Durchfall bei Kaninchen sollte niemals länger als 24 Stunden nach der Entdeckung ohne Tierarztbesuch behandelt werden, länger andauernder Durchfall führt zum Tode des Tieres (der Darm wird träge und stellt die Arbeit ganz ein)! Ist nach 24 Stunden keine eindeutige Besserung in Sicht, muss beim Tierarzt eine Kotprobe des kranken Tieres untersucht werden um die Ursache des Durchfalls einzugrenzen.
[...]
Sofortmaßnahmen bei Durchfall:
Versuchen Sie die Ursache für den Durchfall abzuklären, überprüfen Sie vor allem das Futter des Tieres.
Hochwertiges Heu sowie eine gute Trockenkräutermischung bilden die Grundlage, für eine sinnvolle Ernährung bei Durchfall. Für einen Zeitraum von mindestens 7 Tagen darf das Kaninchen ausschließlich Wasser/Tee, Heu, Trockenkräuter und wenig Grünfutter (Gras, Löwenzahn etc.) zu sich nehmen! Salate, Gurken und andere wasserhaltige Gemüse sollten nicht verfüttert werden. Sinnvoll sind täglich kleine Stückchen Fenchel, Reibeäpfel (kurz zum Anbräunen stehen lassen), dazu geriebene Karotte oder eventuell Quetschbanane, das regt den Appetit an. Etwas Baby-Karotten- oder Baby-Apfelbrei regt ebenfalls zur Futteraufnahme an.
Fenchel- und Kamillentee beruhigen den Magen-Darmtrakt und sollten immer warm (nicht heiß) und leicht verdünnt angeboten werden.
Die verschmutzte Afterregion ist zu reinigen (am besten mit einem feuchtem Waschlappen) da sonst an den Stellen Hautreizungen und Entzündungen entstehen können!
Das Tier muss vor dem Austrocknen (dehydrieren) geschützt werden. Sollte es nicht selber trinken, ist es Wichtig mehrmals am Tag mit einer Pipette oder Spritze Wasser, Kamillentee oder Fencheltee einzuflößen! Das Wasser mit Traubenzucker (z.B. Dextroenergen) vermischen (ca. 1/4 Tl am Tag). Ist das Tier dehydriert, d.h. ausgetrocknet, muss es sofort von einem Tierarzt mit einer elektrolytische Injektion behandelt werden! Eine Austrocknung des Tieres erkennt man, wenn beim Ziehen oder Zusammendrücken einer Hautfalte diese sich nicht mehr an den Körper anlegt, sondern stehen bleibt.