Blut im Turniersport

Diskutiere Blut im Turniersport im Reiterstübchen Forum im Bereich Pferde Forum; Hallo ihr Lieben! Ich bin schockiert, wütend und traurig über so viel Idiotie... und zur gleichen Zeit fühlt man sich dem einfach völlig...
  • Blut im Turniersport Beitrag #1
SoylentGreen

SoylentGreen

Beiträge
3.024
Punkte Reaktionen
43
Hallo ihr Lieben!

Ich bin schockiert, wütend und traurig über so viel Idiotie... und zur gleichen Zeit fühlt man sich dem einfach völlig ohnmächtig gegenüber. Da sitzen so viele Menschen mit Geld dahinter, gegen die keine Organisation etwas ausrichten kann...

Es geht um diesen Artikel hier:

Für die lesefaulen mal möglichst knapp zusammemgefasst: Es geht um die sogenannte "Blood Rule". Diese besagt, dass ein Reiter, dessen Pferd blutet vom Wettkampf disqualifiziert wird.
Diese Regel soll nun angepasst werden. Zukünftig sollen Reiter deren Pferde bluten - aufgrund z.B. Verletzungen im Maul, Gurtbereich oder Hintern durch harte Hände, brutalem Sporengebrauch oder Gerteneinsatz - nicht mehr zwingend disqualifiziert werden. Es wird nun über die schwere der Verletzung durch Richter und Steward abgewägt, ob das Pferd weiterhin teilnehmen kann.


Ich finde das gerade zu lächerlich! Es gehört schon eine gehörige Portion Brutalität dazu, einem Pferd mit Hand, Sporn oder Gerte blutige Verletzungen zuzufügen. Warum also sollte das "okay" sein? Das ist Tierquälerei, ganz einfach!
Widerlich und verabscheuenswürdig.
Ich für meinen Teil werde mich zukünftig mehr denn je von sämtlichem "Pferdesport" fernhalten. Es gibt "die Guten" nicht.
 
  • Blut im Turniersport

Anzeige

  • Blut im Turniersport Beitrag #2
Ich war auch total fassungslos als ich davon gelesen habe und kann es echt nicht fassen wie "ein bisschen Blut" okay sein kann. Der Sport allein ist eh schon heftig genug wie ich finde, die Haltungsbedingungen sind schlecht weil es ja überwiegend Boxenhaltung gibt wo die Pferde 22 Stunden am Tag eingesperrt sind und oft ja Stereotype zeigen, die häufig runter gespielte Rollkur usw.
Diese Aussage bringt das Fass echt zum überlaufen wie ich finde und ich werde mir das auch nicht mehr anschauen solange man solche Einstellungen gegenüber den Pferden hat.
 
  • Blut im Turniersport Beitrag #3
Ganz ehrlich, mich wundert im Pferdesport gar nichts mehr. Um das Wohl der Pferde geht es einfach nicht :(

Ich weiß auch gar nicht, was ich dazu groß schreiben soll. Es ist schlimm, es ist eindeutig Tierquälerei, die offiziell erlaubt wird. Inoffiziell wurden aber bestimmt schon lange viele Augen zugedrückt und häufig weggesehen.
Aber eigentlich möchte ich mich auch nicht weiter damit beschäftigen. Es frustriert nur und da ich ohnehin nicht im Turniersport aktiv bin und auch keine aktiven Turnierreiter kenne, werde ich da auch kaum positiven Einfluss haben.

Von sämtlichem Pferdesport fernhalten tue ich mich deshalb jedoch nicht. Es gibt einige Sportreiter, die fair mit ihren Pferden umzugehen scheinen.
Die Videos von Ingrid Klimke schaue ich mir z.B. sehr gerne an und ich glaube, von ihr kann man viel lernen, obwohl sie im großen Sport erfolgreich ist. Allein die Art, wie sie mit ihren Pferden während des Geländeparcours spricht (es gibt da ja viele Helmkamera-Aufnahme) wirkt auf mich auch nicht so, als würde sie hinter verschlossenen Türen schlecht mit ihren Pferden umgehen.

Das nur mal so als ein Beispiel, warum ich nicht alle in einen Topf schmeißen würde, auch wenn derartige Regeln verabscheuungswürdig sind. Aber dann müsste ich auch alle Freizeitreiter verurteilen, denn die gehen manchmal nicht viel besser mit ihren Tieren um.
 
  • Blut im Turniersport Beitrag #4
Tja ein weiteres armutszeugnis...
Es ist ja schließlich auch erlaubt eine gewisse Anzahl Peitschen Hiebe beim Rennen zu verteilen um das Pferd ins Ziel zu prügeln...

Ich halte mich generell davon fern... Das kann ich genauso wenig mit mir vereinbaren wie in den Zirkus zu gehen wo für bespaßung Tiere misshandelt werden
 
  • Blut im Turniersport Beitrag #5
Ich habe verglichen mit den meisten hier zwar nur wenig Reiterfahrung, aber ich mag Pferde sehr gerne und habe immer den Eindruck, dass sie im Tierschutz oft quasi übersehen werden. Was da zum Teil alles gerechtfertigt wird, von fragwürdiger Dauer-Boxenhaltung über allerlei Hilfsmittel die geradezu an Folterinstrumente erinnern ('Ne, das tut dem Pferd nicht weh, ich bin damit ja ganz vorsichtig' - alles klar, wenn man doch eh so vorsichtig ist, warum braucht man dann die ganzen Gerten, Sporen und scharfe Gebisse überhaupt?).

Pferde leiden sicher schon häufig im Hobbybereich, einfach weil viele problematische Sachen seit Ewigkeiten als normal angesehen werden und daher von vielen wahrscheinlich gar nicht hinterfragt werden. Auch ich kenne es aus dem Reitunterricht in der Kindheit, da hatten die Pferde halt Ausbinder weil es 'sicherer' ist und wenn man als Anfänger noch zusätzlich an den Zügeln rumgezerrt hat und sich womöglich daran festgehalten hat, hat auch keiner was gesagt. Der 'Klaps' mit der Gerte war auch völlig normal. So erzieht man dann die nächste Generation, die die ganzen Methoden nicht hinterfragt.

Wenn dann im Sportbereich noch Geld und Gewinnstreben hinzukommt habe die meisten Pferde sicher gar nichts mehr zu lachen :(
 
  • Blut im Turniersport Beitrag #6
Es gibt einige Sportreiter, die fair mit ihren Pferden umzugehen scheinen.

Genau das sehe ich inzwischen ein wenig anders. Die können ihren Pferden noch so lieb auf offiziellen Videos zusäuseln, sie unterstützen trotzdem eine tierverachtende Geldindustrie, die so wie sie ist, mit dem Tierschutzgesetz gar nicht vereinbar ist.
Jeder Turniersportler, der auch noch hingeht und das ganze als "Friede, Freude, Eierkuchen" an den Ottonormalverbraucher verkauft, macht sich meiner Meinung nach die Hände genauso schmutzig. Wenn dieser Jemand nicht sogar als Blender fungierend eine viel entscheidendere Rolle in der ganzen Maschinerie spielt. Denn glauben wir dann nicht gerne, dass ganz ganz arg viele Sportler ihre Pferde so lieb behandeln und doch nur ganz ausversehen mal ein paar blutige Löcherchen in ihre Pferde bohren? Ist ja bekannt wie schnell sich so ein Plastikgertchen ins Fleisch schneidet, wenn es mal nicht im rechten Winkel auf den Pferdehintern ditscht...

Keine Frage gibt es Freizeitreiter, die ihre Pferde nicht gut behandeln. Die werden dafür aber nicht auch noch mit Ruhm, Ehre und Geld entlohnt.
 
  • Blut im Turniersport Beitrag #7
Naja, das ist dann eine Grundsatzfrage, ob man sich aus allem, wo etwas schlecht läuft, raushalten sollte, oder ob man dabei bleibt und versucht, es besser zu machen.
Um mal ein Beispiel aus einem anderen Bereich zu nennen: Ich kann der Meinung sein, dass Politiker korrupt sind und sich von Lobbyisten manipulieren lassen. Konsequenz A wäre mich von jedlicher Politik abzuwenden, nicht mehr wählen zu gehen usw., um so zu zeigen, dass ich davon nicht viel halte. Konsequenz B wäre selbst in die Politik zu gehen und zu versuchen, es besser zu machen. Mit der Gefahr, dass ich mit den Leuten in einen Topf geschmissen werde, von denen ich eigentlich so gar nichts halte (und eventuell sogar mit ihnen zusammen arbeiten muss).
Genauso ist es doch mit dem Turniersport. Nur weil jemand Turniere reitet, muss er nicht automatisch sein Pferd mit den Sporten blutig stechen.

Und ich bin selbst definitiv kein Turnierfreund. Ich sehe für mich persönlich absolut keinen Grund, warum ich mein Pferd jedes Wochenende irgendwo hinkarren sollte, nur um mich mit anderen zu messen. Aber wenn jemand Spaß daran hat und das Pferd nicht darunter leidet, werde ich ihn nicht dafür verurteilen nur weil manche Vollidioten meinen, Pferde wären vom Tierschutz ausgeschlossen.

Ich hoffe mal es ist ok, wenn ich jetzt Namen nenne, aber es passt gerade einfach gut.
Calimero hier aus dem Forum hat z.B. vor ein paar Tagen gepostet, wie sie mit ihrem Dakota auf einem kleinen Turnier gestartet ist. Und nach dem, was sie hier schreibt, gehört sie definitiv nicht zu den Leuten, die ihr Pferd mit Peitsche, Sporen und Kandare traktieren, damit es Leistung bringt.
Wenn man es radikal sieht, unterstützt sie mit ihrem Start aber trotzdem den Turniersport. Das kann man doof finden aus den von dir genannten Gründen, oder auch gut, weil es eigentlich viel mehr Leute im Turniersport bräuchte, die ihre Pferde fair behandeln und nicht als Sportgeräte sehen. Dann würde sich vielleicht auch mal was ändern.
 
  • Blut im Turniersport Beitrag #8
Kompass, ich muss deiner Aussage hier leider zustimmen, auch ich habe manchmal das Gefühl, dass Pferde vom Tierschutz ausgeschlossen werden.
Und Tierschutz ist hier für mich nicht das beliebte "vom Schlachter retten", sondern der Alltag, der manchmal absolut nicht rosig aussieht. Und hier kann man sicher nicht alle Reiter über einen Kamm scheren, ich glaube auch vielen ist es häufig gar nicht bewusst, was sie ihrem Pferd antun. Eben weil vieles auch schlicht und einfach "normal" ist und viele nicht darüber nachdenken.

Zu der Turnier-Sache:
Ich habe damit keine Erfahrung, ich habe noch nie persönlich Reiter im hohen Sport kennen gelernt, trainieren gesehen und ihre Pferdehaltung gesehen. Deshalb kann ich mir darüber kein pauschales Urteil bilden.
Ich glaube nicht, dass das alles Unmenschen sind, aber ich glaube, wenn das Geld recht nett winkt, wird man auch mal eher kurz unfair. Sowohl beim Reiten als auch bei der Haltung (Koppelhaltung ist ja gefährlich...).

So und wir sind alle Menschen und ich vermute mal, einige haben sich selbst schon dabei erlebt, wie sie unfair zu ihrem Pferd waren. Aber ganz ehrlich: Wie brutal muss man Gerte, Sporen oder Gebiss einsetzen, dass man ein Pferd damit blutig bekommt?! :shock: Also meiner ist mir auch schon beim Longieren mit vollem Karacho ins Gebiss gesprungen. Unschön, aber garantiert meilenweit entfent von blutig. Und ich würde mal annehmen, wenn seine 600 kg in die Longe rein springen, dann ist da ordentlich Power drauf. Mehr als ich auf den Zügel bringen kann und will ;).
Dass diese Regel aufgehoben werden soll, finde ich also - wie wohl alle Pferdefreunde - furchtbar und ganz schlimm für das Image des Pferdesports (was ja teilweise auch auf uns Freizeitreiter dann abfärbt). Mir bestätigt es, dass ich dazu keinen großen Kontakt brauche.

Und ShiGi du hast Recht, ich glaube aber auch allgemein, dass die niedrigen Klassen da quasi anderen Probleme mit sich bringen. Da kommt dann glaube ich oft mehr die Unwissenheit und fehlendes Können was am Ende dem Pferd schaden kann. Das kann man aber ja hoffentlich in den schweren Klassen nicht mehr behaupten.
Für mich persönlich auch etwas anderes, ich zähle mich nicht zu den besagten "Turnierreiten", nur weil ich mal in Hintertupfingen einen E-Wettbewerb geritten bin. Für mich sind und bleiben alles Freizeitreiter, die nicht mit der Reiterei ihren Lebensunterhalt verdienen ;). Aber auch da gibts genug schwarze Schafe...

Vor allem frage ich mich schlicht und einfach, was da für Menschen dahinter stecken, die sagen naja so ein bisschen darf man sein Pferd doch schon mal blutig reiten. Die stellen sich dann mit dem Lineal hin und gucken, wie tief der Sporn im Bauch steckt oder wie? :eusa_doh:
Reiten klingt in der Theorie immer so schön, nur manchmal frage ich mich, wo das in der Praxis abbleibt?
 
  • Blut im Turniersport Beitrag #9
Ich sehe halt das es schon bei Freizeitreitern anfängt die denken sie wären die nächsten Beerbaums weil sie regelmäßig auf Turnieren starten. In unserem vorletzten Stall war es ja perfekt zu sehen. Das Töchterchen wollte Turniere reiten und Mama fand das natürlich toll, als die Ponys die Lektionen nicht mehr mithalten konnten wurden die halt verkauft und neue Pferde gekauft. Brachte ein Pferd keine Leistung und kein Geld mehr weil es weder auf Turnieren noch im Unterricht laufen konnte wegen dem Alter oder ähnlichem wurde das Pferd nur noch notdürftig versorgt. Diese Pferde waren teilweise sehr abgemagert weil kein entsprechendes Futter für sie gekauft wurde, der Tierarzt wurde auch nicht geholt solange das Pferd noch stehen konnte und Hufschmied haben die Pferde auch nur mal sporadisch gesehen. Da haben die Reitbeteiligungen der Pferde Futter auf eigene Kosten gekauft und sind da 2-3x am Tag hin um die zu füttern damit sie nicht verhungern und ein bisschen gepäppelt werden. Das ging ja so weit das einige Einsteller sich zusammen getan haben und das Vet Amt eingeschaltet haben weil die Pferde die gerade fürs Töchterchen nicht aktuell waren einfach komplett vernachlässigt wurden und das alles bei einem FN-Zertifiziertem Stall :clap:
Solche Leute sehen in dem Pferd kein Lebewesen sondern nur einen Gegenstand der zu funktionieren hat und geben diese Einstellung an die nächste Generation weiter. Da sah man das sehr gut, hörte das Pferd nicht hat Mama die Gerte ausgepackt und das Töchterchen guckt sich das ab und macht es nach. Da kann man schon mal fest am Zügel reißen oder mit der Gerte hinten prügeln, macht man ja so.
Ich kann mir vorstellen das in den großen Ställen wo die richtigen Profireiter und deren Pferde stehen ein solcher Umgang ganz normal ist, egal wie sehr sie es für Youtube Videos aufhübschen oder in TV Interviews schön reden.
Die Reiterei wie man sie heute von der FN vorgeschrieben wird stammt noch aus Kriegszeiten wo es darum ging Pferde sehr schnell auszubilden und gefügig zu machen damit man sie in der Schlacht gut führen kann, egal wie Hauptsache man konnte das Pferd anständig vorwärts reiten, da kamen regelmäßig Ausbinder, scharfe Gebisse, Gerten und Sporen zum Einsatz. Nach diesen Richtlinien werden heute noch Dressurturniere geritten, das muss man sich mal vorstellen.
Die echte Reiterei fand bis zum ersten Weltkrieg statt, da wurde nach der Biomechanik des Pferdes geritten. Man hat sich das Pferd in seiner Bewegung angeschaut und entsprechend angefangen diese zu verfeinern und ist im Sinne des Pferdes geritten.
Es gibt einen Satz aus dieser Zeit den ich total schön finde: Die Dressur wurde für das Pferd erfunden, nicht das Pferd für die Dressur.
Ich denke dieser Satz sagt ganz viel aus was die heutigen Reiter einfach vergessen haben, es geht um das Pferd und nicht um den Pokal.
 
  • Blut im Turniersport Beitrag #10
Cherrylein, sowas ist wirklich traurig... Wir sind ja wirklich ein reiner Freizeitstall. Eine Einstellerin ist früher hin und wieder Turniere gegangen (da war sie selbst auch noch recht jung), die sitzt heute regelmäßig mit ihrem Pony auf der Wiese und guckt ihm beim Grasen zu ;). Bei denen ist das Pony aber auch in erster Linie ein Freizeit-Kumpel, auch wenn sie früher mit ihm Turniere gegangen ist. Eins schließt das andere ja nicht aus und der darf auch schon länger nicht mehr springen aufgrund einer Knieverletzung. Dann halt kein Springen mehr. Also da ists in meinen Augen sehr gut gelaufen.

Ich hab mir die Heeresdienstvorschrift übrigens mal zu Gemüte geführt, da steht nicht nur Verkehrtes drin ;). Ist jetzt schon eine Weile her, aber ich war da eher positiv überrascht im Gegensatz zu dem, was ich erwartet habe. Wird ja auch heute noch von vielen Seiten hoch gelobt. Und auch was die FN vorschreibt ist ja nicht nur verkehrt, es wird in meinen Augen vor allem häufig falsch verstanden oder missbraucht. Weder in der H Dv noch in den Richtlinien der FN steht, dass ich meinem Pferd die Nase auf die Brust ziehen soll und mich dann toll fühlen soll und da steht auch nicht, dass ich mit Sporen schweizer Käse aus ihm machen soll ;).
 
  • Blut im Turniersport Beitrag #11
Ist das denn überhaupt mit dem Tierschutzgesetz vereinbar?
Da kann man sich doch nicht so einfach darüber hinweg setzen?

Da heißt es doch:

Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,

1.muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,
2.darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken,dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden,
3.muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.

Quelle:
 
  • Blut im Turniersport Beitrag #12
Cali, ich zähle dich auch nicht zu den klassischen Turnierreitern, deshalb war ich auch so dreist dich zu erwähnen - weil gegen das, was du machst kann man ja eigentlich nichts sagen, finde ich ;)
Aber wenn man den Turniersport generell verurteilt, müsste man eigentlich schon in den niedrigen Klassen anfangen. Denn da werden die jungen Reiter praktisch "sozialisiert". Wenn man sich Videos von Kindern auf kleinen Turnieren anschaut, die ihr Pony durch den Parcours hetzen und danach sogar jemand anderes das Loben übernehmen muss, wundert es auch nicht mehr, wo die Turnierreiter herkommen, die augenscheinlich wenig Wert auf ihr Pferd legen.
Gerade deshalb finde ich es aber auch gut, wenn denen auch mal jemand zeigt, dass es anders geht.
Und selbiges gilt in meinen Augen auch für den großen Sport. Nur weil jemand relativ erfolgreich ist, muss er nicht automatisch sein Pferd quälen. Auch wenn sich die Wahrscheinlichkeit natürlich erhöht, wenn das große Geld lockt oder die Sponsoren Druck machen.

miwok, nach meinem Verständnis ist es nicht mit dem Tierschutzgesetz vereinbar. Nach meinem Verständnis sind aber auch mini Nagerkäfige, manch eine Hundeerziehung usw. usf. nicht mit dem Tierschutzgesetz vereinbar. Die Entscheidungsträger sehen das scheinbar anders :?
 
  • Blut im Turniersport Beitrag #13
Ich hab mir die Heeresdienstvorschrift übrigens mal zu Gemüte geführt, da steht nicht nur Verkehrtes drin ;). Ist jetzt schon eine Weile her, aber ich war da eher positiv überrascht im Gegensatz zu dem, was ich erwartet habe. Wird ja auch heute noch von vielen Seiten hoch gelobt. Und auch was die FN vorschreibt ist ja nicht nur verkehrt, es wird in meinen Augen vor allem häufig falsch verstanden oder missbraucht. Weder in der H Dv noch in den Richtlinien der FN steht, dass ich meinem Pferd die Nase auf die Brust ziehen soll und mich dann toll fühlen soll und da steht auch nicht, dass ich mit Sporen schweizer Käse aus ihm machen soll ;).

Nein natürlich ist nicht alles schlecht aber vieles wird halt wieder so ausgelegt wie es dem Menschen passt. Vieles ist halt nicht genau geklärt und deswegen ist ja überhaupt möglich so brutal mit den Pferden umzugehen. Es sollte einfach mal eine neue Ordnung geben, eine die tierschutzorientiert ist und man muss zurück zur klassichen Reiterei wo es noch ums wohl des Tieres ging und wo darauf geachtet wurde was man einem Pferd zumuten kann ohne ihm zu schaden.
Bei uns steht eine Stute mit einer kaputten Schulter, beginnendem Senkrücken, Gurtzwang usw. als ich die das erste mal gesehen habe hätte ich sie auf 18 oder 19 Jahre geschätzt als die Einstellerin mir sagte das sie erst 8 Jahre alt ist, also sogar noch jünger als meiner, war ich echt schockiert. Sie hat die Stute von einem Turnierstall abgekauft weil man sie in Rente schicken wollte. man hatte sie viel zu jung angeritten und dann regelrecht kaputt geritten. Die Einstellerin muss ständig Ostheopaten und Physiotherapeuten kommen lassen die ihr Pferd einrenken und mit ihr arbeiten damit ihre Beschwerden nicht schlimmer werden. Wahrscheinlich wird sie nicht besonders alt werden und früh Arthrose und ähnliches bekommen zusätzlich zu den Baustellen die sie eh schon hat. Ich finde es einfach traurig wenn man bedenkt das sowas ja mittlerweile schon fast die Regel ist das die Pferde in jungen Jahren in Rente gehen müssen weil sie einfach durch sind.
 
  • Blut im Turniersport Beitrag #14
ShiGi, da stimme ich dir komplett zu!

Ja, dass es manche als selbstverständlich ansehen, dass ein Pferd in so jungen Jahren kaputt geritten ist, ist traurig. Man darf das natürlich wie bei allen Tieren auch nicht zu sehr überbewerten, es gibt super gerittene Pferde, die trotzdem Probleme bekommen, weil sie eben einfach Gebäudefehler oder Pech haben. Und umgekehrt gibt es Pferde, die eine Miese Haltung auch 30 Jahre mitmachen...
 
  • Blut im Turniersport Beitrag #15
Na ja, der Unterschied zwischen Staat und FN bzw. FEI besteht doch ganz klar darin, dass der Staat kein Gesetz erlässt, in dem es heißt: "Bestechungsgeld zu akzeptieren ist absolut verwerflich und hat nicht stattzufinden, aber bis zu einer bestimmten Geldsumme, die wir die Parteien bestimmen lassen, ist das nur eine nette Geste und deswegen ok."
Hingegen werden im Reitsport Regeln wie (Zitat frei nach mir): "Hyperflexion ist grausam, aber wenn der Reiter diese ungesunde Haltung nicht mittels aggressiver Handeinwirkung - und das können dann die Leute vor Ort beurteilen, was aggressiv ist und was nicht - herstellt, nennen wir es LDR und es ist völlig ok das 10 Minuten auf dem Abreiteplatz auszuüben."
Oder dann bald auch: "Jeder Reiter, dessen Pferd blutet, ist zu disqualifizieren, na ja nur, wenn das Pferd wirklich ganz arg Schmerzen hat und der Reiter nicht böse ist, wenn wir ihn disqualifizieren."

Und das ist es, was mich daran so krank macht. Da steht ne Organisation mit freundlichen Geldgebern hinter den Sportreitern, die Praktiken, die rein mit dem menschlichen Verstand erfasst definitiv tierschutzrelevant sind, mit schönen Worten salonfähig macht. Es werden Grausamkeiten gerechtfertigt, statt gegen diese vorzugehen. Und das ist nicht irgendeine Popel-Organisation, diese Organisation stellt die höchste Instanz der Reiterei dar!
Nach genau dieser Organisation werden Lehrbücher verfasst, Turnierregeln aufgestellt, die Zucht geregelt, Abzeichen verliehen.
Ich kann es nicht verstehen, wie man als "guter Mensch", auch noch da ganz oben mit einem guten Gefühl mitschwimmen kann, obwohl das unter der Fuchtel von Menschen mit seltsamen Moralvorstellungen steht. Ja, vielleicht gibt es da solche, die sich denken, dass sie etwas verbessern könnten, wenn sie zur Schau tragen, was für liebe Menschen sie doch sind. Ich glaube nicht, dass das der Weg ist, auch wenn ich es hoffe.


Klar fängt das ganze Elend auch schon im Kleinen an. Für mich steht da uf die Frage "Warum?" ein klares: Weil da eine große Organisation steht, die all diesen Mist zwar offiziell nicht "gut findet", aber zugleich nicht verbietet oder sogar mit schwammigen Phrasen auch noch erlaubt!
Große Vorbilder machen vor wie man es dem Gaul so richtig zeigt und alle Nacheiferer legen sich mächtig ins Zeug es gleich zu tun, egal wie und zu welchem Preis.
 
  • Blut im Turniersport Beitrag #16
Soylent, ich verstehe deine Argumentation, aber letztlich macht ja der normale Freizeitreiter auch nichts dagegen. Ich kann mich um mein Pferd kümmern, mich selbst weiter bilden und ihn mit bestem Können gesund erhaltend reiten.
Aber gegen den ganzen Mist der da läuft richte ich ja auch nichts aus dadurch, ich halte mich nur still raus.
Und das wäre ja eigentlich das Ziel, genau solche Regeln zu ändern bzw gar nicht erst entstehen zu lassen...
 
Thema:

Blut im Turniersport

Oben