Ah, ich sehe alle drei Bilder nebeneinander. Aber dann vermute ich das bei mir rechte Bild mit der „Brillenbildung“ ist schon älter bzw. das vor er Augen OP?
Es gibt leider keinen Test mit dem beim Hund eine Allergie diagnostiziert werden kann. Eine Allergie ist immer eine Ausschlussdiagnose. Das heißt andere Erkrankungen müssen ausgeschlossen werden.
Dafür ist natürlich erstmal wichtig wie alt der Hund ist (bei jungen Hunden findet man manche Erkrankungen häufiger als bei älteren und umgekehrt), woher er kommt (sog. Mittelmeererkrankungen können Hautprobleme verursachen) und welche Symptome auftreten (Wichtig ist z.B. hat der Hund Juckreiz und/oder Hautveränderungen? Was trat zuerst auf? Gibt es sonst Symptome? Treten die Symptome zu einer bestimmten Jahreszeit auf?)? Anschließend wird geguckt wo welche Hautveränderungen auftreten, das kann schon Hinweise auf die Ursache geben. Parasiten und Pilze müssen mit verschiedenen Untersuchungen und wenn in der Untersuchung nichts nachzuweisen ist die Parasiten über eine sog. Diagnostische Therapie ausgeschlossen werden (da man Parasiten nicht ausschließen kann nur weil man sie nicht findet). Bei offensichtlichen Hautveränderungen müssen zusätzliche Infektionen mit Bakterien und Hefepilzen ausgeschlossen und gegebenenfalls behandelt werden, die sind zwar selten die Ursachen, machen aber gerne zusätzlichen Ärger. Anschließend müssen, je nach Vorbericht und sonstigen Symptomen Infektionskrankheiten, Hormonprobleme, erblich bedingte Erkrankungen, Organerkrankungen etc. ausgeschlossen werden (das muss man nicht immer, nur wenn es einen begründeten Verdacht gibt).
Wenn das alles negativ bzw. ausgeschlossen ist und die Symptome passen dann wird der Verdacht einer Allergie gestellt. Und dann stellt sich die Frage gegen was der Hund allergisch ist, das können Umweltallergene und/oder Futterallergene sein. Um das zu klären muss eine (und leider manchmal auch mehrere) konsequente Ausschlussdiät gemacht werden. Und an dieser Stelle – und NUR an dieser Stelle kommen die sog. Allergietests ins Spiel. Denn mit diesen Tests kann man
1) Testen auf welche Futterallergene der Hund negativ ist und diese für eine Ausschlussdiät nutzen. Ein positives Ergebnis heißt nicht das der Hund allergisch gegen dieses Futter ist
2) Wurde das Futter sicher ausgeschlossen oder besteht der Verdacht auf eine zusätzliche Umweltallergie kann ein Test auf Umweltallergene erfolgen falls man eine Densibilisierung durchführen möchte.
Warum ich das so ausführlich schreibe? Die Diagnose Allergie wird leider oft falsch gestellt. Es ist aber sehr wichtig die Diagnose korrekt zu stellen, auch wenn es sehr aufwändig ist. Denn nur dann kann eine adäquate Therapie gestartet werden.
Medikamente wie Apoquel unterdrücken Symptome. Das ist ohne Zweifel bei manchen Erkrankungen unumgänglich. Aber da es auf Dauer viele Nebenwirkungen haben kann sollte man solche Medikamente nur einsetzten wenn es wirklich notwendig ist. Und selbst wenn es z.B. Aufgrund einer Allergie notwendig ist kann man bei einer korrekten Diagnose viele zusätzliche Möglichkeiten nutzen um die nötige Dosis an solchen Medikamenten möglichst gering zu halten und damit mögliche Nebenwirkungen zu minimieren.
Unabhängig von dem Durchfall (oder besteht sogar ein Zusammenhang) würde ich noch einmal mit dem Arzt besprechen ob eine Apoquel-Dauergabe wirklich die einzige Lösung für deinen Hund ist?