Spatz legenot

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  • Spatz legenot Beitrag #1
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Ich hatte bis letzten Sonntag noch einen Spatz ( haussperling 9jahre und fast 4 Monate alt ist sie geworden). Sonntag früh, alles war gut, sie hat wie immer mit meinem Mann gefrühstückt und 20 min später ging es ihr schlecht. Wir sind sofort zum ta. Dort sagte ich: lebensbedrohliche Situation. Trotzdem sollten wir warten, denn andere Notfälle wie zahnsteinentfernen bei Hund und Katze war wichtiger. Meinem Spatz ging es immer schlechter, also bin ich einfach ins Behandlungszimmer gerannt. Die Ärztin motzt mit mir, war mir aber egal. Sie schaute sich den Spatz an und tastete alles ab. Diagnose: legenot oder kropfentzündung. Wobei sie sagte der kropf und die schleimhäute sehen gesund aus...sie gab dem Vogel 3 spritzen= 1. Glukose 2. Schmerzmittel 3. Etwas gegen Bakterien. Dann sollte ich den Vogel auf eine Wärmflasche lege und bis zum Abend warten, dann würde es dem Vogel wieder gut gehen, sagte sie. Ich machte alles was sie sagte....2 Stunden später ist mein kleines Baby ganz qualvoll gestorben. Nun meine frage: hätte die ta meinen Spatz ( der sich frei in der wohnung bewegen konnte, der einen kleinen Baum im Wohnzimmer hat mit einem Körbchen in der Krone zum schlafen, noch nie in einem Käfig gewesen.) retten können? Würde mein Baby noch leben wenn die ta das Ei per Hand oder Zange rausgeht hätte?
 
  • Spatz legenot Beitrag #2
Hallo,

das tut mir sehr leid, dass sie es nicht geschafft hat.

Nach deiner Beschreibung nach, klingt das leider wirklich nicht Vogelkundig.
Kropfentzündung ist nunmal keine Diagnose, sondern ein Symptom, wo aus dem Kropf des Vogels mittels Tupfer eine Probe entnommen wird und diese Probe erst unterm Mikroskop betrachtet wird, um einen ersten Anhaltspunkt auf Bakterien, Pilzen oder Trichomonaden zu erhalten und anschließend diese Probe in ein Labor geht, wo das ganze nochmals mit Wärme und Futter angezündet wird, um genau identifizieren zu können um was für ein, zum Beispiel Bakterium es genau geht, denn da gibt es ja auch nochmal viele verschiedene, drum dessen es ja auch so viele Antibiotika gibt, weil Antibiotika xy unmöglich gegen sämtliche krankmachende Bakterien gleich kraftvoll wirken kann.

Bei Verdacht auf Legenot wird geröngt, um 100% sicher zu sein.
Manchmal ist da dann eine Not-Op notwendig, wie du schon treffend schriebst.

Hast du denn noch weitere Vögel? Wie kommt es überhaupt, dass ein Wildtier bei euch in der Wohnung lebte?


Liebe Grüße
Amber
 
  • Spatz legenot Beitrag #3
@ Amber....neun, sie war mein einziger Vogel. Meine Tochter hat die süße vor mehr als 9 Jahren gefunden. Die wildvogelstation wollte sie nicht nehmen. Ich sollte sie 14 Tage bei mir behalten und schauen ob sie durchkommt und erst dann hätten sie den Spatz aufgenommen. Das hab ich dann aber abgelehnt. Wenn ich mich kümmere,dann ist das eine lebenslange Verpflichtung. Im ersten Jahr hab ich sie auch überall mitgenommen ( zwischen meinen brüsten und dann einfach so auf meiner schulter) und von jetzt auf gleich wollte sie nicht mehr mit raus..sie konnte sich auch komplett frei in der wohnung bewegen...kein Käfig, nur ein kleines Körbchen in einem Bäumchen aus dem Wald.. das war ihr bett. Mein kleines Baby und ich waren enorm eng miteinander. Sie war sehr auf mich fixiert und ich auf sie....umso schlimmer ist es jetzt für mich....sie ist nicht mehr da, weil die tä nichts von ihrer Arbeit versteht
 
  • Spatz legenot Beitrag #4
Es ist leider häufig so, dass die Wildvogelauffangstationen hoffnungslos überlastet sind.
Ich schätze, dass die Leute dir die Pflege zugetraut haben und sie das kleine nach 14 Tagen gern aufgenommen hätten, weil sie einerseits dann wieder wohl Platz frei gehabt hätten und andererseits sie die Fachgerechte Auswilderung übernommen hätten, die eine Privatperson nicht durchführen kann, die aber für Wildvögel enorm wichtig ist, dass sie wieder in ihr wahres Umfeld, nach draußen mit zu Artgenossen kommen.

Deine kleine war wahrscheinlich so fixiert auf dich, weil sie leider komplett fehlgeprägt war, da sie als Sozialer Vogel nur dich hatte.
Artgerecht ist dies nicht, denn den Partner kann kein Mensch ersetzen und Wildvögel müssen wieder raus.

Ich schreibe das nicht, um dir ein schlechtes Gewissen zu machen, sondern, dass du fürs nächste mal bescheid weißt und auch, um Stille mitlesen darüber aufzuklären, dass das so nicht in Ordnung ist.

Für Tierärzte gibt es die Möglichkeit zur Qualifikation zu Zier-, Zoo- und Wildvögel, nach dem Studium, noch mit dran zu hängen, da Vögel generell im Studium so gut wie gar nicht durch genommen werden.
Diese qualifizierten Tierärzte sind rarr und oft muss man weiter fahren, doch es lohnt sich aber, weil Vögel durch diese Tierärzte wieder gesund werden können, wogegen Tierärzte ohne Zusatzqualifikation leider sehr oft den Tod des Vogels verursachen aufgrund ihres fehlenden Wissens, fehlender passender Medikamenter, sowie fehlender Untersuchungsgeräte/Mittel.



Liebe Grüße
Amber
 
  • Spatz legenot Beitrag #5
Fehlprägung oder nicht...Wer weiß..Ich habe mehrfach versucht mein Baby auszuwandern, sie wollte aber nicht. Ich habe Spatzen auf meiner Terrasse gefüttert, um meinem Baby das Leben draußen "schmackhaft" zu machen. Keine Chance...sie wollte es einfach nicht. Meine terrassentür stand von Anfang an immer offen, so konnte mein Baby jederzeit entscheiden, ob sie raus will oder nicht..und sie wollte es nicht. Sie ist über 9 Jahre alt geworden und wäre bei einer qualifizierten ta Behandlung noch älter geworden...die 9 Jahre hätte sie draußen nicht geschafft. Abgesehen von der legenot, war mein Baby fit und munter, noch sehr aktiv...sie ist hier umhergesprungen, kam immer kuscheln, lief mir immer hinterher, kämpfte auch ab und zu mit mir, zuletzt am Abend bevor sie starb. Ich weiß es ging ihr sehr gut bei mir. Ich danke dir für deine Meinung und gebe dir in allen Punkten generell recht. Vorallem beim Thema Tierärzte und deren Ausbildung und Qualifikationen. Tatsächlich wollte ich mit meinem Baby in die kleintierklinik fahren....doch leider öffnet diese am Sonntag erst um 12 Uhr. Es ging meinem Baby aber bereits um 9 Uhr schlecht...so musste ich dann einen " ersatz" ta aufsuchen. Und ganz ehrlich, ich habe einen enormen Hass gegen die behandelnde tä aber auch gegen die kleintierklinik. Wie kann eine solche Klinik IN DER HAUPTSTADT erst um 12 Uhr öffnen?? Notfälle und lebensbedrohliche Situationen nehmen keine Rücksicht auf Öffnungszeiten. Ich rief natürlich zuvor bei meiner notfallärztin an, doch die hatte mich einfach weggedrück und bis heute nicht mal zurückgerufen. Mir ist klar= sterben gehört dazu, leiden gehört dazu. Aber ganz ehrlich, ich gehe hier kaputt...Ich kann nicht schlafen, ich habe zuletzt am samstagmittag gegessen....Ich halte es nicht aus. Und heute muss ich versuchen zur Arbeit zugehen...Ich hatte es gestern schon versucht, hab es aber keine 5 Minute ausgehalten. Mein Leben war komplett auf mein Baby ausgerichtet....und nun ist nur noch dieser Schmerz und eine absolute leere in mir
 
  • Spatz legenot Beitrag #6
Ich kann dich wirklich gut verstehen....
Ich musste auch schon elen lang warten mit einem Kaninchen, wo diejenigen, die später in die Klinik kamen und sich Anmeldeten, vorgezogen worden sind, wegen Augenentzündungen, Flöhen und anderen Dingen die, im Gegensatz zu meinem Tier, eigentlich kein Notfall waren.
Wurde einmal sogar schon ganz weg geschickt, weil die Klinik nur noch Hund und Katze machen und keine Kaninchen, Vögel oder andere kleine Heimtiere.

Konntest du die kleine denn beerdigen?
Man braucht Zeit zum trauern, da spielt die Größe des Tieres doch letztlich keine Rolle.
Mein Mücke (Kaninchen) hatte ich ebenfalls 9 Jahre (er wurde aber über 12 Jahre) und ich hab ihn in einem Tierfriedhof beerdigen lassen.
Gestern war ich ihn wieder dort besuchen und das hilft mir zumindest echt enorm.
Vielleicht gibt es da bei dir auch so eine Möglichkeit und ggf. eine Woche krank schreiben lassen, da dich das ganze verständlicherweise ziemlich mitnimmt.


Zum Thema auswildern mag ich eigentlich gar nichts sagen, weil das eigentlich nicht Thema sein sollte.

Nur für andere Rat Suchende, zu dem Thema:
So wildert man nicht aus, sondern die Tiere müssen in eine Außenvoliere mit anderen auswilderungsreifen Spatzen, wo sie wieder scheu werden, lernen sich Spatztypisch zu verhalten und lernen sich ihr Futter selbst zu beschaffen.
Das braucht viele Wochen und bieten Wildvogelhilfen an.
Als Privatperson kann man Wildvögel nicht selbstständig Auswildern.



Mitfühlende Grüße
Amber
 
  • Spatz legenot Beitrag #7
Das ist ja furchtbar was du mit deinem Kaninchen erleben musstest. Ganz schrecklich. Ich habe eine große Terrasse, dort HÄTTE ich mein Baby beerdigen können, aber ( ja ich weiß ich hab eine macke, aber ich kann ganz gut damit leben) 1. Mein Baby hatte nie Interesse daran draußen zu sein. 2. Möchte ich sie nicht auffressen lassen. 3. Möchte ich sie immer an meiner Seite haben. Darum liegt sie momentan noch in meinem gefrierschrank. Aber morgen wird ein mini-gefrierfach gekauft, extra und nur für mein Baby. Und später soll sie dann mit mir beerdigt werden. Bestenfalls in dieser Position, in der wir immer auf der Couch gelegen haben. Tatsächlich muss ich mich nicht mehr Krankschreibung mehr. Ich fehlte, wie mit meiner Chefin abgesprochen, wegen einer zahnbehandlung, die ich aber schon am Freitag erledigen konnte. Ich nutzte den freien Montag dann "zum trauern", ohne es meiner Chefin zu sagen. Am Dienstag bin ich zur Arbeit gegangen, hielt es aber nur 2 Minuten aus....Ich sagte meiner Chefin nur: ein Todesfall. Ich sagte ihr nicht wer gestorben ist, denn die allgemeine Reaktion: reiß dich mal zusammen, war ja nur ein Vogel...macht mich extrem aggressiv. Heute bin ich wieder zur Arbeit....bis zum Schluss....als ich nach Hause kam, hatte ich die Kündigung im Briefkasten, mit dem Datum von gestern. Also kommt zu meiner Trauer, der Wut auf Tierärzte auch noch die Suche nach einer neuen Arbeit dazu...und die finanzielle Sorge.
 
  • Spatz legenot Beitrag #8
Ich glaube das mit dem Gefrierschrank, da bist du nicht die erste, die das so handhabt.
Hab von einigen auch schon gelesen, dass sie ihr Tier im Blumenkübel begraben haben und bei jedem Umzug dann den Kübel dann mit genommen haben, wenn kein eigener Garten vorhanden war und sie in einer Mietwohnung leben.

Mit deinem Job, das tut mir so leid.
Es ist so mies, wenn man gekündigt wird. :(
Ich drücke alle Daumen, dass du schnell etwas besseres findest.


Liebe Grüße
Amber
 
  • Spatz legenot Beitrag #9
Ja, mit dem Pflanzkübel hab ich auch schon gehört.
Wegen meinem job: vielen Dank. Aber das sehe ich tatsächlich nicht so eng. Es zeigt mir wie herzlos meine Chefin ist und wie verlogen. Ihr Motto: wir hier in der Firma, sind eine Familie.tzzzzzz.
Zum Glück bin ich kein Familienmitglied von ihr. Denn wenn man SO mit Familie umgeht, dann ist da alles falsch gelaufen
 
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