Insofern muss das Brutverhalten nicht "wegegzüchtet" werde, mal ganz davon abgesehen, dass diese Tiere sowieso kein Brutverhalten haben, da sie in Massenproduktion aus dem Brutapparat schlüpfen...
Auch in Massentierhaltung kann sich ein Huhn in seinem Legenest "verschanzen" und auf Eiern hocken, oder selbst ohne Eier, aufhören zu legen weil es gluckig wird. Das war sogar einer der Beweggründe für Legebatterien: kein dunkles Nest, die Eier werden sofort von einem Fließband abtransportiert, also nichts da was das Brutverhalten fördern könnte.
In Legehennenhaltungen wird regelmässig kontrolliert ob ein paar wenige gluckige Hühner dabei sind (lässt sich an verschiedenen Merkmalen erkennen), diese werden dann gemerzt, sprich getötet, da sie keine Eier leben aber trotzdem fressen.
Gluckigkeit ist ganz klar vererbbar, und bei den "Nutzhühnern" wurde bei der Zuchtauswahl darauf geachtet das dieses Verhalten praktisch nicht vorhanden ist. Die Gene sind dabei entscheidender als die Aufzuchtsform!
Das wegzüchten der Gluckigkeit ermöglicht paradoxerweise sogar eine etwas artgerechtere Haltungsform, nämlich das Anbieten von Nestern. Ein Hund mit normalen Instinkten würde durch ein dunkles Nest gluckig werden. Ein "ungluckig" gezüchtetes Huhn wird das nicht. Das Legen in ein geschütztes, abgedunkeltes Nest stresst das Huhn weniger als wenn es sein Ei ohne Nest legen würde.
Legende Hennen werden ja nicht nur zur Eierproduktion als Lebensmittel gehalten, sondern auch zur Kükenproduktion (aus irgendwelchen Eiern müssen die zukünftigen Lege- und Masthühner ja auch schlüpfen

)
Versteht mich nicht falsch, ich stehe diesem zurechtzüchten aus Profitgründen auch kritisch gegenüber. Aber Tatsache ist nun mal das die meisten Hühner heutzutage als Nutztiere gehalten werden, und man die Bereiche Hobbyzucht und Nutztierzucht gerade bei Geflügel nicht 100% trennen kann.
Es gibt ja kaum reine Hobbyrassen, eigentlich sind fast alle (ausser vielleicht Zwerghühner, Seidenhühner und ein paar andere,und selbst die sind aus "Nutzrassen" entstanden) als Nutztiere gezüchtet worden. Und angezüchtete Verhaltensänderungen (wie zb.fehlen der Gluckigkeit) findet man also auch bei den reinen "Hobbyhühnern". Ein Privathalter hat nicht immer genug brütende Hennen zur Verfügung um die Eier der nicht-gluckig-werdenden Hennen unterzulegen. Ok, du bist der Meinung unter diesen Umständen sollte man die Zucht dann unterlassen. Gut, das ist deine Meinung und dein gutes Recht!
Der Unterschied zu Kaninchen ist bei der Geflügelhaltung das die Zuchtauswahl das Verhalten der Art sehr viel weniger beeinflusst hat als bei Hühnern.
Auch sind die Grenzen von Nutztier- zu Hobbyhaltung oft fließend, viele Menschen halten sich Hühner in erster Linie als Hobby, achten auf artgerechte Haltung, und freuen sich trotzdem über die Eier und schlachten vielleicht sogar mal ein Huhn um es zu essen,und achten auch im Rahmen des "privat möglichen" auf eine möglichst "produktive" Haltung. Ist das aus Sicht des Tierschutzes verwerflicher als sich die Eier und das Fleisch im Supermarkt zu kaufen?