eure Sicht auf die Dinge erfahren zu können.
Ich habe mich ja nun seit gut zwei Jahren langsam aber stetig aus der Reiterei zurückgezogen. Ich habe einfach die Freude daran verloren.
Manchmal frage ich mich, wie andere sich überhaupt noch für das Reiten begeistern können.
Wenn ich einigen Tieren so in die Augen sehe, sehe ich da nur unterdrücktes Leid, Unzufriedenheit, missverstandene Tiere.
Es fängt ja bereits bei der Haltung an. Ein Lauftier wir in einem Käfig gehalten, in dem es gerade einmal Platz hat sich umzudrehen und sich hinzulegen. Da steht es auf einer kuscheligen Matratze aus aufgetürmten Mist mit einer 20cm dicken Lage Dekostroh oben drauf. Damit das ganze nicht so blöd klingt, nennt man es nicht Käfig sondern Box. Wer ganz spendabel ist gönnt seinem Pferdchen noch ein Fenster oder einen Paddock, den es mit vier strammen Schritten durchwandern kann, damit es blöd in der Gegend herumglotzen kann, bis das Frauli vorbeischaut und sich knappe 3 Stunden, wenn denn so viel Zeit ist, mit dem Gaul beschäftigt. Übriger Aufreger des Tages ist nur der Depp, der da vielleicht 4 mal vorbeischaut, um ein bisschen Mist raus zu kratzen und was zu mampfen reinzuschieben. Das erledigt er in völliger Ignoranz gegenüber dem Tier. Hierbei hat das Pferd dann Zeit das ganze Repertoire von Stress zum Ausdruck zu bringen, das ihm zur Verfügung steht, vom wild-um-sich-Beißer über den Weber oder Kopper, die jetzt ganz besonders eifrig werden bis hin zum wüsten Scharrer, der sich schon bis zum Beton durchgraben hat und dem Dagobert Duck unter den Pferde, der wie von Sinnen seine Runden in der Box dreht.
Wer sein Pferd noch etwas lieber hat, lässt es hin und wieder mal ein wenig auf einen 40x20 Auslauf, um sich einreden zu können, das Pferd könne sich so ja ausreichend bewegen und die Standzeit in der Box dadurch kompensieren. Andere sagen: Der bewegt sich doch eh nicht, dann kann er auch drin bleiben. Aus welchem Anreiz sollte sich ein Pferd auch stundenlang auf einer Einöde bewegen...? Wenn es Glück hat, stehen noch andere Pferde parat mit denen sie dann zumindestens ein wenig reellen Sozialkontakt pflegen können. Wenn sie denn noch können... gibt ja bereits Pferde, die dermaßen asozial sind, dass sie mit anderen gar nicht mehr zurecht kommen. Aus Angst vor ihnen fliehen oder extrem aggressiv sind.
Würde man eine Katze oder einen Hund in einem Käfig unter ähnlichen Bedingungen halten, würden die Leute aufschreien. Warum ist es also in Ordnung soetwas mit Pferden zu machen? Weil es bequemlich ist und sich der Wattebausch so nicht verletzen kann - zumindestens rein äußerlich. Wie viele Reitpferde haben Arthrose oder Lungenerkrankungen? Wie kann es Menschen geben, die ernsthaft glauben, dass es ihren Pferden unter diesen Bedingungen gut geht?
Der Pferdesport setzt dem ganzen noch die Krone auf. Und dabei ist es völlig egal, ob es das popelige Hausturnier oder Olympia ist. Überall sieht man gestresste Pferde. Das Gehetze über Hindernisse, die unschöne Wahrheit vor der Dressurprüfung auf dem Abreiteplatz. Ich war jüngst als Zuschauer bei einem großen Turnier, aufgehende Sterne am Turnierhimmel durfte ich begutachten von Klasse A-S alles dabei - ich wollte eigentlich gar nicht, habe mich breit schlagen lassen und es bereut - es war schrecklich.
Das fängt bereits im Reitunterricht an, der alles erlaubt um das Pferd irgendwie gefügig zu machen. Sätze wie "der verarscht dich nur" oder "jetzt hol ihn dir doch mal richtig ran", "der hat zu machen, was du willst". Und das Ganze wird schön geredet. Das Pferd brauch ja eine Leitfigur, es muss ja so, weil das in der Prüfung gefordert wird und man ist ja so ehrgeizig und das Pferd erst...
Dabei ist es übrigens völlig Banane welche Art der Bewegung eines Pferdes oder welchen Stil man bevorzugt, es ist überall eine gleiche Grundstimmung zu spüren. Minishettys, die ihren Besitzer fast die Hand abbeißen vor lauter Gier bei ausführen von Zirkuslektionen finde ich genauso schrecklich wie Quarter Horses, die aus dem vollen Galopp die Notbremse ziehen.
Geht das nur mir so?
Kein Tier darf im Sinne des Tierschutzgesetzes so dermaßen missbraucht werden wie Pferde. Schulpferde mit toten Augen, Sportpferde, denen die blaue Zunge schon an der Brust klebt... und das ist okay, es gibt inzwischen sogar Preise, für faires Reiten, wenn man den Zossen auf dem Abreiteplatz nicht ganz so vergewaltigt hat, statt das als selbstverständlich anzusehen und herbe Strafen für Menschen, die ihr Tier quälen, anzusetzen.
Aber das ist wohl so bei der Reiterei, man muss schon so dermaßen offensichtlich quälen, dass das wirklich keiner mehr als "Momentaufnahme" entschuldigen kann.
Was ist schön an einem Pferd das bekloppt über das Dressurviereck mit Einerwechseln tippelt oder im Krebsgang durch die Bahn wechselt? Es sieht einfach nur eklig aus. Was beweist es, wenn Olympiareiter das einstudierte Programm mit ihrer gequälten Seele auch ohne Sattel und Trense reiten können? Selbst Stefan Raab war einst fähig ein solch hoch ausgebildetes Pferd erstaunlich gut zu reiten... Es beweist doch nur, dass das Pferd dermaßen psychisch durch ist, dass es den Zwang selbst ohne Zwangsjacke noch spürt.
Es werden Pferde gezüchtet, die kaum widerstandsfähig sind, die Gehirne sind schon geschädigt, bevor das kleine Pferd überhaupt das Licht der Welt erblickt.
Ein Windzug zu viel und es lahmt auf allen vier Beinen.
Ich bin manchmal einfach nur angeekelt von dieser "Pferdeliebe"...