Arbeiten trotz gebrochenem Kiefer

Diskutiere Arbeiten trotz gebrochenem Kiefer im Pferde Haltung und Pflege Forum im Bereich Pferde Forum; Hallo an alle Pferdefreunde, meine Stute hat nun schon seit mehreren Wochen einen gebrochenen Kiefer, der wohl auch nicht mehr verheilen wird...
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Yuri.

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Hallo an alle Pferdefreunde,

meine Stute hat nun schon seit mehreren Wochen einen gebrochenen Kiefer, der wohl auch nicht mehr verheilen wird, oder zumindest nicht in absehbarer Zeit.
Sie ist aber erstaunlicherweise trotz allem- wieder- gut drauf. Sie bekommt sehr niedrig dosiertes Schmerzmittel, mit dem sie normal frisst, aktiv und frech ist, ihre Pferdefreunde putzt, usw.

Da es ihr nun wieder so gut geht, möchte ich auch wieder etwas mit ihr unternehmen, will aber natürlich vermeiden, dass Druck auf ihren Kopf/ Kiefer ausgeübt wird, weshalb ein Halfter schon schwierig ist, sofern sie mal zieht. Sie ist zwar sehr anständig, null schreckhaft, usw. aber es reicht ja, wenn sie dann doch einmal zum Gras hinziehen will oder so. Daher überlege ich aktuell, wie ich sie alternativ führen kann. Ein Halfter würde ich zwar auch verwenden, aber primär zum Beispiel am Hals führen. Entweder mit einem darum gelegten Strick oder vielleicht doch lieber mit einem Halsring? Ich habe da keine Erfahrung, was sich besser eignet. Vielleicht habt ihr auch noch eine andere Idee?

Außerdem frage ich mich, wie weit ich gehen kann mit ihr. Ich meine, man merkt ihr nicht mehr an, dass ihr Kiefer gebrochen ist. Theoretisch könnte ich vermutlich wieder ganz normal auf dem Platz mit ihr arbeiten, nur eben frei, also ohne Halfter, Trense, Kappzaum oder sonst was. Hat da jemand Erfahrung mit, der mit einem eigentlich verletzten Pferd (fast) normal arbeitet? Ich denke, wenn es ihr nicht gut tun sollte, würde ich es merken. Aber rein vom Gefühl her erscheint es mir trotzdem irgendwie falsch, das zu tun, selbst wenn es tatsächlich tadellos funktioniert. Wie seht ihr das, was habt ihr da erlebt?

Ich freue mich auf eure Antworten
Yuri
 
  • Arbeiten trotz gebrochenem Kiefer Beitrag #2
Hi,
Ich würde gar nicht mit dem Pferd arbeiten. Erst dann wieder, wenn der Bruch verheilt und der Tierarzt dir seinen Segen gegeben hat.

Warum genau soll der Bruch jetzt nicht verheilen?
Ist das Pferd nicht operiert worden?
 
  • Arbeiten trotz gebrochenem Kiefer Beitrag #3
Ich würde auch nicht mit dem Pferd arbeiten solange der Tierarzt da kein grünes Licht gibt. So ein Bruch braucht halt viel Zeit und wenn nicht operiert wurde (?) braucht es nochmal länger.
An deiner Stelle würde ich jetzt verzichten statt möglicherweise dauerhafte Schäden zu riskieren. Wenn sie normal fressen kann kämen für mich höchstens kleine Tricks in Frage z.b ein Halfter aufheben, Ball spielen, spanischer Schritt usw eben Sachen die sie frei machen kann und dabei eher die Beine benutzt. So hätte sie etwas für den Kopf zu tun ohne das der Kiefer mit Halfterung belastet werden muss.
 
  • Arbeiten trotz gebrochenem Kiefer Beitrag #4
Hallo und danke für eure Antworten.

Es kommt keine OP in Frage, weil alle Tierärzte davon abgeraten haben. Der Bruch ist recht kompliziert, es wäre ein sehr großer Eingriff mit ungewissem Ausgang (u.a. auch durch die Entzündung/ Eiter im Inneren), die Heilungschancen sind auch dann noch sehr gering und rechtfertigen kaum all den damit verbundenen Stress (ein paar Wochen Klinik, ständig am Kopf anfassen lassen was sie allgemein hasst, usw.). Es hieß, entweder schafft sie es so (mit Antibiotika, Schmerzmittel, Kalziumgabe, usw.) oder sie wird eingeschläfert. Okay, es verheilt wohl aufgrund der anhaltenden Entzündung nichts (wurde mehrfach geröngt seitdem, man bekommt die Entzündung nicht raus,...) aber sie arrangiert sich damit ausgesprochen gut.

Sie braucht allmählich ein bisschen Bewegung und Auslastung, vor allem jetzt gen Winter scheint es nötig zu werden. Sie will raus, was sehen, was erleben. Das würde ich ihr gerne bieten- nur eben so, dass es möglichst sicher ist und natürlich auch nicht zu anstrengend wird. Sie hat dadurch natürlich Muskeln und Kondition verloren.

Wenn, dann hätte ich natürlich frei mit ihr arbeiten wollen, aber direkt am Stall geht das nur sehr eingeschränkt und sie scheint tatsächlich raus zu wollen, nicht nur innerhalb des Stalls bespaßt zu werden. Bis zum Platz, wo man noch mehr machen könnte, natürlich frei, läuft man 10-15 Minuten. Und auch diesen Weg müsste man ja mit Halfter, Strick oder sonst wie zurücklegen... Wobei ich denke, spazieren gehen ist für sie gerade auch schon viel wert.
 
  • Arbeiten trotz gebrochenem Kiefer Beitrag #5
Puh... also auf deutsch hast du da quasi ein Pferd, dass auf der Kippe zu Leben und Tod steht. Das tut mir sehr Leid für dich.
Ich vermute mal, dass deine Stute schon älter ist, anders kann ich mir die Behandlung nicht erklären. Gerade ein komplizierter Bruch, sollte doch eigentlich operiert werden.
Ob das Pferd, sollte der Bruch verheilen, wieder reitbar bzw. belastbar wird, ist so definitiv auch fraglich. Ob da fehlende Muskeln und Kondition jetzt das größte Problem sind... eigentlich nicht.

Ich kann verstehen, dass du deine Stute gerne beschäftigen möchtest, sehe da aber eben auch ein sehr krankes Pferd.
Das Risiko, dass dein Pferd sich mit der aufgestauten Energie bei einem Spaziergang doch mal aufmüpfig anstellt, wäre meiner Meinung nach einfach viel zu groß. Großartige Bewegung, wenn das Tier Schmerzen hat, halte ich ebenfalls nicht für sinnvoll. Auch wenn diese sich noch im Rahmen halten.

Vielleicht solltest du mit deinem Problem nochmal in einem speziellen Fachforum für Pferde Rat suchen. Die Wahrscheinlichkeit auf Menschen mit entsprechenden Erfahrungswerten zu treffen ist dort deutlich höher als hier. Ich fürchte aber, dass dir die Antworten dort auch nicht entgegen kommen.
 
  • Arbeiten trotz gebrochenem Kiefer Beitrag #6
Zum Führen würde ich mich an deiner Stelle nach einem Halsriemen umschauen, oder einen aus einem alten Halfter basteln. Damit hast du mehr Kontrolle als mit einem Halsring, da er weiter oben in Kopfnähe sitzt. Den Hof verlassen würde ich damit aber auch nicht.
Zum einen aus Versicherungsgründen. Zum anderen aus den von Soylent genannten Gründen, dass dein Pferd vermutlich nicht ganz so gelassen reagiert, wie du es gewohnt bist, wenn es zum ersten Mal wieder raus kommt. Zusätzlich sind die meisten Pferde zur aktuellen Jahreszeit ja eh gerne mal "lustig" drauf.

Ich würde, wie Cherry schon vorgeschlagen hat, auf Tricks usw. zurückgreifen. Es gibt ja wahnsinnig viel, was man Pferden beibringen kann, um sie geistig auszulasten.
Körperlich wirst du aktuell eh wenig erreichen, da der Körper mit der Heilung beschäftigt ist.
 
  • Arbeiten trotz gebrochenem Kiefer Beitrag #7
Es wird sehr schwer sein, ein Pferd bewegen zu können, dem es nicht möglich ist einen Halfter drüber zu geben. Alternativ gibt es jedoch einen "Nackenring", ich kenne das von früher - wie eine "Kuhschelle" die zwischen Ohren und Kehlkopf umgelegt wird -sehr breit es wird nicht fest gegurtet, eng genug um nicht über die Backenknochen gezogen zu werden, und nicht so weit dass es den Hals runterrutscht, hatten in meiner Kindheit fast alle Pferde die auf der Alm waren, ein Halfter war mitunter zu gefährlich, da die Pferde ja auch in Büschen etc hängenbleiben konnten. der Kopf ist jedoch frei - davon laufen kann so ein Pferd aber dennoch nicht. Ich weiß nur nicht ob es das überhaupt noch gibt - des Tierschutz wegen.

Ich denke mir durchaus, dass Bewegung eines solchen Tieres - es muss ja nicht unbedingt trab oder gallopp sein, den Stoffwechsel anregt und die Entzündung schneller und eher abtransportiert werden kann. GLeichzeitig ist die Verbreitung eines solches Entzündungswerts natürlich auch gegeben. Was ich machen würde sind ausgedehnte Spaziergänge, es muss nicht unbedingt freilaufend der Sandplatz sein, das Tier beschleunigt und so ein Kiefer hat ja doch einen ziemlichen Hebel im Kopfbereich. nicht dass sich da noch mehr etwas verschiebt.

Ich würde jedoch unbedingt den Tierarzt darüber informieren und befragen. So ein Eiterherd im Kopf ist leider sehr schnell in der Blutbahn, das führt zur Panik, Herzrasen bis hin zur Blutvergiftung. Das geht leider sehr sehr schnell.

Ich kenne es von einigen alten Pferden, die einerseits so krank waren, dass sie nicht mehr rauskonnten oder nur noch bedingt gehen konnten, und andererseits zu gesund waren um sie einzuschläfern. Diese wurden dann je nach verträglichkeit im Stall ausgelassen und hatten so ihre Beschäftigung. die kamen einem in der Stallgasse entgegen, man musste sie teilweise auch laut ansprechen, weil sie blind und teilweise taub waren, aber ihren Stall kannten sie ja auswendig. Verletzt hat sich keines dieser Tiere und es fand auch immer wieder zur Fütterungszeit zurück in die eigene Box. Aber es hatte beschäftigung, es wurde von vielen Reiterinnen und Reitern gestreichelt, stänkerte teilweise ein wenig andere Pferde an, hatte aber natürlich auch sehr viele gute Sozialkontakte. Die Pferde haben so noch einige Jahre gelebt und hatten ihre Beschäftigung, ihre Abwechslung und auch ihre geistige Förderung. Sie sind auch nie weggelaufen - teilweise dass sie bei sonnenschein vor den Stall traten um zu sehen warum die Jungpferde geputzt werden und den Sattel draufkriegen, sie hatten ja meist den Titel der dienstältesten Leitstute/ Wallachs inne und der musste auch gehalten werden.
 
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