Hündin hat Angst vor Menschen und wird "scheinläufig".

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Joshua

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Hallo ihr Lieben,

ich bin's mal wieder.
Dieses mal allerdings nicht mit einer Frage zu meinem eigenen Hund, sondern zu seiner besten Freundin "Ruby". Kurz ihre Vorgeschichte:
Sie ist jetzt etwas über 2 Jahre alt und kam mit 4 Monaten aus Rumänien in ein deutsches Tierheim. Dort wurde sie einer guten Freundin dann als problemloser Hund vermittelt, der nur etwas schüchtern sei. Dass sie aus Rumänien stammt, wurde erst erwähnt, nachdem sie und ihr Freund sich für die Hündin entschieden hatten. (Genau genommen wurde es nicht einmal erwähnt, sondern wurde erst bei Aushändigung des Impfpasses klar). Die beiden hatten vorher noch nie einen Hund besessen und trotz Informieren begingen sie natürlich einige Fehler mit der ängstlichen Ruby, die sich als deutlich mehr rausstellte, als nur "etwas" schüchtern. Abfangs klebte sie nur am Boden, bewegte sich nicht weg und auch Halsband und Geschirr musste man ihr erst angewöhnen. Sie hatte vor allem Angst, aber vor allem vor Menschen. Sie ist übrigens irgendetwas Schäferdackeliges. ;)

Kurzes Bild zur Auflockerung:
img_20160720_wa0005_by_androsanity-dap9r5i.jpg

Nun sind 2 Jahre vergangen und Ruby hat sich in vielem schon enorm verbessert, allerdings gibt es immer noch zwei große Baustellen.

1. alte Männer:
Der Typ "alter Mann mit grauen Haaren", vor allem mit Gehstock ist für sie ein absoluter Todfeind. Anfangs bellte sie alle Fahrräder, Jogger, Fußgänger, Reiter, etc. intensiv an, aber es hatte sich schon auf so gut wie Null reduziert. Da ist aber genau das Problem. Von 100 Männern ihres Beuteschemas kann sie inzwischen 99 ignorieren, aber bei manchen flippt sie total aus. Hatten wir grade heute wieder. Wir waren mit unseren beiden Hunden zusammen unterwegs und an uns vorbei lief ein älterer Herr, während wie mit einem anderen Passanten und seinem Hund beschäftigt waren. Die drei spielten und schließlich verabschiedeten wir uns. Lias und Ruby rannten voraus, allerdings sahen wir zu spät, dass Ruby nicht das Spiel mit meinem kleinen im Kopf hatte, sondern aus mindestens 300-400 Metern Entfernung den Mann jagte. Sie waren schon beinahe da, wir riefen beide nach unseren Hunden. Lias kam zurück, Ruby allerdings hatte den Fußgänger schon erreicht und bellte diesen an, schnappte in seine Richtung in die Luft und umkreiste ihn. Besagte Freundin rannte natürlich hin und versuchte Ruby einzufangen, aber da Ruby in diesem Zustand nicht mal ihre Besitzerin an sich heran lässt, dauerte es recht lange, bis sie Ruby in meine Richtung schicken konnte und ich sie schließlich einfing. Sie weicht in dem Moment jedem aus und rennt weg, kreist und bellt, sobald man sich ihr zuwendet.
Der Mann trat auch nach ihr, was dazu führte, dass sie ins Hosenbein oder den Schuh schnappte, allerdings ist der Mann trotz Entschuldigung und Nachfrage, ob alles in Ordnung sei, wortlos weg gegangen. Dieses ganze Spiel zeigt ja schon mehrere Probleme.
- Unberechenbarkeit
- Nachjagen trotz großer Distanz
- Anbellen/Umkreisen
- Schnappen
- Unabrufbarkeit
- sich nicht mal körperlich einfangen lassen

Das gleiche Verhalten zeigt sie bei JEDEM, der die Wohnung betritt und den sie noch nicht kennt. Auch da schnappt sie in die Hose, bellt ununterbrochen, so dass die beiden gar keinen unangemeldeten Besuch empfangen können, mit dem nicht vorher schon 5-6 Gassirunden gedreht wurden. Wenn jemand die Wohnung betritt ohne, dass die beiden da sind, pinkelt sie sich jedoch sogar ein und ist still/an den Boden gepresst.

2. Bellen
Das zweite große Problem ist die generell enorme Bellfreudigkeit, die sie im Haus an den Tag legt. Diese zeigt sie jedoch nur, wenn die beiden Besitzer zuhause sind! Sobald jemand am Garten/Fenster/Hausflur vorbei geht, wird angeschlagen. Das Problem ist, dass schon eine Beschwerde einging und sie deshalb um den Hund zu beruhigen das einzig Falsche machen: Sie gehen hin und reden auf sie ein/streicheln sie sogar. :eusa_doh:Sie haben Angst sonst aus der Wohnung zu fliegen, wenn sie das Bellen nicht sofort eindämmen. Anfangs haben sie noch mit Methoden gearbeitet wie den Hund an der Leine weg zu führen, doch da sie stundenlang durch bellt, ist das für die beiden keine Option mehr.

Sie ist übrigens sehr schwer zu begeistern, sowohl Futter als auch Spielzeug oder Zuwendung sind ihr völlig egal, wenn sie etwas interessantes entdeckt. Ihre Erziehung ist auch.. nunja, also sie gehorcht, wenn Leckerlies im Spiel sind, aber ansonsten hat sie einen extremen Dickkopf.

Ach, und was noch ein Problem ist.. sie wurde vor einem Jahr kastriert und seitdem verfällt sie dennoch immer wieder exakt während der Zeit, in der sie eigentlich läufig wäre, in eine Art "Scheinläufigkeit"..Ich nenn es mal einfach so. Sie bockt eher, ist drinnen sehr verschmust, hört schlecht, alle Rüden hängen ihr am Hintern und wollen sie besteigen.. also genau die Verhaltensweisen, die sie vorher während der Läufigkeit an den Tag legte. Nach Ende dieser Zeit ist alles wieder beim Alten und sie ist so wie immer.

Besagte Freundin traut sich leider nicht in Foren zu fragen, da sie Angst hat in der Luft zerfetzt zu werden oder den Rat zu bekommen, dass die einzige Lösung wäre Ruby abzugeben.
Deshalb schreibe ich das hier einfach mal rein und bin gespannt was ihr dazu sagt.

Zu Belohnung für alle, die das fleißig gelesen haben hier noch ein Bild:
img_20160725_wa0013_by_androsanity-dap9v2q.jpg
 
  • Hündin hat Angst vor Menschen und wird "scheinläufig". Beitrag #2
Hallo Joshua,

ich weiß, dass einige User hier teilweise recht deutlich sein können - aber "in der Luft zerrissen" wurde hier nicht wirklich, oder? ;)
Gerade die Hundeleute (sich umsieht) nehmen häufig kein Blatt vor den Mund.
Häufig ist es aber auch das geschriebene Wort, dass die Verständigung schwierig macht. Man sieht nicht die Körpersprache seines Gegenübers und liest nur den Text. Der fällt leider oft härter aus, als er gemeint ist.

Nun zu dem Problem... wenn die Hündin so unberechenbar reagiert ist - in meinen Augen - Schleppleinentraining zwingend notwendig.
Und zwar nicht nur den Hund an der langen Leine laufen zu lassen, sondern intensiv damit arbeiten. Eventuell ist hier ein Hundetrainer, der ihr die Arbeit mit der Schleppleine zeigen kann angebracht.
Freilauf sollte die Maus erst dann wieder genießen dürfen, wenn der Rückruf wirklich klappt. (Es gibt Schleppleinen in fast allen Längen)

Das Bellen im Haus könnt ihr möglicherweise in den Griff bekommen durch Boxentraining. Das heißt der Hund wird positiv auf eine Transportbox trainiert und dann wenn Besuch kommt wird sie hineingeschickt.
Der Besuch darf sich dann der Box nicht nähern oder sie ansprechen.

Das in Kürze erst einmal von mir. Ich gehe davon aus, dass noch andere vielleicht noch andere sinnvolle Trainings- bzw. Lösungsansätze haben.
 
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