Beisskorb als Drohung

Diskutiere Beisskorb als Drohung im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo, Leute! Ich hab da eine ganz komische Geschichte. Ich hol einmal ein bisschen aus. Wir haben unseren Blacky vor 1 Jahr aus dem Tierheim...
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
  • Beisskorb als Drohung Beitrag #1
plofre

plofre

Beiträge
127
Punkte Reaktionen
0
Hallo, Leute!
Ich hab da eine ganz komische Geschichte.
Ich hol einmal ein bisschen aus. Wir haben unseren Blacky vor 1 Jahr aus dem Tierheim geholt. Er ist unser erster Hund. Seine Vorgeschichte war teilweise unklar, nach dem, was bekannt ist, ist er nicht gut behandelt worden.
Er war anfangs unterordnungsmäßig voll daneben, vor allem, was uns Männer betrifft, meinen erwachsenen Sohn und mich. Es ist damals sogar zu einigen Schnapp- und Zwick-Aktionen gekommen, aber ohne Verletzungen. Wir haben das auf die Umstellung und die neue Umgebung zurück geführt. Das hat sich dann nach einiger Zeit gegeben und wir haben ihn eigentlich ganz gut in den Griff bekommen.
Wir haben ihn bald kastrieren lassen und gleich danach eine Hundeschule besucht. Dort hat er sich ganz brav angestellt und er war nach etlichen Wochen ein ganz brauchbarer Hund, sowohl im Haus als auch außerhalb, mit der einzigen Ausnahme, dass er bei der Begegnung mit Hunden, die er nicht mag, wenn er an der Leine ist, bellt und zerrt. Das tut er immer noch, und dieses Problem haben wir uns für dieses Jahr vorgenommen.
Eine Veränderung ergab sich mit dem letzten Sylvester, seinem ersten bei uns. Die Knallerei hat ihn im Haus kaum gestört, wurde aber geknallt, wenn wir grade mit ihm draußen waren, bekam er voll die Panik und wollte unbedingt zurück. Er war kaum mehr zu halten, auf vereistem Boden schon gar nicht.
Seit dieser Zeit hat er begonnen, wieder die alten Unarten zu zeigen. Er knurrte und wuffte, wenn jemand von uns Männern im Zimmer herumging (mein Sohn ist inzwischen ausgezogen, ist aber noch häufig bei uns zu finden). Meinen Sohn hat er kürzlich einmal gezwickt. Daraufhin hat er einen Maulkorb verpasst bekommen, was er gar nicht mag, den er eine Zeitlang tragen musste. Der wurde ihm dann wieder abgenommen und auf den Couchtisch gelegt. Dort liegt er noch immer. Wenn er anfangs noch Anstalten machte, zu "spinnen", genügte ein Fingerzeig auf den Maulkorb, um ihn kleinlaut auf seinen Platz zu schicken. Inzwischen ist er lammfromm und macht überhaupt keine Zicken mehr. Er schaut aber immer wieder zu dem Maulkorb hin.
Zwar könnte man jetzt sagen: Wunderbar, funktioniert ja. Aber er benimmt sich offenbar nur, weil er Unannehmlichkeiten vermeiden will. Der Maulkorb liegt quasi als "Rute im Fenster" auf dem Tisch. Das ist sicher nicht das Wahre. Außerdem: manchmal muss er den Maulkorb ja tragen, in öffentlichen Verkehrsmitteln zum Beispiel. Da fragt er sich womöglich, was er jetzt angestellt hat, dass er "bestraft" wird.
Wir hatten im Prinzip vor, auch wegen seines Verhaltens zu anderen Hunden, im März eine spezielle Hundeschule bzw. einen Spezialisten für solche Sachen zu besuchen. Wir sind uns jetzt nicht sicher, ob wir das vorverlegen sollen.
Wir fragen uns auch, was die Sylvestergeschichte bei ihm ausgelöst hat. Kann es sein, dass er, weil wir ihn quasi nicht beschützen konnten, das Vertrauen zu uns verloren hat und uns nicht mehr zutraut, die Chefrolle einzunehmen? Ist das der Grund für seinen Verhaltensumschwung?
Gruß
plofre
 
  • Beisskorb als Drohung Beitrag #2
Hallo plofre,
Schade das ihr so ein Rückschlag hattet nach dem das so gut geklappt hat.
Aber ich denke mit viel Geduld und Übung bekommt ihr das wieder hin. Manche Hunde, vor allem unsichere, sind nach Sylvester regelrecht traumatisiert. Ich kenne einen der traut sich dann die nächsten Wochen nicht einmal vor die Tür und stellt auf stur. Da muss auch jedes mal von neuen geübt werden. Ich glaube das die Angst vor den Sylvesterknallern der Grund für den Rückschlag ist. Er ist nun wieder verunsichert und hat wahrscheinlich wirklich das Gefühl, dass er draussen nicht sicher ist. Beschützen konntet ihr ihn davor ja nicht wirklich, bestimmt auch ein Grund. Vielleicht hat er die Knallerei auch mit verschiedenen Personen verknüpft die gerade in der Nähe waren als der Knall kam?

Ich kann euch da nur empfehlen, alles wieder wie am Anfang zu üben. Die Idee das Training mit dem Spezialisten vorzuziehen halte ich für sehr gut! So kann er sich ein Bild von den Hund machen und das Verhalten besser beurteilen.

Zwar könnte man jetzt sagen: Wunderbar, funktioniert ja. Aber er benimmt sich offenbar nur, weil er Unannehmlichkeiten vermeiden will. Der Maulkorb liegt quasi als "Rute im Fenster" auf dem Tisch. Das ist sicher nicht das Wahre. Außerdem: manchmal muss er den Maulkorb ja tragen, in öffentlichen Verkehrsmitteln zum Beispiel. Da fragt er sich womöglich, was er jetzt angestellt hat, dass er "bestraft" wird.
Ganz genau.
Den Maulkorb sollte ein Hund eigentlich immer mit etwas positiven Verbinden. Man gewöhnt den Hund z.B. mit Leckerlie an einen Maulkorb, damit er weiss das ist keine Bestrafung.
Ich würd den Maulkorb also nicht mehr zum warnen nutzen, auch wenn es gerade so gut damit klappt. ;) Wie du schon sagtest, in bestimmten Situationen würde er es dann vielleicht als Bestrafung empfinden.
Habt ihr während ihr ihn mit dem Maulkorb gewarnt habt nicht irgendeinen Befehl benutzt? Dann würde es jetzt doch genügen nur noch dieses Kommando zu benutzen und den Maulkorb raus zulassen.

LG
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Thema:

Beisskorb als Drohung

Oben