Ich kann Laui nur beipflichten: Hab die Erfahrung gemacht, dass Hunde schneller lernen, was man von ihnen will, wenn man ohne körperlichen Druck oder Einflussnahme arbeitet, sondern den Hund dazu bringt, von alleine das "Sitz" oder "Platz" auszuführen.
Fürs SITZ nehme ich ein Leckerchen in die Hand, zeige es dem Hund und führe es vor seiner Nase in die Höhe. (Wenn Du dabei den Zeigefinger hochhältst, lernt er auch gleich das Sichtzeichen für Sitz.) Um das Leckerchen im Auge zu behalten, setzt sich der Hund automatisch hin, da er dann besser hochschauen kann. Manchmal muss man etwas Geduld haben. In dem Moment, wo das Hinterteil den Boden berührt, sage ich "Sitz!", lobe den Hund und gebe ihm das Leckerli. Der Hund hat völlig ohne Drücken und Schieben von sich aus das Richtige getan! Beim Hinunterdrücken des Hinterteils hingegen reagieren viele Hunde zuerst irritiert, stemmen sich dagegen und empfinden das Ganze nicht unbedingt als angenehm (je nachdem, wie sensibel sie sind). Dabei soll Üben, finde ich, immer Spaß machen!
PLATZ geht bei Welpen und kleineren Hunden gut mithilfe der Tunnel-Methode: Du setzt Dich im Zimmer auf den Boden, winkelst die Knie an, zeigst Deinem Hund ein Leckerli und führst es dann vor seiner Nase durch den Tunnel, den Deine Knie bilden. Der Hund folgt dem Leckerli, und weil der Tunnel so niedrig ist, muss er sich darunter hinlegen. Sobald er mit dem Bauch am Boden ist, sagst Du Platz und gibtst dem Hund das Leckerchen. Auch hier sollte man gleich das Handzeichen einüben, indem man das Leckerli mit dem Daumen unter der flachen Hand hält, die nach unten zeigt. Irgendwann erinnert sich der Hund auch ohne den Tunnel an das Wort und die Bewegung, die mit dieser Handgeste verbunden ist, und man kann das Platz ausfeilen und die Zeit langsam verlängern, die der Hund im Platz bleiben muss. (Zu Anfang immer nur kurz!)
Ich persönlich finde es jedenfalls sehr schön zu wissen, dass es für fast alle Übungen und Tricks einen Weg gibt, durch den der Hund quasi von selbst entdeckt, was man von ihm möchte, und wofür es die Belohnung gibt. Ohne Verunsicherungsmoment (den ein Hund sicherlich erlebt, wenn man ihm z.B. die Vorderbeine wegzieht, damit er sich hinlegt).