In Memoriam: Tesla ca. April 2015 – 12. Januar 2017

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Nienor

Nienor

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Warum nur? Warum musstest du so früh gehen? Warum hat das Schicksal nur so entschieden? Ich werde es nie verstehen.

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Gerade als mein Murphy gestorben war, sah ich ein Video von dir. Und auch wenn du dich wie ein richtiger Prolet aufgeführt hast, so hast du dich direkt in mein Herz geschlichen. Dich süssen aber doch nicht so armen Zwerg hatte man einfach mit ein paar Rattendamen ausgesetzt – wie konnte man nur? Ok, du warst vom Verhalten keine Traumratz und hochgradig bissig, wie ich bald merken sollte. Aber Aussetzen? Da gab es doch sicher bessere Weg. Wir haben ja auch einen gefunden. Dein Verhalten im Video machte mir die Namenswahl auch nicht sonderlich schwer. Denn wer so unter Strom steht, der musste Tesla heissen. Tesla, mein Herr Starkstrom. Und bald konntest du deine Reise von Regensburg in die Schweiz antreten.

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Am ersten Tag hier warst du ein kleiner Engel.

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Doch kaum richtig angekommen, hast du dein wahres Gesicht gezeigt und mir direkt mal in die Hand gehakt, nachdem du den schützenden Pulli zur Seite geschoben hattest. Und auch bei den Inte-Versuchen warst du einen Tag lieb.

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Doch bald hast du alles in Schweizer Käse verwandelt. Schnell stand also fest: Die Akkus müssen ab. Gesagt, getan und nach wenigen Tagen warst du anfassbar. Bis wir dich allerdings ins Rudel bekamen, musste noch viel Zeit vergehen. Denn erst brauchtest du lang, bis du nett warst, und dann konnte dich der Pico nicht ausstehen. Verständlich, er war ja auch dein liebstes Opfer. Doch irgendwann war der Knoten geplatzt und später verband dich eine intensive Freundschaft mit Pico.

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Im Rudel angekommen konntest du dann endlich dein Leben geniessen. Mit Auslauf, Beschäftigung, rattigen Freunden.

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Nur deine Beziehung zu war immer von einer gewissen Distanz geprägt. Zum Futter abholen war ich zwar immer gut genug. Da warst du teilweise recht aufdringlich. Aber wehe die Hand kam dir zu Nahe oder wollte dich greifen. Ohweh, dann hattest du Angst und hast dich verkrampft. Also blieb es da beim Nötigsten, was du zugelassen hast. Und das war okay so. Denn solang du niemanden mehr beisst, konntest du dein Leben leben, wie du es wolltest. Eben auch ohne mich.

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Ja, gefressen hast du gern. Vor allem Pellets. Eigentlich kamst du jeden Abend zu mir, um dir deine Pellets abzuholen – und das Sofa vollzukrümeln. Manchmal sasst du dann sogar auf dem Sofa und hast mich mit dem Hintern berührt, während du dein Pellet gemampft hast. Ach, was war ich glücklich in solchen Momenten.

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Doch im Dezember war damit plötzlich Schluss. Du wolltest immer seltener Festes essen. Deshalb war ich mit dir beim Tierarzt, wo du in Narkose untersucht wurdest. Doch die Tierärztin konnte nichts finden. Alles, was man untersuchen konnte, war in Ordnung. Wir hofften auf eine Entzündung, die dir Schmerzen verursachte. Deshalb bekamst du Schmerzmittel und Antibiotika. Doch nur das Schmerzmittel half. Und so konntest du wieder ab und an ein Pellet, aber vor allem jede Menge Nüssli, Sonnenblumenkerne und Mandelsplitter.

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Schnell wurde jedoch klar, dass du wohl nie wieder das alte pelletvernichtende Krümelmonster werden würdest und den Rest deines Lebens vor allem Brei zu dir nehmen würdest. Aber so sollte es sein. Du hast ja sogar richtig zugenommen, seit du nicht mehr recht fressen konntest. Und lange Zeit blieb dein Gesundheitszustand sehr stabil. Bis, bis vor einer Woche. Da warst du im Auslauf und hast dir wieder Kerne auf dem Sofa abgeholt. Doch irgendwie drehtest du dich immer wieder mal einfach im Kreis. Komisch dachte ich. Doch wenn du wolltest, konntest du auch gerade aus laufen. Zur Sicherheit bekamst du wieder Antibiotika. Vielleicht ist es ja nur eine Ohrenentzündung, hoffte ich. Und in den nächsten Tagen warst du wieder unauffällig.

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Am Dienstag dann die erste grosse Ernüchterung. Deine linke Vorderpfote funktionierte nicht mehr so, wie du es wolltest. Während die rechte noch normal den Mais greifen und halten konnte, machtest du mit der linken ein Fäustchen und strecktest sie komisch unter der linken durch. Mir war sofort klar, da kann nur ein Hirntumor dahinter stecken. Und dass deine Zeit langsam abläuft. Langsam, das hatte ich zumindest gehofft. Doch das Schicksal hatte anderes vor.

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Als ich Mittwoch nach Hause kam, rief ich dich wie gewohnt, um dir deinen Brei zu geben. Doch du kamst nicht aus einem Haus gelaufen. Du hast dich nichtmal recht gerührt und ich musste dich suchen. Als ich dich fand und zu deinem Schälchen setzte, merkte ich, dass du ganz schlapp warst. Dir fehlte einfach die Körperspannung. Ausser, wenn man dich in der Hand hatte. Da hattest du dich wie immer verkrampft. Später wurdest du etwas aktiver und begannst, dich eigentlich nur noch im Kreis zu drehen. Leider war dann auch schnell klar, dass dies dein letzter Abend bei uns sein muss. Denn das warst nicht mehr du. Zwar konntest du noch fressen und hast auch mal selbstständig zum Napf gefunden. Doch das ist kein Leben.

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Nano hat dich zum Tierarzt begleitet. Denn er hatte in den letzten Tagen massiv abgebaut. Es ist, als hätte keiner von euch ohne den anderen bleiben wollen. Warst du es, der wegen Nano die Koffer plötzlich so schnell gepackt hat? Oder war es der Nano, der dir folgen wollte? Ich weiss es nicht. Beim Tierarzt lagst du schon ziemlich abwesend auf der Decke. Zwei, drei Kreise bist du noch gerobbt. Aber es fiel dir sehr schwer. Deine linke Pfote war eigentlich nicht mehr zu gebrauchen, du hast sie verkrampft von dir gestreckt. Doch gegen deine Spritze hast du dich noch sehr gewehrt. Es tat mir so leid. Du wolltest nicht gehen, doch du konntest doch so nicht mehr weiter leben. Als das Mittel langsam Wirkung zeigte, bekamst du den Rest der Dosis und konntest dann zusammen mit dem Nano auf meinem Arm für immer einschlafen. Weil ihr so sehr aneinander gehangen habt, haben wir euch gemeinsam beerdigt. Beim Pico, deinem gutem Freund. So seid ihr für immer zusammen.

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Mach's gut, Tesla. Ich hoffe, es hat dir hier gefallen. Auch wenn du dich immer wieder anfassen lassen musstest. Aber ich denke, die Pellets haben das wett gemacht? Oder? Ich vermiss dich, mein kleiner Herr Starkstrom.

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  • In Memoriam: Tesla ca. April 2015 – 12. Januar 2017 Beitrag #2
Ohje Nienor,

wenn nicht diese Abschiede immer so traurig wären und dann auch noch zwei an einem Tag :022:. Das tut mir sehr leid.

Kommt gut rüber ihr zwei Süßen.

Fühl dich getröstet :056: .

Mitfühlende Grüße
Mandarina
 
  • In Memoriam: Tesla ca. April 2015 – 12. Januar 2017 Beitrag #3
Und auch hier: Es tut mir so leid :(!
Komm gut rüber, Tesla.
 
  • In Memoriam: Tesla ca. April 2015 – 12. Januar 2017 Beitrag #4
Ich danke euch. Die beiden fehlen hier sehr. Es war ein ziemlicher Schock, als ich realisierte, dass es für beide das Beste ist, sie zusammen ziehen zu lassen. Vor allem, weil sie unterschiedlich abbauten. Erst sah es so aus, als würde Tesla eher gehen, dann "holte der Nano auf" und dann mit einem Schlag ging's auch Tesla richtig schlecht :(
 
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