Verhalten gegenüber fremden Herdenschutzhunden

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  • Verhalten gegenüber fremden Herdenschutzhunden Beitrag #1
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Tapa

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Hallo,
Unsere Hündin hatte Angst im Straßenverkehr, weshalb wir sie meist direkt ins Auto geladen und in den Wald gefahren haben und nur in Ausnahmefällen zu Fuß unser Haus verlassen haben.

Die Angst im Straßenverkehr ist gesunken und wir laufen daher immer öfter zu Fuß von Zuhause aus los. Dazu müssen wir ungefähr 200 Meter an einer stark befahrenen Straße (Hauptstraße durchs Dorf) entlang, bevor wir auf einen Waldweg einbiegen.

Jetzt ergibt sich eine ganz ungeahnte Schwierigkeit: An der Hauptstraße hat jemand zwei riesengroße Hunde auf einem (kleinen) Gartengrundstück hinterm Haus. Es handelt sich um anderthalb bis zweijährige Rüden, von der Optik her würde ich die als Herdenschutzmixe ansehen. Sie bellen sofort und rasen zum Zaun (80 cm) und stellen sich mit den Vorderbeinen auf den Zaun. Gelegentlich kommt dann jemand und zieht die Hunde vom Zaum weg, oder es brüllt einfach nur jemand "Halt die Fresse" (O-Ton).

Von anderen Anwohnern weiß ich:
- Sobald im Umkreis jemand seinen Garten betritt, schlagen die Hunde an
- Der Hundehalter hat ein Alkoholproblem
- Der Hundehalter geht wohl auch immer in diesen einen Waldweg in der Nähe rein mit seinen Hunden
- Er hat sie nicht im Griff, bindet sie bei "Gegenverkehr" teils an Bäumen oder einer Parkbank fest, weil er sie nicht halten kann
- Es hat einen Beißvorfall gegeben, wo die Hunde sich losgerissen haben und einen Passanten gebissen haben

Die Frage ist, wie verhalte ich mich am Sinnvollsten, wenn ich mit unserer Hündin da zufällig gerade unterwegs bin und die treffen sollte? Mache mir echt Sorgen..
 
  • Verhalten gegenüber fremden Herdenschutzhunden Beitrag #2
Auch wenn man das normalerweise nicht gerne macht, ich würde in dem Fall unbedingt das Ordnungsamt informieren. Das kann sehr gefährlich werden.
Herdenschutzhunde sind sehr territorial; ein reinrassiger HSH wird vermutlich nicht über den Zaun springen, sondern dahinter stehen und drohen. Wenn sie aber immer auf demselben Weg spazieren gehen, kann es durchaus sein, daß sie auch diesen Weg als ihr Revier ansehen, das sie dann auch verteidigen. Wahrscheinlich haben sie deswegen den Passanten angegriffen.
Außerdem weiß man bei Mischlingen nie so recht, welche Rasse sich da im Verhalten gerade zeigt, sie sind schwerer einzuschätzen als reinrassige Hunde. Von daher sollte man sich auch nicht darauf verlassen, daß sie nicht über den Zaun springen.
Bei zwei Hunden muß man außerdem auch mit der Gruppendynamik rechnen (wenn einer beißt, macht der andere mit).
Der Halter scheint ja seiner Verantwortung in keiner Weise gerecht zu werden. Man könnte natürlich versuchen, mit ihm zu reden, aber so wie Du ihn und die ganze Situation beschreibst, wird das vermutlich nicht viel bringen.
Also Ordnungsamt einschalten und solange lieber wieder mit dem Auto woanders hin fahren.

LG,Rheinkiesel
 
  • Verhalten gegenüber fremden Herdenschutzhunden Beitrag #3
Es wäre vielleicht vorher noch ein Versuch wert ,den Halter mit seinen Hunden näher kennen zu lernen
und zu probieren , wie Deine Hündin mit den großen Rüden auskommen kann .
Menschen mit einem Alkoholproblem sind manchmal sehr zugänglich , wenn man diese auf die richtige, freundliche Weise
und zu einem geeigneten Zeitpunkt anzusprechen vermag .
 
  • Verhalten gegenüber fremden Herdenschutzhunden Beitrag #4
Hallo Rheinkiesel,

Ich habe diese Option auf dem Schirm, ja. Wobei ich erst einmal abwarten wollte, ob die Anwohner dort etwas unternehmen oder wegen des Beißvorfalls vielleicht sowieso was passiert...ich habe keine Ahnung, was in so einem Fall passiert und wie lange das dauert, bis das Ordnunsamt handelt..

Aber was mache ich, wenn mir die Hunde tatsächlich einmal im Wald begegnen sollten? Wobei ich diesen Waldweg, den die wahrscheinlich als zu ihrem Territorium gehörig betrachten, erstmal meiden werde.
Umdrehen und gehen? Oder rückwärts gehen? Wegrennen? Wie sieht ein Rückzug aus, der auch als Rückzug verstanden wird?
 
  • Verhalten gegenüber fremden Herdenschutzhunden Beitrag #5
Hallo Fritz,
Ich kenne den Mann vom Sehen. Sie hatten früher einen anderen, unproblematischen Hund, ich hab seine damalige Frau öfters auf Gassigängen getroffen, damals mit unserer mittlerweile verstorbenen Hündin. Er ist damals in Ausnahmefällen auch mal mit dem Hund gegangen.

Dann ist vor einigen Jahren seine Frau wegen einer Krankheit verstorben, der Hund aus Altersgründen verstorben.

Da ich mit unserer jetzigen Hündin dort lange nicht laufen konnte wegen ihrer Angst im Straßenverkehr, habe ich danach nichts mehr mitgekriegt.

Laut den Anwohnern dort ist er komplett abgestürzt, es gibt wohl auch häufiger Polizeieinsätze wegen Handgreiflichkeiten mit seiner Freundin und weiteren Hausbewohnern.

Von daher traue ich mich ehrlich gesagt nicht, ihn anzusprechen.
 
  • Verhalten gegenüber fremden Herdenschutzhunden Beitrag #6
Umdrehen und gehen? Oder rückwärts gehen? Wegrennen? Wie sieht ein Rückzug aus, der auch als Rückzug verstanden wird?
Das ist schwer abzuschätzen, wenn man die Hunde, ihr Training und den genetischen Hintergrund nicht kennt.
Bei einem Herdenschutzhund, der wie gewünscht "funktioniert", wäre langsames Weggehen und Blickkontakt vermeiden absolut ausreichend. Der erreicht ja so sein Ziel. Im Idealfall greifen Herdenschutzhunde auch gar nicht an, sondern vertreiben durch lautes Gebell. Aber wie gesagt, im Idealfall.
Wegrennen aber auf keinen Fall, das kann immer Hetzen triggern.

Ich würde den Ort weiträumig meiden, bis du weisst, dass es dort sicher ist.
 
  • Verhalten gegenüber fremden Herdenschutzhunden Beitrag #7
Ganz ehrlich? In diesem Fall würde ich Tierabwehrspray verwenden aber eines mit Strahl. Die Sprays die breit sprühen hast du bei Gegenwind dann evtl selber im Gesicht. Ich bin mir aber nicht sicher ob das überhaupt was bringt wenn die Hunde so unter Adrenalin stehen.
 
  • Verhalten gegenüber fremden Herdenschutzhunden Beitrag #8
Ich schließe mich Nienor an: am besten meidest Du diese Gegend solange, bis die Sache geklärt ist.
Ein Rückzug, der von einem HSH auch so verstanden wird, wäre in der Tat das langsame Entfernen vom Weg, am besten seitlich in den Wald. Direkten Blickkontakt dabei meiden.
Generell bitte nie!!!! vor einem Hund wegrennen! Wie Nienor schreibt: das triggert den Hetztrieb, alles, was sich schnell wegbewegt, ist Beute, und ein Hund ist immer schneller als wir.
So, wie Du den Besitzer schilderst, kann ich mir nicht vorstellen, daß es etwas nützt, ihn anzusprechen. Er zeigt doch deutlich, daß er kein Verantwortungsbewußtsein hat:
zwei große Hunde hinter einem 80 cm-Zaun, er geht mit beiden spazieren, obwohl er sie nicht kontrollieren kann. Auch nach dem Beißvorfall hat er anscheinend nichts unternommen, um die Hunde zu sichern.
ich habe keine Ahnung, was in so einem Fall passiert und wie lange das dauert, bis das Ordnunsamt handelt..
In der Regel handeln die Ordnungsämter in solchen Fällen schnell. Schon aus Eigenschutz: sollte nochmal was passieren und die Behörde hatte Kenntnis davon, hat aber nicht reagiert, dann fällt das auf die Behörde zurück.
Falls der Beißvorfall dem OA gemeldet wurde, gibt es eine Anhörung aller Beteiligter (Geschädigter, Hundehalter, evtl. Zeugen), in den meisten Fällen wird ein Hund, der gebissen hat, als gefährlich eingestuft. Dann bekommt der Halter Auflagen, die er innerhalb von 4 Monaten umsetzen muß:
der Hund muß einen Wesenstest absolvieren, der Halter den Sachkundenachweis §9 Tierschutzgesetz ablegen (Erlaubnis zum Führen als gefährlich eingestufter Hunde), er muß die "Kampfhundesteuer" bezahlen, die in manchen Kommunen gepfeffert ist. Der Hund muß als "Vorfallshund" bei der Tierhalterhaftpflicht-Versicherung eingestuft werden (die Prämien sind sehr hoch!). Außerdem können Auflagen wie Maulkorb- und/oder Leinenpflicht erteilt werden.
Sollte der Halter die Auflagen nicht erfüllen, wird der Hund bzw. die Hunde behördlicherseits entzogen / kommen ins Tierheim.

LG,Rheinkiesel
 
  • Verhalten gegenüber fremden Herdenschutzhunden Beitrag #9
In diesem Fall würde ich Tierabwehrspray verwenden aber eines mit Strahl.
Das ist erstens Tierschutz-relevant und zweitens möglicherweise wirkungslos, außerdem weiß man nicht, wie der Besitzer reagiert, wenn er das mitkriegt. Wenn der Mann schon durch Handgreiflichkeiten aufgefallen ist, würde ich sowas tunlichst unterlassen.

LG,Rheinkiesel
 
  • Verhalten gegenüber fremden Herdenschutzhunden Beitrag #10
Aber wenn der Hund Angreift darf man das in Notwehr benutzen. Darf man übrigens auch bei Menschen. Da muss aber glaubhaft gemacht werden das das in Notwehr geschehen ist, sonst darf man es natürlich weder bei Tieren noch bei Menschen anwenden
 
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