Hallo,
oh je, die arme Maus :-(
Dass die Kleine nicht mehr im Laufrad läuft ist verständlich, weil die offene Wunde am Bauch dann vermutlich am Laufrad "scheuern" würde und ihr das weh tut. Und wenn die Beinchen auch schon nicht mehr funktionieren, weil der Tumor stört, dann kommt das noch erschwerend hinzu.
Aber mal nacheinander:
Ist die Tierärztin sich denn sicher, dass es ein Tumor ist und kein Abszess?
Wenn es nämlich doch ein Abszess sein sollte, könnte man es evtl. mit einem Antibiotikum (AB) versuchen.
Vielleicht rufst Du noch einmal an und fragst ausdrücklich nach, warum es kein Abszess sein kann?
Wenn die TÄ sich unsicher sein sollte, dann würde ich es wirklich mal mit einem AB versuchen - es wäre eine Chance.
Mir ist auch etwas unverständlich, warum sie nicht sagen kann, ob der Tumor gut- oder bösartig ist. Klar, sie kann nicht hellsehen. Aber wenn Flüssigkeit/Blut aus der Wunde kommt, sehe ich das zunächst als Chance, denn sonst kommt man beim Hamster an Blut nicht ran. Kann sie das Sekret dann nicht aufnehmen (z.B. mit einem Wattestäbchen oder auf einen Objektträger) und in ein Labor schicken oder selbst untersuchen? Das hat kürzlich meine Tierärztin bei meiner Süßen auch gemacht, weil eine Gebärmutterentzündung vermutet wurde, und ein Abszess ist ja auch ein entzündlicher Prozess. Da kam auch nicht viel Sekret aus der Scheide, aber sie hat es mit einem Wattestäbchen abgetupft, untersucht und erklärte mir, dass sie keine Entzündungswerte feststellen konnte. Bei einem Abszess wäre das m.E. nichts Anderes. Und Tumorzellen müßten doch ebenfalls über das Blut nachweisbar sein. Vielleicht magst Du auch danach mal fragen? Ist nur eine Idee.
Sofern DAS möglich ist, wäre eine solche Untersuchung sogar m.E. sehr wichtig. Denn sollten Tumorzellen im Blut nachweisbar sein, dann kann man davon ausgehen (da offene Wunde), dass diese tumorösen Zellen sehr wahrscheinlich bereits im Blutkreislauf sind. Und so leid es mir tut, das schreiben zu müssen, aber dann würde ich der Kleinen keine OP mehr zumuten. Denn selbst wenn sie die OP übersteht, wäre die Gefahr sehr groß, dass sich schon sehr bald der nächste Tumor bildet.
Findet man im Blut keine Tumorzellen oder Entzündungswerte, dann kann man doch wohl eher von einer gutartigen Gewebeveränderung ausgehen, so dass ich eine OP riskieren würde, sofern die Kleine noch fit genug ist, die TÄ sich das zutraut und Chancen sieht. Denn gerade bei Kleinnagern ist es sehr wichtig, dass der TA darauf achtet, dass die Narkose richtig dosiert ist und der kleine Tierkörper nicht zu sehr auskühlt. Und auch wenn man nur Entzündungswerte im Blut nachweist, würde ich von einem Abszess ausgehen und unter den o.g. Voraussetzungen ebenfalls eine OP riskieren, sofern eine vorausgehende AB-Behandlung scheitert. Sollte der TA dann während der OP doch feststellen, dass es aussichtslos ist (weil der Tumor oder Abszess z.B. zu sehr mit dem umliegenden Gewebe oder Organen verwachsen ist), dann läßt er die Kleine halt aus der Narkose nicht wieder aufwachen. Aber ich würde ihr dann diese Chance geben.
Die letzte Alternative wäre, man läßt alles, wie es ist, und gibt nur Schmerzmittel.
Ganz ehrlich, das wäre in meinen Augen Tierquälerei. Denn die Kleine kann im Laufrad nicht mehr laufen, ist auch sonst beim Laufen eingeschränkt, das Sandbad solltest Du dann auch besser rausnehmen, damit kein Schmutz in die Wunde kommt ......
Mal ehrlich: Was für eine Lebensqulität hätte Deine Kleine da noch?
Und ich denke "Lebensqualität" ist in diesem Fall auch das zentrale "Stichwort".
Sollte der Nachweis über einen Bluttest nicht möglich sein oder es ein bösartiger Tumor sein bzw. keine OP mehr möglich sein, dann würde ich die Kleine möglichst bald erlösen lassen. Denn bei einem bösartigen Tumor gibt es kein "zu früh" und Lebensqualität hat die Kleine im jetzigen Zustand ohnehin kaum mehr.
Hier sind alle Daumen und Pfötchen gedrückt, dass eine entsprechende Untersuchung des Sekrets möglich ist (ggf. mal selbst in einem Labor nachfragen) und dass der Kleinen noch geholfen werden kann.
Ich wünsche Dir viel Kraft in dieser schweren Zeit.