- Hund behalten oder abgeben? Beitrag #1
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MariaE
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Hallo,
hab mich hier jetzt extra angemeldet, weil ich ein großes Problem hab und zwar mit meinem neuen Hund. Wird wahrscheinlich länger, weil ich die Situation so detailliert wie möglich/nötig schildern will.
Vor drei Wochen kam mein Hund mit dem Transporter aus Rumänien hier an. Was drinsteckt lässt sich nicht genau sagen, vielleicht Schäferhund und Husky (vom Aussehen her) und er ist jetzt etwa ein Jahr alt. Er war so verängstigt, dass der Transporteur ihm nicht einmal sein Geschirr anziehen konnte (so war es mit der Organisation eigentlich vereinbart). Die ersten Tage hier lag er eigentlich nur herum, traute sich kaum etwas und stand nur selten auf. Er knurrte wenn man ihm zu nahe kam, was sich aber langsam legte, zumindest bei meiner Schwester, meiner Mutter und mir (also nur den weiblichen Familienmitgliedern). Bei meinem Bruder und meinem Vater hingegen wurde und wird es immer schlimmer. Am ersten Tag konnte mein Bruder ihn noch normal streicheln, wie alle anderen. Mein Vater hat ihn ignoriert (bzw. nur selten einmal angeschaut, jedoch aus Entfernung). Bei meiner Schwester und mir war das Eis relativ schnell gebrochen, auch bei der Freundin meines anderen Bruders. Bei meiner Mutter dauerte es etwas länger, sie wird manchmal angeknurrt, jedoch nicht bösartig. Anders als bei meinen Brüdern und meinem Vater, anfangs knurrte er ,,normal" (wie bei mir und meiner Schwester). Mit der Zeit ist jetzt aber ein aggressives ,,Nach-Vorne-Gehen" daraus geworden. Als Beispiel: Ich war im Badezimmer und die Tür stand offen, der Hund lag davor, mein Vater kommt aus einem Zimmer und beachtet ihn gar nicht. Der Hund springt auf und knurrt und bellt. Als mein Vater dann die Treppe hoch ging ist der Hund ihm hinterher und hätte ihn meines Erachtens nach fast an der Wade ,,geschnappt" (konnte es nicht genau sehen). Dann hat mein Vater letztens mit einem Zollstock draußen gesessen(hat etwas ausgemessen) und der Hund geht zu ihm schnüffeln, plötzlich, ohne das mein Vater sich IRGENDWIE geregt hat, knurrt und bellt der Hund wieder sehr aggressiv (nicht mit eingezogener Rute etc., woraus man auf Angst schließen könnte).
Außerdem lässt mein Hund sich keine ,,Leckerchen" wegnehmen. Futter und ,,verbotene" Sachen (z.B. Schüsselchen) kann man ihm jedoch schon wegnehmen. Um mit ihm zu üben, ALLES loszulassen (nicht, dass er mal Giftköder etc. frisst und sich nichts wegnehmen lässt) hab ich versucht ihn zu streicheln, als er an einem Lammohr gekaut hat. Das funktionierte relativ gut, er knurrte anfangs, merkte dann jedoch nach und nach, dass ich ihm sein Ohr (vorerst) nicht wegnehme. So wollte ich auch heute mit ihm ,,üben". Beim Grillen bekam er ein Stück Bauchlappen und kaute darauf herum. Ich streichelte ihn am Kopf und es schien ihm nichts auszumachen. Dann legte ich meine Hand auf seine eine Pfote, um ihn dort zu streicheln, da knurrte er SEHR aggressiv (was er bei mir NIE tut) und biss mir in den Finger, dass es blutete. Dann hat er sich nach einem Spaziergang unbeaufsichtigt in der Küche einen weiteren Bauchlappen geklaut, den meine Schwester ihm dann wieder wegnehmen wollte. Als er wieder die Lefzen ,,hochzog", so, wie bevor er mich gebissen hat, hab ich gesagt, sie soll es nicht weiter versuchen. Wir haben dann mit ,,Nein" (dass kennt er schon) auf ihn eingeredet und als er hat fallen lassen, haben wir ihn erst einmal weg gezogen, bevor er sie auch beißt. Vorhin hab ich meinen Bruder nach Hause gefahren und mein anderer Bruder blieb mit seiner Freundin hier. Da er Angst vor dem Hund hat, zog die Freundin ihm seinen Maulkorb an(daran hab ich ihn sicherheitshalber gewöhnt, dass ich ihn absichern kann, wenn er so unberechenbar reagiert (gerade bei Männern)). Unsere Katze hat dann in der Küche den geklauten Bauchlappen vom Tisch runter auf den Boden geschubst und der Hund wollte wieder dran. Meine Mutter ging am Hund vorbei (ohne ihn zu beachten!) und er springt auf und geht sie an, hätte er keinen Maulkorb angehabt, hätte er sich auf jeden Fall in den Oberschenkel gezwickt. Jetzt ist unser Zweithund (5 Jahre alter, kleiner Mix) total verwirrt und auch meine Schwester(16, war auch in der Küche) hat jetzt Angst vor dem Hund. Sie hat ihn zwar wieder gestreichelt etc. aber hätte Angst, alleine mit ihm im Zimmer zu sein.
An diesem ,,Beute-Verteidigen" ließe sich arbeiten, aber das größere Problem ist die Situation mit meinem Bruder und Vater, da wir alle zusammen wohnen und er sie immer heftiger angeht. Es gibt zwar auch Positives (holt z.B. Leckerchen), aber dann tickt er wie gesagt plötzlich aus. Einen Hundetrainer kann ich in dem Ausmaß wie mein Hund es wohl bräuchte nicht bezahlen. Was auch dagegen spricht ist, dass mein Vater kaum zuhause ist (Schichtarbeit + zeitintensive Hobbies) und auch mein Bruder kann sich nicht intensiv mit dem Hund befassen (Bäckerausbildung nachts und tagsüber schläft er oft). Zwingen kann ich sie ja auch nicht. Habe meinen Vater letztens gefragt, ob er dem Hund sein Nassfutter geben will, da meinte er, dass das nichts bringen würde, da ja doch keine Routine reinkommen würde.
Hier vielleicht noch ein paar weitere wichtige Infos:
- Ich wollte eigentlich einen Hund aus dem Tierheim (habe bis Umkreis von ca.200km gesucht), aber leider keinen gefunden, der einer Hündin und drei Katzen verträglich und für ,,Anfänger"(hatte ja noch keinen eigenen Hund) geeignet ist.
- Im Internet habe ich dann ,,meinen" Hund gefunden, liebt angeblich alle Zwei- und Vierbeiner (wortwörtlich!), also wie für mich gemacht, dachte ich (im Nachhinein wahrscheinlich zu naiv, das ist mir bewusst). Sogar zu standfesten Kindern hätte er können (laut Anzeigetext).
- Dann kam er an und ich hatte einen unheimlichen ,,Hundeblues". Ich hatte das Gefühl keine Bindung aufbauen zu können und wollte ihn am liebsten gleich wieder zurückgeben. Außerdem hab ich mich dem Ganzen nicht gewachsen gefühlt, da er ganz anders war als beschrieben und ich dachte er sei bei hundeerfahrenen Menschen besser aufgehoben. Aber zum Glück verging das mit der Zeit und ich habe ihn liebgewonnen (bis heute, der Biss hat das erst einmal alles gedämpft).
- Die Tierschützerin nervte mich JEDEN TAG. Gleich am ersten Tag rief sie nach ein paar Stunden an, in den nächsten Tagen dann jeden tag mehrmals (mindestens 3 mal). Schon damals war ihr ,,Allheilmittel" Handfütterung und ,,der hat nur Angst." Da habe ich erst erfahren, dass der ganze Wurf (Vier Geschwister, mit ihm sind drei vermittelt) sehr ängstlich ist. Als ich dann von den Problemen (Knurren, Bellen, ,,Aggressivität") berichtet hab, kam sie wieder mit Handfütterung an (und wer ihn erlebt hat wie er bei meinem Vater/Bruder reagiert, hätte von so etwas eher abgeraten, weil sonst wohl die Hand mit ab wäre!). Zudem hat sie da zum ersten Mal erwähnt, dass sein Bruder schon nach Besuch der Besitzerin geschnappt hat, angeblich nach deren Fehlverhalten. Seitdem haben die Anrufe rapide abgenommen, bloß zwei mal hat sie sich noch gemeldet, will aber in zwei Wochen wieder anrufen.
- Ich will den Hund auf jeden Fall tierärztlich abchecken lassen, um was organisches zu 100% ausschließen zu können.
Ich fühl mich in einer totalen Zwickmühle, einerseits können/wollen mein Vater und Bruder nicht ausreichend mit ihm ,,arbeiten", andererseits will ich ihn auch nicht einfach abschieben, wo er es womöglich schlechter hat, ich will schließlich, dass mein Hund ein gutes Zuhause hat, was aber vielleicht nicht bei mir ist. Vielleicht könnt ihr mir ja Tipps geben oder von eigenen Erfahrungen berichten.
So.. bei Fragen könnt ihr euch gerne melden und vielen Dank nochmal für's Lesen, auch wenn es so lang geworden ist.
Vielen Dank schon mal für Antworten
hab mich hier jetzt extra angemeldet, weil ich ein großes Problem hab und zwar mit meinem neuen Hund. Wird wahrscheinlich länger, weil ich die Situation so detailliert wie möglich/nötig schildern will.
Vor drei Wochen kam mein Hund mit dem Transporter aus Rumänien hier an. Was drinsteckt lässt sich nicht genau sagen, vielleicht Schäferhund und Husky (vom Aussehen her) und er ist jetzt etwa ein Jahr alt. Er war so verängstigt, dass der Transporteur ihm nicht einmal sein Geschirr anziehen konnte (so war es mit der Organisation eigentlich vereinbart). Die ersten Tage hier lag er eigentlich nur herum, traute sich kaum etwas und stand nur selten auf. Er knurrte wenn man ihm zu nahe kam, was sich aber langsam legte, zumindest bei meiner Schwester, meiner Mutter und mir (also nur den weiblichen Familienmitgliedern). Bei meinem Bruder und meinem Vater hingegen wurde und wird es immer schlimmer. Am ersten Tag konnte mein Bruder ihn noch normal streicheln, wie alle anderen. Mein Vater hat ihn ignoriert (bzw. nur selten einmal angeschaut, jedoch aus Entfernung). Bei meiner Schwester und mir war das Eis relativ schnell gebrochen, auch bei der Freundin meines anderen Bruders. Bei meiner Mutter dauerte es etwas länger, sie wird manchmal angeknurrt, jedoch nicht bösartig. Anders als bei meinen Brüdern und meinem Vater, anfangs knurrte er ,,normal" (wie bei mir und meiner Schwester). Mit der Zeit ist jetzt aber ein aggressives ,,Nach-Vorne-Gehen" daraus geworden. Als Beispiel: Ich war im Badezimmer und die Tür stand offen, der Hund lag davor, mein Vater kommt aus einem Zimmer und beachtet ihn gar nicht. Der Hund springt auf und knurrt und bellt. Als mein Vater dann die Treppe hoch ging ist der Hund ihm hinterher und hätte ihn meines Erachtens nach fast an der Wade ,,geschnappt" (konnte es nicht genau sehen). Dann hat mein Vater letztens mit einem Zollstock draußen gesessen(hat etwas ausgemessen) und der Hund geht zu ihm schnüffeln, plötzlich, ohne das mein Vater sich IRGENDWIE geregt hat, knurrt und bellt der Hund wieder sehr aggressiv (nicht mit eingezogener Rute etc., woraus man auf Angst schließen könnte).
Außerdem lässt mein Hund sich keine ,,Leckerchen" wegnehmen. Futter und ,,verbotene" Sachen (z.B. Schüsselchen) kann man ihm jedoch schon wegnehmen. Um mit ihm zu üben, ALLES loszulassen (nicht, dass er mal Giftköder etc. frisst und sich nichts wegnehmen lässt) hab ich versucht ihn zu streicheln, als er an einem Lammohr gekaut hat. Das funktionierte relativ gut, er knurrte anfangs, merkte dann jedoch nach und nach, dass ich ihm sein Ohr (vorerst) nicht wegnehme. So wollte ich auch heute mit ihm ,,üben". Beim Grillen bekam er ein Stück Bauchlappen und kaute darauf herum. Ich streichelte ihn am Kopf und es schien ihm nichts auszumachen. Dann legte ich meine Hand auf seine eine Pfote, um ihn dort zu streicheln, da knurrte er SEHR aggressiv (was er bei mir NIE tut) und biss mir in den Finger, dass es blutete. Dann hat er sich nach einem Spaziergang unbeaufsichtigt in der Küche einen weiteren Bauchlappen geklaut, den meine Schwester ihm dann wieder wegnehmen wollte. Als er wieder die Lefzen ,,hochzog", so, wie bevor er mich gebissen hat, hab ich gesagt, sie soll es nicht weiter versuchen. Wir haben dann mit ,,Nein" (dass kennt er schon) auf ihn eingeredet und als er hat fallen lassen, haben wir ihn erst einmal weg gezogen, bevor er sie auch beißt. Vorhin hab ich meinen Bruder nach Hause gefahren und mein anderer Bruder blieb mit seiner Freundin hier. Da er Angst vor dem Hund hat, zog die Freundin ihm seinen Maulkorb an(daran hab ich ihn sicherheitshalber gewöhnt, dass ich ihn absichern kann, wenn er so unberechenbar reagiert (gerade bei Männern)). Unsere Katze hat dann in der Küche den geklauten Bauchlappen vom Tisch runter auf den Boden geschubst und der Hund wollte wieder dran. Meine Mutter ging am Hund vorbei (ohne ihn zu beachten!) und er springt auf und geht sie an, hätte er keinen Maulkorb angehabt, hätte er sich auf jeden Fall in den Oberschenkel gezwickt. Jetzt ist unser Zweithund (5 Jahre alter, kleiner Mix) total verwirrt und auch meine Schwester(16, war auch in der Küche) hat jetzt Angst vor dem Hund. Sie hat ihn zwar wieder gestreichelt etc. aber hätte Angst, alleine mit ihm im Zimmer zu sein.
An diesem ,,Beute-Verteidigen" ließe sich arbeiten, aber das größere Problem ist die Situation mit meinem Bruder und Vater, da wir alle zusammen wohnen und er sie immer heftiger angeht. Es gibt zwar auch Positives (holt z.B. Leckerchen), aber dann tickt er wie gesagt plötzlich aus. Einen Hundetrainer kann ich in dem Ausmaß wie mein Hund es wohl bräuchte nicht bezahlen. Was auch dagegen spricht ist, dass mein Vater kaum zuhause ist (Schichtarbeit + zeitintensive Hobbies) und auch mein Bruder kann sich nicht intensiv mit dem Hund befassen (Bäckerausbildung nachts und tagsüber schläft er oft). Zwingen kann ich sie ja auch nicht. Habe meinen Vater letztens gefragt, ob er dem Hund sein Nassfutter geben will, da meinte er, dass das nichts bringen würde, da ja doch keine Routine reinkommen würde.
Hier vielleicht noch ein paar weitere wichtige Infos:
- Ich wollte eigentlich einen Hund aus dem Tierheim (habe bis Umkreis von ca.200km gesucht), aber leider keinen gefunden, der einer Hündin und drei Katzen verträglich und für ,,Anfänger"(hatte ja noch keinen eigenen Hund) geeignet ist.
- Im Internet habe ich dann ,,meinen" Hund gefunden, liebt angeblich alle Zwei- und Vierbeiner (wortwörtlich!), also wie für mich gemacht, dachte ich (im Nachhinein wahrscheinlich zu naiv, das ist mir bewusst). Sogar zu standfesten Kindern hätte er können (laut Anzeigetext).
- Dann kam er an und ich hatte einen unheimlichen ,,Hundeblues". Ich hatte das Gefühl keine Bindung aufbauen zu können und wollte ihn am liebsten gleich wieder zurückgeben. Außerdem hab ich mich dem Ganzen nicht gewachsen gefühlt, da er ganz anders war als beschrieben und ich dachte er sei bei hundeerfahrenen Menschen besser aufgehoben. Aber zum Glück verging das mit der Zeit und ich habe ihn liebgewonnen (bis heute, der Biss hat das erst einmal alles gedämpft).
- Die Tierschützerin nervte mich JEDEN TAG. Gleich am ersten Tag rief sie nach ein paar Stunden an, in den nächsten Tagen dann jeden tag mehrmals (mindestens 3 mal). Schon damals war ihr ,,Allheilmittel" Handfütterung und ,,der hat nur Angst." Da habe ich erst erfahren, dass der ganze Wurf (Vier Geschwister, mit ihm sind drei vermittelt) sehr ängstlich ist. Als ich dann von den Problemen (Knurren, Bellen, ,,Aggressivität") berichtet hab, kam sie wieder mit Handfütterung an (und wer ihn erlebt hat wie er bei meinem Vater/Bruder reagiert, hätte von so etwas eher abgeraten, weil sonst wohl die Hand mit ab wäre!). Zudem hat sie da zum ersten Mal erwähnt, dass sein Bruder schon nach Besuch der Besitzerin geschnappt hat, angeblich nach deren Fehlverhalten. Seitdem haben die Anrufe rapide abgenommen, bloß zwei mal hat sie sich noch gemeldet, will aber in zwei Wochen wieder anrufen.
- Ich will den Hund auf jeden Fall tierärztlich abchecken lassen, um was organisches zu 100% ausschließen zu können.
Ich fühl mich in einer totalen Zwickmühle, einerseits können/wollen mein Vater und Bruder nicht ausreichend mit ihm ,,arbeiten", andererseits will ich ihn auch nicht einfach abschieben, wo er es womöglich schlechter hat, ich will schließlich, dass mein Hund ein gutes Zuhause hat, was aber vielleicht nicht bei mir ist. Vielleicht könnt ihr mir ja Tipps geben oder von eigenen Erfahrungen berichten.
So.. bei Fragen könnt ihr euch gerne melden und vielen Dank nochmal für's Lesen, auch wenn es so lang geworden ist.
Vielen Dank schon mal für Antworten